Was Sie über die Härte des Heizwassers wissen sollten

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Was Sie über die Härte des Heizwassers wissen sollten

Das Heizungswasser muss eine bestimmte Beschaffenheit haben, damit die Anlage gut funktioniert. Die Härte des Wassers ist dabei ein entscheidender Faktor. Die Technische Regel VDI 2035 definiert klar die Anforderungen an das Heizwasser, damit negative Auswirkungen auf den Heizbetrieb verhindert werden können.

Härtegrad des Wassers © Klaus Eppele, stock.adobe.com
Härtegrad des Wassers © Klaus Eppele, stock.adobe.com

Für die Qualität des Heizwassers sind Sie als Betreiber verantwortlich. Was Sie über die Härte des Wassers unbedingt wissen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann ist Wasser hart?

Die Härte eines Wassers steigt mit zunehmender Konzentration an Mineralien. Calcium und Magnesium sind hier an vorderer Stelle zu nennen. Was für unseren Körper kein Problem ist, kann die Heizungsanlage nachhaltig schädigen.

Die im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen werden auch als Härtebildner bezeichnet und bestimmen die Gesamthärte des Wassers.

In der Regel wird die Wasserhärte in „deutschen Härtegraden“, kurz auch °dH, angegeben. Werden Werte über 14°dH erreicht, spricht man von einem harten Wasser. In den Bereichen zwischen von 8,4 bis 14°dH spricht man von mittelhartem Wasser und unter 8,4°dH von weichem Wasser.

Tipp: Die Wasserhärte an Ihrem Wohnort können Sie beim Wasserversorgungsunternehmen erfragen.
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Folgen von zu hartem Wasser für die Heizung

Wird zu hartes Heizungswasser verwendet, kann dies die Funktionsweise der Heizung beeinträchtigen, indem es zur Steinbildung kommt. Die Heizungsanlage arbeitet dann nicht mehr effektiv und kann letztendlich auch schneller kaputt gehen.

Zur Bildung von Steinen kann es kommen, wenn Erdalkali- oder Hydrogenkarbonat haltiges Wasser erwärmt wird. Je höher die Temperatur, desto größer die Gefahr der Steinbildung. Entscheidend dabei ist die Temperatur an der Heizungsfläche, die die Wärme abgibt. Die Vorlauftemperatur ist hier nicht ausschlaggebend.

Wenn Steinbeläge entstanden sind, vermindert sich der Rohrquerschnitt und der Wärmedurchgang. Aufgrund des geringeren Durchmessers des Rohrs erhöht sich der Strömungswiderstand des Heizwassers, da es nun ein engeres Rohr passieren muss. Dies hat zur Folge, dass sich die Wärmeleistung reduziert.

Außerdem können bereits geringe Kalkablagerungen aufgrund der isolierenden Wirkung zu Spannungsrissen im Wärmetauscher führen. Hinzu kommt, dass Aluminium und Edelstahl als häufig verwendete Werkstoffe im Heizungsbereich leicht mit Sulfaten oder Chloriden aus dem Wasser reagieren. Bei alkalischem Heizungswasser mit einem hohen pH-Wert kann es dann zu Korrosionsschäden kommen.

Vorgaben zur Heizwasserqualität

Um solche Schäden durch unsachgemäßes Heizwasser zu verhindern, wird in der Technischen Regel VDI 2035 definiert, welche Anforderungen es erfüllen muss.

Da schon geringe Kalkablagerungen Folgeschäden verursachen können, ist Trinkwasser als Heizungswasser nicht geeignet. Um es nutzen zu können, muss das Wasser entsprechend behandelt werden, damit Steinbildung und Korrosionsschäden vermieden werden.

Für die Behandlung des Heizwassers präferiert die VDI 2035 die Vollentsalzung als geeignetes Verfahren. Dabei werden die Härtebildner fast vollständig entzogen und Kalkstein kann sich nicht mehr bilden.

Tipp: Normalerweise müssen dem Heizungswasser keine Chemikalien zugegeben werden. Im Ausnahmefall, wenn sich der pH-Wert nicht im gewünschten Bereich einpendelt, muss aber entsprechend eingegriffen werden.

Gleichzeitig werden Chloride, Sulfate oder Nitrate herausgefiltert, sodass auch diese Stoffe sich nicht ablagern oder Korrosionsschäden verursachen können. Das vollentsalzte Heizwasser enthält ebenfalls keine Säuren wie Kohlensäure oder Kieselsäure mehr. Damit liegt der pH-Wert im neutralen Bereich und kann dort auch konstant gehalten werden.

Alternativ sind Behandlungsmethoden wie Enthärtung, Härtestabilisierung, Härtefällung oder Enthärtung möglich. Allerdings bietet laut VDI 2035 nur das vollentsalzte Heizungswasser wirklich umfassenden Schutz gegen Kalkablagerungen und Korrosionsschäden.

Wer trägt die Verantwortung?

Wie eingangs schon erwähnt, ist grundsätzlich der Betreiber einer Heizungsanlage dafür verantwortlich, dass diese ordnungsgemäß betrieben wird. Da ein Laie nicht in der Lage ist, die notwendigen Wasseranalysen beziehungsweise Wasserbehandlungen durchzuführen, kann er diese Verantwortung an ein Fachbetrieb übertragen.

Die Experten kennen die Vorschriften und haben die notwendigen Mittel, um das Heizwasser entsprechend zu prüfen und aufzubereiten. Bei Auftragserteilung übernehmen sie dafür die Verantwortung, dass beim Befüllen oder Nachfüllen des Heizungswassers die vorgeschriebenen Normen beachtet werden.

Deshalb ist es immer ratsam, sich an einen erfahrenen Heizungsbetrieb zu wenden. Dieser kann im Schadensfall dann auch haftbar gemacht werden.

Tipp: Schließen Sie für ihre Heizung einen Wartungsvertrag ab, dann wird die Heizung regelmäßig überprüft und Sie als Betreiber sind vor bösen Überraschungen gefeit.
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