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Wärmemengenzähler

Wärmemengenzähler: Heizkosten genauer abrechnen

In Mietobjekten ist die jährliche Heizkostenabrechnung eine wichtige Komponente der Mietnebenkosten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Mietobjekte über eine zentrale Heizungsanlage mit Wärme versorgt werden. Für eine faire und verbrauchsgerechte Abrechnung sorgen Wärmemengenzähler. Wir zeigen Ihnen, wie diese Geräte funktionieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wärmemengenzähler misst die gelieferte Wärme aus Volumenstrom und der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf – das macht die Heizkostenabrechnung genauer.
  • Für die Abrechnung muss der Zähler geeicht sein; die Eichgültigkeit beträgt bei Wärmezählern in der Regel sechs Jahre.
  • Neu eingebaute Zähler müssen fernablesbar sein; Bestandsgeräte sind bis Ende 2026 nachzurüsten – mit gesetzlichen Ausnahmen bei Härtefällen.
  • Den Einbau übernimmt am besten ein Fachbetrieb – nur fachgerecht montierte Zähler messen Temperatur und Volumen korrekt.
Wärmemengenzähler in der Fußbodenheizung © benjaminnolte, stock.adobe.com
Wärmemenge mit Zählern für die korrekte Heizkostenabrechnung erfassen © benjaminnolte, stock.adobe.com
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Der Sinn von Wärmezählern in Gebäuden

Wer in einer Mietwohnung lebt, die über ein zentrales Heizungssystem beheizt wird, kennt die jährliche Heizkostenabrechnung durch den Vermieter bzw. die Hausverwaltung. Um diese Kosten zu berechnen, werden traditionell sogenannte „Verdunstungsröhrchen“ an den Heizkörpern montiert. Anhand der darin verdunsteten Flüssigkeit lässt sich der Verbrauch ablesen. Diese Röhrchen werden jedes Jahr getauscht und nach dem Ablesen erneuert.

Verdunstungsröhrchen zum Ermitteln des Wärmeverbrauchs werden vor allem deshalb eingesetzt, weil sie im Vergleich zu anderen Systemen sehr günstig sind und nicht manipuliert werden können. Allerdings haben diese mechanischen Geräte und die digitalen Varianten einen großen Nachteil: Eine exakte Messung des Verbrauchs ist damit nur eingeschränkt möglich.

Schnellcheck: Wann ist ein Wärmemengenzähler sinnvoll oder erforderlich?

Vermietetes Gebäude mit Zentralheizung: Hier ist eine verbrauchsabhängige Abrechnung Pflicht – ein Wärmemengenzähler erfasst den gelieferten Wärmestrom exakt.
Fußboden- oder Flächenheizung: Verdunstungsröhrchen an Heizkörpern funktionieren hier nicht; ein Wärmemengenzähler im Heizungsrohr ist die zuverlässige Lösung.
Getrennte Abrechnung von Wohn- und Gewerbeeinheiten oder mehreren Heizkreisen: Der Zähler trennt die Verbräuche sauber.
Geförderte Solarthermie oder Wärmepumpe: Für die Förderung ist eine Ertrags- bzw. Funktionskontrolle nötig; ein separater Wärmemengenzähler ist nur in bestimmten Fällen vorgeschrieben.
Selbstgenutztes Einfamilienhaus ohne Abrechnungspflicht: Hier ist der Zähler optional – sinnvoll vor allem, wenn Sie den Verbrauch einzelner Bereiche gezielt im Blick behalten wollen.
Quelle: Heizkostenverordnung; Mess- und Eichverordnung
Das Prinzip eines Wärmemengenzählers
Das Prinzip eines Wärmemengenzählers

Eine effektivere Alternative sind dann digitale Wärmemengenzähler, die nicht an den Heizkörpern, sondern direkt im Heizungsrohr installiert werden. Sie messen sowohl die Wassertemperaturen von Vor- und Rücklauf und können den Volumenstrom dokumentieren. Auf der Basis dieser Daten ist die Heizkostenabrechnung dann genauer und letztlich auch gerechter für Mieter.

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Funktionsweise von Wärmemengenzählern

Im Grunde genommen arbeiten Wärmemengenzähler ähnlich wie der Gas- oder Wasserzähler. Sie messen aber nicht nur die Menge des durchströmenden Mediums, sondern auch Temperaturunterschiede.

Ein Wärmemengenzähler verfügt somit über Sensoren, welche beim Zu- und Rücklauf des Heizungswassers die Temperatur ermitteln. Für das Bestimmen des Volumens kommen je nach Zähler verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Mechanische Messung
  • Messung über ein rotierendes Flügelrad
  • Ultraschallmessung

Die erhaltenen Daten werden im Gerät zusammengeführt. Der Wärmemengenzähler berechnet den Wärmeverbrauch damit kontinuierlich. Hausbesitzer oder die Hausverwaltung können die verbrauchte Wärmemenge in Kilowattstunden für die Heizkostenabrechnung ablesen. Die Ablesung ist einmal jährlich, aber auch nach einem Auszug der Mieter möglich.

Vereinfacht gilt:

Durchströmtes Volumen über die Zeit × Dichte und Wärmekapazität des Heizungswassers × Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf = gelieferte Wärmemenge. Angezeigt wird sie meist in Kilowattstunden (kWh) oder Megawattstunden (MWh).

Was für Wärmemengenzähler gibt es?

Es gibt zwei typische Bauweisen für Wärmezähler:

  • Kompaktwärmezähler: Diese Geräte bestehen aus einem Gehäuse, in welches sowohl die Messtechnik als auch die Technik für die Berechnung der Wärmemenge integriert sind. Lediglich die Temperatursensoren sind nicht darin eingebaut.
  • Verbund-Wärmemengenzähler: Bei dieser Bauart sind das Rechenmodul und das Volumenmessgerät in unterschiedlichen Gehäusen untergebracht. Sie werden über Kabel oder Funk miteinander verbunden.

Unabhängig von der Bauart gibt es Wärmezähler allgemein mit Funkschnittstelle. Bei diesen Geräten lässt sich die verbrauchte Wärmemenge ablesen, ohne dass dafür jemand die Wohnung der Mieter betreten muss. Das erleichtert den personellen Aufwand für die jährliche Heizkostenabrechnung. Es gibt darüber hinaus Wärmemengenzähler, die Daten über das Internet übermitteln können. Diese Geräte vereinfachen das Ablesen nochmals, da niemand mehr vor Ort Daten erfassen muss.

Heizkostenverteiler ablesen © Kzenon, fotolia.com
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Für große Wohnblöcke werden meist sogenannte „mehrstrahlige“ Wärmemengenzähler verwendet. Sie sind auch bei hohen Volumenströmen in der Lage, Temperatur und Volumen präzise zu messen. In Wohnungen werden hingegen überwiegend einstrahlige Kompaktzähler genutzt.

Die Vorteile von Wärmemengenzählern im Überblick

  • Einfache und sehr präzise Ermittlung der Wärmemenge, wenn Gebäude per Fernwärme beheizt werden.
  • Vereinfachte Trennung von Verbräuchen bei Gebäuden, die für Gewerbe oder zum Wohnen genutzt werden.
  • Effektive Verbrauchsbestimmung bei Kostenermittlung für erwärmtes Brauch- und Heizwasser.
  • Genaue Verbrauchsbestimmung bei Fußbodenheizungen oder anderen Flächenheizungen, bei welchen andere Messmethoden nicht funktionieren würden.
  • Wichtig für die Ermittlung des Wärmeertrags von Solarthermie-Anlagen. Bei BEG-geförderter Solarthermie ist eine Ertrags- bzw. Funktionskontrolle erforderlich; ein separater Wärmemengenzähler ist nur in bestimmten Fällen vorgeschrieben, etwa bei größeren Kollektorflächen.
Der Wärmemengenzähler: Kleines Gerät mit großer Wirkung
Der Wärmemengenzähler: Kleines Gerät mit großer Wirkung

Wärmeverbrauch einfach ablesen

Die Ermittlung des Wärmeverbrauchs für die Heizkostenabrechnung ist mit digitalen Wärmemengenzählern sehr einfach. Denn diese Geräte verfügen in der Regel über eine Anzeige, die den Verbrauch innerhalb eines gewählten Zeitraums anzeigt. Funkbetriebene Modelle können diese Daten zudem automatisiert oder auf Anforderung übermitteln.

Wärmemengenzähler bieten auch für Mieter eine höhere Transparenz, denn die Daten können problemlos ausgedruckt und geteilt werden. Auch aus rechtlicher Sicht ist das einfache Ablesen der Wärmezähler von Vorteil, denn Vermieter sind laut Heizkostenverordnung dazu verpflichtet, den Energieverbrauch in Mieteinheiten verbrauchsabhängig zu bestimmen.

Fernablesbar und monatlich informiert

Beim Ablesen hat sich rechtlich einiges getan. Erfassungsgeräte, die nach dem 1. Dezember 2021 eingebaut werden, müssen grundsätzlich fernablesbar sein, sich also ohne Betreten der einzelnen Wohnung auslesen lassen. Bereits vorhandene, nicht fernablesbare Geräte sind bis Ende 2026 nachzurüsten oder auszutauschen; Ausnahmen sind möglich, wenn das im Einzelfall technisch nicht machbar wäre oder zu einem unbilligen Aufwand führen würde. Sind fernablesbare Geräte installiert, müssen Vermieter ihren Mietern seit 2022 zudem monatlich über den Verbrauch informieren, statt nur einmal im Jahr abzurechnen. Das soll den Energieverbrauch sichtbarer machen und beim Sparen helfen.

Heizkostenabrechnung © euthymia, stock.adobe.com
Faire Heizkostenabrechnung mit einem Wärmezähler © euthymia, stock.adobe.com

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Kann ich einen Wärmemengenzähler selbst montieren?

Sobald die Werte eines Wärmemengenzählers für die Heizkostenabrechnung genutzt werden, sollte er nicht in Eigenregie eingebaut werden. Das Gerät misst nur dann korrekt, wenn Durchflussrichtung, Einbaulage und das Volumenmessteil fachgerecht zur Anlage passen. Ebenso müssen die Temperaturfühler so angebracht werden, dass sie Temperaturen und Volumen genau erfassen.

Vermieter sollten den Einbau deshalb am besten einem Fachbetrieb überlassen. Laufende Kosten für Miete, Eichung, Ablesung und Abrechnung der Zähler lassen sich je nach Mietvertrag als Betriebskosten umlegen; die einmalige Anschaffung und der Einbau zählen dagegen nicht pauschal zu den Betriebskosten. Ob ein steuerlicher Abzug in Frage kommt, sollte getrennt geprüft werden.

Was kostet ein Wärmemengenzähler?

Wärmemengenzähler sind deutlich teurer als einfache Verdunstungsröhrchen. Dafür entfällt bei den modernen, digitalen Wärmezählern der jährliche Tausch der Geräte. Somit sparen Hausverwaltungen und Vermieter Personalkosten und Aufwand.

Je nach Gerät kostet ein Wärmezähler für kleinere Anlagen grob zwischen 100 und 200 Euro; für die fachgerechte Montage kommen je nach Aufwand häufig noch einmal rund 50 bis 150 Euro hinzu. Gegenüber Verdunstungsröhrchen sparen Hausbesitzer und Hausverwaltungen vor allem Ablese- und Wechselaufwand, müssen bei eichpflichtigen Abrechnungszählern aber die sechsjährige Eichfrist und den späteren Austausch einplanen. Ob sich ein digitaler Funk-Wärmemengenzähler rechnet, hängt deshalb vom Gebäude, vom Messdienstvertrag und von der Zahl der Messstellen ab.

Heizkosten steigen © Alexander Raths, stock.adobe.com
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