Was Sie über die Härte des Heizwassers wissen sollten
Heizungswasser braucht eine zur Anlage passende Beschaffenheit, damit die Heizung zuverlässig arbeitet. Die Härte des Wassers ist dabei ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige: VDI 2035 Blatt 1 behandelt auch Steinbildung, wasserseitige Korrosion, Leitfähigkeit und pH-Wert.
Heizwasser-Härte: das Wichtigste in Kürze
- Hartes Füllwasser verkalkt Wärmeübertrager und senkt die Effizienz der Heizung.
- VDI 2035 nennt Richtwerte je nach Anlagenleistung — bei größeren Anlagen meist Enthärtung nötig.
- Frisch befüllte Heizungen einmal aufbereitet kontrollieren lassen; spätere Nachfüllungen analog.

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Für die Qualität des Heizwassers sind Sie als Betreiber verantwortlich. Was Sie über die Härte des Wassers unbedingt wissen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
Wann ist Wasser hart?
Die Härte eines Wassers steigt mit zunehmender Konzentration an Mineralien. Calcium und Magnesium sind hier an vorderer Stelle zu nennen. Was für unseren Körper kein Problem ist, kann die Heizungsanlage nachhaltig schädigen.
Die im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen werden auch als Härtebildner bezeichnet und bestimmen die Gesamthärte des Wassers.
In der Regel wird die Wasserhärte in „deutschen Härtegraden“, kurz auch °dH, angegeben. Werden Werte über 14 °dH erreicht, spricht man von einem harten Wasser. In den Bereichen zwischen von 8,4 bis 14 °dH spricht man von mittelhartem Wasser und unter 8,4 °dH von weichem Wasser.
Folgen von zu hartem Wasser für die Heizung
Wird zu hartes Heizungswasser verwendet, kann dies die Funktionsweise der Heizung beeinträchtigen, indem es zur Steinbildung kommt. Die Heizungsanlage arbeitet dann nicht mehr effektiv und kann letztendlich auch schneller kaputtgehen.

Zur Bildung von Steinen kann es kommen, wenn Erdalkali- oder Hydrogenkarbonathaltiges Wasser erwärmt wird. Je höher die Temperatur, desto größer die Gefahr der Steinbildung. Entscheidend dabei ist die Temperatur an der Heizungsfläche, die die Wärme abgibt. Die Vorlauftemperatur ist hier nicht ausschlaggebend.
Wenn Steinbeläge entstanden sind, vermindert sich der Rohrquerschnitt und der Wärmedurchgang. Aufgrund des geringeren Durchmessers des Rohrs erhöht sich der Strömungswiderstand des Heizwassers, da es nun ein engeres Rohr passieren muss. Dies hat zur Folge, dass sich die Wärmeleistung reduziert.
Außerdem können bereits geringe Kalkablagerungen aufgrund der isolierenden Wirkung zu Spannungsrissen im Wärmetauscher führen. Hinzu kommt, dass Aluminium und Edelstahl als häufig verwendete Werkstoffe im Heizungsbereich leicht mit Sulfaten oder Chloriden aus dem Wasser reagieren. Bei alkalischem Heizungswasser mit einem hohen pH-Wert kann es dann zu Korrosionsschäden kommen.
Folgen von zu hartem Wasser für die Heizung
| Aspekt | Regelung |
|---|---|
| Grundlage | VDI 2035-1 (Vermeidung von Schäden in Warmwasserheizanlagen) |
| Anwendungsbereich | Warmwasser-Heizungsanlagen nach DIN EN 12828 (Brennwert, Niedertemperatur, Wärmepumpe; Solarthermie nur soweit der Heizwasserkreis betroffen ist) |
| Härte-Richtwert | abhängig von Anlagenleistung + spezifischem Wasserinhalt — Tabelle 1 der Richtlinie |
| Methoden | Enthärtung (Ionenaustauscher) oder Demineralisierung (entsalztes Wasser) |
| Nachweis | Wartungsprotokoll mit pH- und Leitfähigkeitsmessung nach Befüllung dringend empfohlen, oft Voraussetzung für Herstellergarantie |
Vorgaben zur Heizwasserqualität
Um solche Schäden durch unsachgemäßes Heizwasser zu verhindern, wird in der technischen Regel VDI 2035 definiert, welche Anforderungen es erfüllen muss.
Unbehandeltes Trinkwasser ist als Heizungsfüll- und Ergänzungswasser nicht immer ohne Weiteres geeignet. Ob es direkt verwendet werden kann oder aufbereitet werden muss, hängt unter anderem von Wasseranalyse, Anlagenvolumen, Werkstoffen, Wärmeerzeuger und Herstellerangaben ab. Ziel ist, Steinbildung und Korrosionsschäden nach VDI 2035 zu vermeiden.
Die VDI 2035 nennt für die Wasseraufbereitung unter anderem Enthärtung und Entsalzung; welches Verfahren passt, muss anlagenspezifisch entschieden werden. Bei der Entsalzung werden gelöste Salze weitgehend entfernt, die elektrische Leitfähigkeit sinkt deutlich und der salzarme Betrieb wird erleichtert.
Enthärtung reduziert vor allem Calcium und Magnesium. Entsalzung reduziert zusätzlich gelöste Ionen und Leitfähigkeit deutlichGleichzeitig werden Chloride, Sulfate oder Nitrate herausgefiltert, sodass auch diese Stoffe sich nicht ablagern oder Korrosionsschäden verursachen können. Das vollentsalzte Heizwasser enthält ebenfalls keine Säuren wie Kohlensäure oder Kieselsäure mehr. Damit liegt der pH-Wert im neutralen Bereich und kann dort auch konstant gehalten werden.
Je nach Anlage kommen auch Enthärtung, Entsalzung, Härtestabilisierung oder Härtefällung in Betracht. Vollentsalztes beziehungsweise salzarmes Heizwasser kann besonders bei empfindlichen Werkstoffen und niedriger Leitfähigkeit Vorteile haben; einen pauschalen Alleinschutz gegen alle Kalk- und Korrosionsrisiken gibt es aber nicht. Entscheidend sind die Grenzwerte der VDI 2035, die Herstellerangaben und die spätere Kontrolle im Anlagenbuch.
Wer trägt die Verantwortung?
Wie eingangs schon erwähnt, ist grundsätzlich der Betreiber einer Heizungsanlage dafür verantwortlich, dass diese ordnungsgemäß betrieben wird. Da ein Laie nicht in der Lage ist, die notwendigen Wasseranalysen beziehungsweise Wasserbehandlungen durchzuführen, kann er diese Verantwortung an einen Fachbetrieb übertragen.
Fachbetriebe haben die notwendigen Mess- und Aufbereitungsverfahren, um das Heizwasser entsprechend zu prüfen und aufzubereiten. Beauftragen Sie das Befüllen oder Nachfüllen des Heizungswassers, sollte der Auftrag die Anforderungen nach VDI 2035, die Herstellerangaben und die Dokumentation im Anlagenbuch ausdrücklich enthalten. Dann ist nachvollziehbar, welche Wasserwerte vereinbart und geprüft wurden.
Deshalb ist es sinnvoll, sich an einen erfahrenen Heizungsbetrieb zu wenden und Messwerte sowie Nachfüllmengen schriftlich dokumentieren zu lassen. Bei mangelhafter Werkleistung kommen rechtliche Ansprüche nur unter den jeweiligen Voraussetzungen des Werkvertragsrechts in Betracht.

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