Im Laufe der Zeit kann es erforderlich sein, dass Sie alte Heizkörper gegen neue austauschen. Wir zeigen Ihnen, wie und mit welchen Handgriffen Sie Heizkörper ausbauen und montieren können. Fühlen Sie sich der Aufgabe nicht gewachsen, sollten Sie lieber einen Fachbetrieb mit der Arbeit beauftragen.
Das Wichtigste in Kürze
- Heizkörper ab- und einbauen ist mit handwerklichem Geschick machbar – am besten außerhalb der Heizsaison, wenn die Anlage kalt ist.
- Der wichtigste Schritt ist das drucklose Entleeren: Heizung abschalten, Wasserzufuhr sperren, Druck senken und Ventile schließen, bevor Sie schrauben.
- Beim Einbau die dafür vorgesehenen metallischen Gewinde mit Hanf und Dichtpaste abdichten und jedes Ventil danach im Betrieb auf Dichtheit prüfen.
- Für Eigenleistung haften Sie bei Schäden selbst – im Zweifel lohnt der Fachbetrieb, dessen Arbeitskosten steuerlich absetzbar sind.

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Wann sollten Heizkörper demontiert werden?
Durch einen Heizkörper strömt das Heizungswasser. Es ist das Trägermedium für die Wärme, die vom Heizkörper abgegeben wird. Mit der Zeit bilden sich im Innern des Heizkörpers jedoch Ablagerungen aus Kalk, Schmutz und feinen Sedimenten aus den Rohrleitungen. Diese Ablagerungen können dazu führen, dass die Heizkörper nur noch ungleichmäßig Wärme abgeben oder gar nicht mehr richtig warm werden. In diesem Fall kann die Heizung nicht mehr energieeffizient betrieben werden. Sie verbrauchen unnötig viel Brennstoff.
Ein Austausch kann effizienteres und komfortableres Heizen ermöglichen, wenn der Heizkörper selbst die Ursache ist; zuvor sollten Entlüftung, Ventilfunktion und hydraulischer Abgleich geprüft werden.
Heizkörper abbauen in acht Schritten
Wenn Sie Ihre Heizkörper abbauen wollen, geht das mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug relativ einfach. Empfehlenswert ist der Abbau in der warmen Jahreszeit, außerhalb der Heizsaison.
Sicherheits-Check: vor dem Schrauben und vor dem Heizen

Dieses Werkzeug und diese Hilfsmittel brauchen Sie dafür:
- Eimer und Bodentücher
- Sechskantschlüssel
- Entlüftungsschlüssel
- Rohrzange
- Gabelschlüssel
- Schraubenzieher
- Schlauch
- kleine Schüssel oder Becher
Das sollten Sie vorher wissen:
Bei Heizkörpern sind Vorlauf, Rücklauf und Entlüftungsventil modellabhängig angeordnet. Prüfen Sie vor dem Lösen der Anschlüsse die Markierungen am Heizkörper und die Montageanleitung; bei vielen Kompaktheizkörpern liegen Vor- und Rücklauf seitlich, bei Ventil-Kompaktheizkörpern oft unten.

- Schritt 1: Abschaltung des Heizkessels
Um sicher an den Heizkörpern arbeiten zu können, müssen Sie zunächst die Heizung außer Betrieb setzen. Schalten Sie Heizkessel und Umwälzpumpe nach Herstelleranleitung aus und warten Sie, bis die Anlage abgekühlt ist. Je nach Modell funktioniert das über einen Drehknopf oder einen Druckknopf. Lesen Sie am besten vorher in der Herstelleranleitung, wie Sie die Heizung sicher ausstellen. - Schritt 2: Wasserzufuhr unterbrechen
Damit kein Wasser beim Abschrauben der Heizkörper nachströmt, drehen Sie die Wasserzufuhr der Heizung ab. Auch hier sollten Sie vorher im Handbuch nachlesen, wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Ventil zugedreht werden muss. - Schritt 3: Wasserstand senken
Auch wenn Sie die Wasserzufuhr gekappt haben, befindet sich immer noch Wasser im Rohrsystem. Um den Wasserdruck durch Entleeren der Heizungsanlage zu senken, benötigen Sie das Entleerungsventil. Dort befindet sich ein Anschluss für einen Wasserschlauch. Diesen schließen Sie zuerst an, leiten den Schlauch danach in den Abfluss oder einen Wassereimer. Danach öffnen Sie das Entleerungsventil und lassen Sie das Heizungswasser ab. - Schritt 4: Thermostatventile schließen
Drehen Sie alle Thermostatventile zu. So kann kein Wasser mehr in den Heizkörper nachströmen. Sofern vorhanden, sollten Sie auch das Rücklaufventil an den Heizkörpern mit einem Sechskantschlüssel zudrehen. Gibt es keine absperrbare Rücklaufverschraubung, muss der betroffene Heizkreis oder – je nach Anlage – die Heizungsanlage drucklos entleert werden, bevor Sie Anschlüsse lösen. - Schritt 5: Heizkörper entlüften
Verwenden Sie den Entlüftungsschlüssel und öffnen Sie das Entlüftungsventil, um den vorhandenen Druck zu senken. Stellen Sie vorher einen Eimer unter das Ventil und legen Sie einen Wischlappen aus, um das möglicherweise austretende Wasser aufzufangen. Lassen Sie so lange Luft aus dem Heizkörper, bis Wasser nachströmt.WICHTIG: Hört das Wasser nicht auf zu strömen, kann es ein, dass Sie den Wasserdruck der gesamten Heizungsanlage noch nicht ausreichend gesenkt haben. In diesem Fall wiederholen Sie Schritt 3.Schließen Sie zum Schluss das Entlüftungsventil wieder.
- Schritt 6: Abmontieren des Rücklaufventils
Drehen Sie das Rücklaufventil des Heizkörpers zu. Verwenden Sie dafür eine Rohrzange oder einen Maulschlüssel. Stellen Sie am besten einen kleinen Becher oder eine kleine Schüssel unter das Ventil, denn meist läuft verdrecktes Heizungswasser aus dem Ventil. Lassen Sie die Rücklaufabsperrung dabei geschlossen und lösen Sie stattdessen die Verschraubung kontrolliert bzw. nutzen Sie ein Entleerungs-/Füllwerkzeug, um das Restwasser aufzufangen. Öffnen Sie die Rücklaufabsperrung erst nach Montage und Befüllung wieder.Tipp: Haben Sie einen Nassstaubsauger, können Sie das ausströmende Wasser einfach aufsaugen.WICHTIG: Hat Ihr Heizkörper kein absperrbares Rücklaufventil, müssen Sie den betroffenen Heizkreis oder – je nach Anlage – die gesamte Heizungsanlage drucklos entleeren! - Schritt 7: Vorlaufventil abmontieren
Nehmen Sie eine Rohrzange und schrauben Sie das Vorlaufventil des Heizkörpers ab. Alternativ können Sie auch einen Schraubschlüssel verwenden. Das Vorlaufventil befindet sich unter dem Thermostat. Sie sehen es, wenn Sie das Heizungsthermostat abgenommen haben. - Schritt 8: Heizkörper abschrauben
Sie haben nun alle Vorarbeiten erledigt. Jetzt können Sie mit dem Schraubenzieher die übrigen Schrauben lösen und den Heizkörper von der Konsole nehmen.
Heizkörper einbauen in 9 Schritten
Für die Montage neuer Heizkörper benötigen Sie im Grunde alles Werkzeug, das Sie bereits für den Abbau der alten Heizkörper verwendet haben, also:
- Eimer und Bodentücher
- Sechskantschlüssel
- Entlüftungsschlüssel
- Rohrzange
- Gabelschlüssel
- Schraubenzieher
- Schlauch
- kleine Schüssel oder Becher
- Hanf zum Abdichten
- Dichtpaste
- evtl. Bohrmaschine, Bleistift, Dübel, Schrauben

Wenn der neue Heizkörper den alten ersetzen soll, suchen Sie am besten nach einem Produkt mit passendem Anschlusstyp, vergleichbarer Baugröße und ausreichender Normwärmeleistung. So liefert der neue Radiator eine vergleichbare Heizleistung, und das Verhältnis von Strahlungs- und Konvektionswärme bleibt erhalten.
Haben Sie Ihre neuen Heizkörper besorgt, kann es losgehen:

- Schritt 1: Heizung ausschalten
Ganz gleich, ob Sie Heizkörper einbauen oder abbauen: Schalten Sie Heizsystem und Umwälzpumpe nach Herstelleranleitung aus. Entleeren Sie nur den betroffenen Heizkörper oder Heizkreis, wenn er über absperrbare Armaturen getrennt werden kann; ohne Absperrmöglichkeit muss der betreffende Anlagenteil drucklos sein. - Schritt 2: Heizkörper anbringen und ausrichten
Abhängig vom gewählten Heizkörperfabrikat kann es vorkommen, dass Sie die Höhe des Heizkörpers an der Konsole nachjustieren müssen.
Wenn Sie eine neue Wandkonsole befestigen müssen, gehen Sie so vor:- Zeichnen Sie zunächst die Bohrlöcher für die Wandkonsolenbefestigung an. Berücksichtigen Sie dabei, dass oberhalb und unterhalb Ihrer Heizkörper mindestens 10 Zentimeter Freiraum bleibt. Nur so kann später die Wärme optimal zirkulieren.
- Bohren Sie die Löcher für die Dübel.
- Montieren Sie die Wandkonsole mit den Schrauben und stellen Sie den gewünschten Wandabstand ein.
- Schritt 3: Heizkörper anbringen
Heben Sie den Heizkörper in die Konsole. Ziehen Sie alle notwendigen Schrauben an und prüfen Sie, ob der Heizkörper fest sitzt. - Schritt 4: Vor- und Rücklaufventil montieren
Bei seitlich angeschlossenen Heizkörpern liegt der Vorlauf häufig oben und der Rücklauf unten; bei Ventil- oder Mittenanschluss-Heizkörpern können Vor- und Rücklauf unten liegen und sind mit VL/RL markiert. Achten Sie darauf, dass Sie die Anschlüsse und Ventile nach Herstellerkennzeichnung montieren. - Schritt 5: Abdichten der Gewinde
Verwenden Sie Hanf zum Abdichten der Gewinde. Wickeln Sie Hanf stramm in die Gewindegänge, vom Rohrende nach innen, und beachten Sie die Verarbeitungsanleitung der verwendeten Dichtpaste. Haben Sie den Hanf herumgewickelt, wird er mit Dichtpaste bestrichen. Drehen Sie anschließend das Gewinde von Hand in das Ventil. Danach ziehen Sie es mit einem Schraubschlüssel fest. Wichtig: Sollten Sie das Ventil noch einmal herausdrehen, kann der Hanf beschädigt werden. Das Ventil ist in diesem Fall vermutlich nicht mehr dicht. Legen Sie dann ein neue Hanfdichtung um das Ventil, bestreichen es mit Dichtpaste und drehen Sie es erneut ein. Verfahren Sie mit dem Rücklaufventil genauso. - Schritt 6: Thermostatventil montieren
Dichten Sie nur das dafür vorgesehene metallische Anschlussgewinde des Ventilgehäuses mit Hanf und Dichtpaste ab; Thermostatkopf, Überwurfmutter sowie Eurokonus-/Klemmringverbindungen werden nach Herstelleranleitung montiert. Danach drehen Sie es von Hand in den Heizkörper. Ziehen Sie das Ventil mit einem Schraubschlüssel fest. Der Anschluss muss zum Schluss zu Ihnen zeigen. Lösen Sie die Abdeckung des Thermostatventils und montieren Sie den Thermostatkopf. - Schritt 7: Heizkörper verschließen
Drehen Sie nun alle noch vorhandenen Öffnungen mit den passenden Verschlüssen zu. Prüfen Sie, ob alles dicht ist, z.B. Entlüftungsventil. - Schritt 8: Wasser in die Heizungsanlage einfüllen
Öffnen Sie Thermostat- und Rücklaufventile nach Herstelleranleitung, befüllen Sie das Heizsystem langsam über die dafür vorgesehene Füllarmatur mit Systemtrenner nach DIN EN 1717 mit geeignetem Heizungswasser und prüfen Sie den Anlagendruck. Entlüften Sie den Heizkörper, füllen Sie bei Bedarf nach und nehmen Sie die Heizung erst danach wieder in Betrieb. - Schritt 9: Heizkörper kontrollieren
Prüfen Sie im Betrieb, ob alle Ventile und Verschlüsse dicht sind. Entlüften Sie außerdem die Heizkörper. Sollte Heizungswasser an einem Ventil austreten, müssen Sie eventuell wieder mit Schritt 1 beginnen.
Nach dem Einbau: Füllwasser und hydraulischer Abgleich
Bevor Sie das Heizsystem wieder befüllen, lohnt ein Blick auf die Wasserqualität: Nach der Richtlinie VDI 2035 Blatt 1 (Ausgabe 2021) soll das Füll- und Ergänzungswasser so beschaffen sein, dass weder Kalk- und Steinablagerungen noch wasserseitige Korrosion entstehen – je nach Heizleistung und Anlagengröße kann dafür enthärtetes oder entsalztes Wasser nötig sein. Haben Sie einen oder mehrere Heizkörper getauscht, ändern sich außerdem die Strömungsverhältnisse im Heizungsnetz. Ein anschließender hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass jeder Heizkörper wieder die passende Wassermenge erhält – das spart Energie und beugt kalten Räumen oder Strömungsgeräuschen vor.
Fazit: Auch Hobbyhandwerker können Heizkörper ab- und einbauen
Wer sich das Geld für den Ab- und Einbau von Heizkörpern sparen möchte, kann die Arbeit selbst erledigen. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie bei Fehlern am Heizsystem selbst für mögliche Schäden durch undichte Ventile oder Schäden an der Heizungsanlage selbst haften.
Selbst tauschen oder Fachbetrieb beauftragen?
1. Trauen Sie sich zu, die Heizung sicher drucklos zu machen und die Gewinde dicht zu verschrauben?
2. Sitzt der Heizkörper im Einrohrsystem oder soll er zugleich versetzt oder in der Größe geändert werden?
Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie sich die Arbeit zutrauen, sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen. Dabei profitieren Sie nicht nur von professioneller Arbeit, für die der Fachbetrieb auch die Haftung übernimmt, sondern Sie können die Arbeitskosten als Handwerkerleistung nach § 35a EStG von der Steuer absetzen.
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