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Warmwasser-Wärmepumpe

Zentrale Warmwasserbereitung: Die Warmwasser-Wärmepumpe

Eine Warmwasser-Wärmepumpe erzeugt Trinkwarmwasser mit der Wärme der Umgebungsluft — meist der Luft im Keller. Brauchwasser-Wärmepumpe und Trinkwasser-Wärmepumpe bezeichnen dasselbe Gerät; die Begriffe werden in Prospekten und Preislisten nebeneinander verwendet. Sie ist eine effiziente Ergänzung innerhalb der zentralen Warmwasserbereitung: Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie je nach Gerät und Aufstellraum etwa drei Kilowattstunden Wärme. Wie klimafreundlich die Warmwasserbereitung ist, hängt auch vom Strommix beziehungsweise vom eigenen Solarstrom ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt nur Trinkwasser — ihr größter Hebel ist, dass der Heizkessel im Sommer aus bleibt und seine Bereitschaftsverluste entfallen.
  • Sie braucht einen passenden Aufstellraum: je nach Gerät rund 20 m³ Luftvolumen und eine Raumluft im zulässigen Temperaturbereich.
  • Komplett installiert je nach Gerät und Einbauaufwand etwa 1.300 bis 5.000 Euro; als Einzelmaßnahme ist eine Warmwasser-Wärmepumpe nicht direkt förderfähig.
  • Im Vier-Personen-Hochtemperaturbeispiel kostet das Warmwasser rechnerisch rund 350 Euro Strom im Jahr statt rund 1.040 Euro mit einem elektrischen Boiler.
Trinkwasser-Wärmepumpe © Buderus
Trinkwasser-Wärmepumpe © Buderus
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WICHTIG Die Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwasser — sie kann die Raumheizung nicht ersetzen und ist deutlich kleiner ausgelegt als eine Heizungs-Wärmepumpe. Eine hydraulische Einbindung ist trotzdem möglich: Viele Geräte haben einen zweiten Wärmetauscher, über den sich Solarthermie oder ein vorhandener Heizkessel auf den Speicher aufschalten lässt.

Die Warmwasser-Wärmepumpe entzieht der Raumluft Wärme. Da die Temperatur der Luft jedoch zu niedrig ist, um Wasser ausreichend stark zu erwärmen, wird die Temperatur technisch erhöht. Dazu wird die Wärme der Luft an ein Kältemittel in der Wärmepumpe abgegeben. Ein Verdichter komprimiert das verdampfte Kältemittel, wodurch dessen Temperatur stark steigt. Über einen Wärmetauscher gibt es die Wärme an das Trinkwasser im Speicher ab. Moderne Geräte arbeiten zunehmend mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) statt mit teilfluorierten Kältemitteln. Nach der aktuellen EU-F-Gase-Verordnung beträgt sein Treibhauspotenzial (GWP100) 0,02; ältere Unterlagen nennen noch den früher verwendeten Wert 3.

Warmwasser Wärmepumpe: Die Kellerluft wird entfeuchtet und das Wasser wird erwärmt
Warmwasser Wärmepumpe: Die Kellerluft wird entfeuchtet und das Wasser wird erwärmt

Je höher die Raumtemperatur, desto effektiver die Wärmepumpe!

Je wärmer die angesaugte Luft, desto besser die Leistungszahl. Deshalb eignen sich vor allem genutzte Kellerräume, die auch im Winter eine konstante, relativ hohe Temperatur haben. Dies trifft in der Regel auf Räume zu, in denen Gefriertruhe, Kühlschrank, Waschmaschine oder Wäschetrockner stehen. So wird die Abwärme dieser Geräte sinnvoll genutzt, um das Warmwasser zu erhitzen. Der Heizungsraum eignet sich ebenfalls – allerdings nicht pauschal: Eine hohe Raumtemperatur verbessert zwar die Leistungszahl, doch wo die Wärme aus einem beheizten Raum entzogen wird, muss die Raumheizung sie teilweise nachliefern. Kostenlose Abwärme ist das dann nicht mehr. Ein Kondensatablauf gehört immer dazu; Geräte wie Gefriertruhe oder Trockner sind dagegen keine Voraussetzung, und ohne sie ist die Jahresarbeitszahl nicht automatisch niedriger als im Prospekt.

Im Umluftbetrieb richten sich Mindest-Raumvolumen und zulässiger Lufttemperaturbereich nach dem jeweiligen Modell. 20 m³ sind etwa für die Vaillant aroSTOR plus angegeben; andere Geräte nennen abweichende Grenzen, und Geräte mit Luftkanälen können Außen- oder Abluft nutzen. Nötig sind außerdem ein Kondensatablauf und ein Aufstellort, an dem das Ventilatorgeräusch nicht stört.

Passt eine Warmwasser-Wärmepumpe in Ihren Keller?

1. Hat der Aufstellraum genug Luft? Viele Geräte verlangen rund 20 m³ – der genaue Wert steht im Datenblatt

Nein

So nicht — erst Luftführung klären

Möglich bleiben Geräte mit Luftkanal-Anschluss (Außen- oder Abluft) oder eine Heizungs-Wärmepumpe mit Warmwasserfunktion. Die Grenzen des Wunschgeräts stehen im Datenblatt.

Ergebnis

Ja

Luftmenge reicht

Jetzt entscheidet die Temperatur im Raum.

→ Frage 2

2. Bleibt die Raumluft ganzjährig im zulässigen Bereich des Geräts – also kein frostnaher, ungeheizter Keller?

Nein

So nicht — erst die Lufttemperatur sichern

Bei frostnaher Kellerluft bleiben Abluft-Geräte aus beheizten Bereichen, ein anderer Aufstellraum oder eine Heizungs-Wärmepumpe. Der Betriebsbereich steht im Datenblatt.

Ergebnis

Ja

Temperatur passt

Bleibt die Frage nach Abwärme und Kondensatablauf.

→ Frage 3

3. Gibt es dort eine Wärmequelle wie Gefriertruhe, Trockner oder den Heizkessel — und einen Kondensatablauf?

Nur Kondensatablauf

Geeignet

Der Betrieb funktioniert, wenn Raumvolumen und Temperaturbereich zum Gerät passen; die Jahresarbeitszahl hängt dann vor allem von Lufttemperatur und Zapfprofil ab.

Ergebnis

Ja, beides

Idealer Standort

Abwärme und milde Kellertemperatur heben die Jahresarbeitszahl. Achten Sie nur auf Abstand zu Schlafräumen.

Ergebnis

Herstellerangaben zu Mindest-Raumvolumen und Betriebsbereich (Beispiel Vaillant aroSTOR plus)

Die Temperatur im Aufstellraum sinkt durch den Betrieb einer Warmwasser-Wärmepumpe je nach Raumgröße, Luftwechsel und Laufzeit um wenige Grad. Dabei wird die Kellerluft gleichzeitig entfeuchtet — in feuchten Kellern ist das ein willkommener Nebeneffekt, in einem als Hobbyraum genutzten Keller kann die Abkühlung dagegen stören.

Das Prinzip einer Warmwasser-Wärmepumpe
Das Prinzip einer Warmwasser-Wärmepumpe

Viele Geräte werden mit 230-Volt-Stecker geliefert. Trinkwasseranschlüsse, Sicherheitsarmaturen, Kondensatablauf und Aufstellung sollte ein Fachbetrieb nach Herstelleranleitung ausführen. Die Geräte erreichen im Wärmepumpen-Betrieb Wassertemperaturen von rund 60 °C bis 65 °C. Bei hohem Warmwasserbedarf kann sich ein Elektroheizstab zuschalten. Die so erzeugte Wärme wird direkt elektrisch bereitgestellt und verschlechtert die Gesamtarbeitszahl, hebt den Effizienzvorteil des übrigen Wärmepumpenbetriebs aber nicht vollständig auf. Wartungsarm sind die Geräte, ganz ohne Wartung kommen sie aber nicht aus: Das Wartungsintervall steht in der Herstelleranleitung; für die Vaillant aroSTOR ist beispielsweise eine jährliche Inspektion vorgesehen. Dabei werden je nach Gerät unter anderem Luftfilter, Kondensatablauf und die Opferanode des Speichers geprüft.

Viele Warmwasser-Wärmepumpen lassen sich über einen zweiten Wärmetauscher im Speicher mit Solarthermie koppeln. Liefern die Kollektoren genug Wärme, bleibt der Verdichter aus. Ähnlich funktioniert die Kopplung mit einer Photovoltaik-Anlage: Geräte mit PV- oder Smart-Grid-Schnittstelle heizen den Speicher bevorzugt dann auf, wenn eigener Solarstrom anfällt. Beides senkt den Strombezug spürbar — kostenlos ist die Wärme deshalb nicht, denn Kollektoren, Speicher und Regelung müssen erst einmal bezahlt werden.

Trinkwasser-Wärmepumpe Schnittbild © Buderus
Trinkwasser-Wärmepumpe Schnittbild © Buderus

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Vorteile der Warmwasser-Wärmepumpe

  • günstige Warmwasserbereitung: aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Aufstellraum rund drei Kilowattstunden Wärme
  • einfache Installation
  • unabhängig von Gasanschluss oder Öltank
  • Kombination mit Solarthermie oder eigenem PV-Strom möglich

Nachteile der Warmwasser-Wärmepumpe

  • bei hoher Zapfmenge und beim Hygieneprogramm kann je nach Gerät und Einstellung ein Elektroheizstab zuschalten — dieser Wärmeanteil entsteht dann direkt elektrisch, also auf Boiler-Niveau
  • kühlt und entfeuchtet den Aufstellraum; Mindest-Raumvolumen und zulässige Lufttemperatur hängen vom Gerät ab und stehen im Datenblatt — häufig sind es rund 20 m³
  • Ventilatorgeräusch — ungünstig direkt unter Schlafräumen
  • ersetzt keine Raumheizung

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Kosten und Leistungsprofil

Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten je nach Gerät und Einbauaufwand etwa zwischen 1.300 und 5.000 Euro; auf das Gerät entfällt davon der weitaus größte Teil, auf die Installation ein kleinerer. Den Unterschied machen weniger die Speicherliter als die Ausstattung: ein zweiter Wärmetauscher für Solarthermie oder den vorhandenen Kessel, eine PV- und Smart-Grid-Anbindung, das Kältemittel. Als Einzelmaßnahme ist eine Warmwasser-Wärmepumpe in der Heizungsförderung nicht förderfähig; was in Kombination mit einem neuen Wärmeerzeuger möglich ist, steht im Ratgeber zu den Fördermitteln.

Was kostet Warmwasser im Jahr? Ein Rechenbeispiel

Wärmebedarf Warmwasser, 4-Personen-Haushaltca. 2.800 kWh/Jahr
÷
Jahresarbeitszahl der Warmwasser-Wärmepumpeca. 3,0
=
Strombedarf der Wärmepumpeca. 930 kWh/Jahr
Stromkosten bei 37 ct/kWhca. 345 €/Jahr
Zum Vergleich: direkt elektrisch (Boiler, Durchlauferhitzer)ca. 1.040 €/Jahr
Ersparnis gegenüber direkt elektrischer Erwärmungrund 690 € im Jahr
Annahmen 33 Liter ungemischtes Warmwasser pro Person und Tag, Erwärmung von 10 auf 60 °C, ohne individuelle Speicher- und Leitungsverluste, Haushaltsstrompreis 37 ct/kWh (BDEW-Durchschnitt August 2026; für die eigene Rechnung zählt der vertragliche Arbeitspreis). Das ist ausdrücklich ein Hochtemperatur-Modellfall und kein typischer Vier-Personen-Verbrauch: Wer mit rund 35 Litern nutzbarem Mischwasser bei 40 °C rechnet, kommt auf etwa ein Drittel weniger. Es ist ein Rechenweg, keine Kostenprognose: Jahresarbeitszahl, Zapfprofil, Speichertemperatur, Heizstabanteil und Ihr Tarif verschieben das Ergebnis.
Eigenes Rechenbeispiel heizsparer.de — Warmwassermenge nach co2online, Haushaltsstrompreis 37 ct/kWh nach BDEW-Strompreisanalyse 2026

Warmwasser-Wärmepumpen für Einfamilienhäuser haben in der Regel eine Heizleistung von 1,5 bis 2,5 kW. Sie sind kompakt gebaut, der Verdichter ist gekapselt und schallgedämmt — hörbar bleibt vor allem der Ventilator. Der Warmwasserspeicher fasst meistens 200 bis 300 Liter. Gemessen wird die Effizienz nach DIN EN 16147: Die Norm schreibt keinen Wirkungsgrad vor, sie legt das Prüfverfahren fest — inklusive genormtem Zapfprofil (etwa M, L oder XL). Vergleichbar sind Leistungszahlen deshalb nur bei gleichem Zapfprofil und gleicher Lufteintrittstemperatur; der COP für die Trinkwassererwärmung wird nach DIN EN 16147 über einen genormten Aufheiz- und Zapfzyklus ermittelt, nicht an einem einzelnen Betriebspunkt.

Bei einer Jahresarbeitszahl gehört dazu die Angabe, ob Heizstab, Ventilator sowie Speicher-, Leitungs- und Zirkulationsverluste enthalten sind – automatisch niedriger als der Prüf-COP ist sie nicht. Es gilt: Je höher die Leistungszahl COP, desto günstiger der Betrieb. Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen werden häufig rund 18 Jahre Nutzungsdauer angesetzt – ein Rechenwert, kein empirischer Durchschnitt.

Stromverbrauch im Jahr

Der Warmwasserbedarf steigt näherungsweise mit der Personenzahl. Im Hochtemperatur-Rechenbeispiel oben sind es rund 700 Kilowattstunden Wärme je Person und Jahr; bei nutzbarem Mischwasser liegt der Bedarf typischerweise niedriger. Was daraus an Strom wird, entscheidet die Jahresarbeitszahl.

  • 1 Person: rund 700 Kilowattstunden Wärmebedarf, daraus etwa 230 Kilowattstunden Strom und rund 85 Euro im Jahr. Direkt elektrisch wären es rund 260 Euro.
  • 2 Personen: rund 1.400 Kilowattstunden Wärmebedarf, daraus etwa 470 Kilowattstunden Strom und rund 170 Euro. Direkt elektrisch rund 520 Euro.
  • 3 Personen: rund 2.100 Kilowattstunden Wärmebedarf, daraus etwa 700 Kilowattstunden Strom und rund 260 Euro. Direkt elektrisch rund 780 Euro.
  • 4 Personen: rund 2.800 Kilowattstunden Wärmebedarf, daraus etwa 930 Kilowattstunden Strom und rund 345 Euro. Direkt elektrisch rund 1.040 Euro.

Angenommen sind 33 Liter Warmwasser je Person und Tag, eine Erwärmung von 10 auf 60 °C, eine Jahresarbeitszahl von 3,0 und ein Haushaltsstrompreis von 37 Cent je Kilowattstunde – dieselben Annahmen wie im Rechenweg oben. Setzen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis ein, verschieben sich alle Zeilen mit.

Der dritte Weg – Warmwasser über die vorhandene Heizung – lässt sich nicht so einfach beziffern: Dort hängt der Verbrauch am Wirkungsgrad des Kessels, an den Verteilverlusten und vor allem daran, wie lange der Kessel im Sommer allein für das Warmwasser in Bereitschaft steht. Genau diese Bereitschaftsverluste sind der Grund, warum sich die Warmwasser-Wärmepumpe oft auch neben einem funktionierenden Kessel rechnet.

Mit Photovoltaik kombinieren

Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist einer der dankbarsten Verbraucher für eigenen Solarstrom. Der Grund ist der Speicher: Er nimmt die Wärme dann auf, wenn die Anlage viel liefert, und gibt sie abends ab – der Warmwasserspeicher wirkt als Puffer, ohne dass Sie einen Stromspeicher brauchen. Viele Geräte haben dafür einen Smart-Grid- oder PV-Eingang, über den die Wechselrichter- oder Energiemanagement-Steuerung die Aufheizung in die Mittagsstunden legt. Weil der Strombedarf mit rund 930 Kilowattstunden im Jahr überschaubar ist, deckt ihn schon eine kleine Photovoltaik-Anlage zu einem großen Teil. Wie sich Wärmepumpe und Solarstrom zusammen planen lassen, steht im Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren.

Kurz gefragt

Was stört Sie bei Ihrem Warmwasser am meisten?

Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.

Was man beim Kauf beachten sollte

Wer eine Brauchwasser-Wärmepumpe kaufen möchte, sollte auf folgende Siegel achten:

EHPA-Gütesiegel

European Quality Label for Heat Pumps – es steht für geprüfte Energieeffizienz und Betriebssicherheit. Geprüft wird nach DIN EN 14511 (Heizungs-Wärmepumpen) beziehungsweise nach DIN EN 16147, der Prüfnorm für Geräte mit Trinkwassererwärmung. Unabhängig vom Gütesiegel gelten gesetzliche Mindestanforderungen: Warmwasserbereiter unterliegen den Ökodesign-Mindestanforderungen der Verordnung (EU) Nr. 814/2013. Das Energielabel mit Effizienzklasse und Zapfprofil regelt dagegen die delegierte Verordnung (EU) Nr. 812/2013 – zwei getrennte Rechtsakte.

KEYMARK

Die Heat Pump KEYMARK ist ein freiwilliges europäisches Zertifizierungszeichen. Unabhängige Stellen prüfen dafür Produktleistung und Fertigung; die Zertifizierung stützt sich auf einschlägige Normen und die Ökodesign-Anforderungen.

Zusätzliche Informationen geben folgende Kennzahlen:

Die Leistungszahl (COP)

Die Leistungszahl beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom unter genormten Prüfbedingungen – bei Warmwasser-Wärmepumpen über einen kompletten Aufheiz- und Zapfzyklus nach DIN EN 16147, nicht an einem einzelnen Betriebspunkt. Beispiel: Eine Leistungszahl von 3 bedeutet, dass die Wärmepumpe im Prüfpunkt dreimal so viel Wärme abgibt, wie sie an elektrischer Leistung aufnimmt.

Die Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt dagegen das Verhältnis über ein ganzes Betriebsjahr — mit allen realen Einflüssen: Lufttemperatur im Aufstellraum, Zapfverhalten, Speicherverluste und die Einsätze des Elektroheizstabs. Sie liegt deshalb in der Praxis meist unter der im Prüfpunkt gemessenen Leistungszahl.

Warmwasser-Wärmepumpen eignen sich vor allem für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Ihr größter Hebel ist die Entkopplung der Warmwasserbereitung vom Heizkessel: Die Zentralheizung kann außerhalb der Heizperiode ausgeschaltet bleiben. Damit entfallen die Sommer-Bereitschaftsverluste des Kessels, die je nach Alter und Dämmung des Geräts einen erheblichen Teil des Sommer-Brennstoffverbrauchs ausmachen. Das spart Energie, Kosten und CO₂-Emissionen — wie viel genau, hängt vom alten Wärmeerzeuger, vom Aufstellraum und vom Strompreis ab.

Für wen sie sich lohnt – und für wen nicht

Die Warmwasser-Wärmepumpe ist ein Teilschritt, kein Systemwechsel. Ob sie der richtige Teilschritt ist, entscheiden drei Fragen – und die dritte ist die wichtigste.

Für wen sie sich lohnt – und für wen nicht

1. Läuft Ihr Heizkessel im Sommer nur für das Warmwasser weiter?

JaDas ist ein starker Fall: Der Kessel kann im Sommer aus bleiben, seine Bereitschaftsverluste entfallen – zusätzlich zum Effizienzvorteil der Wärmepumpe.
Nein, Fernwärme oder EtagenheizungDann fällt dieser Hebel weg; es bleibt der reine Effizienzvorteil gegenüber der bisherigen Warmwasserbereitung. Rechnen Sie den Einzelfall durch.

2. Wird das Warmwasser bisher direkt elektrisch erzeugt – Boiler oder Durchlauferhitzer?

JaDann ist der Unterschied am größten: In der Beispielrechnung stehen rund 350 Euro im Jahr rund 1.040 Euro gegenüber.
Nein, über die HeizungDer Vorteil ist dann kleiner und hängt am Wirkungsgrad des Kessels und an den Verteilverlusten.

3. Steht ohnehin ein vollständiger Heizungstausch an?

JaDann prüfen Sie zuerst die große Lösung: Eine Heizungs-Wärmepumpe macht das Warmwasser meistens mit – ein zusätzliches Gerät wäre dann doppelt.
Nein, der Kessel bleibt noch JahreGenau dafür ist die Warmwasser-Wärmepumpe gedacht: ein Schritt, der sich lohnt, ohne die große Investition vorzuziehen.
EmpfehlungAm meisten holt heraus, wer bisher direkt elektrisch erwärmt oder den Kessel nur noch fürs Warmwasser laufen lässt – und wer den Heizungstausch noch einige Jahre vor sich herschiebt. Steht der Tausch dagegen unmittelbar an, gehört das Warmwasser in die Planung der großen Anlage.
Einordnung der Redaktion auf Basis der Rechenbeispiele dieser Seite · Stand September 2026

Wenn Sie an der Stelle unsicher sind, hilft der Eignungs-Check in sechs Fragen bei der Einordnung des Gebäudes; was eine vollständige Anlage kostet, steht im Ratgeber Wärmepumpen-Kosten. Für beide Wege gilt: Vergleichen Sie zwei bis drei Angebote qualifizierter Heizungs-Fachbetriebe, bevor Sie sich festlegen.

Legionellenschutz: Warum 55 bis 60 Grad hygienisch sinnvoll sind

Ob sich Legionellen vermehren, entscheidet das Zusammenspiel von Temperatur, Stagnation und Nährstoffangebot — Bakterien, die sich zwischen etwa 25 °C und 45 °C stark vermehren und beim Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa unter der Dusche, eine schwere Lungenentzündung auslösen können. Zwei Ebenen sind dabei zu trennen. Die Temperaturen von 60 °C am Austritt und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem stammen aus den allgemein anerkannten Regeln der Technik, nicht unmittelbar aus der Trinkwasserverordnung; der Begriff „Großanlage“ ist seit der Novelle 2023 kein Begriff der Verordnung mehr, wird vom DVGW technisch aber weiter verwendet.

Eine Untersuchungspflicht nach der Trinkwasserverordnung lösen die Grenzen von über 400 Litern Speicher beziehungsweise über drei Litern Leitungsinhalt für sich genommen nicht aus: Dafür müssen unter anderem eine gewerbliche oder öffentliche Abgabe, aerosolbildende Einrichtungen und ein Gebäude außerhalb der Kategorie Ein- oder Zweifamilienhaus zusammenkommen. In Ein- und Zweifamilienhäusern besteht nach § 31 Trinkwasserverordnung keine routinemäßige Untersuchungspflicht; die Werte von 55 bis 60 Grad bleiben aber der fachliche Hygiene-Maßstab, besonders bei Speicher und Zirkulation. Weil eine Warmwasser-Wärmepumpe mit steigender Speichertemperatur ineffizienter wird, ist die Versuchung groß, sie dauerhaft auf 45 °C laufen zu lassen. Genau das ist kein allgemeingültiger Spartipp: Dauerhaft 45 °C halten die Vermehrungstemperatur, statt sie zu verlassen.

Ob ein Gerät ein zeitgesteuertes Hygieneprogramm hat und wann es den Heizstab zuschaltet, steht in der Herstelleranleitung. Eine kurzzeitige Temperaturerhöhung ersetzt keine hygienisch passende Planung und Betriebsweise: Das Umweltbundesamt bewertet vorbeugende „Legionellenschaltungen“ in Großanlagen weder als sinnvoll noch als wirksam. Wer die Speichertemperatur absenken will, sollte die konkrete Anlage einschließlich Zirkulation und Nutzungsprofil fachlich prüfen lassen. Mehr dazu im Ratgeber zu Legionellen.

Häufige Fragen zur Warmwasser-Wärmepumpe

Fünf Fragen, die vor der Anschaffung regelmäßig gestellt werden.

Häufige Fragen zur Warmwasser-Wärmepumpe

Was kostet eine Brauchwasser-Wärmepumpe?
Komplett installiert liegen die Kosten für ein Einfamilienhaus je nach Gerät und Einbauaufwand etwa zwischen 1.300 und 5.000 Euro. Den Unterschied machen weniger die Speicherliter als die Ausstattung: ein zweiter Wärmetauscher für Solarthermie oder den vorhandenen Kessel, eine PV- und Smart-Grid-Anbindung, das Kältemittel. Als Einzelmaßnahme ist sie in der Heizungsförderung nicht förderfähig; welche Wege es gibt, steht im Förder-Ratgeber.
Wie viel Strom braucht sie im Jahr?
Rechnen Sie mit rund 700 Kilowattstunden Wärmebedarf je Person und Jahr aus dem Hochtemperatur-Rechenbeispiel dieses Artikels und teilen Sie das durch die Jahresarbeitszahl; bei nutzbarem Mischwasser um 40 Grad liegt der Bedarf typischerweise niedriger. Bei einem Vier-Personen-Haushalt und einer Jahresarbeitszahl von 3,0 sind das rund 930 Kilowattstunden Strom, bei zwei Personen rund 470. Ein elektrischer Boiler braucht für dieselbe Wassermenge etwa das Dreifache.
Welchen Raum braucht sie?
Das hängt vom Gerät ab. Viele Modelle verlangen im Umluftbetrieb rund 20 Kubikmeter Raumvolumen – etwa 8 Quadratmeter bei 2,5 Metern Raumhöhe – und eine Raumluft, die ganzjährig im zulässigen Temperaturbereich bleibt; die genauen Grenzen stehen im Datenblatt. Ein Kondensatablauf muss vorhanden sein. Vorhandene Abwärme von Gefriertruhe, Trockner oder Heizkessel hebt die Jahresarbeitszahl; im frostnahen, ungeheizten Keller bleiben Geräte mit Luftkanal-Anschluss.
Lohnt sie sich mit Photovoltaik?
Besonders gut, weil sich der Betrieb zeitlich steuern lässt. Der Speicher nimmt die Wärme auf, wenn die Anlage viel liefert – meist mittags –, und gibt sie abends ab. Viele Geräte haben dafür einen Smart-Grid- oder PV-Eingang. Der Eigenverbrauch steigt, ohne dass Sie einen Stromspeicher brauchen.
Reicht sie für einen Vier-Personen-Haushalt?
In der Regel ja: Geräte für Einfamilienhäuser fassen 200 bis 300 Liter, das deckt den üblichen Tagesbedarf. Eng wird es, wenn regelmäßig kurz hintereinander sehr viel warmes Wasser gezapft wird, etwa bei zwei Bädern im Parallelbetrieb oder einer großen Wanne. Dann hilft ein größerer Speicher, ein Gerät mit höherer Heizleistung oder das Zapfprofil L beziehungsweise XL auf dem Energielabel.
Luftwärmepumpe © Kange Studio, stock.adobe.com
Warmwasser mit Luft-Wasser-Wärmepumpe

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