Ein wichtiger Faktor bei der Fußbodenheizung: Der Bodenbelag
Grundsätzlich ist jeder Bodenbelag für eine Fußbodenheizung geeignet. Voraussetzung ist allerdings, dass er zusammen mit einer Fußbodenheizung sowohl Temperaturschwankungen aushalten als auch leicht durchgängig für Wärme sein muss. Es gibt daher Bodenbeläge, die aufgrund ihres Wärmedurchlasses- und ihrer Wärmeleitfähigkeit besser für eine Fußbodenheizung geeignet sind als andere.
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Der Faktor „Dicke“ trägt wesentlich dazu bei, wie hoch die Temperatur des Zirkulationswassers der Fußbodenheizung eingestellt werden muss, um eine behagliche Wärme im Raum zu erzeugen. Entsprechend hoch fallen die Heizkosten aus. Denn die Dicke des Materials geteilt durch die Wärmeleitfähigkeit des Bodenbelags ergibt den Wärmedurchlasswiderstand. Darüber hinaus spielt auch das verwendete Material eine Rolle: Durch 10 mm dicke Fliesen gelangt die Wärme schneller und leichter in den Raum als durch 10 mm dickes Parkett. Die Norm DIN 4108 regelt den Wärmedurchlasswiderstand für einzelne Bauteile. Der Wert fließt laut Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) sogar gesetzlich in die Berechnung des Energiebedarfs eines Gebäudes mit ein. Deshalb ist auch die Berechnung des Wärmedurchlasswiderstands in der ISO 6946:2005-06 Abschnitt 6.2 genormt:
Der Wärmedurchlasswiderstand (R) errechnet sich aus dem Quotienten der Dicke (d) und der Wärmeleitfähigkeit (ƛ – Lambda) des Materials.
Bei Bodenbelägen die aus mehreren unterschiedlichen Materialien oder Schichten bestehen, addieren sich deren Wärmedurchlasswiderstände.
Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto günstiger ist es für die Wärmeabgabe der Fußbodenheizung. Der Wärmedurchlasswiderstand darf einen Richtwert von maximal 0,15 m²K/W (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) nicht überschreiten. Für die Wärmeleitfähigkeit hingegen gilt: Je größer der Wert, desto schneller geht die Wärme durch den Bodenbelag hindurch.
Material | Stärke in Millimetern (mm) | Wärmedurchlass in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (m²K/W) |
---|---|---|
Keramikfliesen | 13mm | 0,012 |
Korkparkett | 11mm | 0,129 |
Kunststoff-PVC | 2mm | 0,01 |
Kunststoff-Vinyl | 3mm | 0,015 |
Laminat | 9mm | 0,044 |
Linoleum | 2,5mm | 0,015 |
Marmorplatten | 30mm | 0,014 |
Mosaikparkett | 8mm | 0,038 |
Naturstein | 20mm | 0,017 |
Nadelvlies | 6,5mm | 0,12 |
Stabparkett | 22mm | 0,105 |
Teppich | 8mm | 0,1 |
Auch die Art der Verlegung des Bodenbelags, ob schwimmend oder fest verklebt, hat Einfluss auf die Fußbodenheizung und ihre Wärmeabgabe. Bei der schwimmenden Verlegung entsteht ein Luftraum zwischen Belag und Estrich, der den Wärmedurchlasswiderstand weiter erhöht. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass sich eine Ausdehnung des Bodenbelags ergeben kann. So dehnt sich beispielsweise Holz unter Wärme aus, was wiederum den Wärmedurchlasswiderstand beeinflusst.
Wer in seinem Haus eine Fußbodenheizung einbauen lassen möchte, sollte daher immer einen Fachmann zurate ziehen!
Fliesen und Natursteine
Fliesen- und Steinböden sind der optimale Bodenbelag bei einer Fußbodenheizung. Das liegt vor allem an ihrem hervorragenden Wärmedurchlasswiderstand und der hohen Wärmeleitfähigkeit. Fliesen weisen mit einer Stärke von 13 mm lediglich 0,012 m²K/W auf, Marmor mit einer Stärke von 30 mm kommt auf etwa 0,014 m²K/W. So heizen sich die Räume schnell auf. Außerdem speichern sie Wärme, wodurch die Fußbodenheizung besonders effizient arbeitet.
Aufgrund der hervorragenden thermischen Eigenschaften des Materials empfiehlt es sich, auch elektrische Fußbodenheizungen unter Fliesen oder Naturstein zu verlegen. Besonders in den Bereichen, die schnell Wärme verlieren.
Ein weiterer Vorteil des Bodenbelags: Die Fliese kann durch ihre uneingeschränkte Eignung für Fußbodenheizungen in der Regel nach Optik und Preis ausgesucht werden. Als optimale Fußbodenbeläge für Fußbodenheizungen gelten nicht nur Keramik- und Steinfliesen, sondern auch polierter Estrich, Schiefer und Natursteinplatten sowie Marmor.
Holz
Holz ist ein natürliches Material, das von der Feuchtigkeit aus der Umwelt beeinflusst wird. Deshalb ist es wichtig, den korrekten Feuchtigkeitsgehalt von Holzfußböden zu gewährleisten. Kammergetrocknetes Holz kommt deshalb mit einer Fußbodenheizung am besten zu recht.
Das Erhitzen des Bodens ändert den Feuchtigkeitsgehalt des Holzes. Man sollte aus diesem Grund einen Holzboden wählen, der sich an die Änderungen der Bodentemperatur anpassen kann, ohne sich zu verändern. Über die Eignung des Holzbodenbelags für die Fußbodenheizung sollte man deshalb immer mit dem Holzbodenhersteller oder -lieferanten sprechen.
Das Holz kann direkt über die Fußbodenheizung als schwimmender Boden oder auf einem Lattenaufbau verlegt werden. Bretter, die weniger als 20 Millimeter dick sind, sollten unterstützt und befestigt werden. Bei der Montage von Holzdielen über Estrich wird eine Trittschalldämmung empfohlen, die eine isolierende Wirkung aufweist, damit die Wärme gut an den Bodenbelag weitergeleitet wird.
Holzböden haben je nach Holzart völlig unterschiedliche thermische Eigenschaften. Daher gibt es in ihrer Eignung als Bodenbelag für eine Fußbodenheizung Unterschiede. Je dichter und dünner der Holzboden ist, desto besser leitet er Wärme. Allerdings besitzt Holz sehr gute Dämmeigenschaften, die in Verbindung mit einer Fußbodenheizung auch von Nachteil sein können.
Parkettboden ist in Massivholz oder Mehrschichtholz erhältlich. Es gilt als besonders edler und gleichzeitig wohnlich warmer Bodenbelag. Parkett lässt sich gut mit einer Fußbodenheizung kombinieren, wenn der Maximalwert des Wärmedurchlasswiderstandes nicht überschritten wird. Entscheidend ist die Auswahl des Materials. So leitet beispielsweise dunkles Holz die Wärme besser als helles. Eiche, Kirsche oder Nussbaum eignen sich daher besser für eine Fußbodenheizung als Buche oder Ahorn. Ein weiterer Vorteil von dunklen, groben Hölzern: Bei Temperaturschwankungen dehnen sie sich weniger stark aus als helle, weiche Holzarten.
Aus Effizienzgründen empfiehlt es sich, das Parkett zu verkleben, denn bei einer schwimmenden Verlegung entsteht ein Luftraum zwischen Belag und Estrich, der den Wärmedurchlasswiderstand erhöht. Zu bedenken ist jedoch, dass es durch das Verkleben zu etwas größeren Fugen kommen kann.
Schichtverleimtes Holz eignet sich hingegen perfekt. Dieses Holz kann die Veränderungen in der Bodentemperatur abfangen ohne Risse zu bilden. Bei weicherem und weniger dichtem Holz muss jedoch auf die Dicke der Dielen geachtet werden. Sie dürfen nicht isolierend wirken, weil sonst die Hitze blockiert wird.
Massives Hartholz ist hinsichtlich Feuchtigkeits- und Temperaturänderungen sehr anfällig. Es kann zu Rissen, Wölbungen und Krümmungen kommen. Bei der Verwendung einer Fußbodenheizung mit diesem Bodenbelag ist darauf zu achten, dass das Zusammenspiel von Holz und der ausreichend hohen Wärmeleistung sichergestellt ist. Auch hier gilt: Die Eignung des Materials mit dem Hersteller überprüfen!
Bambus ist ähnlich wie das schichtverleimte Holz, da es ein guter Wärmeleiter ist.
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Laminat
Laminatboden ist eigentlich kein Holzboden. Vielmehr handelt es sich um einen synthetischen Boden, der Holz simuliert. Er erfreut sich großer Beliebtheit, weil es einfach zu verlegen und eine kostengünstige Bodenbelagslösung ist.
Doch aufgepasst: Das gewählte Laminat sollte ausdrücklich für Fußbodenheizungen freigegeben sein. Die entsprechenden Wärmedurchlasswiderstände sind in der Regel auf der Verpackung angegeben. Häufig ist das Laminat auf der Unterseite bereits mit einer Trittschalldämmung versehen. Wird eine separate Trittschallunterlage verwendet, muss deren Wärmedurchlasswiderstand mit eingerechnet werden.
Wird Laminat über einer Fußbodenheizung verlegt, sollte zusätzlich eine Dampfsperre verlegt werden. Damit das Material nicht übertrocknet, darf die Oberflächentemperatur 26 °C nicht überschreiten – ein Wert der allerdings vom jeweiligen Hersteller abhängig ist. Auf zusätzliche Läufer oder Teppiche sollte verzichtet werden, da es in diesem Falle zu Hitzestaus kommen kann. Der Vorteil von geeignetem Laminat ist seine große Dekorvielfalt. Es kann leicht verlegt werden und ist kostengünstig.
Teppichboden
Grundsätzlich sind Teppichböden für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet, weil sie die Temperaturschwankungen auf dem geheizten Boden sehr gut vertragen. Vorausgesetzt, dass das Material des Teppichs oder der Unterlage nicht als Isolation wirkt, weil sonst die Wärme blockiert wird.
Je dicker allerdings der Teppich ist, desto höher wird sein Wärmedurchlasswiderstand. Daher empfehlen sich möglichst dünne Teppiche ohne Schaumpolster. Am besten ist es, wenn sie vollflächig mit einem Spezialkleber auf dem Boden verklebt werden. Für die Tauglichkeit des Teppichbelags spielt es keine Rolle, ob er aus Textil-, Kunst- oder Naturfaser besteht. Für Fußbodenheizungen geeignete Teppichböden sind in der Regel speziell gekennzeichnet.
Kunststoffböden
PVC- oder Vinylböden sind ebenfalls grundsätzlich für den Einsatz auf Fußbodenheizungen geeignet. Dennoch sollten immer die Herstellerangaben beachtet werden. Kunststoffböden erwärmen sich schnell und kühlen ebenso schnell wieder ab. Ein wichtiger und relevanter Wert ist auch bei diesen Böden der Wärmedurchlasswiderstand. Je nach Dicke und Material schwankt dieser. Ein Vinyl- oder PVC-Fußboden sollte mit Heiztemperaturen nicht höher als 27 °C betrieben werden. Auf jeden Fall empfehlenswert ist die vollflächige Verklebung des Kunststoffbodens, um die Fußbodenheizung so effizient wie möglich zu betreiben.
Bei der Wahl des Bodenbelags für die Fußbodenheizung sollte immer daran gedacht werden, dass er die maximale Heizleistung des Systems begrenzt, da bestimmte Bodenbeläge eine Höchsttemperaturbegrenzung aufweisen und die maximale Wärmeabgabe der Fußbodenheizung einschränken. Ein Unterschied von 2 °C in der Bodentemperatur macht bereits einen sehr großen Unterschied in der Leistung der Fußbodenheizung. Wenn der gewählte Bodenbelag für die Fußbodenheizung nur auf 27 °C erwärmt werden darf, wird möglicherweise die persönliche Wohlfühltemperatur im Raum nicht erreicht.
Die Raumtemperatur ist nämlich direkt mit der Bodentemperatur verbunden. Beispiel: Um einen Raum mit einem Fußbodenbelag mit 0,85 Kw Wärmedurchlass von 10 m² Größe auf 21 °C Raumtemperatur aufzuheizen, ist eine Bodentemperatur von 29 °C nötig. Darf der Bodenbelag jedoch nur auf 27 °C aufgeheizt werden, wird lediglich eine Raumtemperatur von etwas über 16 °C erreicht. Wer also eine Fußbodenheizung saniert, sollte sich auch beim Bodenbelag an einen Fachmann wenden.
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