Heizung und Heizkörper richtig einstellen
Wer seine Heizkörper richtig einstellt, heizt gleichmäßig und spart Energie. Drei Stellschrauben zählen: das Thermostat richtig bedienen, die Heizkörper entlüften und – wenn einzelne Räume kalt bleiben – einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Worauf es dabei ankommt, zeigt dieser Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Auf dem Thermostat steht Stufe 3 für rund 20 °C – jede Stufe bedeutet etwa 4 °C mehr oder weniger.
- Eine höhere Stufe heizt nicht schneller, sondern nur auf eine höhere Zieltemperatur.
- Gluckern oder kalte Heizkörper in oberen Etagen lassen sich oft durch Entlüften beheben.
- Werden Räume dauerhaft ungleich warm, hilft ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb.
Thermostat richtig einstellen – was die Zahlen bedeuten
Der erste Schritt zum gleichmäßigen Heizen ist das richtige Bedienen des Thermostats. Ein Heizkörper gibt seine Wärme über Strahlung und Konvektion ab; der Thermostatkopf misst die umgebende Lufttemperatur und drosselt die Wassermenge, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Wichtig: Die Ziffern 1 bis 5 stehen nicht für die Heizgeschwindigkeit, sondern für die gewünschte Zieltemperatur des Raums. Welche Stufe welcher Richttemperatur entspricht, zeigt die folgende Übersicht – ausführlich erklärt es der Ratgeber Thermostate – Zahlen und ihre Bedeutung sowie der Überblick zu Heizkörper-Thermostaten.
Thermostat-Stufen und ihre Richttemperatur
Stufe 3 (≈ 20 °C) ist ein guter Richtwert für Wohnräume. Das Sternchen-/Schneeflockensymbol unter Stufe 1 ist der Frostschutz (Heizung springt erst unter ca. 5 °C an).
Heizkörper entlüften
Geräusche und andere Fehlfunktionen der Heizkörper können die Ursache haben, dass Luft in die Rohrleitungen gelangt ist. Hier hilft eine schnelle, selbst durchführbare Maßnahme: die Heizung entlüften.

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Drehen Sie den betroffenen Heizkörper vorher auf. Ausgerüstet mit Entlüftungsschlüssel, Lappen und Auffanggefäß öffnen Sie das Entlüftungsventil vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn; es sitzt meist seitlich gegenüber dem Regler. Sobald nur noch Wasser aus der Entlüftungsschraube austritt, schließen Sie das Ventil wieder und kontrollieren anschließend den Wasserdruck der Heizungsanlage. Wiederholen Sie den Vorgang bei weiteren gluckernden oder nicht richtig warm werdenden Heizkörpern; Heizkörper mit automatischem Entlüfter müssen nicht per Hand entlüftet werden.

Hydraulischer Abgleich
Viele kennen sicherlich das Problem, wenn die Heizkörperventile und Rohrleitungen Geräusche abgeben, diese nicht bei der gewünschten Innentemperatur öffnen und schließen oder die Heizkörper in oberen Stockwerken nicht richtig warm werden.
Mit einem hydraulischen Abgleich durch einen Fachmann könnte das Problem gelöst werden. Über die voreinstellbaren Thermostatventile, die die meisten Heizkörper besitzen, stellt dieser an jedem Heizkörper den Widerstand des Heizwassers ein, sodass wieder alle Heizkörper mit der richtigen Menge an Heizwasser versorgt werden und dadurch gleichmäßiger heizen. Auch Strömungsgeräusche können abnehmen, weil Durchflüsse und Differenzdrücke besser auf die Anlage abgestimmt werden. Besonders nach dem Versetzen oder Austauschen von Heizkörpern ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll, weil sich dabei die Strömungsverhältnisse im Heizungsnetz ändern.

Durch diese Maßnahme können Geld und Energie gespart werden; zugleich steigt der Wohnkomfort, wenn die Heizkörper bedarfsgerechter versorgt werden. Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs wird zudem staatlich gefördert; die jeweils aktuellen Voraussetzungen und Programme fasst der Fördermittel-Ratgeber zusammen.
Verbreitete Irrtümer beim Heizkörper-Einstellen
Wie funktioniert der hydraulische Abgleich? Ein hydraulischer Abgleich ist nicht pauschal für alle warmwasserführenden Heizsysteme gesetzlich vorgeschrieben. § 60c des… weiterlesen




