Wasserenthärtungsanlage – Nutzen und Funktionsweise
Ein hoher Kalkgehalt im Wasser kann Heizungsrohre und Großgeräte wie Wasch- oder Spülmaschinen auf Dauer stärker verschleißen. Mit einer Wasserenthärtungsanlage lässt sich vor allem Trinkwasser für Warmwasserbereitung und Alltag enthärten; Heizungswasser im geschlossenen Heizkreis wird separat beim Befüllen aufbereitet. Wir zeigen Ihnen, wie ein solches Gerät funktioniert, welche Kosten damit entstehen und welchen Nutzen Sie davon haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Wasserenthärtungsanlage ist vor allem bei hartem Wasser über 14 °dH sinnvoll; im mittleren Bereich entscheidet der Einzelfall.
- Weniger Kalk bedeutet weniger Verschleiß an Warmwasserbereiter, Rohren und Geräten – das kann auf Dauer Kosten sparen.
- Vor dem Kauf gehört eine Wasseranalyse; die Anlage wirkt nur mit regelmäßiger Wartung und Salznachschub.

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Wann ist eine Wasserentkalkungsanlage für den Heizbetrieb sinnvoll?
Wer ein einer Region lebt, wo das Wasser einen hohen Kalkgehalt hat, trifft jeden Tag auf Kalkrückstände. Auf den Badezimmerarmaturen bleiben nach dem Trocknen trübe Flecken zurück. Ebenso sind von Hand abgespülte Gläser schnell milchig. Während jedoch Kalkflecken eher harmlos sind und lediglich die Optik eines Gebrauchsgegenstands beeinträchtigen, kann Kalk in der Heizungsanlage oder in der Frischwasserleitung langfristig ernsthafte Schäden erzeugen.
Durch permanente Ablagerung von Kalksedimenten im Rohrsystem kann der Durchmesser Ihrer Heizungsrohre z.B. so stark abnehmen, dass an Ihren Heizkörpern immer weniger warmes Heizungswasser ankommt. Um diesen Verlust auszugleichen, muss die Heizungspumpe stärker arbeiten. Gleichzeitig muss z.B. der Brenner Ihrer Gas- oder Ölheizung mehr Wärme produzieren.
Kurz: Verkalkte Heizungsrohre können sowohl den Verschleiß Ihrer Rohre sowie der Heizung verstärken als auch die Effizienz der Anlage beeinträchtigen. In der Folge verbrauchen Sie mehr Brennstoff und die Heizkosten steigen.

Als Richtwert gilt: Eine rund einen Millimeter dicke Kalkschicht auf Heizelementen von Warmwassererzeugern kann den Wärmeübergang um etwa zehn Prozent mindern. Für Heizungsrohre oder den gesamten Heizenergieverbrauch lässt sich dieser Wert nicht pauschal übertragen.
Der Mehrverbrauch lässt sich nicht pauschal auf die gesamten jährlichen Heizkosten übertragen. Entscheidend ist, ob Kalk tatsächlich an Warmwassererzeugern, Wärmetauschern oder im Heizkreis nachweisbar ist.
Eine Wasserenthärtungsanlage sorgt für kalkärmeres Wasser. Wo sich tatsächlich Kalk an Warmwasserbereiter oder Wärmetauscher absetzt, bleibt die Wärmeübertragung besser; der geringere Verschleiß kann zudem die Lebensdauer der Geräte erhöhen.
Unser Trinkwasser ist Grundwasser, das aus tiefen Gesteinsschichten nach oben dringt. Auf seiner Reise an die Oberfläche nimmt das Grundwasser Mineralstoffe und Sedimente aus dem Gestein auf. Böden mit hohem Karbon- und Kalkgehalt geben entsprechend mehr dieser Schwebstoffe ab. Gibt es keinen Filter, der diese aus dem Grundwasser entfernt, lagert sie sich auf Oberflächen ab, die mit diesem Wasser in Berührung kommen.

Wie funktioniert eine Wasserenthärtungsanlage?
Eine Enthärtungsanlage mit Ionenaustauscher ist keine einfache Filteranlage: Sie tauscht Calcium- und Magnesium-Ionen, die für die Wasserhärte sorgen, gegen Natrium-Ionen aus.
Kalzium und Magnesium sind Ionen. Deshalb arbeitet die Anlage mit dem sogenannten „Ionenaustauscher“. Dieses Prinzip wird u.a. in Spülmaschinen angewandt. Dabei werden zunächst Kalzium und Magnesium gebunden und anschließend durch Natrium ersetzt. Diese Aufgabe übernimmt dann das sogenannte „Spülmaschinensalz“.
Das Gerät wird in der Nähe Ihrer Wasseruhr montiert und behandelt das Trinkwasser im Haus. Sobald Wasser gezapft wird, strömt es durch die Anlage: Ein Ventil öffnet sich und das Wasser fließt in das Ionenaustauschharz, das Magnesium- und Calcium-Ionen aufnimmt. Nach dem Austausch bleiben Natrium-Ionen übrig, und das enthärtete Wasser fließt weiter ins Hausnetz.
Das Harz bleibt im Tank zurück. Der „Tank“ ist meist ein kleiner Behälter aus Kunststoff. Sobald das Spezialharz keine Ionen mehr aufnehmen kann, wird es mit Hilfe von Salz regeneriert.
Wichtig: Beim Ionenaustausch reichert sich das Wasser mit Natrium an. Eine fachgerecht eingestellte Anlage hält dabei den Natrium-Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 200 Milligramm je Liter ein – bei sehr hartem Ausgangswasser bleibt dazu ein Teil des Wassers im sogenannten Verschnitt unbehandelt.

Trinkwasser enthärten oder Heizungswasser aufbereiten?
Wichtig ist der Unterschied zwischen der Enthärtung des Trinkwassers und der Aufbereitung des Heizungswassers. Eine klassische Enthärtungsanlage sitzt am Hausanschluss und behandelt laufend das gesamte kalte Leitungswasser – also auch das Wasser für die Warmwasserbereitung und für Haushaltsgeräte. Das Wasser im geschlossenen Heizkreislauf wird dagegen nur einmal beim Befüllen oder Nachfüllen aufbereitet, nicht bei jeder Wasserentnahme. Fachbetriebe orientieren sich dabei an der Richtlinie VDI 2035, die Anforderungen und Empfehlungen zur Vermeidung von Kalkstein und Korrosion enthält; je nach Anlage wird das Füllwasser enthärtet oder vollständig entsalzt. Eine Enthärtungsanlage für das Trinkwasser ersetzt diese fachgerechte Heizungsbefüllung nicht.
Welche Vor- und Nachteile hat eine Wasserenthärtungsanlage?
Eine Wasserenthärtungsanlage kann den Verschleiß der Anlage verringern und hilft so, Heizkosten zu senken. Sie bringt aber auch laufende Kosten mit sich. Die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:
Wasserenthärtung: Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Weniger Kalkablagerungen an Warmwasserbereiter und im Warmwasserbereich – das kann die Effizienz erhalten.
- Geringerer Verschleiß an Warmwasserbereiter, Armaturen und Haushaltsgeräten wie Wasch- und Spülmaschine.
- Weniger Kalkablagerungen im Warmwasserbereich; weicheres Wasser kann zudem Wasch- und Reinigungsmittel sparen.
Nachteile
- Laufende Kosten für Strom, Regeneriersalz und regelmäßige Wartung.
- Durch den Ionenaustausch steigt der Natriumgehalt – bei sehr hartem Ausgangswasser ist der Grenzwert der Trinkwasserverordnung zu beachten.
- Zu weit enthärtetes Wasser kann durch erhöhte Kohlensäure Rohre angreifen; Enthärtung nur so weit wie nötig.
Gut zu wissen: Weicheres Wasser schont auch andere elektrische Geräte in Ihrem Haushalt wie Waschmaschinen oder Kaffeemaschinen. Außerdem macht weiches Wasser die Wäsche nach dem Waschen weicher. Selbst bei Shampoos oder Putzmitteln macht sich weicheres Wasser bemerkbar, denn sie brauchen weniger davon.
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Ab welcher Wasserhärte ist eine Entkalkungsanlage sinnvoll?
Nicht immer ergibt eine Wasserenthärtungsanlage Sinn. So brauchen Sie bei sogenanntem „weichem“ Wasser keine entsprechende Vorrichtung.
Die Wasserhärte wird in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Offiziell wird das Trinkwasser in drei Härtebereiche eingeteilt:
Wasserhärte: Härtebereiche nach Wasch- und Reinigungsmittelgesetz
Einteilung nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, gemessen in Millimol Calciumcarbonat je Liter: weich unter 1,5 mmol/l, mittel 1,5 bis 2,5 mmol/l, hart über 2,5 mmol/l. Bei hartem Wasser über 14 °dH ist eine Enthärtung häufig prüfenswert; im Bereich „mittel“ hängt es von Warmwassertemperatur, Anlage und Nutzung ab.
Meist prüfenswert ist eine Wasserentkalkungsanlage bei hartem Wasser über 14 °dH; im mittleren Härtebereich sollten Warmwassertemperatur, Material, Nutzung und Fachberatung entscheiden.

Was kostet die Wasserenthärtung für die Heizung?
Wollen Sie Ihr Trinkwasser enthärten, sollten Sie mit folgenden Kosten rechnen:
- Zentrale Trinkwasser-Enthärtungsanlage: je nach Gerät grob 500 bis 3.000 Euro für das Gerät; Montage, Anfahrt und Zubehör kommen hinzu.
- Betriebskosten: Je nach Leistung der Anlage, verursacht sie Stromkosten zwischen 20 und 40 Euro pro Jahr.
- Kosten für die Wartung: Eine Kontrolle kostet je nach Anbieter rund 100 Euro. Enthärtungsanlagen in der Trinkwasserinstallation sollten regelmäßig geprüft werden; nach DVGW und DIN EN 806-5 sind Inspektionen alle zwei Monate und eine Wartung halbjährlich vorgesehen.
- Kosten für das Regeneriersalz: je nach Wasserverbrauch und Härte grob 30 bis 100 Euro pro Jahr.
Eine pauschale Amortisation lässt sich nicht seriös berechnen. Wie viel Sie sparen, hängt vor allem von Wasserhärte, Warmwasseranteil, Gerätetyp, Temperatur und Wartung ab. Holen Sie vor dem Kauf ein Angebot ein, das Einbau, Regeneriersalz, Wasser-/Abwasserverbrauch und laufende Wartungskosten berücksichtigt.
Keine Entkalkungsanlage ohne genaue Analyse des Wassers
Wenn Sie in einer Region mit hartem Wasser leben, kann sich eine Wasserenthärtungsanlage lohnen. Prüfen Sie dafür zuerst den Härtebereich Ihres Wasserversorgers oder lassen Sie die Wasserhärte fachgerecht bestimmen; der pH-Wert allein reicht für die Entscheidung nicht aus.
Bedenken Sie bei der Anschaffung einer Entkalkungsanlage auch, dass diese nur bei regelmäßiger Wartung und bei regelmäßigem Nachfüllen des Spezialsalzes ihre volle Wirkung entfalten kann.
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