Zusammensetzung der Strompreise
In Deutschland setzt sich der Strompreis aus vielen größeren und kleineren Einzelbeträgen zusammen. Sie lassen sich zu drei verschiedenen Hauptbestandteilen zusammenfassen:
- Steuern, Abgaben und Umlagen
- Kosten für die Netznutzung
- Kosten für Erzeugung und Lieferung des Stroms
Das Wichtigste in Kürze
- Der durchschnittliche Haushalts-Strompreis liegt 2026 bei rund 37 ct/kWh und setzt sich aus drei Blöcken zusammen: Beschaffung & Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern/Abgaben.
- Größter Posten ist inzwischen Beschaffung und Vertrieb (rund 41 %) — sie folgt den Großhandelspreisen; Netzentgelte und Steuern sind weitgehend reguliert.
- Der wichtigste eigene Hebel ist der Tarif- oder Anbieterwechsel; die EEG-Umlage ist 2022 entfallen.

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Woraus der Strompreis besteht
Die drei Hauptbestandteile am durchschnittlichen Haushalts-Strompreis (2026 rund 37 ct/kWh):
- Beschaffung & Vertrieb: 41,3 %
- Steuern, Abgaben & Umlagen: 33,9 %
- Netzentgelte: 24,9 %
| Anteil | Prozent |
|---|---|
| Beschaffung & Vertrieb | 41,3 % |
| Steuern, Abgaben & Umlagen | 33,9 % |
| Netzentgelte | 24,9 % |
Steuern, Abgaben und Umlagen
Steuern, Abgaben und Umlagen machen beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 derzeit rund 33,9 Prozent aus; das entspricht etwa 12,6 ct/kWh. Dazu zählen unter anderem Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWKG-Umlage, Offshore-Netzumlage und der Aufschlag für besondere Netznutzung. Die früher enthaltene EEG-Umlage ist seit 2022 entfallen.
Netznutzung
Ein weiterer großer Posten ist die Netznutzung. Die regulierten Netzentgelte machen beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 derzeit rund 24,9 Prozent aus. Sie decken Kosten für Transport und Verteilung des Stroms über die Netzinfrastruktur ab und werden von Bundesnetzagentur und Landesbehörden überwacht. Ihre Höhe unterscheidet sich regional, weil Netzausbau, Netzdichte und lokale Infrastrukturkosten je nach Netzgebiet variieren.
Erzeugung und Lieferung
Mit rund 41,3 Prozent bilden Beschaffung und Vertrieb derzeit den größten Anteil am durchschnittlichen Haushaltsstrompreis. Dieser Posten umfasst vor allem den Einkauf des Stroms sowie Kosten für Handel, Vertrieb, Service und Marge des Lieferanten. Die Großhandelspreise an Spot- und Terminmärkten wirken dabei als wichtige Referenz, schlagen sich bei Festpreisverträgen aber meist zeitverzögert im Endkundenpreis nieder.
Ursachen für Preissteigerungen
Netzentgelte sind reguliert, können sich aber dennoch spürbar ändern: 2026 sind sie im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr gesunken, weil der Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten wirkt. Steuern, Abgaben und Umlagen enthalten sowohl feste Cent-Beträge als auch die Mehrwertsteuer, die anteilig mit dem Bruttopreis steigt oder fällt. Die EEG-Umlage ist bereits seit 2022 entfallen. Für kurzfristige Preisschwankungen sind vor allem Beschaffungskosten am Großhandelsmarkt wichtig; für die Stromrechnung wirken sie bei vielen Festpreisverträgen zeitverzögert.
Wichtig für diesen Posten sind die Großhandelspreise, zu denen Strom am Spot- und Terminmarkt gehandelt oder über Direktverträge beschafft wird. Viele Stromanbieter sichern ihren Bedarf langfristig ab; deshalb kommen Ausschläge an der Börse bei Haushalten mit Festpreisvertrag meist nicht sofort und nicht vollständig an. Gleichzeitig dienen Börsenpreise als wichtige Referenz für neue Tarife und künftige Beschaffungskosten.
Merit-Order
Der Börsenpreis entsteht weiterhin aus Angebot und Nachfrage: In der Day-Ahead-Auktion wird für jede Lieferperiode ein Markträumungspreis am Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve gebildet. Die Merit-Order beschreibt dabei die Angebotsseite: Kraftwerke mit niedrigen Grenzkosten kommen zuerst zum Zug, danach folgen teurere Anlagen. Im Pay-as-clear-Modell setzt das letzte noch benötigte Gebot den Preis für alle bezuschlagten Strommengen dieser Lieferperiode.

Strompreissenkung durch erneuerbare Energien
Strom aus erneuerbaren Energien wirkt im Börsenmarkt häufig preisdämpfend, weil Wind- und Solaranlagen sehr niedrige Grenzkosten haben und nach dem EEG grundsätzlich vorrangig abgenommen, übertragen und verteilt werden. Bei viel Wind- und Solarstrom müssen teurere Kraftwerke später oder gar nicht zugeschaltet werden. Der Effekt gilt aber nicht pauschal in jeder Stunde: Bei geringer Einspeisung, hoher Nachfrage oder Netzengpässen können weiterhin teurere Kraftwerke den Preis setzen. Die Energiekrise 2022 hat gezeigt, wie stark hohe Gas- und Kohlepreise den Großhandelsstrompreis beeinflussen können.

Fazit
Die Zusammensetzung für die Strompreise ist in Deutschland sehr kompliziert. Maßgeblich an der Preisbildung beteiligt sind die Börsenpreise für Strom und das Gewinnstreben der Stromanbieter. Die erneuerbaren Energien wirken sich dabei aufgrund der gesetzlichen Vorschriften preissenkend auf die Börsenpreise aus. Verbraucher sind weiter gefragt, stärker von den Möglichkeiten zum Stromanbieter-Wechsel Gebrauch zu machen.
Häufige Fragen zum Strompreis
Warum ist Strom in Deutschland vergleichsweise teuer?
Welcher Teil des Preises ist überhaupt beeinflussbar?
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