Hydraulischer Abgleich durchführen

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Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Im Prinzip soll durch den hydraulischen Abgleich einfach gesprochen dafür gesorgt werden, dass an jedem Heizkörper immer die richtige Menge Heizungswasser ankommt, sodass die gewünschte Menge Wärme abgegeben wird, und zwar jederzeit. Es geht also darum, alle Heizkörper gleichermaßen mit Heizungswasser zu versorgen und zu verhindern, dass die Heizkörper, die am entferntesten von dem Heizkessel liegen, zu wenig warmes Wasser bekommen und die, die am nächsten dranliegen, zu viel Wärme abgeben. Dies kann der sogenannte hydraulische Abgleich, bei dem es sich um eine sehr komplexe Optimierung und Regelung der Hydraulik in der Heizungsanlage handelt.

Hydraulischer Abgleich © Marco2811, stock.adobe.com
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Wann sollte man den hydraulischen Abgleich durchführen?

Selbstverständlich ist ein hydraulischer Abgleich beim Neubau und sollte auch bei dem Einbau einer neuen Heizung erfolgen. Aber auch bei bestehenden Heizungen hilft ein hydraulischer Abgleich, Energie und Geld zu sparen. Ein klares Indiz, dass ein hydraulischer Abgleich unbedingt durchgeführt werden sollte, sind zum Beispiel wahrnehmbare Strömungsgeräusche im Heizungssystem, oder auch unterschiedliche Temperaturen an den Heizkörpern bei derselben Thermostateinstellung.

Immer sollte man auch in einen hydraulischen Abgleich investieren, wenn sich die Randbedingungen für die Heizungsanlage geändert haben. Dazu zählen z.B. Maßnahmen zur Wärmedämmung am Haus, neue Fenster oder auch neue Thermostate.

Vorteile des Hyraulischen Abgleichs
Vorteile des Hyraulischen Abgleichs

Durch hydraulischen Abgleich Heizkosten senken

Durch die Optimierung des Gesamtsystems lassen sich zwischen 13 und 15 Prozent an Energie einsparen. Während der hydraulische Abgleich mit um die 1000 Euro für ein Einfamilienhaus zu Buche schlägt, kostet es bei dem aktuell gültigen Gaspreis (November 2023) rund 1800Euro bei einem Verbrauch von 18000 kWh. Dann machen 15 Prozent Einsparung 270 Euro pro Jahr aus. Damit hat sich ein hydraulischer Abgleich nach dreieinhalb Jahre schon amortisiert. Bei weiter steigenden Brennstoff-Preisen fällt die Ersparnis noch höher aus und die Investition amortisiert sich noch schneller.

Die Kosten, aber auch die Einsparungen liegen natürlich bei Mehrfamilienhäusern deutlich höher. Außerdem gibt es diverse Fördermittel durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) für den hydraulischen Abgleich. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Kosten für den hydraulischen Abgleich Steuer mindernd gelten zu machen. Damit lohnt es sich noch schneller, diese Maßnahme zur Optimierung der Heizung durchzuführen.

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Was passiert beim hydraulischen Abgleich?

Der hydraulische Abgleich sollte von einem Heizungs-Fachmann durchgeführt werden. Es gibt zwar im Internet kostenfreie Berechnungssysteme und Do-it-yourself-Anleitungen, allerdings erfordert ein hydraulischer Abgleich eine Systembetrachtung, für die Laien das Wissen fehlt.
Für Neubauten und für Gebäude im Bestand gibt es zwei verschiedene Verfahren für den hydraulischen Abgleich:

  • Verfahren A – vereinfachtes Verfahren
  • Verfahren B – genaues Verfahren

Beim vereinfachten Verfahren wird die Heizlast der Räume geschätzt, oft nach Baujahr bzw. auf die vorhandenen Heizkörper bezogen.

Bei Verfahren B dagegen wird die Heizlast exakt berechnet, Dafür sind inzwischen Apps verfügbar oder die Berechnung erfolgt mit einem sogenannten Datenschieber, ein Hilfsmittel, bei dem verschiedene Parameter leicht eingestellt und verändert werden können.

Die Berechnung der Heizlast ist wesentlich für den hydraulischen Abgleich, damit wird die Datengrundlage gelegt, anhand derer dann die folgenden Schritte erfolgen.

Anschließend werden die Heizkörper und die Thermostatventile überprüft hinsichtlich ihrer Heizleistung und ob die vorhandenen Heizungsthermostate voreinstellbar sind. Ebenso werden die Heizungsrohre und die Heizungspumpe inspiziert.
Auf Basis dieser Daten können die sinnvollen Thermostat-Voreinstellungen berechnet werden.

Im nächsten Schritt werden die berechneten Einstellungen an den Thermostaten umgesetzt. Sind die vorhandenen Thermostate nicht voreinstellbar, dann müssen sie ersetzt werden. Hiermit wird dafür gesorgt, dass jeder Heizkörper mit der notwendigen Menge Heizungswasser versorgt wird, sodass er die richtige Wärmemenge an den Raum abgeben kann.

Es kann außerdem sinnvoll sein, sogenannte Strangregulierungen einzusetzen, da in größeren Einheiten unter Umständen die voreingestellten Thermostate alleine nicht ausreichen, um die optimale Durchflussmenge zu erzielen.

Schließlich wird die Heizungspumpe entweder neu eingestellt oder ersetzt, Hocheffizienzpumpen sind deutlich Energie sparender als alte Heizungspumpen.

Abschließend erfolgt die Feineinstellung der Heizungsanlage über die Optimierung der Heizkurve. Häufig kann dadurch sogar die sogenannte Vorlauftemperatur gesenkt werden, was wiederum deutlich Energie sparen hilft.

Für die optimale Heizkurve wird die Vorlauftemperatur angepasst
Für die optimale Heizkurve wird die Vorlauftemperatur angepasst
Gleichmäßige Erwärmung durch hydraulischen Abgleich
Gleichmäßige Erwärmung der Heizkörper durch hydraulischen Abgleich

Fazit

Der hydraulische Abgleich ist Stand der Technik und wird auch für Bestandsgebäude unbedingt empfohlen. Es lassen sich bis zu 15 % Energie und damit natürlich Geld einsparen. Die Kosten sind mit um die 1000 Euro vergleichsweise hoch, amortisieren sich aber sehr schnell. Außerdem können Fördermittel beantragt werden oder die Kosten von der Steuer abgesetzt werden. Ein hydraulischer Abgleich dauert ca. einen Tag für ein Einfamilienhaus. Folgende Schritte werden durchgeführt:

  • Heizlastberechnung
  • Inspektion vorhandener Komponenten
  • Berechnung Voreinstellung der Thermostate
  • Ggf. Einbau von Strangregulierern
  • Einbau und Voreinstellung der Thermostate
  • Inspektion Heizungspumpe und ggf. Austausch gegen Hocheffizienzpumpe
  • Optimierung Heizkurve
Hydraulischer Abgleich: Bessere CO2-Bilanz, mehr Komfort, weniger Heizkosten
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