Legionellen

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Legionellen: Gefahr aus dem Duschkopf

Energiesparen bei der Warmwasserbereitung hat auch seine Schattenseite. Wer bei seinem Warmwasserspeicher aus Energiespargründen die Temperatur herunterregelt, läuft Gefahr eine gefährliche Konzentration von Legionellen zu erzeugen. Trinkwasser unterliegt in Deutschland zwar strengsten Hygienevorschriften, doch laut Umweltbundesamt enthält es Keime. Darunter auch Legionellen, jedoch in Konzentrationen, die gesundheitlich unbedenklich sind. Wer jedoch sein Warmwasser unter 60°C regelt, sorgt für beste Bedingungen dieser Bakterien. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55°C. Am schnellsten vermehren sie sich in stehendem Wasser (Speicher) mit Wassertemperaturen von 35 bis 45 °C.

Duschkopf © Pictures4you, stock.adobe.com
Infektionsweg durch legionellenhaltigen Wassertröpfchen im Warmwasserbereich, sprich beim Duschen, an Wasserhähnen oder in Whirlpools © Pictures4you, stock.adobe.com

Informationen des Bundesumweltamt

„Im öffentlichen Leitungsnetz der Wasserversorgungsunternehmen (WVU) liegt die Wassertemperatur deutlich unter 20 °C, was das Bakterienwachstum wirksam verhindert. Bis zum Wasserzähler in Gebäuden liefern die Wasserversorger in aller Regel eine sehr gute, vom Gesundheitsamt regelmäßig überwachte und bestätigte Trinkwasserqualität. Nach dem Übergabepunkt des Trinkwassers in den Gebäuden hat der Betreiber der Trinkwasser-Installation, d. h. in der Regel der Hauseigentümer, dafür Sorge zu tragen, dass sich das Trinkwasser auf seinem Weg vom Wasserzähler zu den Zapfstellen nicht verschlechtert und auch dort die Grenzwerte und Anforderungen der TrinkwV 2001 [Trinkwasserverordnung] eingehalten werden.“

Legionellen: Über eine niedrige Warmwasser-Temperatur freuen sich Legionellen
Legionellen: Über eine niedrige Warmwasser-Temperatur freuen sich Legionellen
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So lassen sich Legionellen vermeiden

Das Arbeitsblatt W 551 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) macht dazu folgende Vorgaben:

  • Am Austritt des Warmwasserbereiters muss das Trinkwasser mindestens 60 °C heiß sein. Da es in Warmwasserspeichern von Ein- und Zweifamilienhäusern zu einem hohen Wasseraustausch kommt, ist hier eine Austrittstemperatur von mindestens 50 °C zulässig.
  • Um eine Mindesttemperatur von 60 °C einzuhalten, bietet sich der Einbau einer sogenannten „Legionellenschaltung“ an. Mit dieser Schaltung wird der Inhalt des Wasserspeichers in regelmäßigen Abständen (meist kurzzeitig auf über 70 Grad) aufgeheizt.
  • Beträgt der Rohrleitungsinhalt zwischen dem Warmwasserbereiter und der Entnahmestelle mehr als drei Liter, sind Zirkulationsleitungen einzubauen. Durch Zirkulationsleitungen wird das Wasser in Bewegung gehalten und längere Standzeiten vermieden. Das Wasser darf sich in der Zirkulationsleitung allerdings um maximal 5°C abkühlen.
  • Achtung auch beim Kaltwasser: Steht Kaltwasser länger in Rohrleitungen, kann es sich beispielsweise durch benachbarte Heizungsrohre auf über 30 °C erwärmen.
  • Mit der Nutzung von dezentralen Durchlauferhitzern lässt sich das Legionellen-Risiko sehr stark verringern. Hier wird das erwärmte Wasser vor der Entnahme nämlich nicht gespeichert.
Die richtige Wassertemperatur verhindert Legionellen
Die richtige Wassertemperatur verhindert Legionellen

Ansteckung über die Lunge, nicht durchs Trinken

Naheliegend wäre jetzt anzunehmen, dass die Ansteckung mit Legionellen durch Trinken des Wassers erfolgt. Doch dem ist nicht so! Der Hauptinfektionsweg verläuft über die Lunge. Man infiziert sich mit Legionellen durch das Einatmen von legionellenhaltigen Wassertröpfchen im Warmwasserbereich, sprich beim Duschen, an Wasserhähnen oder in Whirlpools. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser ist dagegen ungefährlich und kann nur dann zur Infektion führen, wenn das Wasser versehentlich in die Luftröhre gelangt.

Legionellen © peterschreiber.media, stock.adobe.com
Legionellen: Ansteckung über die Lunge, nicht durchs Trinken © peterschreiber.media, stock.adobe.com

Schwere Grippesymptome

Mediziner gehen davon aus, dass Legionellen für etwa 15.000 bis 30.000 Legionellose-Erkrankungen pro Jahr verantwortlich sind. Die wichtigsten Formen der Legionellose sind die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber. Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung und beginnt geht meist mit Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber. Diese Form der Lungenentzündung verläuft häufig schwer und dauert etwa vier Wochen. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen verläuft sie sogar tödlich. Beim Pontiac-Fieber ist der Krankheitsverlauf nicht so gravierend. Die Krankheit verläuft wie eine Grippe: Fieber, Unwohlsein, Kopf-, Glieder- und Brustschmerzen sowie Husten. In der Regel klingt die Erkrankung innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst wieder ab.

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