Heizungswasser

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Heizungswasser richtig konditionieren

Wenn es um die Beheizung eines Hauses geht, stehen in der Regel zwei Dinge im Fokus:

  1. Mit welcher Technologie die Wärme erzeugt wird: Brennwertkessel, Wärmepumpe, Gas, Öl, Pellets etc.
  2. Wie die Wärme in die Räume gelangt: klassische Heizkörper, Fußbodenheizung etc.

Eine Komponente bleibt meistens zu Unrecht außen vor: Das Heizungswasser. Dabei spielt es als Wärmeträger die zentrale Rolle, um das Gebäude aufzuwärmen.

Heizungsanlage © R. R. Hundt, stock.adobe.com
Heizungsanlage © R. R. Hundt, stock.adobe.com

Wasser hat unterschiedliche Eigenschaften

Auf den ersten Blick scheint sich die Frage gar nicht zu stellen. Wasser ist schließlich Wasser. Auf den zweiten Blick gibt es allerdings große Unterschiede bei pH-Wert und Härtegrad. In manchen Regionen Deutschlands enthält Leitungswasser mehr Mineralien als in anderen. Es ist also härter oder weicher. Ebenso ist es an manchen Orten vom pH-Wert saurer oder basischer als an anderen. Zusätzlich können Salzgehalt und der Anteil gelöster Gase im Wasser variieren.

Waren alte Heizsysteme von den verwendeten Materialien noch recht einfach aufgebaut, vereinen moderne Heizanlagen und Hausinstallationen verschiedenste Materialien in sich. Diese können durch das falsche Wasser schaden nehmen. Dabei sind auch häufig Kompromisse zu treffen. Denn je nach pH-Wert schützt das Wasser beispielsweise einerseits Eisenteile vor Korrosion, greift dann andererseits aber Bauteile aus Aluminium an. Die negativen Folgen, die falsches Heizungswasser haben kann, sind vielfältig:

  • Enthaltene Mineralien können sich an den Wänden der Rohrleitung ablagern. Das führt zu einer geringeren Leitfähigkeit und somit zu einer schlechteren Effizienz. Außerdem können sich Teile der Ablagerungen lösen und Schäden an der Heizanlage verursachen – oder auch die Heizungsrohre auf Dauer komplett verstopfen.
  • Die Heizungsrohre können bei hohen Salz- und Gasgehalten von innen korrodieren.
  • Unterschiedliche Materialien werden angegriffen, es kann zu Undichtigkeiten und Wasserverlust kommen.
  • Das Wasser kann die erzeugte Wärme nicht optimal transportieren, sodass das Heizsystem nicht so effizient wie möglich arbeitet.
Zu hartes Wasser kann die Heizung und Heizungsrohre schädigen
Zu hartes Wasser kann die Heizung und Heizungsrohre schädigen

Diese Schäden sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch sehr teuer werden. Denn Hersteller von Heizungsanlagen machen genaue Angaben, wie das Heizungswasser konditioniert – das heißt beschaffen – sein muss. Weicht der Betreiber davon ab, kann der Anspruch auf Gewährleistung verfallen. Und auch die Versicherung kommt dann möglicherweise nicht für eventuelle Schäden auf.

Tipp: Die Leitungen von Fußbodenheizungen haben einen deutlich geringeren Rohrdurchmesser als die in herkömmlichen Heizkörpern. Hier sollte auf jeden Fall zu hartes Heizungswasser vermieden werden. Denn die feineren Leitungen setzen sich durch Ablagerungen schneller zu.
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Das richtige Heizungswasser von Beginn an

Wird ein Heizsystem installiert, ist der Heizungsbauer dazu verpflichtet, das Heizungswasser richtig zu konditionieren. Er muss dabei die vor Ort herrschende Wasserqualität und die Vorgaben des Herstellers in Einklang bringen. Die Ergebnisse werden in der Dokumentation festgehalten, damit auch bei künftigem Nachfüllen von Wasser die richtige Zusammensetzung gewährleistet werden kann.

Bei bestehenden Anlagen ist es schwieriger. Grundsätzlich gilt: Läuft eine Anlage seit mehr als zehn Jahren problemlos mit dem Heizungswasser, das nachgefüllt wird, besteht kein größerer Handlungsbedarf. Dennoch kann das Wasser in einem Labor untersucht werden, um Aufschluss über die Zusammensetzung zu bekommen.

Die Qualität des Heizungswassers bezüglich pH-Wert und Härte ist in der VDI Richtlinie 2035 Blatt 1 geregelt:

  • Der pH-Wert sollte zwischen 8,2 und 10 liegen.
  • Der Härtegrad richtet sich nach der Größe der Heizanlage. Für Anlagen mit weniger als 50 kW Leistung (also Heizungen in Ein- und Zweifamilienhäusern) gibt es nur für Umlaufwasserheizer und Systeme mit elektrischen Heizelementen einen Richtwert. Dieser liegt bei 16,8 Grad deutscher Härte (°dH)
Härtegrad des Wassers © Klaus Eppele, stock.adobe.com
PH-Wert des Wassers bestimmen © Klaus Eppele, stock.adobe.com
Tipp: Die Wasserqualität ist für den Laien nicht einfach zu erkennen. Eigentümer sollten daher den SHK-Handwerker bei der nächsten Wartung auf das Thema ansprechen und prüfen lassen, ob das Heizungswasser allen Anforderungen entspricht.

Wie lässt sich das Heizungswasser aufbereiten?

Einmal im Jahr muss in einem Heizsystem in der Regel Heizungswasser nachgefüllt werden. Dies kann im Rahmen der Heizungswartung geschehen – selbstverständlich mit sorgfältiger Dokumentation. Um das Heizungswasser auf die richtigen Parameter zu konditionieren, gibt es verschiedene technische Hilfsmittel:

  • Die Wasserhärte lässt sich durch Enthärtungsanlagen anpassen. Diese können direkt und dauerhaft in den Wasserzulauf der Heizungsanlage eingebunden werden. Es gibt allerdings auch mobile Anlagen, die nur beim Be- und Nachfüllen der Heizung zum Einsatz kommen.
  • Der Salzgehalt lässt sich mit entsprechenden Entsalzungsanlagen auf das richtige Maß regulieren.
  • Der pH-Wert kann durch die Zugabe spezieller Lösungen zum Heizungswasser reguliert werden.
  • Bei der Wasserhärte können ebenfalls Zusatzstoffe im Heizungswasser das System vor Korrosion und Ablagerungen schützen.
Die Enthärtungsanlage bereitet das Heizungswasser auf
Die Enthärtungsanlage bereitet das Heizungswasser auf
Entsalzung: Dem Heizwasser werden alle Salze entzogen
Entsalzung: Dem Heizwasser werden alle Salze entzogen

Ein wichtiges Thema: Entgasung

Das Entlüften der Heizungsanlage gehört für viele Hauseigentümer zu den gängigen Vorbereitungen der Heizsaison. Denn „Luft“ in den Heizungsrohren führt nicht nur zu einem unschönen Gluckern in den Heizkörpern, sondern mindert auch den Wärmetransport. Mit einem Heizkörperschlüssel wird an jedem Heizkörper das Auslassventil so lange geöffnet, bis die Luft entwichen ist und Heizungswasser nachläuft. Gerade in den am höchsten gelegenen Heizkörpern des Heizsystems sammelt sich im Laufe des Jahres viel Luft.

Die Frage ist: Wie kommt die Luft überhaupt ins Heizsystem? Einerseits können Undichtigkeiten an den Dichtungen einen Lufteintrag verursachen. Der größte Teil kommt allerdings aus dem Wasser selbst. Im Heizungswasser sind Gase gelöst, die mit der Zeit ausgasen. Um die Funktion der Anlage zu erhalten, ist das regelmäßige Entlüften der Anlage unabdingbar. Ist das Heizungswasser sehr stark mit gelösten Gasen versetzt, gibt es technische alternativen zur manuellen Entlüftung:

  • Selbsttätige Entlüftungsventile: Sie öffnen sich automatisch, wenn der Anteil an Gas in den Heizungsrohren steigt. Es wird dabei ebenso wie bei der manuellen Entgasung nur der Teil des Gases abgeführt, der bereits aus dem Wasser ausgegast ist.
  • Automatischer Heizkörperentlüfter: Funktionsweise erklärt
    Automatischer Heizkörperentlüfter: Funktionsweise erklärt
  • Vakuum-Entgaser: Es gibt spezielle Vakuumsysteme, die dem Wasser Gas entziehen können. Dazu wird das Heizungswasser unter ein Vakuum gesetzt. Die kleinen, gelösten Gasblasen treten dann aus dem Wasser heraus und lassen sich abführen.
Funktionsschema der Vakuum-Entgasung
Funktionsschema der Vakuum-Entgasung

Eine stetige Entgasung des Heizungswassers hat einen deutlichen energetischen Effekt: Die Effizienz des Heizsystems in einem Einfamilienhaus kann um bis zu 6,5 Prozent steigen.

Ist die Heizung entlüftet, sinkt selbstverständlich der Betriebsdruck in der Anlage. Das bedeutet: Nach dem Entlüften muss der Betreiber Heizungswasser nachfüllen. Dieses sollte selbstverständlich die richtige Qualität aufweisen. Außerdem sollte der Eigentümer das Nachfüllen dokumentieren.

Tipp: Ist es in einem Heizsystem notwendig, mehr als einmal im Jahr Heizungswasser nachzufüllen, weist das auf eine Undichtigkeit im Leitungssystem hin. In diesem Fall sollte ein Experte die komplette Anlage überprüfen.
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