Gastherme austauschen

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Gastherme austauschen: Wann sollte ich es tun und welche Möglichkeiten gibt es?

Wer noch mit einer alten Gastherme heizt, sollte allein aus Kostengründen über einen Austausch nachdenken. Darüber hinaus schreibt der Gesetzgeber vor, dass alte Geräte nach und nach ersetzt werden müssen. Doch welche Alternativen kommen in Frage? Wir klären über Kosten, Gesetze und Förderungen auf.

Handwerker repariert Gastherme © Tomasz Zajda, stock.adobe.com
Handwerker repariert Gastherme © Tomasz Zajda, stock.adobe.com
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Wer muss seine Gastherme austauschen?

Zirka 20 Jahre hält im Schnitt eine Gastherme. Manche Heizanlagen funktionieren auch danach weiter, dennoch gilt die veraltete Technik als umweltschädlich, da sie hohe Wärmeverluste verursacht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt daher vor, dass alte Geräte nach und nach ausgetauscht werden müssen. Die Austauschpflicht betrifft Thermen, die älter als 30 Jahre sind.
Zu den Ausnahmen zählen:

  • Heizungsanlagen mit Niedertemperatur- und Brennwertkesseln, unabhängig von ihrem Alter
  • Einzelraumheizungen
  • Gasthermen, mit denen man nur Warmwasser aufbereitet
  • Wärmeerzeuger mit einer Leistung unter 4 oder über 400 Kilowatt
  • Gasthermen in selbstbewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern, die die Eigentümer bereits vor dem 01. Februar 2002 bewohnten. Erben zählen jedoch als neue Eigentümer, selbst wenn sie vor dem Stichtag in dem Haus wohnten.
Unser Tipp: Wie alt Ihre Gastherme ist, erfahren Sie anhand des Typenschilds, das Sie je nach Modell seitlich, auf der Unterseite oder hinter dem Anzeigepaneel finden. Unter dem Strichcode befindet sich eine 26-stellige-Zahl, die Serial-Nummer. Bei älteren Modellen stehen die ersten zwei Ziffern für das Baujahr. Also 02 XXXX = Baujahr 2002. Bei manchen Modellen (v.a. neueren Gasthermen von Vaillant) stehen dagegen die dritte und die vierte Ziffer für das Jahr, also XX13 = Baujahr 2013)

Warum sind neuere Gasthermen effizienter?

Bis ungefähr Mitte der Achtziger waren Wärmeerzeuger dafür ausgelegt, eine konstante Menge an Wärme bereitzustellen. Anders als moderne Systeme, nutzten die Anlagen die in den Abgasen enthaltene Wärme nicht, sondern ließen sie über den Schornstein verpuffen.

Bei modernen Gasthermen mit Brennwerttechnik kondensieren dagegen die Abgase im Kamin. Dadurch lässt sich ein auf den Brennwert bezogener Wirkungsgrad von bis zu 96 Prozent erreichen. Im Vergleich dazu kommen ältere Geräte auf 70 bis maximal 85 Prozent (Niedertemperaturkessel).

Selbst wenn Ihre Gastherme nicht von der Austauschpflicht betroffen ist, profitiert von einem Austausch auf lange Sicht Ihr Kontostand. Selbst bei Ein- und Zweipersonenhaushalten ergeben sich mit einem effizienteren Modell durch die aktuell hohen Gaspreise jährliche Ersparnisse im hohen dreistelligen Bereich.

Gasheizung Brennwertheizungen sind besonders effizient
Gasheizung Brennwertheizungen sind besonders effizient

Gastherme austauschen: Welche Parameter sind wichtig?

Haben Sie sich für eine neue Gastherme entschieden, suchen Sie zusammen mit dem Heizungstechniker das passende Gerät aus. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Heizleistung: wie viel Leistung Ihre Gastherme benötigt, hängt vom Wärmebedarf Ihres Gebäudes ab. Entscheidend sind die Anzahl der Räume und der Heizkörper, die Bauart sowie die Dämmung. Für eine unsanierte Altbauwohnung mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern benötigen Sie beispielsweise um die 15 Kilowatt an Leistung. Für ein Einfamilienhaus mit 200 Quadratmetern, das nach dem KfW 55 Standard gebaut wurde, reichen dagegen 10 Kilowatt.
  • Platzbedarf: Kombithermen gelten als besonders platzsparend und eignen sich auch für kleine Wohnungen, da sie einfach an die Wand gehängt werden können. Trotzdem sollten Sie auch abhängig von der Lage der Gasanschlüsse überlegen, wo das Gerät hinkommen soll.
  • Vorlauf- und Rücklauftemperatur: welche Temperatur das Heizungswasser am Anfang und am Ende des Heizkreislaufs haben muss, bestimmen die Bauart der Gastherme, die Dämmung des Gebäudes sowie die Fläche der Heizkörper. Bei einer Brennwerttherme reichen selbst in mäßig gedämmten Altbauten oft 60 Grad Vorlauftemperatur aus. Die Rücklauftemperatur soll 45 Grad nicht übersteigen, damit die Abgase kondensieren und dabei Wärme abgeben können.
Die Heizleistung der neuen Gasbrennwerttherme wird bestimmt durch...
Die Heizleistung der neuen Gasbrennwerttherme wird bestimmt durch…

Was kostet eine neue Gastherme?

Im Vergleich zu anderen Wärmeerzeugern zählen Brennwert-Gasthermen zu den günstigeren Alternativen. Ein neues Modell bekannter Hersteller wie Vaillant oder Buderus kostet je nach Leistung 2.000 bis 7.000 Euro.

Dazu müssen Sie Installationskosten einplanen, die für eine wandhängende Gastherme zwischen 1.000 und 2.000 liegen. War zuvor keine Brennwerttechnik installiert, ist es zudem notwendig, auch den Schornstein anzupassen. Das liegt daran, dass die kondensierenden, sauren Abgase ansonsten das Mauerwerk angreifen. Für ein Abgasrohr aus Stahl oder mehrschalige Schornsteine aus Keramik beträgt der Preis 1.500 bis 2.000 Euro. Günstiger sind Kunststoffverkleidungen, die bereits für zirka 1.000 zu haben sind.

An der Wand montierter Gasboiler im Badezimmer © JinOdin
An der Wand montierter Gasboiler im Badezimmer © JinOdin

Welche Alternativen gibt es zur Gastherme?

Möchten Sie vom Gas wegkommen, bieten sich einige Möglichkeiten, die staatlich gefördert werden. Darüber hinaus kombiniert man in den letzten Jahren bei sogenannten hybriden Heizsystemen die unten beschriebenen Heizungen mit einer Gastherme. Auch hybride Heizsysteme finanziert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), indem es bis zu 30 Prozent der Kosten erstattet.

Damit sparen Sie im Vergleich zu einer reinen Gasheizung Brennstoffkosten und Emissionen. Gleichzeitig springt die Gastherme ein, wenn die Wärmepumpe oder die Solarthermieanlage nicht genug Leistung liefern oder sich nicht wirtschaftlich betreiben lassen.

Solarthermie

Solarthermieanlagen sind Kollektoren, die auf den ersten Blick wie Photovoltaikanlagen aussehen. Sie bestehen jedoch aus schwarzen Rohren, die mit einer Wasserlösung gefüllt sind. Bei Sonneneinstrahlung erhitzt sich diese Lösung auf Temperaturen von bis zu 90 Grad auf. Vor allem in den Sommermonaten deckt eine Solarthermieanlage den Warmwasserbedarf eines Haushalts problemlos ab. Im Winter benötigen Sie dagegen zum Heizen eine zweite Wärmequelle, beispielsweise eine Gas- , eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe.

Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung
Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Die Kosten für eine Solarthermieanlage liegen um die 10.000 Euro. Davon finanzieren staatliche Förderprogramme bis zu 30 Prozent. Installieren Sie Solarthermie zusammen mit einer Holzheizung oder einer Wärmepumpe, erhalten Sie bis zu 45 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten erstattet.

Solarthermie Installation © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Solarthermie Installation © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Holzheizungen

Der Begriff „Holzheizungen“ umfasst Hackschnitzel-, Pellet- sowie Scheitholzheizungen. Letztere haben keine Fördertechnik und müssen manuell beschickt werden. Bei allen drei Varianten benötigen Sie einen Pufferspeicher für Warmwasser sowie genug Platz, um das Brennmaterial zu lagern.

Besonders bei Hackschnitzelheizungen brauchen Sie große Lagerstätten, dennoch liegen die Anschaffungskosten für den Brennstoff niedriger als bei Pellets. Inklusive Installationskosten sollten Sie für eine Holzheizung mit Preisen ab 20.000 rechnen. Diverse Förderprogramme übernehmen bis zu 45 Prozent der Summe.

Holzheizung bedienen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Holzheizung bedienen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen ein Kältemittel, das mithilfe der Umgebungswärme verdampft und anschließend komprimiert wird, um Innenräume zu heizen. Je nachdem, welches Wärmereservoir man verwendet, unterscheidet man zwischen Luft-Wasser, Sole-Wasser oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Erstere weisen niedrigere Anschaffungskosten auf, verbrauchen jedoch mehr Strom. Unabhängig von der Art fördert der Staat Wärmepumpen mit 35 Prozent bis 50 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus summiert sich der Strombedarf auf zirka 5.000 Kilowattstunden. Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen arbeiten effizienter, brauchen aber zwei Grundwasserbrunnen beziehungsweise Erdsonden. Da die dafür notwendigen Bohrungen genehmigungspflichtig sind, eignen sie sich nicht für jedes Gebäude.

Wärmepumpe können Wärme aus Erde, Luft oder Wasser gewinnen
Wärmepumpe können Wärme aus Erde, Luft oder Wasser gewinnen

Darüber hinaus lohnen sich Wärmepumpen energetisch gesehen nur bei einem Heizungssystem mit einer niedrigen Vorlauftemperatur. Das ist zum Beispiel gegeben, wenn Fußbodenheizungen oder große Heizkörper sowie eine gute Dämmung vorhanden sind.

Gas Brennwertgerät wandhängend © Buderus
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