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Heizungsrohre

Heizungsrohre: Damit alles im Fluss bleibt

Heizungsrohre transportieren das im Heizkessel erwärmte Wasser in die Heizkörper und führen dieses auch wieder zurück. Damit alles im Fluss bleibt, sollte man unbedingt auf die unterschiedlichen Materialien, den Durchmesser und vor allen Dingen die richtige Verlegung der Heizungsrohre achten – sofern man sich selbst an diese Aufgabe herantraut.

Wer Heizungsrohre selbst verlegen möchte, sollte sich nicht nur bestens mit der Materie auskennen, sondern auch Schweißkenntnisse mitbringen. Häufig werden die fachlichen Kenntnisse, zu beachtenden Vorschriften sowie der Aufwand für die Rohrmontage unterschätzt. Es ist in der Regel besser, auf die Kenntnisse eines professionellen Heizungsinstallateurs zurückzugreifen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heizungsrohre transportieren das Heizwasser zwischen Kessel und Heizkörpern; übliche Materialien sind Kupfer, Stahl/Edelstahl, Kunststoff und zunehmend Mehrschichtverbundrohre.
  • Frei zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen müssen nach § 69 GModG (bisher GEG) gedämmt werden (Nachrüstpflicht); die Mindestdicken regelt Anlage 8.
  • Den passenden Rohrdurchmesser bestimmt die Heizlast samt Vor-/Rücklauf-Spreizung – das gehört in der Regel in Fachhand.
Verschiedene Heizungsrohre © SkyLine, stock.adobe.com
Verschiedene Heizungsrohre © SkyLine, stock.adobe.com
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In der Heizungstechnik werden bei Einfamilienhäusern und der Sanierung von Altbauten überwiegend Kupferrohre und gelegentlich Weichstahlrohre verwendet. Bei Fußbodenheizungen kommen heute vor allem Kunststoff- und Mehrschichtverbundrohre zum Einsatz. Für Rohrbauteile sind unter anderem Nennweite DN (DIN EN ISO 6708) und Nenndruck PN (DIN EN 1333) genormt; der zulässige Betriebsdruck ergibt sich aus dem jeweiligen Rohrsystem und den Herstellerangaben.

Nenndruck und Nennweite sind Kenngrößen für passende Rohrbauteile
Nenndruck und Nennweite sind Kenngrößen für passende Rohrbauteile

Rohrmaterialien für Heizungsrohre

Kupferrohre

Sie sind leicht und schnell montierbar sowie korrosionsbeständig. Außerdem weisen sie geringere Druckverluste durch Rohrreibung als Stahlrohre auf. Alle Abmessungen sind durch die DIN EN 1057 genormt. Die Verlegung von Kupferrohren erfolgt häufig im Estrich oder auch in Sockelleisten. Hier ist allerdings zu beachten, dass ein ausreichender Spielraum vorhanden ist, da Kupferrohr einen rund 40% höheren Wärmedehnungsfaktor als Stahlrohr hat.

Heizungsrohre aus Kupfer © OlegDoroshin, stock.adobe.com
Heizungsrohre aus Kupfer © OlegDoroshin, stock.adobe.com

Die Verbindung einzelner Kupferrohre oder Bögen erfolgt je nach System durch Löten, Pressen oder Klemmen; Schweißen ist im Wohngebäude eher die Ausnahme. Die zulässige Betriebstemperatur hängt von Rohr, Fitting und Dichtung ab: Weichlötverbindungen sind in Heizungsanlagen bis etwa 110 °C üblich, viele Presssysteme liegen je nach Hersteller bei rund 105 bis 120 °C.

Stahlrohre

Für geschlossene Heizungsanlagen in Einfamilienhäusern und Altbauten werden auch dünnwandige und biegsame Stahlrohre verwendet. Sie sind leicht zu handhaben. Im Gegensatz zu Kupferrohren halten Stahlrohre einen höheren Druck aus und sind für Temperaturen von bis zu 120 °C geeignet. Dafür sind Stahlrohre korrosionsanfälliger. Sie eignen sich beispielsweise nicht für Bereiche, die durch Feuchtigkeit gefährdet sind. Da sich innerhalb des Heizungssystems in der Regel keine Luft befindet, ist Korrosion innerhalb der Rohre so gut wie ausgeschlossen. Bei C-Stahlrohren ist vor allem der Schutz vor dauerhafter Außenfeuchte wichtig; die Wärmedämmung richtet sich unabhängig davon nach Einbauort und GModG (bisher GEG).

Wer das Risiko der Außenkorrosion minimieren möchte, kann auf Edelstahlrohre zurückgreifen. Zusätzlicher Vorteil gegenüber Kupferrohren: die Wärmeausdehnung ist deutlich geringer. Nachteil: ein deutlich höherer Preis im Vergleich zu normalem Stahl!

Heizungsrohre: Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien
Heizungsrohre: Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien

Kunststoffrohre

Die Verwendung von Kunststoffrohren ist eingeschränkt. Hier dürfen Betriebstemperaturen von 80 °C nicht überschritten werden. Die Vorteile bestehen in der hohen Korrosionsbeständigkeit, der leichten Verlegbarkeit sowie den geringen Reibungsverlusten durch glatte Oberflächen. Nachteilig ist die Temperaturempfindlichkeit. Hier kann es größere Längenänderungen bei Temperaturwechsel geben. Kunststoffrohre haben auch eine wesentlich geringere Festigkeit gegen Überdruck.

Fußbodenheizung modulare Verlegung © Michel Angelo, stock.adobe.com
Fußbodenheizung mit Kunststoffrohren © Michel Angelo, stock.adobe.com

Bei Kunststoffrohren ist vor allem die Systemfreigabe entscheidend: Temperatur, Druck, Biegeradius und Sauerstoffdichtheit müssen zum Heizsystem passen. Für geschlossene Heizkreise sollten Kunststoffrohrleitungen sauerstoffdicht nach DIN 4726 ausgeführt sein, damit kein Sauerstoffeintrag Korrosion an Stahlbauteilen fördert. Kunststoffrohre werden hauptsächlich für Fußboden- und Wandheizungen eingesetzt.

Mehrschichtverbundrohre

In modernen Heizungs- und vor allem Flächenheizungs-Installationen haben sich Mehrschichtverbundrohre (auch Alu-Verbundrohre) durchgesetzt. Sie kombinieren eine innen- und außenliegende Kunststoffschicht – meist aus vernetztem Polyethylen (PE-X) oder PE-RT – mit einer dünnen Aluminiumschicht in der Mitte. Diese Alu-Lage wirkt als Sauerstoffdiffusionssperre: Sie verhindert, dass Sauerstoff ins Heizungswasser gelangt und an Stahlbauteilen Korrosion auslöst, und verringert zugleich die Längenausdehnung deutlich gegenüber reinen Kunststoffrohren. Verbundrohre sind biegsam, leicht zu verlegen und im Heizungsbetrieb dauerhaft bis rund 80 °C belastbar (kurzzeitig höher) – die genauen Grenzwerte nennt das jeweilige Herstellerdatenblatt.

Heizungsrohre im Vergleich: Welches Material wofür?

Die vier gängigen Rohrarten unterscheiden sich vor allem in Temperaturgrenze, Korrosionsverhalten und Einsatzbereich – diese Übersicht ordnet sie ein.
RohrmaterialStärken und SchwächenMax. TemperaturTypischer Einsatz
Kupferkorrosionsbeständig und langlebig, geringe Druckverluste; höhere Wärmeausdehnung als Stahlsystemabhängig; Presssysteme meist ca. 105–120 °CHeizkörperanbindung, Estrich, Sockelleisten
Stahl / Edelstahldruckstabil; Stahl außen korrosionsanfällig, Edelstahl beständiger, aber teurerbis 120 °Cgeschlossene Anlagen, Steigleitungen
Kunststoff (PE-X/PE-RT)flexibel, korrosionsfrei, leicht zu verlegen; größere Längenausdehnung, geringere Druckfestigkeitbis ca. 80 °CFußboden- und Wandheizung
MehrschichtverbundrohrKunststoff mit Alu-Sperrschicht: sauerstoffdicht, formstabil, biegsamDauerbetrieb ca. 80 °CFlächenheizung, moderne Heizkreise
heizsparer.de nach Herstellerangaben

Eine Rohrdämmung verringert Wärmeverluste. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nach § 69 GModG (bisher GEG) insbesondere für bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die nicht in beheizten Räumen liegen; die Mindestdicken regelt Anlage 8 GModG.

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Rechtliche Regelung

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) verlangt in § 69 Abs. 2, dass bisher ungedämmte, frei zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Das gilt auch für bestehende Heizungsanlagen – es besteht eine Nachrüstpflicht, und sie betrifft sowohl die Heizungs- als auch die Warmwasserleitungen samt Armaturen. Ausgenommen sind nach § 69 Absatz 3 GModG Eigentümer von Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen sie eine seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Bei einem Eigentümerwechsel muss der neue Eigentümer die Dämmung innerhalb von zwei Jahren nachholen.

Die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) beachten
Die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) beachten

Die genauen Mindest-Dämmdicken stehen in Anlage 8 des GModG (bisher GEG) und sind nach dem Innendurchmesser gestaffelt: 20 mm bei Leitungen bis 22 mm Innendurchmesser, 30 mm bei über 22 bis 35 mm und – bei größeren Querschnitten bis 100 mm – eine Dämmstärke, die mindestens dem Innendurchmesser entspricht. Diese Werte gelten für Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(mK); bei höherer Wärmeleitfähigkeit sind die Dämmstärken entsprechend anzupassen. Für Leitungen, die an die Außenluft grenzen, gilt die doppelte Dämmstärke. Für einige Einbausituationen sind Ausnahmen vorgesehen.

Rohrdämmung: Das verlangt das GModG

Gedämmt werden müssen frei zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen – samt Armaturen, Bögen und T-Stücken (§ 69 Abs. 2 GModG).
Die Mindest-Dämmdicken sind nach Innendurchmesser gestaffelt (Anlage 8); an die Außenluft grenzende Leitungen brauchen in der Regel die doppelte Stärke.
Ausgenommen sind selbst bewohnte Ein-/Zweifamilienhäuser (eine Wohnung seit 1.2.2002 selbst genutzt, § 69 Absatz 3 GModG); nach einem Eigentümerwechsel bleiben zwei Jahre Zeit.
Quelle: § 69 GModG, Anlage 8 GModG

Verlegearten der Heizungsrohre

Auf welche Art Heizungsrohre verlegt werden, hängt vom Gebäude ab. Es gibt zwei Möglichkeiten: die stern- als auch die ringförmige Verlegung.

  • Die ringförmige Verlegung wird insbesondere bei mehrgeschossigen Häusern verwendet. Hier führen Steigleitungen in die einzelnen Etagen. Von dieser Steigleitung aus wird jeder Heizkörper ringförmig miteinander verbunden. Die Heizungsrohre werden bei dieser Form oft in Wandschlitzen oder speziellen Sockelleisten verlegt.
Heizungsrohre: Ringförmige Verlegung
Heizungsrohre: Ringförmige Verlegung
  • Die zweite Option ist die sternförmige Verlegung. Sie bietet sich für ebenerdige Häuser und Wohnungen an. Im Gegensatz zur ringförmigen Verlegung wird bei der sternförmigen Verlegung jeder Heizkörper einzeln angeschlossen. Die Heizungsrohre führen in der Regel dabei von der zentralen Heizungsanlage zum jeweiligen Heizkörper. Da hier kurze Rohrleitungen ausreichen, bietet sich bei einem Neubau die Verlegung im Estrich an.
Heizungsrohre: Sternförmige Verlegung
Heizungsrohre: Sternförmige Verlegung

Die Verlegung der Heizungsrohre

Wer Heizungsrohre selbst verlegen möchte, muss genau wissen, was er sich zutrauen kann und was nicht. Metallrohre werden je nach System geschweißt, gelötet, gepresst oder geklemmt; bei Kupfer und C-Stahl sind Presssysteme verbreitet. In der Regel wird diese Arbeit von einem Heizungsmonteur übernommen. Sollten Sie diese Arbeit übernehmen, sollte der Heizungsfachmann auf jeden Fall einen Blick auf Ihre Arbeit werfen. Denn sind die Heizungsrohre erst einmal im Boden, in der Wand oder hinter Sockelleisten verschwunden, sind Fehler nur noch mit großem Aufwand zu beheben.

Wer selbst Heizungsrohre verlegt, sollte auf die handwerklich einfachste Technik zurückgreifen. Bei der Wahl der Rohre haben sich jene aus Kunststoff bewährt. Sie lassen sich leichter kürzen. Beim Kauf sollten Sie bereits wissen, wie die Rohre verlegt werden sollen. Entsprechend viele Verbindungsstücke und T-Stücke werden benötigt.

Zunächst messen Sie die Strecken zwischen Anschluss und den jeweiligen Heizkörpern aus, um die notwendige Menge an Heizungsrohren zu ermitteln. Wichtig: Rechnen Sie den Verschnitt mit ein. Berücksichtigen Sie, dass Sie jeweils ein Vor- und ein Rücklaufrohr zu verlegen haben.

Dann werden die Heizkörperventile in den Vor- und Rücklauf eingedreht. Bringen Sie an jedem Ventil ein Kunststoff-Verbindungsstück an. Hier wird das Rohr angeschweißt. Dazu werden Rohrende und Verbindungsstück jeweils kurzzeitig erhitzt. Danach wird beides zusammengesteckt. Die feste Verbindung entsteht durch das Erkalten des Materials.

Beim Verlegen von Heizungsrohren muss die Isolierung gleich mitberücksichtigt werden. Die Rohrisolierung benötigt zusätzlichen Raum. Dies bedeutet: Liegen die Rohre auf Putz, müssen Sie einen größeren Abstand zur Wand einhalten, um die Heizungsrohrisolierung anbringen zu können.

Heizungsrohre mit Isolierung © Otto, stock.adobe.com
Heizungsrohre mit Isolierung © Otto, stock.adobe.com

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Der passende Durchmesser

Wie groß die Heizungsrohre sein müssen, richtet sich nach der Menge des Heizwasserstroms. Wie viel Heizwasser benötigt wird und wie schnell es fließt, hängt wiederum von der benötigten Wärmemenge sowie der Vor- und Rücklauftemperatur ab. Eine Berechnung, die in der Regel nur ein Heizungsfachmann lösen kann.

Welches Heizungsrohr passt am besten? Der Profi weiß Rat
Welches Heizungsrohr passt am besten? Der Profi weiß Rat

Im ersten Schritt berechnet er die Heizlast. Dabei werden alle Wärmeverluste addiert. Das Ergebnis liefert die benötigte Wärmeenergie, die man benötigt, um jeden einzelnen Raum adäquat zu erwärmen. Dieser Wert ist die Grundlage zur Dimensionierung der Heizkörper, Fuß- oder Wandheizung.

Hat man sich für ein Heizsystem entschieden, werden im nächsten Schritt die Vor- und Rücklauftemperaturen der Heizungsanlage bestimmt. Während bei Heizkörpern beispielsweise 55 °C im Vor- und 45 °C im Rücklauf betragen, liegen sie bei den Flächenheizsystemen darunter. Wichtig für die Auslegung der Heizungsrohre ist dann die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur, die sogenannte Spreizung.

Die Spreizung zeigt die Temperaturdifferenz von Vorlauf- und Rücklauf an
Die Spreizung zeigt die Temperaturdifferenz von Vorlauf- und Rücklauf an

Denn der Wert der benötigten Wärmemenge und der Spreizung ergibt die Menge des Heizwasserstroms. Steht dieser fest, lässt sich nun der Rohrdurchmesser berechnen. Für Heizungsrohre im Wohnbereich gilt dabei ein Grenzwert von etwa 0,2 bis 0,5 Metern pro Sekunde.

Planung: Heizungsrohre verlegen © bildergala, stock.adobe.com
Heizungsrohre verlegen

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