Mit programmierbaren Thermostaten Heizkosten sparen
Energiesparen bleibt ein Dauerthema — sowohl wegen der seit 2022 deutlich höheren Energiepreise als auch aus Klimaschutz-Sicht. Raumwärme und Warmwasser machten nach Destatis-Daten 2021 temperaturbereinigt rund 84 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte für Wohnen aus. Es gibt aber Mittel und Wege, den Verbrauch zu senken, ohne frieren zu müssen. Mit programmierbaren Thermostaten sind laut Umweltbundesamt im Schnitt etwa 10 Prozent Heizkosten-Einsparung möglich — die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass das tatsächliche Sparpotenzial stark vom bisherigen Heizverhalten und Dämmstandard abhängt.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
So funktionieren programmierbare Thermostate
Traditionelle Thermostate arbeiten mechanisch. Eine Flüssigkeit, die sich je nach Temperatur ausdehnt und wieder zusammenzieht, dient hierbei als Temperaturfühler. Programmierbare Thermostate verfügen dagegen über einen elektrischen Temperaturfühler, der im Ventilkopf sitzt, außerdem über eine Uhr, einen Elektromotor und einen Controller. Alle diese Bestandteile sorgen dafür, dass die Thermostate genau eintakten, zu welcher Zeit ein Heizkörper warm wird und wann dieser Heizkörper nicht gebraucht wird.

Wer herkömmliche Thermostate an seinen Heizkörpern verwendet, muss die Heizung immer wieder von Hand regeln. Das kann durchaus lästig sein und jeder vergisst dies auch schonmal.
Bei programmierbaren Thermostaten dagegen können die Heizzeiten vorab individuell aufs Grad und die Minute genau eingestellt werden. Jedes Grad mehr oder weniger wirkt sich deutlich auf die Kosten aus. Wer die Raumtemperatur dauerhaft um nur ein Grad reduziert, spart laut Umweltbundesamt rund sechs Prozent Heizenergie — bei vier Grad weniger sind also ungefähr 21 bis 22 Prozent möglich (die Wirkung ist multiplikativ, nicht additiv).

Elektronische Thermostatventile sind üblicherweise einfach zu bedienen.
Warum programmierbare Thermostate – wo liegt der Vorteil?
Elektronische Thermostate bieten einen entscheidenden Vorteil: Durch sie kann man die Wärme Raum für Raum an den jeweiligen Bedarf anpassen. Im Wohnzimmer reichen rund 20 Grad, im Badezimmer dürfen es 22 bis 23 Grad sein, im Schlafzimmer liegen die UBA-Empfehlungen bei 17 bis 18 Grad. Für Kinderzimmer sind 22 Grad ratsam.
Durch programmierbare Thermostate kann man die Temperatur in jedem Raum den jeweiligen Anforderungen und Wünschen anpassen. Wer zum Beispiel morgens gerne ein warmes Badezimmer hat, kann das Gerät so einstellen, dass die Heizung schon vor dem Aufstehen anspringt. Beim Verlassen des Hauses kann sie wieder herunterfahren, um dann kurz vor der Rückkehr der Bewohner, wieder hochzufahren.
So kann jeder Heizkörper genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden – die Heizung bleibt aus, wenn die ganze Familie unterwegs bei der Arbeit, in der Schule oder beim Sport ist und schaltet sich rechtzeitig ein, bevor alle wieder zuhause sind. Zusätzlich kann ja auch jeder Raum individuelle Heiz-Zeiten bekommen, das Bad sollte vielleicht morgens um 6 schön kuschlig warm sein, aber dann erst wieder abends kurz vorm Schlafen gehen. In der Zwischenzeit kann die Temperatur deutlich abgesenkt werden.

Es gibt unterschiedliche elektronische Thermostate, von einfachen manuell zu programmierenden bis hin zu vernetzbaren intelligenten Thermostaten, die für smart home Applikationen geeignet sind.
Welcher Thermostat-Typ passt zu welchem Bedarf?
| Typ | Preis pro Stück | Steuerung | Stärke | Geeignet wenn … |
|---|---|---|---|---|
| Klassisches Drehthermostat | ca. 5-15 € | manuelle Drehung | günstig, robust, kein Strom | … der Tagesrhythmus stark schwankt oder selten umgestellt wird. |
| Einzeln programmierbares Heizkörperthermostat (mit Display) | ca. 15-50 € (Komfortmodelle 25-50 €) | am Ventilkopf programmierbar, Batterie | Wochenprogramm pro Heizkörper | … der Tagesablauf regelmäßig ist und ein einmaliges Programmieren reicht. |
| Funk-/App-Thermostat | ca. 40-80 € (Sets mit Bridge teurer) | Smartphone-App, Bridge oder Hub | zentrale Steuerung mehrerer Heizkörper, Fernzugriff | … der Alltag wechselnde Zeiten hat oder mehrere Räume zentral gesteuert werden sollen. |
| Smart-Home-Thermostat (z. B. mit Fensterkontakt, Sprachassistent) | ca. 50-100 € + Hub | App + Automationen + Sensoren | Geofencing, Fensterkontakte, Urlaubs-/Partymodus | … bereits ein Smart-Home-System (z. B. HomeKit, Matter, Home Assistant) vorhanden ist. |
Preise sind aktuelle Marktrichtwerte und können je nach Hersteller, Funktionsumfang und Set-Größe deutlich variieren. Bei größeren Sets oder Bundle-Angeboten sinkt der Stückpreis
Einzeln am Heizkörper zu programmierende Thermostate sind besonders preiswert, aber es muss eben auch jedes Thermostat einzeln eingestellt werden. Bei einem Einfamilienhaus mit vielen Heizkörpern kann das schon durchaus viel Arbeit machen.
Es gibt auch Funk-Thermostate, die über eine App am Smartphone oder Laptop programmiert werden können. Besonders angenehm, gerade wenn man keinen sehr regelmäßigen Tagesablauf hat, ist auch die Möglichkeit, via App eine Heizung kurzfristig per Fernzugriff an- oder auszuschalten.

Programmierbare Thermostate haben oft auch Zusatzfunktionen wie eine Kindersicherung oder auch Urlaubs- oder Partyschaltungen, die die übliche Programmierung überstimmen. Auch Alarmmeldungen an Smartphones sind möglich, wenn Temperaturen unter- oder überschritten werden.
Besonders komfortabel sind die Thermostate, die mit Sensoren kommunizieren können, die geöffnete Fenster oder Balkontüren registrieren und dann automatisch die Ventile am Heizkörper schließen.


Bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe bringt das Wochenprogramm wenig
- Programmierbare Heizkörperthermostate entfalten ihren Spar-Effekt vor allem dort, wo die Heizung schnell auf eine Programm-Änderung reagieren kann — also bei klassischen Heizkörpern. Bei trägen Systemen wie Fußbodenheizungen oder Wärmepumpen ist ein starkes Auf-und-Ab oft weniger sinnvoll: Fußboden- oder Wandflächenheizungen reagieren träge, und bei Wärmepumpen ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur entscheidend für die Effizienz. Hier ist meist die korrekt eingestellte, witterungsgeführte Regelung am Heizgerät der bessere Hebel; Einzelraumregler sollten diese Einstellung nicht durch dauerhaft geschlossene Ventile oder überhöhte Solltemperaturen konterkarieren.
Fazit
Programmierbare Thermostate sind sinnvolle Helfer beim Energie sparen. Im Schnitt rund 10 Prozent Heizenergie lassen sich nach UBA-Angaben einsparen, abhängig vom bisherigen Heizverhalten und Dämmstandard. Dadurch kann sich die Investition bei klassischen Heizkörper-Heizungen je nach Anzahl der Thermostate, Gerätepreis, Heizkosten und tatsächlicher Einsparung schon nach wenigen Heizperioden rechnen; bei smarten Sets oder bereits sparsamer Nutzung dauert es entsprechend länger. Bei trägen Heizungssystemen wie Fußbodenheizungen oder Wärmepumpen sind programmierbare Heizkörperthermostate dagegen nicht der richtige Hebel — dort liegt der Effizienzschwerpunkt bei der zentralen Heizungsregelung.
Intelligente Heizungsregler – die Zukunft wird Gegenwart Heizungs-Thermostate, die mitdenken Smarthome-Technologien und -anwendungen sind immer weiter verbreitet. Auch vor Thermostaten… weiterlesen



