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Hausenergiebedarf berechnen

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Energiebedarf berechnen: So viel Heizenergie braucht mein Haus

Viele Hausbesitzer fragen sich, was ihr Haus im Jahr an Heizenergie verbraucht. Der Energiebedarf hat schließlich Einfluss auf die Heizkosten. Wer einen Energieausweis für sein Haus besitzt, kann auf Seite 2 unter der Angabe „Endenergiebedarf dieses Gebäudes“ seinen Energiebedarf nachlesen. Dem sogenannten „Bedarfsausweis“ liegt die Berechnung zugrunde, wie hoch der Energiebedarf eines Gebäudes aufgrund seiner Bauweise sein sollte. In die Berechnung fließen Faktoren wie die Beschaffenheit der Gebäudehülle, die Witterungseinflüsse, der Standort, die Nutzung oder die vorhandene Haustechnik mit ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Energiebedarf zeigt, wie viel Heizenergie ein Haus pro Jahr braucht – ablesbar im Energieausweis oder selbst überschlagbar.
  • Man unterscheidet Nutzenergie (im Gebäude nutzbar), Endenergie (ab Zähler) und Primärenergie (inklusive Vorkette).
  • Für Warmwasser gelten 20 kWh/m²·a Gebäudenutzfläche; bei solarer Trinkwassererwärmung 12 kWh/m²·a.
  • Die Überschlagsformeln gelten nicht für Wärmepumpen; im Zweifel helfen Energieausweis oder Fachbetrieb.
Heizkosten © M. Schuppich, stock.adobe.com
Energiebedarf berechnen: So viel Heizenergie braucht mein Haus © M. Schuppich, stock.adobe.com
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Wer Besitzer eines Altbaus ab dem Baujahr 1977 ist und die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 eingehalten wurde, kann den tatsächlichen Energieverbrauch auf Seite 3 unter „Endenergieverbrauch dieses Gebäudes“ ablesen. Der sogenannte „Verbrauchsausweis“ basiert nämlich auf dem tatsächlichen Energieverbrauch. Hier wird der Energieverbrauch der letzten drei Jahre zugrunde gelegt.

Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz
Der Energieausweis liefert Daten zur Energieeffizienz

Wer keinen Energiepass besitzt, kann seinen Endenergiebedarf (Qe) in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr [kWh/(m²·a)] überschlägig abschätzen; eine GEG-konforme Bedarfsberechnung erfolgt nach DIN V 18599. Die Endenergie wird aus dem Nutzenergiebedarf (Qn) und den Anlagenverlusten durch Speicherung, Verteilung und Warmwasser errechnet. Einfachheitshalber betrachten wir hier nur die Wärmeerzeugung von Heizung und Warmwasser.

Was bedeutet die Endenergie im Bereich der Heiztechnik
Was bedeutet die Endenergie im Bereich der Heiztechnik

Formel

Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Warmwasserbereitung (vereinfacht: Anlagenverluste durch Speicherung und Verteilung bleiben hier außen vor)
Die Anlagenverluste sollten möglichst gering sein
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Der Nutzenergiebedarf ermittelt sich aus der berechneten Heizleistung (siehe Artikel Heizleistung berechnen) der Anlage in Kilowatt [kW] und der Heizzeit in Stunden pro Jahr [h/a]. Als Jahresheizzeit bezeichnet man die Periode zwischen Beginn und Ende einer Heizperiode. Sie ist von Klima, geographischer und Höhenlage und anderen Faktoren abhängig und an jedem Ort verschieden. In Mietverhältnissen wird der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April häufig als Heizperiode herangezogen; gesetzlich festgelegt ist er nicht. Die 2.100 Stunden pro Jahr sind deshalb nur ein grober Überschlagswert.

Formel

Nutzenergie = Heizleistung in Kilowatt [kW] × Heizzeit in Stunden pro Jahr [h/a]

Nach den Regeln für Verbrauchswerte im Wohngebäudebestand kann der Warmwasseranteil bei Ein- und Zweifamilienhäusern ohne Messwert ersatzweise mit 20 kWh/m²·a Gebäudenutzfläche AN angesetzt werden. Bei solarer Trinkwassererwärmung sind es 12 kWh/m²·a AN. Für Wärmepumpen ist diese einfache Überschlagsrechnung nur mit passender JAZ- beziehungsweise Strombilanz sinnvoll.

Wer die Energieträger zusätzlich unter Umwelt- und Vorketten-Aspekten vergleichen möchte, kann den Primärenergiebedarf berechnen. Er beschreibt nicht die Brennstoffmenge im Heizkessel, sondern den Endenergiebedarf multipliziert mit dem Primärenergiefaktor des jeweiligen Energieträgers.

Der Primärenergiebedarf (QP) in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr [kWh/(m²·a)] ergibt sich aus der Multiplikation des Endenergiebedarfs (Qe) in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr [kWh/(m²·a)] den Primärenergiefaktor (fP) von Strom, Öl, Gas oder Holz.

Hierbei sind in dem Gebäude-Energie-Gesetz folgende Primärenergiefaktoren festgelegt:

  • Holz: 0,2
  • Erdwärme, Geothermie, Solarthermie, Umgebungswärme: 0,0
  • Heizöl: 1,1
  • Erdgas und Flüssiggas: 1,1
  • Steinkohle: 1,1; Braunkohle: 1,2
  • Strom (netzbezogen): 1,8

Formel

Qp = Qe x fP
Der Unterschied zwischen Primärenergie, Endenergie und Nutzenergie
Der Unterschied zwischen Primärenergie, Endenergie und Nutzenergie

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In vier Schritten zum Energiebedarf

1

Nutzenergie berechnen

Die berechnete Heizleistung (in kW) mit der Jahresheizzeit (oft rund 2.100 Stunden) multiplizieren – das ergibt die jährliche Nutzenergie in kWh.

2

Warmwasser addieren

Pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche 20 kWh/m²·a ansetzen; bei solarer Trinkwassererwärmung 12 kWh/m²·a, dann zur Nutzenergie addieren.

3

Endenergie je m² bestimmen

Die Summe durch die Gebäudenutzfläche teilen – das Ergebnis ist der Endenergiebedarf in kWh pro m² und Jahr.

4

Primärenergie ermitteln

Den Endenergiebedarf mit dem Primärenergiefaktor des Energieträgers multiplizieren (z. B. Holz 0,2, Erdgas 1,1, Strom 1,8).

Beispielrechnung

Mein Haus wird für den Überschlag mit 200 m² Gebäudenutzfläche angesetzt, mit einer Holzpellet-Heizung, die zur Warmwasserbereitung von einer Solaranlage unterstützt wird. Die Heizleistung des Hauses wurde mit 2,45 kW berechnet.

Zuerst ermitteln wir die Nutzenergie:

Nutzenergie = Heizleistung × Heizzeit 2,45 kW x 2.100 h/a = 5.145 kWh/a

Danach berechnen wir den Aufwand für die Warmwasserbereitung mit Solarenergie:

Warmwasserbereitung = 12 kWh/m²·a × Gebäudenutzfläche 12 kWh/m²·a × 200 m² = 2.400 kWh/a

Aus diesen Ergebnissen errechnen wir nun den Endenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr

5.145 kWh/a + 2.400 kWh = 7.545 kWh/a 7.545 kWh/a / 200 m² = 37,725 kWh/m²·a

Der Primärenergiebedarf ergibt sich bei der Verwendung von Holz deshalb aus:

Primarenergiebedarf = Endenergiebedarf x Primärenergiefaktor 37,725 kWh/m² a x 0,2 = 7,545 kWh/m²·a

Vom Energiebedarf zu Kosten und Anlagengröße

Der so ermittelte Energiebedarf ist die Grundlage für die zu erwartenden Heizkosten und ergänzt Heizleistung und Heizlast, die die nötige Größe des Wärmeerzeugers bestimmen. Eine genaue, gebäudescharfe Bilanz nach dem GEG liefert der Energieausweis eines Energieberaters.

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