Ratgeber Wärmepumpenstrom
Das Heizen mit Strom gilt als ineffizient, teuer und ökologisch nicht sinnvoll. Für die meisten Elektroheizungen mag dies zutreffen. Anders sieht es jedoch bei Wärmepumpen aus. Sie benötigen zum Betrieb zwar ebenfalls Strom. Allerdings gelten sie als sehr umweltfreundlich, da sie keine weiteren Energieträger benötigen und deutlich effektiver als andere Stromheizungen arbeiten. Dennoch ist es wichtig, beim Betrieb einer Wärmepumpe auf den passenden Stromtarif zu achten.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen erzeugen aus 1 kWh Strom je nach Effizienz (JAZ) rund 3 bis 4 kWh Wärme.
- Spezieller Wärmepumpenstrom liegt 2026 je nach Region oft bei rund 21 bis 28 ct/kWh – meist klar unter Haushaltsstrom.
- Seit 2024 senken reduzierte Netzentgelte (§ 14a EnWG) die Kosten zusätzlich; ein Tarifvergleich lohnt fast immer.

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Das Bundeskartellamt hat einst Maßnahmen dafür ergriffen, dass es etwas mehr Auswahl auf dem Markt der Tarife für Wärmepumpenstrom gibt. Es empfiehlt sich, die Tarife zu vergleichen. Stromtarife kann man ganz einfach mit unserem Stromtarifrechner vergleichen.
Was sind Wärmepumpen?
Wärmepumpen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Unter anderem deshalb, weil zum Heizen mit Wärmepumpen keine fossilen Brennstoffe wie Öl oder Erdgas benötigt werden, die klimaschädlich sind und deren Preise immer weiter steigen. Statt fossiler Brennstoffe nutzt eine Wärmepumpe Wärme aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser, um ein Haus zu beheizen oder Warmwasser zu erzeugen. Ganz ohne weitere Energiezufuhr funktioniert aber auch eine Wärmepumpe nicht. Neben der Wärme aus der Umwelt benötigt eine Wärmepumpe zum Betrieb auch noch Strom. Für vier Kilowattstunden Heizungs-Wärme wird etwa eine Kilowattstunde Strom benötigt.

Allerdings variieren die Werte, abhängig von der Art der Wärmepumpe. Zur Beurteilung der Effizienz von Wärmepumpen wird häufig die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) herangezogen, die die gewonnene Wärmeenergie ins Verhältnis zur eingesetzten Energie (Strom) setzt.
Jahresarbeitszahl (JAZ): die Effizienz-Kennzahl
1Worum es geht
Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie viel Heizwärme eine Wärmepumpe übers Jahr aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt. Sie bündelt alle Betriebszustände eines Jahres in einer einzigen Effizienz-Zahl.
2Worauf achten
Wer mit einer Wärmepumpe heizt, ist zwar von den Preisen für fossile Brennstoffe unabhängig. Dafür besteht jedoch eine Abhängigkeit von den Strompreisen. Anders als bei anderen Arten, mit Strom zu heizen, ist der Stromanteil in den gesamten Wärmekosten jedoch vergleichsweise gering. Ein guter Stromtarif kann die Betriebskosten für eine Wärmepumpe dennoch stark senken.
Was kostet der Strom für eine Wärmepumpe?
Wärmepumpenstrom – Heizstrom für Wärmepumpen
Wie andere Strom nutzende Heizungssysteme können Wärmepumpen mit sogenanntem Heizstrom betrieben werden. Unter Heizstrom werden bestimmte Tarife zusammengefasst, die speziell zum Heizen mit Strom angeboten werden. Die bekannteste Art ist wahrscheinlich der Nachtstrom, der insbesondere für Nachtspeicher-Öfen angeboten wird. Anders als Nachtspeicher-Öfen brauchen Wärmepumpen jedoch immer Strom, wenn Wärme produziert wird.
Ein zeitlich begrenzter Stromtarif wie der Nachtstrom kommt in der Regel nicht in Frage. Neben dem Nachtstrom gibt es daher eine weitere Art des Heizstromes – den Wärmepumpenstrom. Als Wärmepumpenstrom bieten immer mehr Stromanbieter besondere Tarife für Strom an, der zum Betreiben von Wärmepumpen verwendet wird. Um den Stromverbrauch der Wärmepumpe vom übrigen Stromverbrauch im Haushalt zu unterscheiden, kann der Strom für die Wärmepumpe über einen separaten Zähler erfasst werden; bei § 14a-Modul 1 ist auch ein Ein-Zähler-Modell möglich.

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Unterschiedliche Tarife oder Anbieter durch separate Zähler
Durch die Verwendung von zwei Zählern kann man nicht nur Strom über zwei verschiedene Tarife beziehen, sondern auch Strom von zwei unterschiedlichen Anbietern. Darüber sollte man nachdenken, denn ein Anbieter mit einem günstigen Stromtarif für den regulären Haushaltsstrom muss nicht automatisch einen günstigen Wärmepumpentarif anbieten.
Seit 2024 lohnt sich ein eigener Wärmepumpentarif noch mehr: Über § 14a EnWG erhalten Betreiber steuerbarer Geräte wie Wärmepumpen reduzierte Netzentgelte – pauschal (Modul 1) rund 110 bis 190 Euro im Jahr, ohne dass dafür ein separater Zähler nötig ist. Wer die prozentuale Variante (Modul 2) nutzt, braucht dagegen eine getrennte Messung. Preislich liegt Wärmepumpenstrom 2026 meist bei rund 20 bis 26 Cent je Kilowattstunde und damit deutlich unter dem Haushaltsstrom-Durchschnitt von rund 37 Cent.
Strompreis: Wärmepumpenstrom günstiger als Haushaltsstrom
Typische Arbeitspreise 2026 in Cent je Kilowattstunde.
| Tarifart | Arbeitspreis | Einordnung |
|---|---|---|
| Wärmepumpenstrom | 24 ct/kWh | — |
| Haushaltsstrom (Tarif) | 26 ct/kWh | — |
| Haushaltsstrom (Ø BDEW) | 37 ct/kWh | — |

Wärmepumpentarife werden bislang von vergleichsweise wenigen Stromerzeugern angeboten. Häufig handelt es sich dabei um lokale Anbieter wie zum Beispiel regionale Stadtwerke, deren reguläre Stromtarife oft nicht die günstigsten sind. In einem solchen Fall könnte es durchaus sinnvoll sein, den Wärmepumpentarif der örtlichen Stadtwerke zu nutzen und für den übrigen Haushaltsstrom einen günstigeren überregionalen Anbieter zu wählen. Es lohnt sich also, die Tarife für Heizstrom zu vergleichen und gegebenenfalls verschiedene Tarife unterschiedlicher Anbieter zu nutzen.
Beim Wärmepumpentarif aufpassen
- Separater Zähler kostet extraFür die prozentuale § 14a-Variante (Modul 2) ist ein eigener Zähler nötig – Einbau rund 500 bis 1.000 Euro.
- Oft zwei Anbieter sinnvollDer günstigste Wärmepumpentarif (häufig lokale Stadtwerke) und der günstigste Haushaltsstrom kommen oft von verschiedenen Anbietern.
- Direktheizung bleibt teuerNur Wärmepumpen sind wirklich effizient; mit Strom-Direktheizungen wie Infrarot- oder Nachtspeicheröfen bleibt Heizen teuer.

Künftig mehr Wettbewerb auf dem Markt für Heizstrom
Früher gab es nur sehr wenige Anbieter für Wärmepumpenstrom. Bereits 2010 schloss das Bundeskartellamt Missbrauchsverfahren gegen mehrere Heizstromversorger weitgehend ab; einzelne Anbieter verpflichteten sich zu Rückerstattungen und zu marktöffnenden Maßnahmen, die den Zugang für neue Anbieter erleichtern sollten. Der heutige Markt ist von einer gewissen Auswahl geprägt, die mit der bei anderen Stromangeboten aber weiterhin nicht vergleichbar ist. Trotzdem ist die Wärmepumpe eine durchaus gern genutzte Heizungsart und kann viele Vorteile für sich verbuchen.
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