Heizkostenverteiler

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Heizkostenverteiler (HKV) sind Geräte, die am Heizkörper befestigt werden und die verbrauchte Wärmemenge erfassen. Mit ihrer Hilfe können mit mehreren Heizkostenverteilern die individuelle Heizkostenberechnung jedes einzelnen Nutzers erstellt werden.

Heizkostenverteiler ablesen © Kzenon, fotolia.com
Heizkostenverteiler ablesen © Kzenon, fotolia.com

Dabei misst der Heizkostenverteiler die Wärmemenge nicht, sondern erfasst Einheiten. Das heißt, er ist nicht wie der Wärmemengenzähler ein Messgerät, sondern ein Erfassungsgerät.

Aufbau eines Heizkostenverteilers

Auf der Rückseite ist der Heizkostenverteiler meist aus Metall, da dieses die Wärme gut leitet. Mit dieser Seite ist der HKV an den Heizkörper montiert. Die Vorderseite ist mit dem Rückenteil sicher verplombt und besteht in der Regel aus Kunststoff. Die Erfassungsvorrichtung ist darin sicher eingeschlossen.

Wie funktioniert ein Heizkostenverteiler?

Wenn sich der Heizkörper erwärmt, erwärmt sich auch das Metall-Rückenteil des Heizkostenverteilers. Diese Temperatur wird über die Heizperiode integriert, sie bildet den Mess- oder Erfassungswert.

Tipp: Als Heizperiode wird laut Heizkostenverordnung immer ein Jahr angesetzt.

Bei elektronischen Zweifühlergeräten wird die Temperaturdifferenz von Heizkörper und Raumtemperatur integriert und als Messwert erhoben.

Die vom Heizkörper abgegebene Wärmemenge ist immer auch von der Größe und Bauart desselben abhängig. Zudem spielt der Wärmeübergang zwischen Heizkörper und Heizkostenverteiler eine Rolle. Da jeder Heizkostenverteiler eine Einheitsskala besitzt, müssen diese Unterschiede anderweitig ausgeglichen werden.

Aus diesem Grund wird jeder erfasste Wert mit einem individuellen Faktor multipliziert, um eine gerechte Kostenverteilung zu erhalten. Es gibt aber auch Heizkostenverteiler mit einer sogenannten Produktskala, die den Umrechnungsfaktor schon beinhaltet und direkt abgelesen werden kann.

Elektronischen Heizkostenverteiler werden durch eine Programmierung entsprechend skaliert. Die Daten über den Hersteller und Heizkörpertyp mit den entsprechenden Maßen werden hier bei der Montage eingegeben.

Tipp: Manche Heizkostenverteiler haben zwei Skalen – eine Verbrauchs- und eine Kontrollskala. Damit sollen Ablesefehler vermieden werden.
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Verschiedene Bauarten

  1. Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip
  2. Bei diesem Heizkostenverteiler-Typ ist im Rückenteil ein Glasröhrchen integriert, das mit einer Flüssigkeit gefüllt und oben offen ist. Diese Messflüssigkeit verdunstet je nach Temperatur unterschiedlich schnell.

    Als Messflüssigkeit kommen zum Beispiel Benzoesäuremethylester oder 1-Hexanol zum Einsatz. Diese Flüssigkeiten verdunsten sehr langsam, sodass man sie nur einmal im Jahr bei der Hauptablesung nachfüllen muss.

    Tipp: Es empfiehlt sich, jedes Jahr eine Flüssigkeit in einer anderen Farbe nachzufüllen, damit man diese vom Vorjahr unterscheiden kann.

    Ein geringer Teil der Messflüssigkeit verdunstet auch bei kaltem Heizkörper, da die Raumtemperatur dafür ausreicht. Deshalb wird das Glasröhrchen über den Nullpunkt gefüllt.

    Tipp: Wenn ein Raum beispielsweise aufgrund starker Sonneneinstrahlung oft auch ohne Heizung erhitzt wird, kann die daraus resultierende Kaltverdunstung zum fehlerhaften Ableseergebnissen führen.

    Werden neue Niedertemperaturheizungen mit Temperaturen unter 60 Grad eingebaut, sind Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip nicht zugelassen. Denn bei den geringen Systemtemperaturen können diese Geräte keine zuverlässigen und genauen Werte liefern.

  3. Kapillarheizkostenverteiler
  4. Das sind spezielle Heizkostenverteiler mit sehr dünnen Glasröhrchen. Aufgrund des geringeren Durchmessers benötigen sie weniger Messflüssigkeit. Da diese durchaus gesundheitlich umstritten ist, ist das ein Vorteil gegenüber den anderen Heizkostenverteilern.

    Kapillarheizkostenverteiler ©  Dan Race, fotolia.com
    Kapillarheizkostenverteiler © Dan Race, fotolia.com

    Ein weiterer Vorteil ist die größere Genauigkeit aufgrund einer längeren Skala. Es entstehen weniger Ablesefehler und im Ergebnis können sie sich mit elektronischen Heizkostenverteilern vergleichen. Allerdings sind Kapillarheizkostenverteiler vergleichsweise günstiger.

  5. Elektronische Heizkostenverteiler
  6. Ein elektronischer Heizkostenverteiler misst die Raumtemperatur und die Heizkörpertemperatur über Sensoren. Die Temperaturdifferenz zeigt ein Display oder ein Zählwerk in Form von Zählschritten an.

    Heizkostenverteiler © Kzenon, fotolia.com
    Elektronischer Heizkostenverteiler © Kzenon, fotolia.com

    Einfachere elektronische Heizkostenverteiler haben nur einen Sensor, der die Temperatur am Heizkörper misst. Für die Raumtemperatur wird eine Konstante angenommen.

    Auch bei elektronischen Heizkostenverteilern kann es trotz kaltem Heizkörper fälschlicherweise zu erfassten Zählschritten kommen. Nämlich dann, wenn die Umgebungstemperatur so hoch ist, dass der Sensor diese wahrnimmt und erfasst.

    Für den Betrieb des Geräts wird eine Batterie benötigt. Ältere Heizkostenverteiler bekommen jedes Jahr bei der Hauptablesung eine neue Batterie eingesetzt. Aktuell werden Lithium-Batterien fest in die Heizkostenverteiler eingesetzt, die dann bis zu zehn Jahre halten.

    Vorteile von elektronischen Heizkostenverteilern

    Die elektronische Variante bietet im Vergleich zu Heizkostenverteilern, die mit Verdunstung arbeiten, einige komfortable Zusatzfunktionen. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass die Werte per Funk abgelesen werden können. Damit entfällt der Besuch des Ablesers.

    Zudem können auch Monatswerte erfasst und weitergeleitet werden. Wechselt der Wohnungsnutzer, müssen zum Ablauf der Verpflichtungen keine Zwischenmessungen vorgenommen werden.

    Eine weitere Annehmlichkeit bietet die Speicherung zu einem bestimmten Stichtag, beispielsweise der 31. Dezember. Der Heizkostenverteiler speichert den Ablesewert und beginnt wieder bei Null. Der Ableser kann danach kommen, da der entsprechende Wert ja sicher abgespeichert ist und jederzeit abgelesen werden kann.

    Eine sogenannten Prüfsummenbildung sorgt dafür, dass im Nachhinein Fehler beim Ablesen, Störungen und Manipulationsversuche ersichtlich werden.

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