Heizungsrohre verlegen

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Heizungsrohre verlegen: Der Fachmann ist unverzichtbar!

Wer Heizungsrohre selbst verlegen möchte, muss genau wissen, was er sich zutrauen kann und was nicht. Bei der Installation müssen nämlich Rohre geschweißt, gelötet oder gepresst werden. In der Regel wird diese Arbeit von einem Heizungsinstallateur übernommen. Sollten Sie diese Arbeit selbst übernehmen, kommen sie nicht drumherum, dass zum Abschluss Ihrer Arbeiten ein Heizungsfachmann einen Blick auf Ihre Arbeit werfen muss. In der DIN EN 14336 wird nämlich eine Dichtheitsprobe von geschlossenen Heizungsanlagen verlangt. Außerdem – sind die Heizungsrohre erst einmal im Boden, in der Wand oder hinter Sockelleisten verschwunden, sind Fehler nur noch mit großem Aufwand zu beheben.

Planung

Planung: Heizungsrohre verlegen © bildergala, stock.adobe.com
Planung: Heizungsrohre verlegen © bildergala, stock.adobe.com

Vor dem Verlegen der Heizungsrohre kommt die Planung! Dabei bilden Anzahl und Position der Heizkörper die Grundlage für den Rohrleitungsplan. Damit die Wärme aus der Heizungsanlage bis zum letzten Heizkörper transportiert wird, sind komplizierte Berechnungen erforderlich, die nur ein Fachhandwerksbetrieb vornehmen kann. Er berechnet Ihnen die passenden Maße für die Heizkörper, damit sich jeder Raum gut und kostengünstig heizen lässt.

Auf welche Art Heizungsrohre verlegt werden, hängt vom Gebäude ab. Es gibt zwei Möglichkeiten: die stern- als auch die ringförmige Verlegung. Die ringförmige Verlegung wird insbesondere bei mehrgeschossigen Häusern verwendet. Hier führen Steigleitungen in die einzelnen Etagen. Von dieser Steigleitung aus wird jeder Heizkörper ringförmig miteinander verbunden. Die Heizungsrohre werden bei dieser Form oft in Wandschlitzen oder speziellen Sockelleisten verlegt. In Einfamilienhäusern wird diese Verlegeart eher selten genutzt.

Heizungsrohre: Ringförmige Verlegung
Heizungsrohre: Ringförmige Verlegung

Die zweite Option ist die sternförmige Verlegung. Sie bietet sich für ebenerdige Häuser und Wohnungen an. Im Gegensatz zur ringförmigen Verlegung wird bei der sternförmigen Verlegung jeder Heizkörper einzeln angeschlossen. Die Heizungsrohre führen in der Regel dabei von der zentralen Heizungsanlage zum jeweiligen Heizkörper. Da hier kurze Rohrleitungen ausreichen, bietet sich bei einem Neubau die Verlegung im Estrich an.

Heizungsrohre: Sternförmige Verlegung
Heizungsrohre: Sternförmige Verlegung

Material – Länge – Durchmesser

In der Heizungstechnik werden bei Einfamilienhäusern und der Sanierung von Altbauten überwiegend Kupferrohre und gelegentlich Weichstahlrohre verwendet. Bei Fußbodenheizungen kommen sehr häufig Kunststoff- und Kupferrohre zum Einsatz. Die Rohre sind auf der Grundlage von Nennweite (DIN EN ISO 6708), Nenndruck und Betriebsdruck (DIN EN 1333) genormt.

Nenndruck und Nennweite sind Kenngrößen für passende Rohrbauteile
Nenndruck und Nennweite sind Kenngrößen für passende Rohrbauteile
Heizungsrohre: Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien
Heizungsrohre: Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien

Als „Faustformel“ für eine sternförmige Verlegung gilt: Die Hauptleitungen von und zum Verteiler haben in der Regel einen Durchmesser von 26 mm. Werden Heizkörper bis 7 kW Leistung verwendet, benötigen die Rohre einen Durchmesser von 20 mm. Haben die Heizkörper nicht mehr als 3,5 kW Leistung, reichen auch 16 mm Rohrdurchmesser aus. Bei einer ringförmigen Verlegung müssen die Rohrdurchmesser durch einen Heizungsfachmann berechnet werden, weil hier zahlreiche verschiedene Faktoren Einfluss auf den ordnungsgemäßen Betrieb der gesamten Heizungsanlage nehmen.

Die benötigte Menge an Heizungsrohr wird bei der sternförmigen Verlegung ermittelt, indem Sie die Distanz vom Verteiler zu den jeweiligen Heizkörpern messen. Diese Werte addieren Sie. Um Vor- und Rücklauf zu berücksichtigen, verdoppeln Sie die Summe. Als Ergebnis erhalten Sie die benötigten Rohrmeter.

Bei der ringförmigen Verlegung messen Sie die Distanz vom Vorlauf der Heizungsanlage bis zum Vorlauf-Anschluss des letzten Heizkörpers. Danach messen Sie die Distanz vom Rücklauf der Heizungsanlage bis zum Rücklauf-Anschluss des letzten Heizkörpers. Dies wiederholen Sie für jede Etage. Die Summe aus gemessenen Werten ergibt die benötigten Rohrmeter.

Je nach verwendetem Rohrmaterial sollte man beim Einkauf des Materials an das entsprechende Zubehör denken. Dazu gehören beispielsweise Fittings, Halterungen für die Heizungsrohre, Dübel, Lötpaste und vor allen Dingen Rohrisolierung.

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Verlegen von Heizungsrohr

Vor der eigentlichen Installation sollte man das Rohrleitungsmaterial nach dem Rohrleitungsplan auslegen. Danach schneiden Sie die Rohre mit dem Rohrschneider gemäß Installationsplan zurecht. Die Schnittkanten mit einer Metallpfeile „entgraten“, bevor man sie mithilfe von Fittings zusammensteckt. Wer Stahlrohre verwendet, muss mit dem Gewindeschneider ein Außengewinde schneiden, um die Verschraubungen anzubringen.

Kupferrohre verlöten © Hoda Bogdan, stock.adobe.com
Ohne Erfahrung sollten Sie das Verlöten von Kupferrohren lieber einem Fachmann überlassen © Hoda Bogdan, stock.adobe.com

Alle Verbindungen sind entsprechend dem verwendeten Rohrmaterial zu verlöten, verpressen oder mit einer geeigneten Dichtung zu verschrauben. Als Dichtung dient spezielle Dichtungsschnur oder Hanffasern mit Dichtungspaste. Zum Verpressen von Kupferrohr mit entsprechenden Fittings kann die dafür benötige elektrische Presszange oft ausgeliehen werden. Das Verlöten von Kupferrohren sollte lieber einem Fachmann überlassen werden. Ohne Erfahrung kann hier viel falsch gemacht werden.

Achten Sie darauf, Vor- und Rücklauf nicht durcheinander zu bringen.

Tipp: Markieren Sie auf jedem Rohr, ob es sich um Vor- oder Rücklauf handelt. Der Vorlauf wird am Heizkörper in der Regel am oben liegenden Ventil angeschlossen. Der Rücklauf unten.

Dichtheitsprüfung durch den Fachmann

Auf einen Heizungsfachmann kann allerdings nicht komplett verzichtet werden. Denn bevor Sie die Heizung mit den verlegten Heizungsrohren isolieren und dann in Betrieb nehmen, muss ein Heizungsfachmann eine Druckprüfung vornehmen. Das schreibt die DIN EN 14336 vor.

Dabei wird die Heizungsanlage mit einem um 30 % höheren Druck als dem Betriebsdruck über eine bestimmte Zeit unterzogen. Nur so ist gewährleistet, dass die Heizung korrekt und ohne Leckagen funktioniert. Der Testlauf sollten Sie zu einem Zeitpunkt planen, an dem die Wand- oder Bodenschlitze der innen verlegten Rohre noch nicht verputzt oder Sockelleisten noch nicht angebracht sind. Im Notfall lassen sich dann noch Heizungsrohre austauschen oder undichte Stellen reparieren.

DIN EN 14336 / Absatz 1
„Der Auftragnehmer muss die Heizungsanlage auf Wasserdichtheit hin prüfen, nachdem die Installation erfolgt ist, aber vor der Dämmung der Rohrleitungen, dem Abdecken von Schächten oder Öffnungen in Wänden und Decken und auch vor Bedecken von Fußbodenheizungen mit Estrich oder anderen Abdeckungen.“
Heizung: Druckprüfung vor Inbetriebnahme © anatoliy_gleb, stock.adobe.com
Bevor Sie die Heizung mit den verlegten Heizungsrohren isolieren und dann in Betrieb nehmen, muss ein Heizungsfachmann eine Druckprüfung vornehmen © anatoliy_gleb, stock.adobe.com

Die Heizungsanlage gilt als dicht, wenn an keiner Stelle Wasser austritt oder bei einer Inertgasprüfung keine Blasenbildung zu sehen oder Gasaustritt zu hören ist. Nach der Wasserdichtheitsprüfung erhalten Sie vom Heizungsfachmann einen Bericht, der Folgendes enthalten muss:

  • Datum der Prüfung;
  • Daten der Heizungsanlage mit Angaben zur Lage im Gebäude, den maximalen Betriebsdruck;
  • Prüfdruck;
  • Zeitdauer der Wasserdichtheitsprüfung;
  • Bestätigung, dass die Anlage wasserdicht ist und dass keine bleibende Verformung aufgetreten ist.
  • Anleitung für eine bewährte Praxis für die Druckprüfung

Heizungsrohre sind zu isolieren

Je weiter Heizungsrohre durch das Haus geführt werden, desto mehr Wärme geht auf diesem Weg verloren. Um die Effektivität der Heizungsanlage zu gewährleisten, müssen die eingesetzten Rohre, sofern sie als reine Leitungsrohre eingesetzt werden, isoliert werden! Die Isolierung der Heizungsrohre ist gesetzlich vorgeschrieben.

Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
Sinnvolle Maßnahme: Die Dämmung der Heizungsrohre
Isolierungen richtig zuschneiden und anbringen
Isolierungen richtig zuschneiden und anbringen
Gebäudeenergiegesetz

§71 Absatz 1 des Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt fest, dass frei zugängliche Heizungsleitungen in unbeheizten Räumen zu dämmen sind. Das gilt auch für bestehende Heizungsanlagen! Es besteht eine Nachrüstpflicht. Diese Anforderung betrifft sowohl Rohre zur Wärmeverteilung der Heizungsanlage als auch zur Warmwasserverteilung. Ausgenommen davon sind nur eine eindeutig nachweisbare Unwirtschaftlichkeit.

Das GEG gibt Mindestanforderungen für die Dämmdicke von Rohrleitungen und Armaturen vor. Alle Heizungs- und Warmwasserleitungen sind mit einer Dämmstärke zu ummanteln, die mindestens dem Innendurchmesser der Rohrleitung entspricht.

Die Dämmung der Heizungsrohre ist Pflicht
Die Dämmung der Heizungsrohre ist Pflicht
Dämmstoff für Heizungsrohre © fefufoto, stock.adobe.com
Für die Isolation gibt es sogenannte Rohrschalen aus PE-Schaumstoff oder auch Gummi © fefufoto, stock.adobe.com

Für die Isolation gibt es sogenannte Rohrschalen aus PE-Schaumstoff oder auch Gummi. Diese sind auf einer Seite durchgehend geöffnet, so, dass Sie die Rohrschale lediglich über das Rohr stülpen und den Schlitz zukleben müssen. Achten Sie darauf, dass auch verwendete Rohrschellen gut ummantelt sind. Aufputz-Heizungsrohre, wie etwa im Keller oder auf dem Dachboden, können Sie auch kostengünstiger mit Rohrschalen aus Steinwolle mit Aluminium-Oberfläche isolieren. Beim Kauf sollten Sie ruhig etwas mehr Isolierung einpacken, als Sie zuvor ausgerechnet haben. Auf diese Weise haben Sie trotz anfallendem Verschnitt genügend Material.

Kosten

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Erdgasheizung sollten Sie für die gesamte Heizungsanlage ein Budget von 15.000 € bis 18.000 € einplanen. Die Heizungsanlage nimmt etwa 50 % davon ein. Zwischen 25 % bis 30 % entfallen auf die Rohre, der Rest wird für den Hausanschluss fällig. Beim Verlegen der Heizungsrohre machen die Materialkosten in der Regel rund 50 % der Gesamtkosten aus.

Benötigte Werkzeuge:

  • Bohrhammer
  • Rohrschneider
  • Rohrzange
  • Gewindeschneider
  • Lötkolben oder Schweißgerät
  • Presszange
  • Schraubendreher
  • Metallpfeile
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