Heizungsrohre dämmen hilft Heizkosten sparen
Hausbesitzer, die ihr Haus dämmen wollen, um so Heizkosten zu sparen, denken dabei meist zuerst an das Dach, Türen und Fenster sowie die Fassade. Die Heizungsrohre ebenfalls zu isolieren, wird dabei oft außer Acht gelassen, obwohl man hierdurch viel Geld sparen kann. Gerade Heizungsrohre verlaufen oft durch nicht geheizte Räume und Keller und verlieren so erheblich Wärme. Zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen müssen laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) gedämmt werden; die Mindestdämmstärken legt Anlage 8 des GEG fest.
Das Wichtigste in Kürze
- In unbeheizten Räumen schreibt das GEG vor, zugängliche Heizungsrohre zu dämmen – das spart zugleich spürbar Heizkosten.
- Die Mindestdämmdicke richtet sich nach dem Rohrdurchmesser und ist im GEG (Anlage 8) gestaffelt festgelegt.
- Gut erreichbare Rohre können geschickte Heimwerker mit Dämmschalen aus dem Baumarkt selbst dämmen.

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Es kann erheblich Heizenergie eingespart werden, wenn die Heizungsrohre und Leitungen isoliert werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen der Eigentümer schon am 1. Februar 2002 selbst gewohnt hat, gilt diese Nachrüstpflicht zwar nicht (bei einem Eigentümerwechsel greift sie dann mit zwei Jahren Frist) – doch lohnt sich die Investition für jeden. Die Materialkosten sind gering, je nach Dämmstoff etwa 5 bis 10 Euro pro Meter. Nach Berechnungen von co2online und der Verbraucherzentrale lassen sich allein durch das Dämmen der Rohre in einem unbeheizten Keller rund 300 Euro Heizkosten pro Jahr sparen. Damit ist der Aufwand meist schon in der ersten Heizperiode wieder eingespart.


So dämmen Sie Ihre Heizungsrohre
Wenn die Rohre gut zu erreichen sind, können geschickte Heimwerker diese auch problemlos selbst dämmen.
Heizungsrohre dämmen – Schritt für Schritt
Rohre prüfen und vermessen
Alle zugänglichen Leitungen inspizieren, Länge messen und den Rohrdurchmesser bestimmen – er entscheidet über die nötige Dämmstärke. Auch den Abstand zu Wänden und anderen Rohren prüfen.
Material und Werkzeug bereitlegen
Passende Dämmschalen wählen (Schaumstoff, Kautschuk oder Mineralwolle) sowie Cutter, Zollstock, Stift und Isolierband.
Dämmschalen anbringen
Schalen auf Länge zuschneiden, über die kalten Rohre stülpen und die selbstklebenden Nähte zusammendrücken.
Bögen, Ecken und T-Stücke ausführen
Flexible Schalen folgen Biegungen; bei starren mit Gehrungsschnitten (45°/90°) arbeiten oder fertige Form- und T-Stücke verwenden.
Ventile und Übergänge abdichten
Armaturen verkleiden und alle Nähte und Übergangsstellen sauber mit Isolier- bzw. Aluband verkleben, damit dort keine Wärme entweicht.
In einem ersten Schritt sollte man alle Rohre inspizieren und deren Länge messen, damit klar ist, wieviel Meter Isoliermaterial notwendig sind. Der Durchmesser der Rohre ist entscheidend für die Auswahl der richtigen Dämmstoffe. Wichtig ist aber auch, den Abstand der Rohre zu Decken/Wänden und zu anderen Rohren zu messen, damit sicher ist, dass genug Platz vorhanden ist, um die Dämmung auch anbringen zu können.
Das richtige Werkzeug darf jedoch auch nicht fehlen. Notwendig sind ein Cutter, ein Zollstock, Stift und Lineal sowie Isolierband, falls Teilstück miteinander verbunden werden müssen.
Die Dämmschalen werden dann in der Länge passend geschnitten und über die Rohre gestülpt. Achtung: Die Heizungsrohre sollten kalt sein während die Dämmung verlegt wird. Anschließend werden die selbstklebenden Nähte zusammengedrückt.
Aufpassen bei Kurven, Ecken und T-förmigen Leitungen
Es gibt flexible Rohre, die sich auch bei Biegungen einfach über die Rohre stülpen lassen. Bei starreren Dämmrohren müssen an der engen Seite der Biegung Schnitte angebracht werden, um die Biegung zu überbrücken. Diese Schnitte richten sich nach dem Kurvenradius. Es gibt aber auch fertige Kurvenstücke für die Rohrdämmung im Handel.
Bei sehr engen Kurven und Biegungen sowie bei Ecken, sollten zwei Rohrstücke der Isolierung mit je einem 45 Grad Schnitt zusammengefügt werden. Damit ergibt sich dann ein 90 Grad Winkel beim Aneinanderfügen. Für den Schnitt von Winkel – auch bei den oben genannten Einkerbungen, hilft eine Gehrungslade, die Schnitte exakt auszuführen.
Aber auch Stücke mit 45 Grad Enden sind im Handel erhältlich.

Laufen die Rohre T-förmig aufeinander, dann schneidet man in den waagerecht verlaufenden Schlauch einen Keil im Winkel von 90 Grad. In den Schlauch, der senkrecht verläuft, schneidet man die Enden zu beiden Seiten in einem Winkel von 45 Grad zu, so dass eine Spitze entsteht. Diese Spitze muss exakt in den ausgeschnittenen 90-Grad-Keil hineinpassen. Danach werden die Stöße wieder mit Aluminium- oder speziellem Klebeband fest verschlossen. Auch die T-Stücke sind fertig im Handel zu bekommen. Das erleichtert die Verlegung erheblich, verursacht jedoch höhere Kosten.
Nachdem nun noch alle Ventile und Armaturen verkleidet wurden (diese sind unter Angabe der exakten Bauteil-Beschreibung im Fachhandel oder Internet zu beziehen), müssen alle Nähte und Übergangsstellen exakt mit Isolierband verklebt werden, um Verluste an diesen Stellen zu minimieren.
Die Wahl des Dämmmaterials bei der Rohrdämmung
Im Handel sind Rohrdämmungen aus unterschiedlichen Materialien erhältlich. Man kann wählen zwischen Schaumstoff-Rohren, Dämmung aus Mineralwolle oder auch Kautschuk. Achten Sie beim Kauf ausdrücklich auf die Kennzeichnung, etwa „GEG 100 %“ oder eine Angabe der Dämmdicke bei λ = 0,035 W/(m·K). Dann lässt sich prüfen, ob die Dämmung zur Rohrgröße passt. Bei der Auswahl sind aber auch Brandschutz, Temperaturbeständigkeit und natürlich der Preis zu beachten.Schaumstoff etwa ist sehr preiswert, schwer entflammbar, aber nicht hochtemperaturbeständig und deshalb bei Solarleitungen nicht geeignet. Zudem sind Schaumstoffisolierungen relativ hart und bei Kurven und Biegungen schwer zu verlegen.
Kautschuckrohre sind biegsamer und leichter zu verlegen, ebenfalls schwer entflammbar und in bestimmten Ausführungen auch hochtemperaturbeständig. Sie sind aber teurer als Schaumstoffrohre.
Isolierung aus Mineralwolle ist nicht brennbar, hochtemperaturbeständig, nicht so leicht zu verlegen und die teuerste Wahl.
Die richtige Dicke des Rohr-Dämmmaterials
Die Mindestdicke des Dämmmaterials ist gesetzlich vorgeschrieben. Für viele Standardfälle ist der Rohr-Innendurchmesser ein guter Anhaltspunkt; rechtlich gelten bei λ = 0,035 W/(m·K) aber die Staffelwerte aus Anlage 8 GEG. Bei Dämmstoffen mit anderer Wärmeleitfähigkeit müssen die erforderlichen Mindestdicken entsprechend umgerechnet werden; sie können dann geringer oder größer ausfallen.
GEG-Mindestdämmdicke für Heizungsrohre
| Innendurchmesser des Rohrs | Mindest-Dämmdicke (bei λ = 0,035 W/(m·K)) |
|---|---|
| bis 22 mm | 20 mm |
| über 22 bis 35 mm | 30 mm |
| über 35 bis 100 mm | so dick wie der Innendurchmesser |
| über 100 mm | 100 mm |

Wo lohnt sich die Dämmung am meisten?
Den größten Effekt bringt die Dämmung dort, wo die Rohre durch unbeheizte Bereiche laufen – etwa im Keller, in der Garage oder im Heizraum. Dort geht die meiste Wärme verloren, bevor sie überhaupt im Wohnraum ankommt. Bei neu eingebauten oder ersetzten Leitungen, die direkt an Außenluft grenzen, verlangt Anlage 8 GEG die doppelte Dämmdicke. Innerhalb beheizter Räume ist die Dämmung dagegen weniger dringend, weil die Wärme dort ohnehin dem Wohnraum zugutekommt.
Fazit
Die Dämmung der Rohrleitungen der Heizung ist nicht nur im Gebäudeenergiegesetz vorgeschrieben. Die Dämmung ist auch im ureigenen Interesse der Hauseigentümer bzw. Mieter, denn hierdurch lässt sich sehr viel Energie und damit Geld einsparen. Dem stehen recht geringe Kosten gegenüber, die sich oft schon nach dem ersten Jahr amortisiert haben. Die Dämmung können geschickte Eigentümer selbst durchführen und noch mehr sparen. Zur Auswahl stehen verschiedene Materialien, die Dicke der Isolierung richtet sich nach dem Innendurchmesser der Rohre und dem verfügbaren Platz.
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