Heizungsrohre verlegen: Der Fachmann ist unverzichtbar!
Wer Heizungsrohre selbst verlegen möchte, muss genau wissen, was er sich zutrauen kann und was nicht. Bei der Installation müssen nämlich Rohre geschweißt, gelötet oder gepresst werden. In der Regel wird diese Arbeit von einem Heizungsinstallateur übernommen. Sollten Sie Teilabschnitte selbst übernehmen, sollten Sie die Abnahme und Dichtheitsprüfung vor dem Schließen der Bauteile durch einen SHK-Fachbetrieb einplanen. Die DIN EN 14336 regelt dafür die Installation und Abnahme wassergeführter Heizungsanlagen. Außerdem – sind die Heizungsrohre erst einmal im Boden, in der Wand oder hinter Sockelleisten verschwunden, sind Fehler nur noch mit großem Aufwand zu beheben.
Das Wichtigste in Kürze
- Heizungsrohre selbst zu verlegen ist anspruchsvoll – Löten, Pressen und die vorgeschriebene Druckprüfung gehören in geübte Hand.
- Am Anfang steht die Planung: Rohrleitungsplan nach Heizkörper-Positionen, dann Material, Länge und Durchmesser bestimmen.
- Vor der Inbetriebnahme prüft ein Fachmann die Dichtheit der Anlage nach DIN EN 14336; danach folgt die gesetzlich vorgeschriebene Rohrdämmung.
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Planung

Vor dem Verlegen der Heizungsrohre kommt die Planung! Dabei bilden Anzahl und Position der Heizkörper die Grundlage für den Rohrleitungsplan. Für Heizkörpergrößen, Rohrdurchmesser, Pumpenleistung und hydraulischen Abgleich braucht es eine Heizlast- und Rohrnetzberechnung. Diese sollte ein SHK-Fachbetrieb oder TGA-Planer erstellen, damit jeder Heizkörper ausreichend Wärme erhält und die Anlage effizient läuft.
Heizungsrohre verlegen: Schritt für Schritt
Planen
Rohrleitungsplan auf Basis von Anzahl und Position der Heizkörper; die Auslegung (Maße, Durchmesser) berechnet der Fachbetrieb.
Material zuschneiden
Rohre nach Plan auslegen, mit dem Rohrschneider ablängen und die Schnittkanten entgraten; Zubehör und Dämmung gleich mitkaufen.
Verbinden
Je nach Material löten, pressen oder verschrauben – Vor- und Rücklauf eindeutig beschriften; bei klassischem seitlichem Anschluss liegt der Vorlauf meist oben, bei Ventilheizkörpern gelten die Herstellerangaben.
Druckprüfung
Vor dem Dämmen und Verputzen prüft ein Fachmann die Dichtheit nach DIN EN 14336 – solange Schlitze und Estrich noch offen sind.
Dämmen & in Betrieb nehmen
Erst nach bestandener Prüfung die Leitungen dämmen, Schlitze schließen und die Anlage befüllen und entlüften.
Auf welche Art Heizungsrohre verlegt werden, hängt vom Gebäude ab. Es gibt zwei Möglichkeiten: die stern- als auch die ringförmige Verlegung. Die ringförmige Verlegung wird insbesondere bei mehrgeschossigen Häusern verwendet. Hier führen Steigleitungen in die einzelnen Etagen. Von dieser Steigleitung aus wird jeder Heizkörper ringförmig miteinander verbunden. Die Heizungsrohre werden bei dieser Form oft in Wandschlitzen oder speziellen Sockelleisten verlegt. In Einfamilienhäusern wird diese Verlegeart eher selten genutzt.

Die zweite Option ist die sternförmige Verlegung. Sie bietet sich für ebenerdige Häuser und Wohnungen an. Im Gegensatz zur ringförmigen Verlegung wird bei der sternförmigen Verlegung jeder Heizkörper einzeln angeschlossen. Die Heizungsrohre führen in der Regel dabei von der zentralen Heizungsanlage zum jeweiligen Heizkörper. Da hier kurze Rohrleitungen ausreichen, bietet sich bei einem Neubau die Verlegung im Estrich an.

Material – Länge – Durchmesser
In der Heizungstechnik werden bei Einfamilienhäusern und der Sanierung von Altbauten überwiegend Kupferrohre und gelegentlich Weichstahlrohre verwendet. Bei Fußbodenheizungen kommen sehr häufig Kunststoff- und Kupferrohre zum Einsatz. Die Rohre sind auf der Grundlage von Nennweite (DIN EN ISO 6708), Nenndruck und Betriebsdruck (DIN EN 1333) genormt.


Als grobe Orientierung für eine sternförmige Verlegung werden häufig 26 mm für Hauptleitungen, 20 mm für stärkere Heizkörperstränge und 16 mm für kleinere Heizkörperanschlüsse genannt. Die endgültige Rohrdimension hängt aber von Heizlast, Vor- und Rücklauftemperatur, Rohrmaterial, Leitungslänge und zulässigem Druckverlust ab; sie sollte deshalb auch bei sternförmiger Verlegung berechnet werden.
Die benötigte Menge an Heizungsrohr wird bei der sternförmigen Verlegung ermittelt, indem Sie die Distanz vom Verteiler zu den jeweiligen Heizkörpern messen. Diese Werte addieren Sie. Um Vor- und Rücklauf zu berücksichtigen, verdoppeln Sie die Summe. Als Ergebnis erhalten Sie die benötigten Rohrmeter.
Bei der ringförmigen Verlegung messen Sie die Distanz vom Vorlauf der Heizungsanlage bis zum Vorlauf-Anschluss des letzten Heizkörpers. Danach messen Sie die Distanz vom Rücklauf der Heizungsanlage bis zum Rücklauf-Anschluss des letzten Heizkörpers. Dies wiederholen Sie für jede Etage. Die Summe aus gemessenen Werten ergibt die benötigten Rohrmeter.
Je nach verwendetem Rohrmaterial sollte man beim Einkauf des Materials an das entsprechende Zubehör denken. Dazu gehören beispielsweise Fittings, Halterungen für die Heizungsrohre, Dübel, Lötpaste und vor allen Dingen Rohrisolierung.
Für einzelne Abschnitte in Eigenleistung sind Press- oder Steckverbindungen meist die bessere Wahl als das Löten: Mehrschichtverbund- und Kunststoffrohre lassen sich biegen, mit dem Rohrschneider ablängen und mit einer – oft ausleihbaren – Presszange ohne offene Flamme verbinden. Das fachgerechte Hartlöten von Kupfer erfordert dagegen Übung, und Fehler bleiben oft unentdeckt, bis die Leitung schon unter Putz liegt.
Verlegen von Heizungsrohr
Vor der eigentlichen Installation sollte man das Rohrleitungsmaterial nach dem Rohrleitungsplan auslegen. Danach schneiden Sie die Rohre mit dem Rohrschneider gemäß Installationsplan zurecht. Die Schnittkanten mit einer Metallpfeile „entgraten“, bevor man sie mithilfe von Fittings zusammensteckt. Wer Stahlrohre verwendet, muss mit dem Gewindeschneider ein Außengewinde schneiden, um die Verschraubungen anzubringen.

Alle Verbindungen sind entsprechend dem verwendeten Rohrmaterial zu verlöten, verpressen oder mit einer geeigneten Dichtung zu verschrauben. Als Dichtung dient spezielle Dichtungsschnur oder Hanffasern mit Dichtungspaste. Zum Verpressen von Kupferrohr mit entsprechenden Fittings kann die dafür benötige elektrische Presszange oft ausgeliehen werden. Das Verlöten von Kupferrohren sollte lieber einem Fachmann überlassen werden. Ohne Erfahrung kann hier viel falsch gemacht werden.
Typische Fehler beim selbst Verlegen
- Löten ohne ÜbungUndichte Lötstellen zeigen sich oft erst, wenn die Leitung schon unter Putz liegt – im Zweifel pressen oder den Fachbetrieb ranlassen.
- Vor- und Rücklauf vertauschtJedes Rohr beschriften; bei klassischem seitlichem Anschluss ist der Vorlauf meist oben, bei Ventilheizkörpern entscheidet die Herstellerangabe.
- Verputzt vor der DruckprüfungErst die Dichtheitsprüfung nach DIN EN 14336, dann Schlitze schließen und dämmen – sonst wird jede Leckage zur Großbaustelle.
- Dämmung vergessenFrei liegende Leitungen in unbeheizten Räumen sind nach dem GEG zu dämmen – das Material gleich mit einplanen.
Achten Sie darauf, Vor- und Rücklauf nicht durcheinander zu bringen.
Dichtheitsprüfung durch den Fachmann
Auf einen Heizungsfachmann kann allerdings nicht komplett verzichtet werden. Denn bevor Sie die Heizung mit den verlegten Heizungsrohren isolieren und dann in Betrieb nehmen, lässt ein Fachbetrieb die Anlage auf Dichtheit prüfen. Die DIN EN 14336 beschreibt dieses Vorgehen für Installation und Abnahme wassergeführter Heizungsanlagen.
Dabei wird die Heizungsanlage je nach angewendetem Regelwerk mit dem vorgeschriebenen Prüfdruck geprüft; DIN EN 14336 nennt als Richtwert mindestens den 1,3-fachen maximalen Betriebsdruck. Nur so ist gewährleistet, dass die Heizung korrekt und ohne Leckagen funktioniert. Den Testlauf sollten Sie zu einem Zeitpunkt planen, an dem die Wand- oder Bodenschlitze der innen verlegten Rohre noch nicht verputzt oder Sockelleisten noch nicht angebracht sind. Im Notfall lassen sich dann noch Heizungsrohre austauschen oder undichte Stellen reparieren.
Die Norm ordnet die Dichtheits-/Druckprüfung in die Abnahme wassergeführter Heizungsanlagen ein. Die Prüfung muss dokumentiert sein und sollte erfolgen, bevor Leitungen gedämmt, Schächte geschlossen oder Fußbodenheizungen überdeckt werden.

Die Heizungsanlage gilt erst dann als bestanden, wenn während der vorgesehenen Prüfzeit keine Leckagen und kein unzulässiger Druckabfall festgestellt werden und die Prüfung dokumentiert ist. Nach der Wasserdichtheitsprüfung erhalten Sie vom Heizungsfachmann einen Bericht, der Folgendes enthalten muss:
- Datum der Prüfung;
- Daten der Heizungsanlage mit Angaben zur Lage im Gebäude, den maximalen Betriebsdruck;
- Prüfdruck;
- Zeitdauer der Wasserdichtheitsprüfung;
- Bestätigung, dass die Anlage wasserdicht ist und dass keine bleibende Verformung aufgetreten ist.
- Name und Unterschrift der für die Prüfung verantwortlichen Person.
Heizungsrohre sind zu isolieren
Je weiter Heizungsrohre durch das Haus geführt werden, desto mehr Wärme geht auf diesem Weg verloren. Um die Effektivität der Heizungsanlage zu gewährleisten, müssen die eingesetzten Rohre, sofern sie als reine Leitungsrohre eingesetzt werden, isoliert werden! Die Isolierung der Heizungsrohre ist gesetzlich vorgeschrieben.


§ 69 Absatz 2 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) legt fest, dass bisher ungedämmte, frei zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen zu dämmen sind. Das gilt auch für bestehende Heizungsanlagen – es besteht eine Nachrüstpflicht, die Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen samt Armaturen umfasst. Ausgenommen sind selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser, bei denen der Eigentümer eine Wohnung schon seit dem 1. Februar 2002 bewohnt (§ 73 GEG); erst nach einem Eigentümerwechsel muss der neue Eigentümer die Dämmung binnen zwei Jahren nachholen.
Das GEG gibt in Anlage 8 Mindest-Dämmdicken vor, jeweils bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K): 20 mm Dämmung bei Innendurchmessern bis 22 mm, 30 mm bei mehr als 22 bis 35 mm und bei mehr als 35 bis 100 mm mindestens den Innendurchmesser. Für nach § 69 Absatz 1 eingebaute oder ersetzte Leitungen an Außenluft gilt die doppelte Stärke.


Für die Isolation gibt es sogenannte Rohrschalen aus PE-Schaumstoff oder auch Gummi. Diese sind auf einer Seite durchgehend geöffnet, so, dass Sie die Rohrschale lediglich über das Rohr stülpen und den Schlitz zukleben müssen. Achten Sie darauf, dass auch verwendete Rohrschellen gut ummantelt sind. Aufputz-Heizungsrohre, wie etwa im Keller oder auf dem Dachboden, können Sie auch kostengünstiger mit Rohrschalen aus Steinwolle mit Aluminium-Oberfläche isolieren. Beim Kauf sollten Sie ruhig etwas mehr Isolierung einpacken, als Sie zuvor ausgerechnet haben. Auf diese Weise haben Sie trotz anfallendem Verschnitt genügend Material.
Kosten
Die Kosten für neu verlegte Heizungsrohre hängen stark von Rohrlänge, Material, Zugänglichkeit, Verlegeart sowie Putz- oder Estricharbeiten ab. Lassen Sie die Rohrverlegung deshalb separat nach Rohrmetern, Material und Arbeitszeit anbieten; die Kosten einer kompletten Heizungsanlage sind dafür kein verlässlicher Maßstab, weil Wärmeerzeuger, Speicher, Gasanschluss, Schornstein und Fachlohn je Projekt stark variieren.
Benötigte Werkzeuge:
- Bohrhammer
- Rohrschneider
- Rohrzange
- Gewindeschneider
- Lötkolben oder Schweißgerät
- Presszange
- Schraubendreher
- Metallpfeile
Rohrleitungen modernisieren spart Energie Das Rohrleitungssystem ist eine Komponente der Heizungsanlage, die bei einer Heizungsmodernisierung meist nicht im Fokus steht.… weiterlesen



