Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert
Wer sich mit Heizungstechnik beschäftigt, wird immer wieder auch von den Begriffen Heizwert und Brennwert hören. Beide geben die nutzbare Wärmemenge an, unterscheiden sich aber grundsätzlich.
Lesen Sie in diesem Artikel, wie sich Heizwert und Brennwert voneinander unterscheiden und wie sie sich errechnen lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Heizwert (Hu) zählt nur die Verbrennungsenergie; der Brennwert (Ho) zusätzlich die Wärme aus dem kondensierenden Wasserdampf im Abgas.
- Der Brennwert ist immer größer – bei Erdgas rund 11 %, bei Heizöl etwa 6 % höher als der Heizwert.
- Moderne Brennwertgeräte nutzen diesen Zusatzgewinn; für die Gasabrechnung gilt der Brennwert.
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Heizwert beschreibt Wärmemenge des Brennstoffs
Bei der Verbrennung eines Brennstoffs nennt man die maximal entstehende Wärmeenergie, die für die Erwärmung der Räume und des Wassers zur Verfügung steht, Heizwert.
Im Heizwert nicht enthalten ist die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas. Bei Heizwertgeräten bleibt sie ungenutzt; deshalb liegt der Brennwert bezogen auf den Heizwert bei Erdgas um rund 11 Prozent und bei Heizöl um etwa 6 Prozent höher.

Brennwerttechnik nutzt Energie der Abgase
Im Gegensatz zum Heizwert gibt der Brennwert nicht nur die Wärmemenge an, die bei der Verbrennung des Brennstoffs entsteht. Darüber hinaus wird auch die Energie der warmen Abluft genutzt.

Die Verbrennungsgase werden unter den Taupunkt abgekühlt – bei Erdgas etwa 55 bis 57 °C, bei Heizöl eher 45 bis 50 °C. Dabei kondensiert Wasserdampf und Wärmeenergie wird freigesetzt; ein Brennwertgerät nutzt diese Kondensationswärme zusätzlich zur Verbrennungsenergie.
Aufgrund dieser sogenannten latenten Wärme ist der Brennwert immer höher als der Heizwert.

Unterschiede auf einen Blick
Heizwert und Brennwert im direkten Vergleich
| Merkmal | Heizwert (Hu) | Brennwert (Ho) |
|---|---|---|
| Was zählt mit | nur die Verbrennungsenergie | Verbrennungsenergie plus Kondensationswärme des Abgases |
| Wasserdampf im Abgas | kondensiert nicht | wird abgekühlt und kondensiert |
| Typische Abgastemperatur | ca. 160 °C | unter ca. 55 °C |
| Größenverhältnis | immer kleiner als der Brennwert | immer größer als der Heizwert |
Verhältnis Heizwert zu Brennwert
Beide Werte, Heizwert wie Brennwert, beziehen sich auf die Masse beziehungsweise das Volumen eines Brennstoffs. Brennwertgeräte können höhere Nutzungsgrade erreichen, wenn die Abgase unter den Taupunkt abgekühlt werden und die Kondensationswärme tatsächlich im Heizsystem ankommt.
Heizwert und Brennwert bezogen auf einen bestimmten Brennstoff stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Damit kann man beispielsweise aus dem Heizwert den Brennwert ermitteln oder umgekehrt.
Will man von Heizwert auf Brennwert umrechnen, muss der jeweilige Faktor multipliziert werden. Bei der Umrechnung von Brennwert auf Heizwert wird entsprechend dividiert.
| Brennstoff | Umrechnungsfaktor |
|---|---|
| Heizöl | 1,06 |
| Erdgas | 1,11 |
| Flüssiggas | 1,09 |
| Holz | 1,08 |
Rechenbeispiel: vom Heizwert zum Brennwert
Warum der Bezugswert wichtig ist
Ob sich eine Angabe auf den Heiz- oder den Brennwert bezieht, entscheidet über die Vergleichbarkeit. Wirkungsgrade von über 100 % entstehen nur, weil sie auf den Heizwert bezogen werden – auf den Brennwert bezogen bleibt jeder Kessel unter 100 %. Wer Geräte oder Brennstoffkosten vergleicht, sollte deshalb immer denselben Bezugswert verwenden. In der Gasabrechnung ist es einheitlich der Brennwert (Ho).

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