Fußbodenheizung nachrüsten – Die Nasssysteme: Noppenplatten – Klettsystem – Tackersystem – Klemmschienen
Für die Verlegung einer Warmwasser-Fußbodenheizung gibt es zwei Systeme: das Nasssystem oder ein Trockensystem. Das Nasssystem ist vor allem für Sanierer geeignet, die bei der Modernisierung auch den Fußboden austauschen. Denn bei den Nasssystemen werden die flexiblen Kunststoffrohre der Fußbodenheizung auf Trägersystemen verlegt und anschließend mit Estrich vergossen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Nasssystem werden die Heizrohre auf einem Trägersystem fixiert und fest in den Estrich eingegossen.
- Zur Auswahl stehen Noppenplatten, Tacker-, Klett- und Klemmschienensystem – sie unterscheiden sich vor allem in der Befestigung.
- Die Rohre müssen sauerstoffdicht sein (DIN 4726), der Heizestrich folgt der DIN 18560-2.
- Vor dem Bodenbelag muss der Estrich trocknen und normgerecht funktionsgeheizt werden.
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Die Fußbodenheizungsrohre müssen dabei nach DIN 4726 sauerstoffdicht sein. Dies bedeutet, dass kein Sauerstoff über das Rohr in das Heizungssystem gelangen darf. Dies verhindert Korrosion an Stahlteilen der Heizung und verringert das sogenannte Abschlammen im Fußbodenheizungssystem.

Beim Estrich gilt die DIN 18560 Teil 2 für Heizestriche. Die Norm beschreibt die Arten, die Ausführung und die Anforderungen an den Estrich. Darüber hinaus sind an den Rändern des Estrichs Randdämmstreifen anzuordnen. Sie sollen bei der Wärmezufuhr die Ausdehnung des Estrichs ermöglichen und auch den Schallschutz gewährleisten. Bei größeren Flächen sind zusätzlich Dehnungsfugen vorzusehen.

Noppenplatten
Beim Noppenplattensystem für Fußbodenheizung werden die Heizungsrohre in Dämmplatten geklemmt, die auf ihren Oberseiten runde oder eckige Noppen haben. Sie sind etwas höher als die Heizungsrohre, damit die Rohre besser in ihrer Position gehalten werden. Das Noppenplattensystem besteht in der Regel aus expandiertem Polystyrol und ist zweischichtig: Oben Noppen und darunter eine Dämmschicht, die für eine Wärme- und Trittschalldämmung sorgt und zum Brand- und zum Feuchtigkeitsschutz beiträgt. Die Aufbau-Höhe der Fußbodenheizung vom Rohbodenbelag bis zum Bodenbelag beträgt bei diesem System rund 95 Millimeter. Dabei entfallen auf die Wärme- und Trittschalldämmung 35 mm, auf die Heizungsrohre 14 bis 17 mm und auf den Estrich etwa 45 mm.

Das Noppenplattensystem ist allerdings auch als reine Rohrträgerplatte ohne Dämmung erhältlich. Aufgepasst: Wer sich für das Noppenplattensystem entscheidet, sollte den Rohrdurchmesser seiner Fußbodenheizung kennen. Damit die Noppen auch die richtigen Aufnahmeabstände für die Rohre aufweisen (14 mm, 16 mm und 17 mm). Variabel sind auch die Abstände der Heizungsrohre zueinander. Das Verlegeraster erlaubt Abstände von 5, 10, 15, 20 oder mehr Zentimeter. Der Abstand der Heizungsrohre ist abhängig von der gewünschten Raumtemperatur.
Wie beschrieben, werden die Heizungsrohre nach der Verlegung auf dem Noppenplattensystem mit Estrich übergossen, wobei die erforderliche Rohrüberdeckung von Estrichart, Festigkeitsklasse und Systemfreigabe abhängt. Als grobe Materialorientierung ohne Estrich, Heizkreisverteiler und Montage liegen Noppenplatten je nach Dämmung und Hersteller im Juli 2026 häufig im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro Quadratmeter.

Tackersystem
Beim Tackersystem ist die Dämmschicht zur Wärme- und Trittschalldämmung an der Unterseite in regelmäßigen Abständen eingeschnitten, damit sie gerollt werden kann. Auf die Wärme- und Trittschalldämmung ist eine Verbundfolie aufkaschiert. Eine darunter liegende Styroporschicht sorgt für Brand-, Feuchtigkeits- und Schallschutz. Die Aufbau-Höhe der Fußbodenheizung vom Rohbodenbelag bis zum Bodenbelag beträgt hier 92 mm. Dabei entfallen auf die Wärme- und Trittschalldämmung 30 mm, auf die Heizungsrohre 17 mm und den Estrich 45 mm.

Beim Tackersystem werden die Heizungsrohre der Fußbodenheizung in einem bestimmten Abstand voneinander auf der Verbundfolie mit Tacker-Heizrohrhaltern festgetackert. Die Heizungsrohrhalter werden mit einem Tackermontagegerät über das Heizrohr hinweg in die Dämmschicht gedrückt. Damit die Heizrohrabstände gleichmäßig sind, ist auf der Folienoberseite ein Linienraster aufgedruckt.
Wie erwähnt, werden die Heizungsrohre nach der Verlegung mit dem Tackersystem mit Estrich übergossen, wobei die erforderliche Rohrüberdeckung von Estrichart, Festigkeitsklasse und Systemfreigabe abhängt. Für das Tackersystem entstehen Kosten pro Quadratmeter zwischen 14 und 27 Euro.
Klettsysteme
Beim Klettsystem wird das Trägermaterial sowie das Heizungsrohr geliefert. Wie beim Tackersystem ist die Wärme- und Trittschalldämmung an der Unterseite in regelmäßigen Abständen eingeschnitten, damit sie gerollt werden kann. Auf die Wärme- und Trittschalldämmung ist eine Verbundfolie mit Klettschicht aufkaschiert. Spezielle Klettrohre sind ab Werk spiralförmig mit einem Klettband umwickelt; für Kunststoff- und Verbundrohre ist die Sauerstoffdichtheit nach DIN 4726 maßgeblich. DIN EN 1264 regelt vor allem Planung, Aufbau und Installation des Flächenheizsystems. Die Rohre werden wie gewohnt abgerollt und einfach auf die kaschierte Dämmplatte im berechneten Abstand aufgedrückt. Ein aufgedrucktes Verlegeraster erleichtert dabei die Orientierung. Spezielle Verlege- oder Befestigungswerkzeuge werden nicht benötigt. Für dieses System liegen die Preise zwischen 14 Euro und 27 Euro.
Klemmschienensystem
Dieses System basiert auf Klemmschienen aus Polypropylen, die auf der Fußbodendämmung fixiert werden. Dazu weist die Schiene Bohrungen auf, mit der sie verschraubt werden kann. In die Klemmen dieser Schienen werden dann die Heizungsrohre der Fußbodenheizung gedrückt. Der Verlegeabstand der Heizungsrohre beträgt 50 mm oder ein Vielfaches davon. Auch hier gilt: Rohrdurchmesser beachten! Damit die Klemmen auch passen! Die Aufnahmemaße der Klemmschienen sind in der Regel für Rohrdurchmesser von 14 mm, 16/17 mm und 20 mm.

Wer auf Bohrungen verzichten möchte oder wegen der darunter liegenden Dämmung verzichten muss, der kann auf selbstklebende Klemmschienen zurückgreifen. Die Polypropylen-Schienen besitzen einen klebeaktiven Haftstreifen zur Befestigung auf der Dämmung. Der Preis für das Klemmschienensystem liegt zwischen 14 Euro und 27 Euro pro Quadratmeter.
Die vier Nasssysteme im Vergleich
Alle vier Systeme fixieren die Heizrohre auf der Dämmung, bevor der Estrich darübergegossen wird – der Unterschied liegt in der Befestigungstechnik.
| System | Befestigung der Rohre | Besonderheit |
|---|---|---|
| Noppenplatten | Rohre werden zwischen die Noppen geklemmt | Noppenraster muss zum Rohrdurchmesser passen |
| Tackersystem | mit Klammern in die Dämmung getackert | Linienraster für gleichmäßige Abstände |
| Klettsystem | Rohre werden auf das Klettband gedrückt | kein Spezialwerkzeug nötig |
| Klemmschiene | in verschraubte oder geklebte Schienen gedrückt | Verlegeabstand 50 mm oder Vielfaches |
Estrich trocknen: Funktionsheizen nicht vergessen
Nach dem Verlegen und Übergießen mit Estrich ist beim Nasssystem Geduld gefragt: Der Estrich muss zunächst aushärten – bei Zementestrich meist etwa 21 Tage, sofern Herstellerangaben nichts anderes vorsehen. Danach folgt das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4; ein eventuell nötiges Belegreifheizen ist gesondert zu planen. Der Bodenbelag darf erst verlegt werden, wenn die für Estrichart und Belag zulässige Restfeuchte erreicht und dokumentiert ist. Ein Aufheizprotokoll gehört zur fachgerechten Ausführung.
Kostenrechner: Fußbodenheizung nachrüsten – Nasssysteme
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