Kondensatpumpe: Überschüssiges Kondensat von Brennwertheizungen sicher abführen
Abgase aus Heizungsanlagen enthalten nicht nur CO2 und andere Stoffe, sondern auch Wasserdampf. Besonders bei niedrigen Abgastemperaturen kondensiert dieser Dampf an den Schornsteinwänden und läuft zurück zur Feuerstätte. Eine Kondensatpumpe kann für Abhilfe sorgen. Hier erfahren Sie alles Wichtige dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei Brennwertheizungen fällt saures Kondensat an, das sicher in die Kanalisation abgeleitet werden muss.
- Eine Kondensatpumpe ist nur nötig, wenn das Kondensat nicht mit freiem Gefälle zum Abfluss läuft.
- Typischer Fall: Kessel im Keller unterhalb der Rückstauebene – die Pumpe hebt das Kondensat über diese Ebene.
- Eine separate Neutralisation des Kondensats ist erst bei größeren Anlagen oder besonderen Vorgaben Pflicht.

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Wie Kondensat beim Heizen entsteht
Wer heutzutage mit Öl oder Gas heizt, nutzt dabei in der Regel moderne Brennwerttechnik. Diese Heizgeräte kühlen die Abgase im Wärmetauscher so weit ab, dass ein Teil des enthaltenen Wasserdampfs kondensiert und zusätzliche Wärme für das Heizsystem nutzbar wird. Dadurch steigt die Energieeffizienz. Je nach Gerät und Abgassystem kann auch in der feuchtebeständigen Abgasleitung Kondensat anfallen. Dieser zu Wasser kondensierte Dampf wird Kondensat genannt. Es entsteht, sobald die Taupunkttemperatur des Wasserdampfs im Abgas unterschritten wird.
Das Kondensat läuft zum Kondensatablauf des Brennwertgeräts beziehungsweise der Abgasanlage und muss von dort sicher in die Entwässerung geführt werden.
Wie viel Kondensat fällt beim Heizen an?
Die Menge an kondensiertem Wasserdampf ist beim Heizen nicht unerheblich. Als Richtwerte gelten bis zu 1,5 Liter Kondensat pro Kubikmeter Gas und bis zu 0,9 Liter Kondensat pro Liter Heizöl.
Brauchen Sie also 3.000 Liter Heizöl pro Jahr, können bis zu 2.700 Liter Kondensat anfallen. Bei einem jährlichen Gasverbrauch von 1.500 Kubikmetern können bis zu 2.250 Liter Kondensat anfallen.
Auch wenn die Zahlen in der Praxis variieren können, weil die Menge des Kondensat u.a. abhängig von der Effizienz Ihrer Heizung und Ihrem Heizbedarf ist, zeigen die Zahlen doch deutlich, wie viel Wasser letztlich im Schornstein wieder zurückläuft.

Wann ergibt eine Kondensatpumpe Sinn?
Die meist mehr als 1.000 Liter Kondensat pro Jahr werden üblicherweise über den Kondensatablauf des Brennwertgeräts beziehungsweise der Abgasanlage in die Kanalisation geleitet. Eine Kondensatpumpe ist nur dann entbehrlich, wenn dieser Ablauf mit ausreichendem Gefälle erreichbar ist; bei Aufstellung unterhalb der Rückstauebene muss die Druckleitung über diese Ebene geführt werden.
Sie wird jedoch meist dann gebraucht, wenn alte Öl- oder Gasheizungen auf moderne Brennwerttechnik umgerüstet werden. Denn dann ist meist weder ein geeignetes Schornsteinsystem vorhanden noch ein Ablauf verfügbar.
Die Abflussleitung für das anfallende Kondensat ist bei älteren Heizgeräten meist zu weit entfernt, als dass die Flüssigkeit ohne zusätzliche Pumpe abgeleitet werden kann. Somit besteht die Gefahr, dass sich zuviel Kondensat im Abgasrohr sammelt und zum Heizkessel fließt. Dieser könnte dann Schaden nehmen.
Pumpe oder freies Gefälle? So erkennen Sie den Bedarf
Ob Sie überhaupt eine Kondensatpumpe brauchen, entscheidet ein einziger Punkt: Kommt das Kondensat mit natürlichem Gefälle zum nächsten Abfluss? Liegt der Abfluss tiefer als der Kondensatauslass des Kessels, läuft die Flüssigkeit ganz von selbst und drucklos ab – eine Pumpe ist dann überflüssig. Eine Hebepumpe wird erst nötig, wenn der Aufstellraum unter der sogenannten Rückstauebene liegt (in der Regel die Straßenoberkante) oder kein Abfluss mit ausreichendem Gefälle in der Nähe ist. Das ist häufig in Kellern der Fall, in denen eine alte Öl- oder Gasheizung gegen ein modernes Brennwertgerät getauscht wurde. Die Pumpe hebt das Kondensat dann über die Rückstauebene und verhindert zugleich, dass bei Starkregen Abwasser aus dem Kanal zurück zum Kessel gedrückt wird.
Brauche ich eine Kondensatpumpe?
1. Liegt ein Abfluss tiefer als der Kondensatauslass des Kessels?
2. Liegt der Aufstellraum unter der Rückstauebene (meist Straßenoberkante)?
3. Ist es ein neueres Brennwertgerät mit integriertem Ablauf am passenden Ort?
Bei modernen Geräten ist die Kondensatableitung oft schon gelöst.
Wie funktioniert eine Kondensatpumpe?
Eine Kondensatpumpe ist eine einfache Hebepumpe, die aus drei zentralen Komponenten aufgebaut ist: einem Auffangbehälter, einem Rückflussverhinderer und einem Förderelement.
Im Auffangbehälter wird das bei der Verbrennung entstehende Kondensat gesammelt. Sobald der Behälter sich bis zu einer bestimmten Höhe gefüllt hat, startet die Pumpe. Sie drückt das Kondensat durch einen Schlauch, der in den Abguss mündet. Im Schlauch ist ein Rückflussverhinderer eingebaut. Er schließt den Schlauch, sobald die Pumpe nicht mehr läuft. Dadurch blockiert er das Kondensat so, dass es im Schlauch nicht zurück zum Auffangbehälter fließen kann.
Wichtig ist: Kondensatpumpen befördern das Kondensat oberhalb der Rückstauebene. Dadurch wird verhindert, dass z.B. Abwasser bei Starkregenereignissen oder bei Hochwasser über die Kondensatpumpe zum Heizkessel gedrückt wird. Viele Kondensatpumpen haben auch einen eingebauten Alarm, der ausgelöst wird, wenn der Auffangbehälter voll oder das Rohrsystem verstopft ist.
Damit Kondensatpumpen selbst nicht korrodieren, bestehen sie aus Kunststoff oder Edelstahl. Das ist wichtig, denn Kondensat ist sehr sauer und kann Feststoffe so schnell zersetzen. Diese Tatsache sorgt z.B. zur Versottung von Schornsteinrohren.

Kondensat aufbereiten
Wie schon erwähnt, ist das Kondensat sehr sauer. Aus diesem Grund wird es in der Regel mit Wasser verdünnt, bevor es in das Abwasserrohrsystem geleitet wird. Doch nicht immer ist es möglich, den ph-Wert durch Zuführen von Wasser zu erhöhen. Das saure Wasser kann dann Abwasserrohre beschädigen.
Reicht das Abwasser im Haus nicht aus, um das Kondensat weniger säurehaltig zu machen, ist eine sogenannte „Neutralisationseinrichtung“ notwendig. Das ist in der Regel ein kleiner Behälter, vergleichbar mit einer Entkalkungsanlage für die Heizung. In diesem Behälter befinden sich basische Spezialmineralien (etwa Magnesium- oder Kalziumverbindungen), die den pH-Wert des Kondensats auf einen unschädlichen Wert von rund 6,5 anheben, bevor es ins Abwasser geleitet wird.
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Ob eine Neutralisationseinrichtung Pflicht ist, hängt von der Heizleistung und dem Brennstoff ab. Maßgeblich ist das Arbeitsblatt DWA-A 251 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall: Anlagen mit mehr als 200 Kilowatt Nennleistung müssen das Kondensat generell neutralisieren. Übliche Ein- und Zweifamilienhaus-Heizungen bis 25 Kilowatt sind davon in der Regel ausgenommen, weil das häusliche Abwasser die Säure ausreichend verdünnt. Auch im Bereich von 25 bis 200 Kilowatt kann die Pflicht entfallen, sofern säurefeste Abwasserleitungen vorhanden sind und genug Abwasser anfällt. Bei schwefelhaltigem Heizöl oder einer eigenen Kleinkläranlage ist eine Neutralisation dagegen immer erforderlich. Im Zweifel legt der örtliche Abwasserbetrieb die genauen Anforderungen fest.

Welche Kosten entstehen beim Kauf einer Kondensatpumpe?
Einfache Kondensatpumpen für Brennwertgeräte liegen häufig im niedrigen dreistelligen Bereich; einzelne Modelle kosten etwa 100 bis 200 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Montage sowie gegebenenfalls für eine Neutralisationseinrichtung.
Bei der Auswahl der Pumpe zählen vor allem Förderhöhe, Fördermenge, Medienbeständigkeit und eine mögliche Neutralisation. Das Kondensat einer Ölheizung kann wegen des Schwefelanteils aggressiver sein als Gas-Kondensat; die Pumpe braucht deshalb nicht pauschal mehr Leistung, sondern muss für Brennstoff, pH-Bereich und Kondensatmenge zugelassen sein. Worauf es bei einer Ölheizung sonst noch ankommt, lesen Sie in unseren häufigen Fragen.
Kondensatpumpe kaufen: Worauf es ankommt
Fazit: Kondensatpumpen sind nicht immer notwendig, deshalb vorher Fachbetrieb fragen
Ob eine Kondensatpumpe für Ihre Heizung notwendig ist, sollten Sie am besten einen Fachbetrieb abklären lassen. Wenn Sie ohnehin eine Heizungssanierung vorhaben, werden die Profis gleich auch prüfen, ob eine entsprechende Pumpeinrichtung eingebaut werden muss.
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