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Elektro-Fußbodenheizung

Elektro-Fußbodenheizung: Die Alternative bei der Sanierung

Eine der überzeugendsten Eigenschaften der elektrischen Fußbodenheizungen ist ihre sehr geringe Aufbauhöhe sowie der unkomplizierte Einbau – die mechanische Verlegung ist für geübte Heimwerker möglich, der elektrische Anschluss bleibt aber Sache einer Elektrofachkraft. Deshalb eignen sich bei der Sanierung die strombetriebenen Fußbodenheizungen für den nachträglichen Einbau ganz besonders.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elektrische Fußbodenheizungen bauen nur wenige Millimeter auf und reagieren schnell – ideal, um einzelne Räume bei der Sanierung nachzurüsten.
  • Wegen der hohen Stromkosten eignen sie sich als Zusatzheizung für Bad oder Gäste-WC, nicht als Hauptheizung ganzer Wohnungen.
  • Verlegen können geübte Heimwerker selbst – der elektrische Anschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

Heizmatten zeichnen sich durch eine sehr geringe Aufbauhöhe aus.

Doch aufgepasst: Ob die Investition in eine Elektro-Fußbodenheizung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben geringer Aufbauhöhe von teilweise nur 3 mm und dem unkomplizierten und schnellen Einbau, hat die Elektro-Fußbodenheizung außerdem eine schnelle Reaktionszeit. Sie sorgt innerhalb kürzester Zeit für den individuellen Wärmebedarf.

Heizmatte © mykeyruna, stock.adobe.com
Heizmatten zeichnen sich durch eine sehr geringe Aufbauhöhe aus © mykeyruna, stock.adobe.com
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Elektrische Fußbodenheizungen haben eine geringe Aufbauhöhe
Elektrische Fußbodenheizungen haben eine geringe Aufbauhöhe

Als alleinige Hauptheizung ist eine Elektro-Fußbodenheizung in der Regel weder wirtschaftlich noch rechtlich unkompliziert: Bei neuer Nutzung als Stromdirektheizung sind die Anforderungen des § 46 GModG (bisher GEG) an den baulichen Wärmeschutz zu prüfen: Im Bestand muss das Gebäude sie um mindestens 30 Prozent unterschreiten, im Neubau nach § 10 Absatz 4 GModG um mindestens 45 Prozent. Ausgenommen sind Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, sowie im Bestand der Austausch einer vorhandenen Einzelraum-Stromdirektheizung. Durch die dauerhafte Beheizung großer Räume steigen die Stromkosten schnell in die Höhe; maßgeblich ist der aktuelle Strompreis.

Wann lohnt sich eine Elektro-Fußbodenheizung?

Vier typische Ausgangslagen – und was jeweils sinnvoll ist.

WennBadsanierung oder einzelner kleiner Raum

Dann Gut geeignet

Klassischer Fall

Geringe Aufbauhöhe, schnelle Wärme und überschaubare Stromkosten bei kleiner Fläche und stundenweiser Nutzung.

WennSelten genutzte Räume wie Gästezimmer oder Hobbyraum

Dann Als Zusatzheizung sinnvoll

Punktuell zuschalten statt dauerhaft heizen – so bleiben die Betriebskosten im Rahmen.

WennGanze Wohnung oder ganzes Haus dauerhaft beheizen

Dann Nicht zu empfehlen

Stromkosten

Im Dauerbetrieb über große Flächen liegen die Heizkosten deutlich über denen zentraler Heizsysteme.

WennNeubau oder Kernsanierung mit neuem Estrich

Dann Wasserführendes System prüfen

Alternative

In Verbindung mit einer Wärmepumpe heizt eine wasserführende Fußbodenheizung im Dauerbetrieb deutlich günstiger.

Tipp: Lassen Sie sich vorab von einem Experten beraten. Die Kosten können je nach Einsatzbereich stark variieren. Das ist nicht nur von der entsprechenden Fläche abhängig, sondern auch wo die Heizung verlegt werden soll. Hier spielen viele Faktoren mit hinein, unter anderem auch der sogenannte Wärmedurchlasswiderstand der Bodenbeläge. Deshalb sollte im Vorfeld geklärt sein, wie hoch der Wärmebedarf im jeweiligen Raum ist und mit welchem Verbrauch demzufolge zu rechnen ist.

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Heizmatten und Heizfolien

Bei Elektro-Fußbodenheizungen gibt es zwei aktuelle Typen: Heizmatten und Heizfolien. Bei der Heizfolie handelt es sich um eine Graphitschicht auf Polyesterfolie. Der Strom wird dabei über zwei Kupferbänder geleitet. Das macht die Heizfolie zu einer relativ ebenen Fläche und eignet sich besonders für Parkett und Laminat. Bei der Heizmatte handelt es sich um Heizkabel auf einem Trägergewebe. Sie wird mit Kleber fixiert. Die Heizmatte ist besonders für Fliesen oder Steinboden geeignet.

Typen elektrischer Fußbodenheizung: Heizmatte und Heizfolie
Typen elektrischer Fußbodenheizung: Heizmatte und Heizfolie

Doch unabhängig vom Elektro-Fußbodenheizungstyp: Anders als noch vor einigen Jahren eignen sich Elektro-Fußbodenheizungen mittlerweile für fast alle Bodenbeläge. War es früher üblich eher auf Fliesen- oder Steinfußböden zu setzen, ist es heute aufgrund technischer Weiterentwicklungen möglich, Elektro-Fußbodenheizungen auch unter Holzböden wie Laminat oder Parkett zu verlegen. Selbst Linoleum-, Vinyl- oder Korkböden sind heute geeignet. Es muss jedoch immer auf die Herstellerangaben geachtet werden! Sie sollten darauf verweisen, dass die Materialien wärmebeständig und ausreichend wärmedurchlässig sind.

Richtige Planung ist das A und O

Wer eine Elektro-Fußbodenheizung einbauen möchte, muss vorab ermitteln, welche maximale Heizleistung die elektrische Fußbodenheizung erbringen muss. Dies sollte durch Fachbetrieb oder Herstellerplanung vorgenommen werden. Die nötige Flächenleistung hängt von Heizlast, Unterboden, Einbettung und Bodenbelag ab. Als grobe Orientierung gelten bei elektrischen Systemen etwa 80 bis 200 Watt pro Quadratmeter: Unter Holz-, Laminat-, Vinyl-, Kork- oder Teppichböden geben Belags- und Heizungshersteller oft niedrigere Maximalwerte vor, während Fliesen oder Naturstein – etwa im Bad – häufig mit 150 bis 200 Watt pro Quadratmeter geplant werden. Maßgeblich sind immer die Freigaben von Heizsystem- und Bodenbelaghersteller.

Fliesen in Holzoptik werden auf eine elektrische Fussbodenheizung verlegt © bilanol, stock.adobe.com
Fliesen werden auf eine elektrische Fussbodenheizung verlegt © bilanol, stock.adobe.com

Es ist ratsam den auszustattenden Raum mit einem Metermaß auszumessen und eine maßstabsgetreue Skizze anzufertigen. Dazu werden die Flächen von festen Gegenständen, wie Badewanne, Waschbecken, Kamin, fest installierter oder großer Möbelstücke eingezeichnet und von der Gesamtfläche abgezogen. So ermittelt man die Anzahl der benötigten Heizmatten oder -folien unter Berücksichtigung von Länge und Breite.

Thermostate sollten mindestens 50 cm von Fenstern und Türen entfernt und ausschließlich an Innenwänden eingeplant werden. Wie viele Heizmatten sich an ein Thermostat anschließen lassen, hängt von dessen maximaler Schaltleistung ab (üblich sind 16 Ampere, also rund 3.600 Watt) – maßgeblich sind die Herstellerangaben. Der Bodensensor sollte zwischen zwei Heizkabeln verlaufen und mindestens 50 cm in den Raum hineinragen. Bei der Planung des Netzkabels sollte man auf vorhandene Stromanschlüssen zurückgreifen. Sie sollten in der Skizze vermerkt werden. So lässt sich Lage von Thermostat, Bodensensor und Netzwerkkabel optimieren und die Länge der Anschlüsse ermitteln.

Planung: daran sollten Sie denken

Heizlast klären Wärmebedarf und nötige Flächenleistung (etwa 80 bis 200 Watt pro Quadratmeter) vom Fachbetrieb ermitteln lassen.
Raum ausmessen Maßstabsgetreue Skizze anfertigen; feste Einbauten wie Badewanne oder Einbaumöbel von der Heizfläche abziehen.
Thermostat und Sensor platzieren Innenwand mit Abstand zu Fenstern und Türen; der Bodensensor verläuft zwischen zwei Heizleitern.
Elektrik früh klären Stromkreis, FI-Schutz und Anschluss vorab mit einer Elektrofachkraft besprechen.
Qualität prüfen Sichtprüfung, Herstellerfreigabe, CE-Kennzeichnung sowie zusätzliche Prüfzeichen wie VDE oder GS beachten.
Wichtig: Prüfen Sie beim Kauf und vor dem Einbau die Montageanleitung, die Herstellerfreigabe für den Bodenbelag und sichtbare Schäden an Heizleitern, Muffen und Kaltleitern. CE-Kennzeichnung ist kein unabhängiges Prüfsiegel; zusätzliche Prüfzeichen wie VDE oder GS können die Produktsicherheit besser belegen. Für den sicheren Betrieb sind außerdem Bodenfühler/Temperaturbegrenzung, geeigneter FI/RCD-Schutz und der Anschluss durch eine Elektrofachkraft entscheidend.

Verlegen der Elektro-Fußbodenheizung

Für den Verlauf des Bodensensors und Netzkabels wird von einer Fräse oder einem Trennschleifer mit entsprechender Trennscheibe jeweils eine Nut in den Unterboden gefräst. Anschließend wird der Boden gründlich gereinigt.

Beim Verlegen der elektrischen Fußbodenheizung beginnt man möglichst nah am Thermostat. Schutzfolien von den Heizmatten abziehen und gemäß der Skizze auf dem Boden ausrollen. Richtungsänderungen werden durch einen Einschnitt in das Trägermaterial vorgenommen und die Heizmatte an der Schnittstelle entsprechend umgeklappt. Dann wird das Netzkabel und der Bodensensor in die Fräsungen einpasst. Zum Schluss die Heizmatten festdrücken und den Kaltleiter der elektrischen Fußbodenheizung zum Anschlusspunkt zurückführen.

Das Trägermaterial von Heizmatten kann mit Schere oder Cuttermesser durchtrennt werden, so, dass der Richtungsverlauf der Matten verändert wird. Man muss jedoch darauf achten, keine Leiter durchzuschneiden.

Elektrische Fußbodenheizung © mironovm, stock.adobe.com
Elektrische Fußbodenheizung © mironovm, stock.adobe.com

Feinbeton oder Fließestrich nach Anleitung anrühren und damit die elektrische Fußbodenheizung gleichmäßig zugießen. Achtung: bei Fliesen als Bodenbelag nur eine sehr dünne Schicht auftragen. Bei Holz, Laminat, Teppich- oder Vinylboden sollte die Füllmasse mindestens 5 mm stark sein. Der Boden muss in der Regel 8 bis 10 Tage aushärten – maßgeblich sind die Trocknungszeiten des jeweiligen Herstellers. Erst danach kann das Thermostat angeschlossen und die Fußbodenheizung zu Testzwecken in Betrieb zu genommen werden.

Anschließend kann dann der gewünschte Bodenbelag verlegt werden.

Elektrischer Anschluss: Aufgabe der Elektrofachkraft

Verlegen dürfen geübte Heimwerker vieles selbst – der Anschluss an das 230-Volt-Netz gehört dagegen in die Hand einer Elektrofachkraft. Die Norm DIN VDE 0100-753 sieht für Stromkreise elektrischer Flächenheizungen eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI/RCD) mit höchstens 30 mA Bemessungsdifferenzstrom vor; in Bädern gelten nach DIN VDE 0100-701 zusätzliche Anforderungen an die Schutzbereiche. Die Fachkraft prüft außerdem, ob der vorhandene Stromkreis die zusätzliche Dauerlast verkraftet, misst den Widerstand der Heizelemente vor und nach dem Einbau und dokumentiert die Werte – das ist für Gewährleistungsfälle wichtig.

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Kosten

Preise und Kosten © eyetronic, stock.adobe.com
Preise und Kosten für eine Elektro-Fußbodenheizung © eyetronic, stock.adobe.com

In der Anschaffung kosten einfache Heizmatten- und Heizfolien-Sets je nach Leistung und Qualität meist etwa 15 bis 50 Euro pro Quadratmeter, Markensysteme mit Komfortregelung auch mehr; dazu kommt ein Thermostat mit Bodensensor ab etwa 50 Euro. Bei größeren Mattenflächen sinkt der Quadratmeterpreis häufig spürbar.

Elektrisch Fußbodenheizung: Günstig in der Anschaffung, teuer im Betrieb
Elektrisch Fußbodenheizung: Günstig in der Anschaffung, teuer im Betrieb

Der günstigen Anschaffung stehen die Betriebskosten gegenüber. Rechnen Sie deshalb mit der Anschlussleistung: Eine mit 100 Watt pro Quadratmeter ausgelegte Heizfläche von acht Quadratmetern hat 800 Watt Anschlussleistung; läuft sie zwei Stunden, verbraucht sie 1,6 kWh. Multipliziert mit dem eigenen Arbeitspreis pro Kilowattstunde ergibt das die Kosten je Nutzung – und macht schnell sichtbar, warum Dauerbetrieb über große Flächen teuer wird.

Fußbodenheizung modulare Verlegung © Michel Angelo, stock.adobe.com
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