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Fußbodenheizung: Richtige Einstellung

Fußbodenheizung: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Um eine Fußbodenheizung wirksam und energiesparend zu betreiben, ist eine optimale Einstellung des Heizungssystems notwendig. Glaubt man Heizungsfachleuten, lassen sich ein viel zu hoher Energieverbrauch oder zu geringe Wärme in der Regel nicht auf Fehler beim Bau einer Fußbodenheizung zurückführen, sondern vielmehr auf Einstellungsfehler.

In den meisten Fällen regeln heute Raumthermostate die Heizungsanlage. Sofern sie vom Fachmann einmal richtig eingestellt wurden, ist ein problemloser Betrieb gewährleistet. An ihnen kann man die gewünschte Raumtemperatur einstellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fußbodenheizung reagiert träge: Sie braucht Stunden zum Aufheizen und gibt danach lange Restwärme ab.
  • Planen Sie Heizzeiten und Zeitschaltuhr entsprechend früh – oder nutzen Sie eine vorausschauende Steuerung.
  • Selbst einstellen sollten Sie nur die Raumtemperatur; Vorlauf, Rücklauf und Durchfluss gehören zum Fachbetrieb.
  • Die Vorlauftemperatur liegt meist bei maximal rund 35 °C und wird der Außentemperatur angepasst.
Temperatur einstellen © Bluedesign, stock.adobe.com
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Sind keine Raumthermostate vorhanden, kann man die Raumtemperatur nur über die Einstellventile der Temperaturregelung bestimmen. Sie befinden sich in der Regel im Heizkreisverteiler. Aber Achtung: hier planlos Veränderungen vorzunehmen, kann problematisch werden, wenn man nicht gezielt vorgeht. Denn eine Fußbodenheizung besteht aus einem sehr komplexen System.

Die Fußbodenheizung braucht lange Vorlaufzeiten
Die Fußbodenheizung braucht lange Vorlaufzeiten

Anlauf

Wer seine Fußbodenheizung anschaltet, darf nicht erwarten, dass es sofort warm wird. Eine Fußbodenheizung braucht länger, bis sie anläuft und die Räume optimal wärmt. Durchschnittlich drei Stunden, bis ein Raum die gewünschte Temperatur hat. Wer eine sehr hohe Raumtemperatur einstellt, wie beispielsweise 24 °C, muss noch etwas länger warten. Wer mit einer Nachtabsenkung arbeitet, sollte dies unbedingt berücksichtigen. Sollen die Räume morgens um acht Uhr die gewünschte Temperatur haben, sollte die Zeitschaltuhr auf spätestens fünf Uhr eingestellt werden.

Der Grund für dieses träge Verhalten ist die Masse des Systems: Der Estrich über den Heizrohren nimmt viel Wärme auf und gibt sie nur langsam wieder ab. Das macht die Fußbodenheizung angenehm gleichmäßig, aber wenig spontan – kurzes Hoch- und Runterregeln bringt kaum etwas. Wer Heizzeiten plant, sollte diese Trägheit von vornherein einkalkulieren.

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Abschaltung

Beim Abschalten der Fußbodenheizung muss bedacht werden, dass sie die Wärme noch für einige Stunden im System hält und die Räume länger warm bleiben. Bis zu zwei Stunden, nachdem die Heizung abgeschaltet wurde. Wer seine Räume also um Mitternacht nicht mehr warm haben möchte, kann seine Heizung so einstellen, dass sie bereits um 22 Uhr abschaltet.

Die Fußbodenheizung reagiert träge

ca. 2–3 Std.bis der Raum nach dem Einschalten die Wohlfühltemperatur erreicht
bis ~2 Std.gibt der Estrich nach dem Abschalten noch Restwärme ab
~3 Std. frühersollte die Zeitschaltuhr morgens starten, damit es rechtzeitig warm ist
Orientierungswerte – je nach Estrichaufbau, Dämmung und Bodenbelag; im Einzelfall abweichend
Fußbodenheizung Verteiler, © Severin Lonka, stock.adobe.com
Fußbodenheizung Verteiler: Sind keine Raumthermostate vorhanden, kann man die Raumtemperatur nur über die Einstellventile der Temperaturreglung bestimmen. Sie befinden sich in der Regel im Heizkreisverteiler © Severin Lonka, stock.adobe.com
Tipp: Senken Sie die Fußbodenheizung nachts eher moderat ab, statt sie stark auskühlen zu lassen. Wegen der trägen Reaktion ist der Spareffekt kleiner als bei Heizkörpern und hängt von Dämmung, Bodenaufbau und Heizsystem ab; gleichzeitig bleibt das Wiederaufheizen komfortabler.
Hinweis: Die Verbraucherzentrale nennt für Wohnräume etwa 20 °C als sparsamen Richtwert; im Bad darf es bei Nutzung wärmer sein. Für Schlafräume werden je nach Feuchte- und Schimmelrisiko eher etwa 16 °C bis 18 °C empfohlen.

Vorlauftemperatur

Bevor das Heizungswasser in den Heizkreis geleitet wird, muss es auf Temperatur gebracht werden. Das geschieht im Wärmeerzeuger, etwa im Heizkessel oder in einer Wärmepumpe. Das warme Wasser wird dann mit der sogenannten Vorlauftemperatur durch Rohrleitungen in die Fußbodenheizung geleitet. Mit dem Vorlauf wird also die Strecke vom Heizkessel bis zum Eintritt in die Fußbodenheizung bezeichnet. Die Vorlauftemperatur ist in der Regel der Außentemperatur angepasst. Viele Fußbodenheizungen besitzen deshalb einen Außenfühler, der mit dem System verbunden ist. Er sorgt dafür, dass die Heizung die Vorlauftemperatur abhängig von der Außentemperatur automatisch einstellt.

Steuerung der Heizung © Matthias Bühner, stock.adobe.com
Steuerung der Vorlauf- und Rücklauftemperatur © Matthias Bühner, stock.adobe.com

Besitzt die Fußbodenheizung keinen Außenfühler, wird die Vorlauftemperatur manuell eingestellt. Häufig liegt die Vorlauftemperatur einer gut ausgelegten Fußbodenheizung etwa im Bereich von 30 °C bis 35 °C; ältere oder schlechter gedämmte Anlagen können höhere Werte benötigen. Veränderungen an der Vorlauftemperatur sollte man lieber nicht selbst vornehmen, da sie Auswirkungen auf andere Werte der Heizung hat.

Fußsbodenheizung Einstellung: Der Fachmann weiß wie es geht
Fußsbodenheizung Einstellung: Der Fachmann weiß wie es geht

Kurz gefragt

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Rücklauftemperatur

Unter der Rücklauftemperatur versteht man die Temperatur, mit der das Heizwasser aus der Fußbodenheizung wieder zum Heizkessel kommt. Auf dem Weg durch die Rohrschlangen der Fußbodenheizung gibt das Wasser seine Wärme ab, um damit den Raum aufzuheizen. Zurück im Heizkessel erfolgt die erneute Erwärmung. Man nennt den Temperaturunterschied zwischen Vor- und Rücklauf auch Spreizung. Über die Einstellung der Rücklauftemperatur kann man bis zu einem gewissen Grad die Leistung einer Heizung steuern. Doch von der Rücklauftemperatur und der Spreizung sollte der Laie die Finger lassen.

Die Spreizung zeigt die Temperaturdifferenz von Vorlauf- und Rücklauf an
Die Spreizung zeigt die Temperaturdifferenz von Vorlauf- und Rücklauf an

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Heizkurve

Ist die Raumtemperatur niedriger als die eingestellte Temperatur, wird geheizt. Steigt sie darüber, schaltet die Heizung ab. Doch mit der Raumtemperatur allein, kommt die Fußbodenheizung nicht aus, wenn sie beispielsweise die Außentemperatur berücksichtigen will. Die Heizkurve löst dieses Problem. Denn sie beschreibt in Form einer Kennlinie den Zusammenhang von Außentemperatur und Vorlauftemperatur. Das Heizungssystem wird vom Fachmann entsprechend eingestellt und sollte nicht geändert werden.

Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur
Die Heizkennlinie auch Heizkurve genannt bestimmt die Vorlauftemperatur

Durchfluss

Der Durchfluss ist die Menge des Wassers, das durch die Fußbodenheizungsrohre eines bestimmten Heizkreises fließt. Eine Veränderung der Durchflussmenge in einem Heizkreis kann sämtliche Leistungswerte des Heizungssystems verändern. Deshalb: Finger weg!

Die Bestimmung der Durchflussmenge für die einzelnen Heizkreise ist Sache des sogenannten „hydraulischen Abgleichs“. Dabei werden immer alle anderen Leistungswerte zusätzlich mit in Betracht gezogen, da sie Einfluss auf Vorlauf- und Rücklauftemperatur sowie Spreizung haben.

Fußbodenheizung einstellen © Alexander Raths, stock.adobe.com
Fußbodenheizung einstellen: Sämtliche Einstellungen sollten einem Heizungsfachbetrieb überlassen werden © Alexander Raths, stock.adobe.com
Diese Faktoren bestimmen die Durchflussmenge
Diese Faktoren bestimmen die Durchflussmenge

Hydraulischer Abgleich

Für eine gleichmäßige Wärmeverteilung braucht eine Fußbodenheizung einen hydraulischen Abgleich. Dabei werden vor allem die erforderlichen Volumenströme je Heizkreis und die Druckverluste der Anlage ermittelt. Diese Werte sind in den Heizkreisen keineswegs gleich und hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Heizwärmebedarf
  • Volumenströme
  • Rohrlänge
  • Untergrund der Fußbodenheizung
  • Bodenbelag und Belagsdicke
  • Vorlauftemperatur
Hydraulischer Abgleich: Gut für die Umwelt und die Finanzen
Hydraulischer Abgleich: Gut für die Umwelt und die Finanzen

Die einmal eingestellten Werte des hydraulischen Abgleichs sollten grundsätzlich nicht verändert werden. Sämtliche Einstellungen sollten einem Heizungsfachbetrieb überlassen werden.

Selbst einstellen – oder besser den Fachbetrieb?

1. Möchten Sie nur die gewünschte Raumtemperatur anpassen?

JaDie Raumtemperatur dürfen Sie selbst am Raumthermostat einstellen. Am Heizkreisverteiler nur klar gekennzeichnete Raumregler nutzen – Durchfluss- und Abgleichventile nicht verändern.
NeinDann sind Berechnungswerte betroffen – siehe nächster Schritt.

2. Sollen Vorlauf, Rücklauf, Spreizung, Durchfluss oder der hydraulische Abgleich geändert werden?

JaFinger weg: Das ist Berechnungssache und gehört in die Hand des Heizungsfachbetriebs.
NeinDann ist keine Änderung nötig – die einmal eingestellten Grundwerte bleiben.
Heizung richtig einstellen © ZVSHK
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Fazit

Die richtige Einstellung sorgt für effektiven Betrieb
Die richtige Einstellung sorgt für effektiven Betrieb

Der Laie sollte lediglich die Raumtemperatur selbstständig einstellen. Entweder über Thermostat oder die Einstellventile der Temperaturregelung. Alle anderen Veränderungen, wie an der Vorlauf- oder Rücklauftemperatur, der Spreizung oder dem Durchfluss, sollten Sie ohne Fachbetrieb nicht vornehmen, da diese Werte Berechnungssache sind. Hier kann nur ein Heizungsfachbetrieb helfen.

Fußbodenheizung: An den Grundeinstellungen muss in der Regel nichts geändert werden
Fußbodenheizung: An den Grundeinstellungen muss in der Regel nichts geändert werden
Heizung einstellen und warten © Alexander Raths, stock.adobe.com
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