Ein- und Zweirohr-Heizungssysteme

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Systemvergleich: Ein- und Zweirohr-Heizungssysteme

Der Heizungskreislauf sorgt dafür, dass die Wärme zu den einzelnen Heizflächen transportiert wird, um dann den jeweiligen Raum zu beheizen. Die Dimension und Aufbau des entsprechenden Rohrsystems werden dabei stets den individuellen Anforderungen vor Ort angepasst. Dabei lassen sich zwei Grundtypen der Zentralheizung voneinander unterscheiden: Das Ein- und Zweirohrsystem, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Das Einrohr-Heizungssystem

Wie der Name schon andeutet – beim Einrohr-Heizungssystem wird das warme Heizungswasser (Vorlauf) mit einer einzigen Rohrleitung zu den Heizkörpern transportiert. Das Wasser fließt dann von Heizkörper zu Heizkörper. Das erkaltete Heizungswasser wird dann wiederum mit einer einzelnen Rohrleitung (Rücklauf) zum Heizkessel zurückgeführt. Technisch betrachtet ist das Einrohr-Heizungssystem eine Ringleitung, wobei die einzelnen Heizkörper in einer Reihe angeschlossen sind. Durch diese Bauweise sinkt die Vorlauftemperatur von Heizkörper zu Heizkörper. Da das Heizungswasser deshalb zunehmend an Wärme verliert, wird diesem Wärmeverlust dadurch begegnet, indem man die Heizkörper größer werden lässt. Je weiter ein Heizkörper vom Heizkessel entfernt ist, desto größer muss er dimensioniert werden, um im Raum die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Heizkörper im Altbau unter einem Fenster © hanohiki, stock.adobe.com
Einrohr-Heizungssystem: Heizkörper im Altbau unter einem Fenster © hanohiki, stock.adobe.com

Bei Einrohrheizungen bleibt innerhalb eines Rohrkreislaufs die Wassermenge immer gleich, da mit einem konstanten Volumenstrom gearbeitet wird. Wird mit einem Thermostatventil an einem Heizkörper die Heizwassermenge gedrosselt, gelangt automatisch höher temperiertes Wasser zum nächsten Heizkörper. Folge: dieser Heizkörper wird zu warm. Sollte dann dieser Heizkörper ebenfalls herunterreguliert werden, setzt sich dieser Effekt im gesamten Heizungssystem fort.

Klassische Einrohr-Heizungen haben deshalb den Nachteil, dass die Vorlauftemperatur am Heizkörper von seinem Vorgänger beeinflusst wird. Dadurch können Heizkörper deutlich schlechter reguliert werden. Es ist häufig zu warm oder zu kalt. Das mindert die Effizienz und sorgt für hohe Heizkosten.

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Das Zweirohr-Heizungssystem

Beim Zweirohrsystem strömt das warme Heizungswasser über die Vorlaufleitung mit jeweils einem eigenen Anschluss zum Heizkörper und wird danach direkt in die Rücklaufleitung geschickt. Das erkaltete Heizungswasser wird über die Rücklaufleitung zum Heizkessel zurückbefördert.

Jeder Heizkörper wird dabei mit annähernd der gleichen Vorlauftemperatur bedient. Dies bedeutet, dass sich die Heizkörper gegenseitig nicht beeinflussen. Wird ein Heizkörper abgesperrt, hat dies keinen Einfluss auf die Wärmeleistung der anderen Heizkörper im Heizungskreislauf. Deshalb können beim Zweirohr-Heizungssystem Heizkörper mit gleicher Größe installiert werden, weil sie bei gleicher Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf die gleiche Wärmeleistung erbringen.

Heizkoerper Anschluss © nikkytok, stock.adobe.com
Zweirohr-Heizungssystem: Heizkörper Anschluss im Neubau © nikkytok, stock.adobe.com

Beim Zweirohr-Heizungssystem gibt es allerdings eine Sonderform – das Tichelmann-System. Vorteil: Bei dieser Form des Zweirohr-Heizungssystems ist kein hydraulischer Abgleich mehr nötig. Es setzt aber voraus, dass die Rohre zu den Heizkörpern jeweils die gleiche Länge haben. Dadurch werden annähernd gleiche Druckverluste bewirkt, was den hydraulischen Abgleich überflüssig macht. Dieses Prinzip wurde vom deutschen Heizungsingenieur Albert Tichelmann (1861–1926) entwickelt, dessen Name es trägt.

Ein- oder Zweirohr-Heizungssystem?

Im direkten Vergleich beider Systeme zeigt sich, dass Zweirohr-Heizungssysteme energetische Vorteile mit sich bringen, da ein Einrohr-Heizungssystem sich nur sehr schlecht optimieren lässt, was sich wiederum ungünstig auf die Betriebskosten auswirkt. Zudem sollte ein Einrohr-Heizungssystem nicht unbedingt für Brennwertanlagen verwendet werden. Denn dabei kann eine Rücklauftemperaturerhöhung über die entsprechende Abgas-Taupunkttemperatur nicht ausgeschlossen werden.

Die Vorteile des Einrohr-Heizungssystem, die sich aus Planung, Materialverbrauch, Montage und Flexibilität ergeben, fallen den energetischen Vorteilen des Zweirohr-Heizungssystems gegenüber kaum ins Gewicht. Eine klassische Einrohrheizung besitzt gegenüber einer Zweirohrheizung einen thermischen Mehraufwand von etwa 20 Prozent und einen elektrischen Mehraufwand durch den Dauereinsatz der Umwälzpumpe von rund 70 Prozent.

Das Einrohr-Heizungssystem wird in der Regel auch nicht mehr verbaut. Grund für dessen Installation war in den 70er und 80er Jahren hauptsächlich die deutlich geringeren Materialkosten. Eine nennenswerte Investitionskostendifferenz lässt sich heute nicht mehr feststellen. Insgesamt spricht alles für die Zweirohr-Heizungssystem, was sich auch in ihrer größeren Verbreitung in der Praxis widerspiegelt.

Neben einer Komplettsanierung zum Zweirohr-Heizungssystem, um Heizkosten zu sparen, gibt es durchaus Alternativen. Neben einem hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage sowie eine korrekte Einstellung der Vorlauftemperatur, sollten die Heizungsrohre isoliert werden. Auch der Austausch einer alten Umwälzpumpe gegen eine moderne Umwälzpumpe kann Kosten sparen.

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