Home » Heizung » Heiztechnik » Funktion und Zweck der Frischwasserstation

Funktion und Zweck der Frischwasserstation

Frischwasserstation – alles Wichtige zu Funktion und Zweck

Mit einer Frischwasserstation lässt sich Warmwasser erzeugen. Doch wie funktioniert eine solche Anlage und was sind die Unterschiede zum Pufferspeicher oder Durchlauferhitzer? Die Antworten auf diese und andere Fragen rund um die Trinkwasserstation finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Frischwasserstation erwärmt Trinkwasser erst bei Bedarf im Durchlauf – sie speichert kein warmes Wasser.
  • Weil kein Warmwasser steht, ist das Risiko für Legionellen geringer als bei einem klassischen Warmwasserspeicher.
  • Die Anlage braucht eine ausreichend hohe Puffertemperatur und einen externen Wärmeerzeuger.
  • Bei hartem Wasser kann der Wärmetauscher verkalken – regelmäßige Wartung hält die Station leistungsfähig.
Warmwasser aus der Dusche © eshana_blue, stock.adobe.com
Warmwasser zum Duschen kann mit einer Frischwasserstation erzeugt werden © eshana_blue, stock.adobe.com
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

Wofür wird eine Frischwasserstation eingesetzt?

Eine Frischwasserstation (kurz: FriWa) wird für das Erzeugen von Warmwasser genutzt, das wir zum Duschen oder Waschen verwenden. Das kalte Trinkwasser strömt bei einer Zapfung durch die Station und wird anschließend über die Trinkwasserleitung zu den Zapfstellen geführt. Weil dieses Gerät Trinkwasser erwärmt, wird es auch „Trinkwasserstation“ genannt. Es wird nicht für das Erhitzen des Heizungswassers genutzt.

Frischwasserstation © currahee_shutter, stock.adobe.com
Frischwasserstation © currahee_shutter, stock.adobe.com

Wie funktioniert eine Frischwasserstation?

Die Frischwasserstation ist kein Heizgerät, das allein funktioniert. Sie ist immer auf einen externen Wärmeerzeuger angewiesen. Deshalb wird die Frischwasserstation an das Rohrsystem der Heizungsanlage angeschlossen. Das warme Heizungswasser hat die Aufgabe das zum Duschen oder Waschen genutzte Wasser in der Trinkwasserstation zu erwärmen. Hierfür strömt das Heizungswasser in kleinen feinen Rohren durch einen Wärmetauscher. Dabei kommt es nicht mit dem Trinkwasser in Kontakt, sondern gibt nur seine Wärmeenergie ab.
Sobald jemand den Wasserhahn aufdreht, fließt kaltes Trinkwasser durch den Plattenwärmetauscher. Eine heizwasserseitige Pumpe führt bedarfsgerecht heißes Wasser aus dem Puffer zu; eine Zirkulationspumpe ist nur bei Anlagen mit Warmwasserzirkulation vorgesehen.

Das Funktionsprinzip der Frischwasserstation
Das Funktionsprinzip der Frischwasserstation

Gesteuert wird die Warmwasserversorgung über einen kleinen Prozessor in der Frischwasserstation. Dieser Prozessor misst außerdem mit Hilfe eines Sensors die Vorlauftemperatur, um so die Wärmeübertragung besser zu regulieren. Damit sind gleichzeitig die Grenzen für die Wassererwärmung mit der Frischwasserstation gegeben, denn die Temperatur des Warmwassers hängt direkt von der Vorlauftemperatur ab.

Kostenloser Angebotsvergleich

Was kostet eine neue Heizung für Ihr Haus?

Jedes Haus ist anders – und damit auch der Preis. Vergleichen Sie Angebote regionaler Fachbetriebe.

  • Bis zu 5 Angebote aus Ihrer Region
  • Seit 2011 neutral & unabhängig
Kostenlose Angebote anfordern Anfrage in ca. 2 Minuten · unverbindlich

Entscheidend ist nicht die Heizperiode, sondern die Temperatur im Puffer beziehungsweise im Speicherkreis der Frischwasserstation. Auch im Sommer kann die Station zuverlässig arbeiten, wenn der Wärmeerzeuger – etwa Wärmepumpe, Gas-/Ölkessel, Pelletkessel oder Solarthermie – den Puffer ausreichend aufheizt; fehlt diese Wärme, sinken Warmwassertemperatur und Zapfleistung.

Worauf Sie bei der Trinkwasserhygiene achten

  • Puffertemperatur hoch genug haltenDie Warmwassertemperatur hängt direkt vom Heizungswasser ab. Ist der Puffer zu kühl, wird das Trinkwasser nicht ausreichend warm.
  • Verkalkung bei hartem Wasser im Blick behaltenDer Wärmetauscher kann mit der Zeit verkalken. In Regionen mit hartem Wasser ist eine regelmäßige Entkalkung sinnvoll.
  • Wartung nicht vergessenWärmetauscher, Pumpe und Sensorik gelegentlich vom Fachbetrieb prüfen lassen, damit die Station hygienisch und zuverlässig arbeitet.

Was sind die Vorteile und Nachteile der Frischwasserstation?

Die Vorteile der Frischwasserstation im Überblick:

  • Hohe Hygiene: In der Frischwasserstation wird kein warmes Wasser gespeichert. Deshalb ist die Gefahr gering, dass sich Legionellen bilden.
  • Braucht am Gerät nur wenig Platz: Die Station selbst speichert kein Trinkwarmwasser und ist kompakt. Im Gesamtsystem ist jedoch häufig ein Heizwasser-Pufferspeicher nötig; das sollte bei Wohnungen oder kleinen Häusern ohne Platz für Boiler oder Warmwasserspeicher eingeplant werden.
  • Keine Kontamination mit Heizungswasser: Die Frischwasserstation und das Rohrsystem der Heizung nutzen zwei getrennte Kreisläufe. Somit besteht keine Gefahr, dass das Trinkwasser verunreinigt wird.
  • Geringere Speicherverluste: Da kein Trinkwarmwasser bevorratet wird, können Bereitschaftsverluste eines Warmwasserspeichers sinken. Die dafür nötige Wärme muss aber weiterhin vom Wärmeerzeuger bereitgestellt werden.
  • Kompatibel mit vielen Heizsystemen: Trinkwasserstationen lassen sich sowohl mit klassischen Gas- oder Ölheizungen als auch mit modernen EE-Heizungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie kombinieren.
Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher © Martin Winzer, stock.adobe.com
Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher © Martin Winzer, stock.adobe.com

Den Vorteilen stehen folgende Nachteile gegenüber:

  • Trinkwasserstationen benötigen Strom: Pumpe und Prozessor sind auf Strom angewiesen. Wird der Strom nicht regenerativ erzeugt, vergrößert sich der CO2-Fußabdruck mit dieser Installation.
  • Kann nicht autark betrieben werden: Trinkwasserstationen sind immer abhängig von einer externen Wärmequelle. Fällt diese aus, gibt es kein warmes Trinkwasser. Außerhalb der Heizperiode muss der Wärmeerzeuger oder eine Solarthermieanlage den Pufferspeicher gezielt für Warmwasser laden; bei Gas- oder Ölkesseln kann das zusätzliche Starts nur für Warmwasser bedeuten.

Worin unterscheiden sich Boiler, Trinkwasserstation oder Durchlauferhitzer?

Es gibt für Hausbesitzer verschiedene Möglichkeiten, um Warmwasser zu gewinnen.

Während Boiler oder Durchlauferhitzer mit einer eigenen Wärmequelle arbeiten, z.B. einem Brenner bzw. einem Heizstab, kommt die Trinkwasserstation ohne eigene Energiequelle aus. Dafür ist sie von einem Wärmeerzeuger abhängig. Dieser kann jedoch eine regenerative Energiequelle nutzen.

Warmwasser-Lösungen im Vergleich

LösungHygieneKomfort / SchüttleistungBesonderheit
Frischwasserstationhoch – Durchlaufprinzip, kein stehendes Warmwasserbedarfsgerecht, mehrere Zapfstellen möglich; Leistung hängt von der Puffertemperatur abbraucht externen Wärmeerzeuger und ausreichend warmen Puffer
Trinkwasserspeicher (Boiler)geringer – Warmwasser wird bevorratetgroßer Vorrat, gute Schüttleistung auch bei SpitzenSpeicherverluste; Legionellen-Untersuchung nur bei gewerblich oder öffentlich genutzten Großanlagen
Durchlauferhitzer (elektrisch)hoch – erwärmt nur bei Bedarfpunktuell für einzelne Zapfstellen, begrenzte Mengearbeitet mit Strom statt mit Heizungswärme
Hygienespeicherhoch – Trinkwasser durchläuft eine innenliegende LeitungPufferwärme steht gespeichert bereit, gleichmäßige Versorgungkombiniert Pufferspeicher und hygienische Erwärmung in einem Gerät
Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Verbraucherzentrale; heizsparer.de
Das Prinzip der vier Pufferspeicher-Arten
Das Prinzip der vier Pufferspeicher-Arten

Boiler, Durchlauferhitzer und Trinkwasserstation werden ausschließlich zur Erwärmung von Trinkwasser genutzt. Dabei setzt der Boiler auf einen Wärmespeicher, während Durchlauferhitzer und Trinkwasserstation warmes Wasser nur auf Anforderung bereitstellen. Sie kommen ohne Speicher aus. Somit ist bei beiden für eine hohe Hygiene und geringe Keimbelastung im Trinkwasser gesorgt.

Der Unterschied zwischen Boiler und Durchlauferhitzer
Der Unterschied zwischen Boiler und Durchlauferhitzer

Eine weitere Alternative, der Pufferspeicher ist ebenso wie die Trinkwasserstation abhängig von einer externen Wärmequelle. Beide Systeme trennen Trink- und Heizungswasser durch separate Kreisläufe. Allerdings kann der Pufferspeicher Wärme aufnehmen und über den Tag verteilt bei Bedarf abgeben. Die Trinkwasserstation ist darauf angewiesen, dass z.B. ein Heizkessel oder eine Solarthermie-Anlage die benötigte Wärme liefern.

Prinzip der Warmwassergeräte im Vergleich
Prinzip der Warmwassergeräte im Vergleich

Kurz gefragt

Was ist Ihnen bei Ihrer Heizung gerade am wichtigsten?

Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Frischwasserstation rechnen?

Die sogenannte „FriWa“ kostet als Gerät meist etwa 1.000 bis 2.500 Euro; inklusive Montage sollten Sie eher mit rund 1.500 bis 3.800 Euro rechnen. Wie viel Sie bezahlen, hängt von Leistung, Einbindung in das vorhandene Heizsystem und regionalen Montagekosten ab. Bei Kombination mit Solarthermie liegt das Gerät oft am oberen Ende der Spanne, weil die Regeltechnik komplexer ist.

Im Betrieb kommen noch Stromkosten hinzu. Diese lassen sich nicht pauschal angeben, sondern hängen von Ihrem täglichen Warmwasserbedarf ab.

Der Warmwasserverbrauch ist individuell unterschiedlich
Der Warmwasserverbrauch ist individuell unterschiedlich

Moderne Alternative zur Frischwasserstation: der Hygienespeicher

Eine besondere Variante des Pufferspeichers ist der sogenannte „Hygienespeicher“. Er funktioniert ähnlich wie eine Frischwasserstation. Beide Systeme nutzen die von der Heizungsanlage erzeugte Wärmeenergie des Heizungswassers. Allerdings nutzt der Hygienespeicher das gespeicherte heiße Heizungswasser fürs Erwärmen des Trinkwassers. Die Trinkwasserstation hingegen kommt ohne Wasserspeicher aus. Dafür fließen Trinkwasser und Heizungswasser im Wärmetauscher quasi „aneinander vorbei“.

Frischwasserstation, Pufferspeicher und Wärmepumpe im Zusammenspiel

Weil die Frischwasserstation das Trinkwasser erst im Moment der Entnahme erwärmt, steht und fällt der Warmwasserkomfort mit der Temperatur des Heizungswassers. In der Praxis liefert deshalb meist ein Pufferspeicher die nötige Wärme und gleicht Lastspitzen aus. Damit das Trinkwasser am Wärmetauscher trotz Übertragungsverlusten warm genug ankommt, sollte die Temperatur im Puffer einige Grad über der gewünschten Warmwassertemperatur liegen – als Orientierung rund 5 bis 10 °C. Gerade im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe ist diese Kombination interessant: Spezielle Niedertemperatur-Stationen kommen bereits mit moderaten Puffertemperaturen aus, sodass die Wärmepumpe sparsam arbeiten kann und trotzdem hygienisch erwärmtes Warmwasser im Durchlauf zur Verfügung steht.

Frischwasserstation als praktische Lösung für Warmwasserbereitung auf engstem Raum

Mit einer Frischwasserstation lässt sich auf einfache und hygienische Weise Warmwasser erzeugen. Die Station selbst ist kompakt: Ist bereits ein ausreichend warmer Pufferspeicher vorhanden, lässt sie sich auch bei wenig Platz gut einbinden; muss ein Puffer neu aufgestellt werden, sollte dessen Platzbedarf mitgeplant werden. Allerdings müssen Hausbesitzer auch im Hinterkopf behalten, dass das System nur perfekt funktioniert, wenn ausreichend Wärme bereitgestellt wird. Somit eignen sich Trinkwasserstationen sehr gut für Heizungsanlagen mit einem BHKW bzw. Kraft-Wärme-Kopplung.

Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung Unter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) versteht man die gleichzeitige Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme aus eingesetzter Energie in einer Anlage.… weiterlesen

Kostenloser Angebotsvergleich

Angebote vergleichen, fairen Preis finden

  • Bis zu 5 Angebote aus Ihrer Region
  • Seit 2011 neutral & unabhängig
Kostenlose Angebote anfordern Anfrage in ca. 2 Minuten · unverbindlich