Elektro-Fußbodenheizung: Die Alternative bei der Sanierung
Eine der überzeugendsten Eigenschaften der elektrischen Fußbodenheizungen ist ihre sehr geringe Aufbauhöhe sowie der unkomplizierte Einbau – die mechanische Verlegung ist für geübte Heimwerker möglich, der elektrische Anschluss bleibt aber Sache einer Elektrofachkraft. Deshalb eignen sich bei der Sanierung die strombetriebenen Fußbodenheizungen für den nachträglichen Einbau ganz besonders.
Das Wichtigste in Kürze
- Elektrische Fußbodenheizungen bauen nur wenige Millimeter auf und reagieren schnell – ideal, um einzelne Räume bei der Sanierung nachzurüsten.
- Wegen der hohen Stromkosten eignen sie sich als Zusatzheizung für Bad oder Gäste-WC, nicht als Hauptheizung ganzer Wohnungen.
- Verlegen können geübte Heimwerker selbst – der elektrische Anschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Heizmatten zeichnen sich durch eine sehr geringe Aufbauhöhe aus.
Doch aufgepasst: Ob die Investition in eine Elektro-Fußbodenheizung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben geringer Aufbauhöhe von teilweise nur 3 mm und dem unkomplizierten und schnellen Einbau, hat die Elektro-Fußbodenheizung außerdem eine schnelle Reaktionszeit. Sie sorgt innerhalb kürzester Zeit für den individuellen Wärmebedarf.

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Als alleinige Hauptheizung ist eine Elektro-Fußbodenheizung in der Regel weder wirtschaftlich noch rechtlich unkompliziert: Bei neuer Nutzung als Stromdirektheizung sind die Anforderungen des § 46 GModG (bisher GEG) an den baulichen Wärmeschutz zu prüfen: Im Bestand muss das Gebäude sie um mindestens 30 Prozent unterschreiten, im Neubau nach § 10 Absatz 4 GModG um mindestens 45 Prozent. Ausgenommen sind Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, sowie im Bestand der Austausch einer vorhandenen Einzelraum-Stromdirektheizung. Durch die dauerhafte Beheizung großer Räume steigen die Stromkosten schnell in die Höhe; maßgeblich ist der aktuelle Strompreis.
Wann lohnt sich eine Elektro-Fußbodenheizung?
Vier typische Ausgangslagen – und was jeweils sinnvoll ist.
WennBadsanierung oder einzelner kleiner Raum
Dann Gut geeignet
Geringe Aufbauhöhe, schnelle Wärme und überschaubare Stromkosten bei kleiner Fläche und stundenweiser Nutzung.
WennSelten genutzte Räume wie Gästezimmer oder Hobbyraum
Dann Als Zusatzheizung sinnvoll
Punktuell zuschalten statt dauerhaft heizen – so bleiben die Betriebskosten im Rahmen.
WennGanze Wohnung oder ganzes Haus dauerhaft beheizen
Dann Nicht zu empfehlen
Im Dauerbetrieb über große Flächen liegen die Heizkosten deutlich über denen zentraler Heizsysteme.
WennNeubau oder Kernsanierung mit neuem Estrich
Dann Wasserführendes System prüfen
In Verbindung mit einer Wärmepumpe heizt eine wasserführende Fußbodenheizung im Dauerbetrieb deutlich günstiger.
Heizmatten und Heizfolien
Bei Elektro-Fußbodenheizungen gibt es zwei aktuelle Typen: Heizmatten und Heizfolien. Bei der Heizfolie handelt es sich um eine Graphitschicht auf Polyesterfolie. Der Strom wird dabei über zwei Kupferbänder geleitet. Das macht die Heizfolie zu einer relativ ebenen Fläche und eignet sich besonders für Parkett und Laminat. Bei der Heizmatte handelt es sich um Heizkabel auf einem Trägergewebe. Sie wird mit Kleber fixiert. Die Heizmatte ist besonders für Fliesen oder Steinboden geeignet.

Doch unabhängig vom Elektro-Fußbodenheizungstyp: Anders als noch vor einigen Jahren eignen sich Elektro-Fußbodenheizungen mittlerweile für fast alle Bodenbeläge. War es früher üblich eher auf Fliesen- oder Steinfußböden zu setzen, ist es heute aufgrund technischer Weiterentwicklungen möglich, Elektro-Fußbodenheizungen auch unter Holzböden wie Laminat oder Parkett zu verlegen. Selbst Linoleum-, Vinyl- oder Korkböden sind heute geeignet. Es muss jedoch immer auf die Herstellerangaben geachtet werden! Sie sollten darauf verweisen, dass die Materialien wärmebeständig und ausreichend wärmedurchlässig sind.
Richtige Planung ist das A und O
Wer eine Elektro-Fußbodenheizung einbauen möchte, muss vorab ermitteln, welche maximale Heizleistung die elektrische Fußbodenheizung erbringen muss. Dies sollte durch Fachbetrieb oder Herstellerplanung vorgenommen werden. Die nötige Flächenleistung hängt von Heizlast, Unterboden, Einbettung und Bodenbelag ab. Als grobe Orientierung gelten bei elektrischen Systemen etwa 80 bis 200 Watt pro Quadratmeter: Unter Holz-, Laminat-, Vinyl-, Kork- oder Teppichböden geben Belags- und Heizungshersteller oft niedrigere Maximalwerte vor, während Fliesen oder Naturstein – etwa im Bad – häufig mit 150 bis 200 Watt pro Quadratmeter geplant werden. Maßgeblich sind immer die Freigaben von Heizsystem- und Bodenbelaghersteller.

Es ist ratsam den auszustattenden Raum mit einem Metermaß auszumessen und eine maßstabsgetreue Skizze anzufertigen. Dazu werden die Flächen von festen Gegenständen, wie Badewanne, Waschbecken, Kamin, fest installierter oder großer Möbelstücke eingezeichnet und von der Gesamtfläche abgezogen. So ermittelt man die Anzahl der benötigten Heizmatten oder -folien unter Berücksichtigung von Länge und Breite.
Thermostate sollten mindestens 50 cm von Fenstern und Türen entfernt und ausschließlich an Innenwänden eingeplant werden. Wie viele Heizmatten sich an ein Thermostat anschließen lassen, hängt von dessen maximaler Schaltleistung ab (üblich sind 16 Ampere, also rund 3.600 Watt) – maßgeblich sind die Herstellerangaben. Der Bodensensor sollte zwischen zwei Heizkabeln verlaufen und mindestens 50 cm in den Raum hineinragen. Bei der Planung des Netzkabels sollte man auf vorhandene Stromanschlüssen zurückgreifen. Sie sollten in der Skizze vermerkt werden. So lässt sich Lage von Thermostat, Bodensensor und Netzwerkkabel optimieren und die Länge der Anschlüsse ermitteln.
Planung: daran sollten Sie denken
Verlegen der Elektro-Fußbodenheizung
Für den Verlauf des Bodensensors und Netzkabels wird von einer Fräse oder einem Trennschleifer mit entsprechender Trennscheibe jeweils eine Nut in den Unterboden gefräst. Anschließend wird der Boden gründlich gereinigt.
Beim Verlegen der elektrischen Fußbodenheizung beginnt man möglichst nah am Thermostat. Schutzfolien von den Heizmatten abziehen und gemäß der Skizze auf dem Boden ausrollen. Richtungsänderungen werden durch einen Einschnitt in das Trägermaterial vorgenommen und die Heizmatte an der Schnittstelle entsprechend umgeklappt. Dann wird das Netzkabel und der Bodensensor in die Fräsungen einpasst. Zum Schluss die Heizmatten festdrücken und den Kaltleiter der elektrischen Fußbodenheizung zum Anschlusspunkt zurückführen.
Das Trägermaterial von Heizmatten kann mit Schere oder Cuttermesser durchtrennt werden, so, dass der Richtungsverlauf der Matten verändert wird. Man muss jedoch darauf achten, keine Leiter durchzuschneiden.

Feinbeton oder Fließestrich nach Anleitung anrühren und damit die elektrische Fußbodenheizung gleichmäßig zugießen. Achtung: bei Fliesen als Bodenbelag nur eine sehr dünne Schicht auftragen. Bei Holz, Laminat, Teppich- oder Vinylboden sollte die Füllmasse mindestens 5 mm stark sein. Der Boden muss in der Regel 8 bis 10 Tage aushärten – maßgeblich sind die Trocknungszeiten des jeweiligen Herstellers. Erst danach kann das Thermostat angeschlossen und die Fußbodenheizung zu Testzwecken in Betrieb zu genommen werden.
Anschließend kann dann der gewünschte Bodenbelag verlegt werden.
Elektrischer Anschluss: Aufgabe der Elektrofachkraft
Verlegen dürfen geübte Heimwerker vieles selbst – der Anschluss an das 230-Volt-Netz gehört dagegen in die Hand einer Elektrofachkraft. Die Norm DIN VDE 0100-753 sieht für Stromkreise elektrischer Flächenheizungen eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI/RCD) mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom vor; in Bädern gelten nach DIN VDE 0100-701 zusätzliche Anforderungen an die Schutzbereiche. Die Fachkraft prüft außerdem, ob der vorhandene Stromkreis die zusätzliche Dauerlast verkraftet, misst den Widerstand der Heizelemente vor und nach dem Einbau und dokumentiert die Werte – das ist für Gewährleistungsfälle wichtig.
Kosten

In der Anschaffung kosten einfache Heizmatten- und Heizfolien-Sets je nach Leistung und Qualität meist etwa 15 bis 50 Euro pro Quadratmeter, Markensysteme mit Komfortregelung auch mehr; dazu kommt ein Thermostat mit Bodensensor ab etwa 50 Euro. Bei größeren Mattenflächen sinkt der Quadratmeterpreis häufig spürbar.

Der günstigen Anschaffung stehen die Betriebskosten gegenüber. Rechnen Sie deshalb mit der Anschlussleistung: Eine mit 100 Watt pro Quadratmeter ausgelegte Heizfläche von acht Quadratmetern hat 800 Watt Anschlussleistung; läuft sie zwei Stunden, verbraucht sie 1,6 kWh. Multipliziert mit dem eigenen Arbeitspreis pro Kilowattstunde ergibt das die Kosten je Nutzung – und macht schnell sichtbar, warum Dauerbetrieb über große Flächen teuer wird.
Informationen zur Fußbodenheizung Die Idee, Räume mittels einer Fußbodenheizung zu erwärmen, stammt nicht etwa aus unserem modernen Zeitalter. Schon die… weiterlesen




