Abgasmessung bei der Heizung – so läuft sie ab
Die Abgasmessung bei Heizungen ist vergleichbar mit der AU beim Auto. In regelmäßigen Abständen misst der Schornsteinfeger dabei, wie viel Schadstoffe eine Heizungsanlage ausstößt oder mit welcher Temperatur die Abgase in den Schornstein strömen. Wir haben alles Wichtige rund um diese Sicherheitsüberprüfung für Sie zusammengestellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Abgasmessung prüft der Schornsteinfeger Schadstoffe, Abgastemperatur und die sichere Ableitung der Abgase.
- Öl- und Gasheizungen werden nach der 1. BImSchV je nach Alter alle zwei bis drei Jahre gemessen.
- Moderne Gas-Brennwertgeräte brauchen keine klassische Abgasverlustmessung mehr; geprüft wird vor allem das giftige Kohlenmonoxid.
Sinn und Zweck der Abgasmessung
Aus folgenden Gründen wird eine Abgasmessung bei Ihrer Heizung durchgeführt:
- Einhaltung von Grenzwerten:
Wenn Brennstoffe zum Heizen verbrannt werden, entstehen Abgase, die in die Atmosphäre geleitet werden. So verursacht das Heizen mit Gas, Öl oder Holz u.a. klimaschädliches CO2. Insbesondere Festbrennstoffe erzeugen Feinstaub. Ist dessen Konzentration in der Atemluft zu hoch, kann das gesundheitsschädigend sein. Der primäre Zweck der Abgasmessung bei Ihrer Heizung dient deshalb zur Kontrolle geltender Grenzwerte. Es wird geprüft, ob Ihre Heizungsanlage diese einhält. - Betriebssicherheit und Brandschutz:
Wenn Heizungen mit einem Brenner oder Brennraum arbeiten, besteht bei fehlender Wartung oder Kontrolle Brandgefahr oder z.B. bei Gasheizungen Explosionsgefahr. Durch die Abgasmessung können Expert:innen erkennen, ob die Abgase sicher nach draußen geführt werden. Im Zuge der Messung kann sich z.B. zeigen, ob ein Schornstein durch ein Vogelnest verstopft ist. Die Kontrolle ist wichtig, denn bei der Verbrennung entsteht u.a. hochgiftiges Kohlenmonoxid. Das geruchlose Gas kann bei verstopften Schornsteinen zurückströmen und sich in Räumen absetzen.
Im Rahmen der Abgasmessung wird auch ermittelt, wie viel Heizwärme über die Abgasanlage entweicht. Ist die Temperatur z.B. zu niedrig, kann Kondensat entstehen, das sich im Schornstein sammelt und zu dessen Versottung beiträgt. - Nachhaltigkeit und Effizienz:
Eine Abgasmessung lässt Rückschlüsse darauf zu, wie effizient eine Heizungsanlage arbeitet. Ist z.B. der Gehalt an CO2 zu hoch, kann das ein Hinweis auf eine unzureichende Verbrennung oder eine Verbrennung von zuviel Brennstoff sein. Die Messergebnisse dienen deshalb meist als Grundlage für eine gründliche Heizungswartung.


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Wie läuft eine Abgasmessung ab?
Die Abgasmessung kann vom Schornsteinfeger im Rahmen der regelmäßigen Prüfintervalle durchgeführt werden. Ebenso kontrollieren Heizungsprofis aus dem SHK-Betrieb z.B. nach einer Heizungswartung, ob das Heizsystem alle erforderlichen Abgasgrenzwerte einhält.
Für die Messung wird ein spezielles Abgasmessgerät verwendet. Dieses verfügt über einen Sensor auf einem Messstutzen, der in eine spezielle kleine Öffnung im Abgasrohr eingeführt wird. Die Sonde kann sowohl die Konzentration bestimmter Abgasbestandteile in ppm (parts per million) als auch die Temperatur des Abgases messen.
Üblicherweise wird die Heizungsanlage während der Messung in den sogenannten „Schornsteinfegermodus“ versetzt.
Das Messgerät wird danach gestartet. In der Regel dauert die Messung zwischen 30 und 60 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit werden die Werte sekündlich ermittelt. Anschließend wird ein Mittelwert gebildet.
Was misst der Schornsteinfeger – je nach Brennstoff?
| Heizungsart | Im Fokus der Messung | Typischer Prüftakt |
|---|---|---|
| Gas-Brennwertheizung | Kohlenmonoxid (CO), sichere Abgasführung – keine klassische Abgasverlustmessung | alle 2–3 Jahre |
| Ältere Gas-/Ölheizung (Heizwerttechnik) | Abgasverlust, Abgastemperatur, CO₂- und O₂-Gehalt | alle 2–3 Jahre nach Alter |
| Ölheizung | zusätzlich Rußzahl und Prüfung auf Ölderivate | alle 2–3 Jahre nach Alter |
| Festbrennstoff (Holz, Pellets) | Feinstaub und Kohlenmonoxid (CO) | alle 2 Jahre |
Zu den Standardwerten gehören:
- Höhe der Abgastemperatur
- Höhe der Verbrennungslufttemperatur
- Konzentration an Kohlenstoffdioxid
- Konzentration an Kohlenmonoxid
- Sauerstoffgehalt
- Abgasverlust
Nach Abschluss der Messung wird ein Prüfprotokoll ausgedruckt. Misst der Schornsteinfeger im Rahmen der wiederkehrenden Überprüfung, werden die relevanten Messwerte dokumentiert; welche Termine für Ihre Anlage anstehen, hält der Feuerstättenbescheid fest. Überschreiten diese die gültigen Grenzwerte, muss der Mangel behoben und die Anlage erneut überprüft werden; in der Praxis ist dafür häufig eine Wartung der Heizungsanlage nötig. Nach der Wartung wird dann erneut eine Abgasmessung vom Schornsteinfeger durchgeführt.

Wie oft müssen die Abgase am Schornstein gemessen werden?
Wie oft die Abgasmessung erfolgen muss, hängt von zwei verschiedenen Vorschriften ab. Dabei spielen u.a. das Alter der Heizungsanlage sowie der verwendete Brennstoff eine Rolle.
- Wiederkehrende Überwachung nach der 1. BImSchV: Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) begrenzt die Schadstoffe und den Energieverlust über das Abgas. Bei Öl- und Gasfeuerungen geht es vor allem um den Abgasverlust, bei Festbrennstoffen zusätzlich um Feinstaub und Kohlenmonoxid. Wie oft die Werte vom Schornsteinfeger ermittelt werden müssen, hängt vom Alter der Anlage ab: Öl- und Gasheizungen werden in der Regel alle drei Jahre geprüft, ältere Anlagen (Inbetriebnahme vor mehr als zwölf Jahren) alle zwei Jahre. Modernere, effizientere Anlagen müssen also seltener kontrolliert werden als alte Heizungen.
- Prüfung der Betriebs- und Brandsicherheit nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO): Hier geht es um die sichere Ableitung der Abgase und den Brandschutz, nicht um Schadstoffgrenzwerte. Die KÜO legt fest, wie oft Abgasanlagen gekehrt und überprüft werden; bei Gas-Brennwertheizungen erfolgt die Abgaswegeprüfung mit Kohlenmonoxid-Messung typischerweise alle zwei bis drei Jahre. Wie häufig genau gekehrt und gemessen wird, hängt von Brennstoff und Betriebsweise ab.
Als grobe Orientierung gilt: Öl- und Gasheizungen, die nach der 1. BImSchV überwacht werden, prüft der Schornsteinfeger alle drei Jahre, bei einer Inbetriebnahme vor mehr als zwölf Jahren alle zwei Jahre. Anlagen mit selbstkalibrierender, kontinuierlicher Verbrennungsregelung müssen nur alle fünf Jahre gemessen werden. Davon getrennt läuft die Sicherheitsüberprüfung nach der KÜO mit ihrem eigenen Takt.
Brennwertgeräte: Warum die klassische Abgasverlustmessung entfällt
Bei modernen Gas-Brennwertgeräten gibt es keine klassische Abgasverlustmessung mehr. Der Grund liegt in der Technik: Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Wärme im Wasserdampf des Abgases und arbeiten dadurch so effizient, dass die Abgase mit sehr niedriger Temperatur den Kessel verlassen. Der Abgasverlust liegt damit bauartbedingt deutlich unter den Grenzwerten der 1. BImSchV, sodass eine separate Verlustmessung keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringt. Bei Gasanlagen wird stattdessen im Rahmen der Abgaswegeprüfung vor allem das geruchlose, giftige Kohlenmonoxid überwacht; bei Ölheizungen kommen die Rußzahl und die Prüfung auf Ölderivate hinzu. Für Hausbesitzer heißt das: Eine sparsame, gut gewartete Brennwertheizung verursacht beim Schornsteinfeger weniger Mess- und Prüfaufwand.
Was kostet die Abgasmessung vom Schornsteinfeger?
Wie teuer eine Abgasmessung bei Ihrer Heizung wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt Ihr Heizsystem eine Rolle für die Kosten und zum anderen der Aufwand, der für den Schornsteinfeger dadurch entsteht.
Für die reine Abgasmessung werden je nach Region und Aufwand meist rund 45 bis 70 Euro fällig. Die Preise können unterschiedlich ausfallen, da die Abgasmessung nicht zu den hoheitlichen Aufgaben des Bezirksschornsteinfegers gehört, sondern zu den allgemeinen, frei verhandelbaren Dienstleistungen im Schornsteinfegerhandwerk. Hoheitliche Gebühren wie Feuerstättenschau und Feuerstättenbescheid werden seit Januar 2025 mit einem höheren Arbeitswert berechnet; freie Messleistungen bleiben preislich verhandelbar.
Um Kosten zu sparen, können Sie für die Abgasmessung bei Ihrer Heizung Angebote von verschiedenen Schornsteinfegern einholen und sich für das günstigste entscheiden.
In der Praxis lohnt sich die Beauftragung eines anderen Schornsteinfegers oft nur, wenn dadurch Termine gebündelt werden. Die Feuerstättenschau bleibt Aufgabe des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers und findet nach § 14 SchfHwG nicht jährlich statt; bei Gasheizungen übernimmt er ohnehin die wiederkehrenden Sicherheitsprüfungen. Abgaswegeprüfung und Messungen laufen nach KÜO beziehungsweise 1. BImSchV. Ob ein Wechsel wirtschaftlich ist, hängt deshalb vor allem von Anfahrt, Terminaufwand und Angebotspreis ab.
Häufige Fragen zur Abgasmessung
Ist die Abgasmessung Pflicht?
Warum wird bei meiner Brennwertheizung kein Abgasverlust gemessen?
Was kostet die Abgasmessung?
Was passiert, wenn die Grenzwerte überschritten werden?
Schornsteinfeger: Welche Pflichten gibt es, welche Kosten entstehen für Hausbesitzer und Mieter? Um die Sicherheit von Feuerstätten zu gewährleisten, gibt… weiterlesen

Abgasmessung bei Heizungen wichtig für Sicherheit, Effizienz und Umweltschutz
Wenn die Abgase Ihrer Heizung regelmäßig vom Schornsteinfeger gemessen und die Abgaswege überprüft werden, ist das ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit Ihrer Heizungsanlage. Geprüft werden vor allem Verbrennungsluftversorgung, Abgasführung und der Kohlenmonoxid-Gehalt im Abgas; eine Gasleitungsprüfung ersetzt das nicht.
Gleichzeitig zeigt die Abgasmessung, ob Ihre Heizung effizient läuft. Somit liefert die Messung z.B. wichtige Hinweise dazu, ob Ihre Heizungsanlage gereinigt oder repariert werden muss.
Heizung: Vorschriften, die Sie beachten müssen Bis eine Heizung in Betrieb genommen werden darf, müssen verschiedene Vorgaben berücksichtigt werden. So… weiterlesen



