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Warmwasserbereitung Dezentral

Dezentrale Warmwasserbereitung: Warmwasserboiler und Durchlauferhitzer

Im Gegensatz zur zentralen Warmwasserbereitung wird bei der dezentralen Variante das Wasser in unmittelbarer Nähe der einzelnen Entnahmestellen erwärmt. Dadurch entstehen keine Wärmeverluste aufgrund langer Rohrleitungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dezentral heißt: Boiler oder Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser direkt an der Zapfstelle.
  • Leitungsverluste sinken deutlich; Bereitschaftsverluste entfallen nur beim Durchlauferhitzer – Strom bleibt teuer.
  • Ein Durchlauferhitzer fürs Bad braucht meist 18 bis 27 kW und einen Starkstromanschluss.
  • Sinnvoll bei wenig Warmwasser; bei täglichem Duschen ist eine zentrale Lösung meist günstiger.
Warmes Wasser am Wasserhahn © maridav, stock.adobe.com
Warmes Wasser am Wasserhahn © maridav, stock.adobe.com
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Nachteil: Bei Speichern ist die Warmwassermenge begrenzt. Durchlauferhitzer liefern dagegen fortlaufend Warmwasser, sind aber durch Anschlussleistung und Durchfluss begrenzt. Vor allem bei mehreren Geräten verschiedener Größen an den jeweiligen Zapfstellen kann die Temperatur und Menge des Warmwassers individuell geregelt werden. Bei der dezentralen Warmwasserbereitung kommen in der Regel Boiler oder Durchlauferhitzer zum Einsatz.

Warmwasserboiler

Ein Boiler ist ein kleiner oder mittlerer Warmwasserspeicher, der meist im Bad oder im Hauswirtschaftsraum installiert wird. Er liefert zwar immer warmes Wasser, allerdings muss es ständig auf Temperatur gehalten werden – auch wenn es gerade nicht benötigt wird. Ein Boiler macht daher vor allem dort Sinn, wo häufig Warmwasser gebraucht wird.

Warmwasserboiler © Maksym Yemelyanov, stock.adobe.com
Warmwasserboiler © Maksym Yemelyanov, stock.adobe.com

Warmwasserboiler gibt es in unterschiedlichen Größen, Fassungsvermögen und Ausführungen. Sie können je nach Modell problemlos unter dem Waschbecken oder auch über der Spüle angebracht werden. Der Nachteil an einem Warmwasserboiler ist, dass man, sobald man ihn ganz abschaltet, danach einige Minuten warten muss, bis man wieder über warmes Wasser verfügen kann.

Die Temperatur lässt sich an solchen Geräten stufenlos regulieren. Wer sie unnötig hoch einstellt, zahlt für Bereitschaftsverluste, die niemand nutzt. Ein Boiler mit Zeitschaltuhr kann sein Wasser außerdem gezielt dann erwärmen, wenn Strom günstiger ist – klassisch über einen Doppeltarifzähler mit Hoch- und Niedertarif, dessen Schaltzeiten der Netzbetreiber vorgibt. Solche Tarife bieten heute allerdings längst nicht mehr alle Versorger an. Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromanbieter zusätzlich einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a EnWG), dessen Preis dem Börsenstrompreis folgt; Voraussetzung dafür ist ein intelligentes Messsystem.

Warmwasserboiler: Die richtige Größe wählen
Warmwasserboiler: Die richtige Größe wählen

Elektroboiler

Ein Elektroboiler hält immer nur die Wassermenge bereit, die in seinen Speicher passt. Ist sie verbraucht, dauert es einige Minuten, bis die nächste Ladung warm ist. Moderne Geräte sind gedämmt, ganz ohne Bereitschaftsverluste kommt aber kein Speicher aus. Günstig sind Elektroboiler vor allem in der Anschaffung – im Betrieb nicht: Sie erwärmen das Wasser direkt mit Strom, dem teuersten Energieträger im Haushalt. Für einen Mehrpersonenhaushalt, in dem täglich geduscht wird, sind sie deshalb selten die passende Lösung. Wie ein solches Gerät montiert und angeschlossen wird, zeigt der Ratgeber Warmwasserboiler anschließen.

Kombination mit Solarkollektoren

Solarkollektoren werden in der Praxis meist mit einem zentralen Solar- oder Pufferspeicher kombiniert (siehe Warmwasserbereitung mit Solar). Ein kleiner dezentraler Elektroboiler an der Zapfstelle lässt sich normalerweise nicht sinnvoll direkt an Solarthermie koppeln; sinnvoller ist dann ein passender bivalenter Speicher oder ein elektrischer Heizstab im zentralen Speicher.

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Durchlauferhitzer

Dezentrale Warmwasserbereitung mit einem Durchlauferhitzer © magraphics, stock.adobe.com
Dezentrale Warmwasserbereitung mit einem Durchlauferhitzer © magraphics, stock.adobe.com

Ein Durchlauferhitzer arbeitet nach einem anderen Prinzip: Er besitzt keinen Speicher, sondern erhitzt das Wasser erst, wenn die Armatur geöffnet wird. Weil kein Wasser auf Vorrat warm gehalten wird, entfallen die Bereitschaftsverluste – bei seltener Nutzung ist er deshalb sparsamer als ein Boiler. Automatisch günstiger ist er aber nicht: Wer täglich lange duscht, verbraucht dieselbe Wärmemenge, nur eben in kurzer Zeit und mit hoher Leistung. Über die Jahresrechnung entscheidet der Verbrauch, nicht das Funktionsprinzip.

Dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern
Dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern
Der Unterschied zwischen Boiler und Durchlauferhitzer
Der Unterschied zwischen Boiler und Durchlauferhitzer
Dezentrale Warmwasserbereitung mit einem Durchlauferhitzer © magraphics, stock.adobe.com
Durchlauferhitzer

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Hydraulische Durchlauferhitzer

Hydraulische Durchlauferhitzer arbeiten abhängig von Durchfluss und Wasserdruck. Sie schalten ihre Heizleistung stufenweise; bei wechselnder Durchflussmenge oder gleichzeitiger Entnahme an einer zweiten Zapfstelle kann die Auslauftemperatur deshalb deutlich schwanken.

Wird eine zweite Zapfstelle geöffnet oder wieder geschlossen, ändern sich Druck und Durchfluss. Bei hydraulischen Geräten kann dadurch eine andere Heizstufe anspringen oder wegfallen; das Wasser wird dann kurzfristig kälter oder heißer als gewünscht.

Schließlich benötigt der Durchlauferhitzer einige Zeit, um zu „merken“, dass nun weniger Wasser entnommen wird, also weniger Druck herrscht und somit die erste Erwärmungsstufe ausreicht. Hydraulische Durchlauferhitzer haben also ihre Tücken, sind jedoch preiswerter im Vergleich zu elektronischen Durchlauferhitzern.

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Elektronische Durchlauferhitzer

Elektronische Durchlauferhitzer erlauben eine genaue Einstellung der Wassertemperatur und weisen weniger störende Temperaturschwankungen auf. Je nach Leistung können sie mehrere nahe Zapfstellen versorgen; bei gleichzeitiger Entnahme begrenzen aber Anschlussleistung und Durchfluss den Komfort. Strom sparen sie vor allem, weil die Temperatur direkt passend eingestellt wird und weniger kaltes Wasser beigemischt werden muss.

Außerdem wird weniger Wasser verschwendet, weil beim Nachregeln kein heißes oder kaltes Wasser weglaufen muss. In der Anschaffung sind elektronische Geräte teurer als hydraulische, im Betrieb dafür sparsamer und komfortabler. Für kleine Zapfstellen wie Gäste-WC oder Küche gibt es Kleindurchlauferhitzer: Steckerfertig sind typischerweise 3,5-kW-Geräte; stärkere Geräte mit 4,4 bis 6,5 kW benötigen einen geeigneten Festanschluss durch den Elektrofachbetrieb.

Schnell-Check: Passt ein Durchlauferhitzer an diese Zapfstelle?

1. Wird an dieser Zapfstelle geduscht oder gebadet?

Nein, nur waschen

Kleingerät genügt

Fürs Waschbecken genügt oft ein 3,5-kW-Kleindurchlauferhitzer mit Stecker oder ein 5-Liter-Kleinspeicher; 4,4 bis 6,5 kW brauchen einen Elektro-Festanschluss.

Ergebnis

Ja

Große Wassermenge in kurzer Zeit

Jetzt entscheidet die Elektroinstallation.

→ Frage 2

2. Gibt es einen Starkstromanschluss (400 V) mit passender Absicherung?

Ja

Durchlauferhitzer möglich

Ein elektronischer Durchlauferhitzer passt technisch. Entscheidend sind jetzt die Stromkosten: Bei täglichem Duschen summieren sie sich schnell – vorher durchrechnen.

Ergebnis

Nein / unklar

Erst die Elektroinstallation

Ohne Starkstrom geht es nicht. Die Erweiterung darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragenes Elektroinstallationsunternehmen ausführen (§ 13 NAV).

Ergebnis

Quelle: § 13 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), Stand 2026

Wann sich die dezentrale Lösung rechnet – und wann nicht

Der entscheidende Punkt ist der Energieträger. Für Dusche und Bad werden meist Geräte mit 18 bis 27 kW bei 400 V eingesetzt; für komfortables Duschen sind rund 21 kW oder mehr sinnvoll, kleinere Leistungen begrenzen den Durchfluss. Nötig ist dafür ein Starkstromanschluss, den nur ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenes Elektroinstallationsunternehmen herstellen darf (§ 13 NAV). Eine Kilowattstunde Strom kostet 2026 im Schnitt rund 37 Cent (BDEW-Strompreisanalyse), Erdgas etwa 11 bis 12 Cent – der Unterschied schlägt bei jedem Duschgang durch. Dezentrale Geräte spielen ihre Stärke deshalb dort aus, wo wenig Warmwasser gebraucht wird oder wo eine Warmwasserleitung vom Keller aus unverhältnismäßig lang wäre: an der Küchenspüle, im Gäste-WC, in der Ferienwohnung. Wird täglich geduscht und gebadet, ist eine zentrale Lösung fast immer günstiger – und eine Warmwasser-Wärmepumpe bei regelmäßigem Warmwasserbedarf meist die effizientere elektrische Alternative, wenn Platz und Aufstellbedingungen passen. Was der eigene Durchlauferhitzer im Jahr kostet, zeigt der Kostenrechner Durchlauferhitzer.

Dezentrale Warmwasserbereitung: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Keine langen Warmwasserleitungen, dadurch kaum Verteilverluste
  • Warmes Wasser steht sofort an der Zapfstelle bereit
  • Nachrüstbar, wo keine Warmwasserleitung liegt
  • Durchlauferhitzer halten kein Wasser vorrätig: geringes Legionellenrisiko

Nachteile

  • Strom ist der teuerste Energieträger – hohe Betriebskosten bei viel Warmwasser
  • Hohe Anschlussleistung, oft Starkstrom und neue Absicherung nötig
  • Solarthermie und Heizungs-Wärmepumpe lassen sich nicht einbinden
  • Kleinspeicher mit lauwarmem Vorrat können Keime begünstigen
Kleindurchlauferhitzer sind ideal für das Händewaschen
Kleindurchlauferhitzer sind ideal für das Händewaschen
Solarthermieanlage auf einem Hausdach © Hermann, stock.adobe.com
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