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Brennstoff Holzpellets

Der Brennstoff einer Pelletheizung: Holzpellets

Das Brenngut für Pellet-Heizungen ist ein vergleichsweise unkomplizierter Brennstoff mit hohem Heizwert. Holzpellets, in zylindrische Stäbchenform gepresste Holzreste, lassen sich zudem gut bevorraten und sind durch die industrielle Herstellung zu einem vergleichsweise günstigen Brennstoff geworden. Klimafreundlicher als fossile Brennstoffe sind sie zwar – automatisch CO2- oder klimaneutral aber nicht (mehr dazu weiter unten).

Das Wichtigste in Kürze

  • Holzpellets sind aus getrockneten Säge- und Hobelspänen gepresste Stäbchen – ohne chemische Bindemittel, das holzeigene Lignin hält sie zusammen.
  • Qualitätspellets fürs Eigenheim tragen das Siegel ENplus A1: Heizwert ab 4,6 kWh/kg, Wassergehalt unter 10 Prozent, Aschegehalt höchstens 0,7 Prozent.
  • Etwa 2 Kilogramm Pellets ersetzen einen Liter Heizöl; ein Einfamilienhaus verbraucht grob 3 bis 6 Tonnen pro Jahr.
  • Pellets sind nachwachsend, aber nicht automatisch klimaneutral – bei Bereitstellung und Verbrennung entstehen CO2 und Feinstaub.
Holzpellets © Ehrenberg-Bilder, stock.adobe.com
Holzpellets © Ehrenberg-Bilder, stock.adobe.com
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Das war allerdings nicht immer so, denn mit ihrer Markteinführung Ende der 1990er Jahre lagen die Preise für diesen alternativen Brennstoff noch im oberen Preissegment. Nach dem rapiden Preisabfall in den Jahren 2002 bis 2005 auf rund 3,50 Cent/kWh folgte im Jahr 2006 wieder ein Preisanstieg auf etwa 5 Cent/kWh, der durch die hohe Nachfrage mit daraus resultierenden Produktionsengpässen zu erklären war.

Mittlerweile haben sich die Pellethersteller auf bedarfsgerechte Produktionskapazitäten eingestellt. Größere Preissprünge wie in der Energiekrise 2022 bleiben damit die Ausnahme, ganz ausgeschlossen sind Schwankungen aber nicht. Die Preise für Holzpellets liegen Mitte 2026 laut Deutschem Pelletinstitut bei rund 7,5 Cent je Kilowattstunde, je nach Liefermenge, Region und Jahreszeit. Im Winter sind die Pellets wegen der höheren Nachfrage meist teurer als im Sommer.

Preisentwicklung Holzpellets im Vergleich © Deutsches Pelletinstitut GmbH
Preisentwicklung Holzpellets im Vergleich © Deutsches Pelletinstitut GmbH

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Zertifizierung von Holzpellets

Für Holzpellets gibt es eine eigene Brennstoff-Norm, die einheitliche Qualitätsklassen festlegt. Maßgeblich ist heute die DIN EN ISO 17225-2 (Biogene Festbrennstoffe – Brennstoffspezifikationen und -klassen – Teil 2: Holzpellets). Sie hat die frühere Norm EN 14961-2 abgelöst und unterscheidet die Klassen A1, A2 und B. Darüber hinaus gibt es weiterführende (freiwillige) Qualitätszertifikate, welche die Norm-Anforderungen ergänzen und hinsichtlich der Qualitätsansprüche noch deutlich übertreffen.

EU-Norm
Das Zertifikat DINplus baut auf der Norm auf und prüft Holzpellets gegen deren Anforderungen. Zur Überprüfung und Zertifizierung werden die Qualitätseigenschaften bei der Herstellung von Holzpellets genau unter die Lupe genommen. Unter anderem werden Eigenschaften wie Schüttdichte, Wassergehalt, chemische Verunreinigungen, Ascheerweichungstemperatur, Heizwert und Abriebverhalten der Pellets überprüft. Sind die vorgegebenen Anforderungen erfüllt, werden die Holzpellets entsprechend zertifiziert.

EN-plus

Holzpellets ENplus © Deutsches Pelletinstitut
Holzpellets ENplus © Deutsches Pelletinstitut

Vom Deutschen Pelletinstitut wurde für den deutschen Markt das ENplus-Zertifikat eingeführt. Dieses übertrifft die Anforderungen und Qualitätsforderungen an Holzpellets – und deren Hersteller – um weitere Faktoren. Doch nicht nur bei der Pelletproduktion müssen die vorgegebenen Anforderungen erfüllt werden, um das ENplus-Zertifikat zu erlangen, sondern auch hinsichtlich Handel und Logistik.

So wurde mit dem ENplus-Zertifikat ein wirksames Instrument für den Verbraucherschutz geschaffen, die dem Endverbraucher eine lückenlose Transparenz aufzeigt und so eine internationale Vergleichbarkeit schafft. Ein weiterer Vorteil für den Endverbraucher: Die strengeren Werte der ENplus- Zertifizierung gewährleisten einen reibungslosen Verbrennungsvorgang der Holzpellets und somit nicht nur mehr Effizienz, sondern auch mehr Betriebssicherheit.

Wichtig: Die Holzpellets sind zertifiziert und geprüft
Wichtig: Die Holzpellets sind zertifiziert und geprüft

Projekt Pell Cert

Das EU-Projekt PellCert („European Pellet Quality Certification“) unterstützte ab 2011 die europaweite Einführung des ENplus-Zertifikats. Ziel war ein einheitliches Zertifizierungssystem für Holzpellets in ganz Europa; zeitweise wurden auch zusätzliche Nachhaltigkeitskriterien diskutiert, die jedoch nicht dauerhaft in den ENplus-Standard übernommen wurden.

Träger des ehrgeizigen Projekts, das unter der Leitung des Europäischen Biomasseverbandes AEBIOM steht, sind insgesamt zehn Pelletverbände aus ganz Europa. Mithilfe des Projekts konnten in vielen verschiedenen europäischen Ländern die Vorgaben des ENplus-Zertifikats durchgesetzt werden.

Woran Sie gute Holzpellets erkennen

Das wichtigste Merkmal beim Einkauf ist ein gültiges Qualitätssiegel: ENplus A1 oder DINplus stehen für einen Heizwert von mindestens 4,6 Kilowattstunden je Kilogramm, einen Wassergehalt unter 10 Prozent und einen Aschegehalt von höchstens 0,7 Prozent. ENplus überwacht dabei nicht nur das Produkt, sondern die gesamte Lieferkette von der Produktion bis zur Einblasung ins Lager. Gute Pellets sind außerdem an ihrer glatten, glänzenden Oberfläche und am geringen Staubanteil zu erkennen – viel Abrieb deutet auf Transportschäden oder geringere Festigkeit hin. Worauf Sie beim Kauf konkret achten können, fasst der folgende Schnellcheck zusammen.

Schnellcheck: Sind das gute Holzpellets?

Drei Fragen geben eine erste Einschätzung, ob die Pellets für Ihre Heizung taugen.

1. Tragen Sack oder Lieferschein ein ENplus-A1- oder DINplus-Siegel mit Zertifikatsnummer?

Nein / unklar

Ohne Siegel ein Risiko

Bestehen Sie auf zertifizierter Ware. ENplus belegt geprüfte Produktwerte und kontrolliert zusätzlich die gesamte Lieferkette; DINplus belegt die geprüfte A1-Produktqualität.

Ergebnis

Ja

Gute Grundlage

Das Siegel sichert geprüfte Qualität über die gesamte Lieferkette.

→ Frage 2

2. Sind die Pellets glatt, glänzend und weitgehend frei von Staub und Bruch?

Viel Abrieb / Staub

Auf die Lieferqualität achten

Etwas Staub ist normal, viel Abrieb nicht. Lassen Sie schonend einblasen und reklamieren Sie auffällig viel Feinanteil beim Händler.

Ergebnis

Ja

Gutes Zeichen

Glatte, feste Pellets verbrennen sauberer und stauben weniger ab.

→ Frage 3

3. Lagern Sie die Pellets trocken und vor Feuchtigkeit geschützt?

Ja

Gute Voraussetzungen

Zertifizierte, feste und trocken gelagerte Pellets verbrennen effizient und sauber – das spart Brennstoff und schont den Kessel.

Ergebnis

Eher feucht / unklar

Lagerung verbessern

Pellets müssen trocken bleiben – schon wenig Feuchtigkeit lässt sie aufquellen und verstopft die Förderschnecke. Lager staubdicht und trocken halten.

Ergebnis

Einordnung der Redaktion · Qualitätskriterien nach ENplus / DINplus

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Die Herstellung der Holzpellets

Pellets sind zu Stäbchen gepresste Holzreste. Ihre Optik erinnert ein wenig an Tierfutter, was auch kein Wunder ist, schließlich stammt das Prinzip der Herstellung aus der Futtermittelindustrie.

Als Rohstoff für die Verpressung zu Pellets kommt dabei ausschließlich Holz zum Einsatz, beispielsweise aus Holzabfällen von Säge-, bzw. Hobelwerken oder aber aus nicht zur Weiterverarbeitung geeignetem Stammholz, zum Beispiel nicht sägefähiges Rundholz. Um hieraus die kleinen Presslinge zu produzieren, muss der verwendete Rohstoff, sofern noch nicht erfolgt, zunächst getrocknet werden, bevor er für die Verpressung zerkleinert wird. Unter hohem Druck von rund 300 bis 400 bar wird das kleingehackte Holz innerhalb einer Pelletieranlage auf die entsprechende Stäbchendicke (meist 6, teils 8 mm) gepresst. Der hohe Druck und die dabei entstehende Reibungswärme machen das im Holz enthaltene Lignin klebefähig. Dieser holzeigene Stoff bindet die Fasern ganz ohne chemische oder synthetische Bindemittel zusammen.

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Holzabfälle sind ein wertvoller Rohstoff
Holzabfälle sind ein wertvoller Rohstoff

Eine manuelle Zugabe von weiteren Bindemitteln ist in der Regel nicht mehr nötig, kann aber unter Umständen erfolgen. Erlaubt sind in diesem Zusammenhang maximal 2 Prozent geeignete Presshilfsmittel pflanzlichen Ursprungs, zum Beispiel Stärke. Nach dem Pressvorgang werden die Pellets dann auf die gewünschte Länge geschnitten, in der Regel 10 bis 30 Millimeter, und kommen lose oder als Sackware in den Handel. Für die entsprechende Qualität der Pellets sorgt dabei die oben erwähnte Norm DIN EN ISO 17225-2, die unter anderem Aschegehalt und Heizwert der Pellets regelt.

Pellets, die für den Einsatz in Pelletheizungen vorgesehen sind, sollten der Qualitätsstufe A1 entsprechen. Eine Tonne Pellets dieser Güteklasse entspricht energetisch rund 500 Litern Heizöl. A2-Pellets sind ebenfalls genormt und haben denselben Mindestheizwert, erlauben aber höhere Grenzwerte etwa beim Aschegehalt; sie werden eher in größeren Feuerungen eingesetzt und sollten nur verwendet werden, wenn der Heizungshersteller sie freigibt. B Pellets (Industriepellets) kommen vorwiegend für Kraftwerke und Großfeuerungen zum Einsatz.

Holzpellets in Kennzahlen

ab 4,6 kWh/kgHeizwert von Qualitätspellets der höchsten Güteklasse ENplus A1
unter 10 %Wassergehalt – darüber sinken Heizwert und Verbrennungsqualität
2 kg ≈ 1 Liter HeizölEnergiegehalt von Holzpellets – eine Tonne ersetzt rund 500 Liter Heizöl
Quelle: ENplus-Standard ST 1001; Energieäquivalenz nach Deutschem Pelletinstitut

 

Holzpellet Herstellung
Holzpellet Herstellung, Zur Vergrößerung auf das Bild klicken, © Bild: Agentur für erneuerbare Energien

Holzpellets © Ehrenberg-Bilder, stock.adobe.com
Holzpellets Herstellung

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Holzpellets: Versorgungssicherheit

Die Nachfrage nach Pelletheizungen ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Waren im Jahr 1999 erst 800 Pelletheizungen im deutschlandweiten Einsatz zu finden, stieg ihre Zahl in deutschen Haushalten bis zum Jahr 2019 auf rund 450.000 Anlagen an.

Bis Ende 2024 stieg die Zahl auf rund 740.000 Pelletfeuerungen deutschlandweit. Die deutsche Pelletproduktion deckt den Inlandsverbrauch bislang ab; Deutschland war über viele Jahre Nettoexporteur. Auch künftig ist daher, trotz steigender Verbräuche, mit einer grundsätzlich guten Versorgung zu rechnen – kurzfristige, witterungs- oder nachfragebedingte Schwankungen bei Preisen und Lieferzeiten sind aber wie bei jedem Brennstoff möglich.

Inlandsbedarf und Produktionskapazitäten von Holzpellets © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH
Inlandsbedarf und Produktionskapazitäten von Holzpellets © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Holzpellets: Umweltverträglichkeit

Holzpellets bestehen überwiegend aus Säge- und Hobelspänen, also Reststoffen der Holzindustrie, und gelten deshalb als vergleichsweise umweltschonender Brennstoff. Bei der Bereitstellung – Trocknung, Pressen, Transport – wird allerdings ebenfalls Energie aufgewendet, sodass Pellets nicht emissionsfrei sind.

Heizen mit Holzpellets wird immer beliebter
Heizen mit Holzpellets wird immer beliebter

Beim Verbrennen geben Pellets vor allem das CO2 ab, das die Bäume zuvor gebunden haben – das Verbrennungs-CO2 ist also weitgehend biogen. Über den gesamten Lebensweg betrachtet sind Holzpellets damit zwar deutlich emissionsärmer als Heizöl oder Erdgas, aber nicht pauschal CO2- oder klimaneutral. Hinzu kommt, dass bei der Verbrennung Feinstaub und Ruß entstehen; moderne Pelletkessel verbrennen aber deutlich sauberer als ein Scheitholzofen.

Holzpellet Emissionen
Holzpellets Emissionen im Vergleich, © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Brennstoffe Holz und Pellts © Gerhard Seybert, stock.adobe.com
Holzpellets Einkaufstipps

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