Fußbodenheizung nachrüsten: Das Trockensystem

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Fußbodenheizung nachrüsten: Das Trockensystem: Vorteil geringe Aufbauhöhe

Für eine Warmwasser-Fußbodenheizung zu verlegen, gibt es zwei Systeme: das Trockensystem oder Nasssystem. Das Trockensystem eignet sich insbesondere für Sanierer, weil es auch nachträglich eingebaut werden kann. Durch den speziellen Aufbau kommen Trockenbau-Fußbodenheizungen mit deutlich geringeren Aufbauhöhen zurecht. Die minimale Aufbauhöhe beträgt 15 mm inklusive Wärmedämmung. Hierbei werden die Rohre der Fußbodenheizung direkt unterhalb des Bodenbelags in Systemplatten verlegt und anschließend mit Trockenbauplatten abgedeckt.

Das Trockensystem lässt sich schnell und einfach verlegen. Da die Heizungsrohre, anders als bei den Nasssystemen, sehr dicht unter der Oberfläche liegen, reagiert das Trockensystem schneller auf geänderte Temperaturanforderungen. Nachteilig ist hingegen das geringere Wärmespeichervermögen.

Wichtig:Wer sich für ein Trockensystem entscheidet, muss bei der Wahl des Trockenestrichs besonders auf dessen Eignung hinsichtlich des Untergrunds, der Belastung und der Nutzung des Raums achten. Daher ist eine genaue Beratung unumgänglich!

Aufbau des Trockensystems

Die Bodenaufbauten für eine Fußbodenheizung im Trockensystem muss den Mindestanforderungen nach DIN EN 1264-4 genügen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der komplette Fußbodenaufbau in Estrichart und Estrichdicke der jeweiligen Geschossdicke sowie der Bodenbelastung vor der endgültigen Festlegung abgeklärt sind. Dabei werden drei Fälle unterschieden:

  • Fall 1: Wohnungstrenndecke mit darunter liegendem beheiztem Raum
  • Fall 2: Wohnungstrenndecke mit darunter liegendem unbeheiztem oder nur in Abständen beheiztem Raum oder direkt auf dem Erdreich
  • Fall 3: Wohnungstrenndecke mit darunter liegendem Außenluftbereich
Fußbodenheizung Trockensystem © skatzenberger, stock.adobe.com
Trockensystem: Randdämmstreifen (blau), Systemplatten, Wärmeleitbleche und die darin liegenden wasserführende Rohrleitung der Fußbodenheizung. Darauf werden die Trockenestrichplatten verlegt, auf die schlussendlich der Fußbodenbelag kommt © skatzenberger, stock.adobe.com

Eine zusätzliche Dämmung auf den Rohboden oder die Rohdecke muss nur dann eingesetzt werden, wenn das Trockenbausystem im nicht unterkellerten Erdgeschoss verlegt werden soll. Dort benötigt man in der Regel eine Wärmedämmung von mindestens 30 mm. Bei Bedarf ist unter dem Fußbodenheizungsaufbau eine PE-Folie als Feuchtigkeitssperre aufzubringen.

Fußbodenheizung Dämmschicht: Es kommt darauf an was sich unter dem Boden befindet
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In der Regel bestehen die Trockensysteme aus folgenden Bestandteilen:

  • einer Dämmebene sowie Randdämmstreifen
  • Systemplatten zum Aufnehmen der Rohre
  • Wärmeleitblechen für eine bessere Wärmeverteilung
  • den wasserführenden Rohrleitungen
  • einer Lastverteilschicht als Fertigfußoden im Raum

Trockensysteme lassen sich schnell und mit etwas Geschick in einer Ein-Mann-Montage verlegen. Dabei muss vorab garantiert sein, dass die Rohdecke besenrein ist.

Zuerst werden die Dehnstreifen entlang der Wände, Säulen sowie Treppen befestigt. Die Randdämmstreifen dienen als Dehnungsfuge und der Schalldämmung.

Es folgt das Verlegen der Systemplatten aus Polystrolschaum für die Aufnahme der Rohrleitungen. Sie bildet gleichzeitig eine gleichmäßige Dämmschicht. Sie sorgt dafür, dass die Heizwärme nicht ungewollt nach unten verschwindet. Wie stark die Systemplatten sein müssen, hängt dabei von der Rohdecke ab. Grundsätzlich gilt: Je tiefer die Temperatur im darunter liegenden Bereich ist, umso stärker muss die Dämmung unter der Fußbodenheizung im Trockensystem sein.

Die Systemelemente müssen vollständig und fugenfrei verlegt werden. Das Ablängen erfolgt in der Regel durch Sollbruchstellen. Die Umlenkbereiche der Heizungsrohre liegen dabei stets wandseitig. Die Systemplatten gibt es in unterschiedlichen Plattenhöhen und verschiedenen Aufnahmedurchmessern für die Heizungsrohre. Spezielle Oberflächenstrukturen erlauben eine Rohrverlegung in Diagonal- und Mäanderform sowie in Schneckenform.

In die Führungen für die Heizungsrohe werden Wärmeleitbleche eingedrückt. Diese Lamellen dienen der gleichmäßigen Wärmeverteilung. Man sollte daran denken, dass aufgrund der Ausdehnung durch die Wärme ein Abstand zwischen den einzelnen Lamellen von gut 5 mm in Längsrichtung eingehalten werden sollte.

Fußbodenheizung: Wärmeleitbleche sorgen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung
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In die Wärmeleitbleche wird dann die wasserführenden Rohrleitungen eingedrückt. Die Fußbodenheizung im Trockenbausystem sollte nur in Verbindung mit einem Metall-Kunststoff-Verbundrohr verwendet werden. Es besteht aus zwei Kunststoff- und einer Aluminiumschicht, ist zu 100% sauerstoffdiffusionsdicht und weist eine besondere Zulassung für Trinkwasser vor.

Nach fertiger Rohrverlegung werden oft Abdeckbleche auf die Umlenkbereiche gelegt. Dadurch wird eine bessere Last- und Wärmequerverteilung erzielt. Die gesamte Fläche wird überlappend mit PE-Folie abgedeckt. Die Folie dient als Gleitschicht.

Auf die Folie werden dann Trockenestrichplatten verlegt. Der Trockenestrich dient als Lastenverteilschicht und sollte aus zwei Schichten Trockenestrich à 12,5 mm bestehen. Um eine niedrigere Aufbauhöhe zu realisieren, kann auch auf zwei Schichten Trockenestrich à 10 mm zurückgegriffen werden. Vor dem Einbau sollte der Estrichbedarf unbedingt von einem Fachmann berechnet werden. Beim Verlegen der Trockenestrichplatten geht man vor, wie es die Herstellerangaben vorsehen.

Prinzipiell kann beim Trockenbausystem jeder Bodenbelag verwendet werden. Lediglich bei Teppichböden ist darauf zu achten, dass die Auslegware eigens für die Verlegung auf Fußbodenheizungen hergestellt wurde.

Durch die komplett trockene Bauweise der Fußbodenheizung ist eine sofortige Inbetriebnahme nach der Montage möglich, da es im Gegensatz zur Nassbauweise keine Aushärtezeit gibt.

Ein weiterer Vorteil: Estrichverlegung und Bodenverlegung können in einem Arbeitsgang erfolgen.

Für einen Quadratmeter Warmwasser-Fußbodenheizung im Trockensystem liegen die Kosten zwischen 28 Euro bis 44 Euro.

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