Seit Jahrtausenden produzieren Menschen mit Holz Wärme. Und nicht erst seit der Energiekrise und der Gasknappheit wegen des Kriegs in der Ukraine sind Holzheizungen als Alternative zu Gas- oder Ölheizungen in aller Munde.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Verbrennen von Holz entsteht Feinstaub – Holzfeuerungen in Kleinfeuerungsanlagen verursachten 2020 rund 18 Prozent der deutschen PM2,5-Emissionen.
- Den größten Hebel haben Sie selbst: moderner Stufe-2-Ofen, trockenes Holz unter 20 Prozent Restfeuchte und Anzünden von oben senken den Staub am stärksten.
- Ein nachgerüsteter Feinstaubfilter mindert die Emissionen zusätzlich und kann einen sonst guten Bestandsofen vor der Stilllegung bewahren.

Viele Jahre galten Holzheizungen als umweltfreundliche Alternative zu Heizungen, die auf fossile Brennstoffe setzen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, und bei der Verbrennung wird vor allem das CO2 frei, das der Baum während des Wachstums gebunden hat. Klimaneutral ist Holz deshalb aber nicht automatisch: Das Umweltbundesamt rechnet das Verbrennungs-CO2 seit März 2024 mit – bilanziell entlastet Holz das Klima nur, wenn es rasch nachwächst und der Wald insgesamt mehr CO2 bindet.
Dennoch mehren sich kritische Stimmen zum Heizen mit Holz, wobei es vor allem um die Freisetzung von Feinstaub geht. Bei der Verbrennung von Holz entsteht Feinstaub, die Belastung hängt unter anderem von der Art und Alter des Ofens, der Verbrennung und dem Holz ab, das verbrannt wird.

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Welche Arten von Holzheizungen gibt es?
Holzheizung ist nicht gleich Holzheizung. Es gibt unterschiedliche Arte, mit Holz zu heizen. Neben Einzelöfen oder Kaminen gibt es auch Heizungen, die als Zentralheizung die Wärme und das Warmwasser für ganze Gebäude bereitstellt.
- Pelletofen: Pelletöfen gibt es sowohl als Einzelöfen, die manuell mit Pellets beladen werden, wie auch als Zentralheizungsanlage, mit der Wärme und Warmwasser für ein ganzes Haus produziert werden und die automatisch mit Pellets beschickt werden über Förderschnecken oder Sauganlagen.

- Scheitholzofen: Scheitholzöfen gibt es in verschiedenen Ausführungen als Vergaserkessel, aber auch in Kombination mit Pellets oder als reine Scheitholzöfen. Sie sind wie auch Pelletöfen bei entsprechenden Platzverhältnissen und dem Vorhandensein eines geeigneten Schornsteins auch für Modernisierungen in Bestandheizungen geeignet.

- Hackschnitzelheizungen
Hackschnitzelheizungen sind weit verbreitete Anlagen, die vor allem in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden.

- Kachelofen
Kachelöfen heizen ebenfalls mit Holz und werden schon lange als Heizmöglichkeit genutzt. Bei Kachelöfen wird der Raum, in dem er steht vor allem mit Strahlungswärme geheizt, während andere Räume über Lüftungsschächte und warme Luft beheizt werden

- Kaminofen und offener Kamin
Offene Kamine und Kaminöfen sind nur als zusätzliche Wärmequelle geeignet. Sie können aber als Modelle mit Wassertasche in das Heizsystem integriert werden.

Wie hoch ist die Belastung durch Feinstaub bei Holzheizungen?
In der 1. BImSchV (Erste Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) sind klare Höchstwerte festgelegt, die auch die Feinstaub-Emission von Holzheizungen betreffen. Für typische Kaminöfen/Raumheizer, die ab dem 1. Januar 2015 in Betrieb gegangen sind („Stufe 2“), gelten in der Typprüfung maximal 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid (CO) und 0,04 g/m³ Staub, bezogen auf 13 Prozent Sauerstoff im Abgas. Moderne Kaminöfen halten diese Werte in der Regel ein. Für ältere Einzelraumfeuerungen mit Typschild aus den Jahren 1995 bis März 2010 gilt seit dem 1. Januar 2025 die letzte Übergangsstufe: Sie dürfen nur weiter betrieben werden, wenn sie 4 g/m³ CO und 0,15 g/m³ Staub einhalten – sonst sind Nachrüstung, Austausch oder Stilllegung fällig.

Von den Anforderungen ausgenommen sind unter anderem Grund- und Kachelgrundöfen, Backöfen, offene Kamine, die nur gelegentlich genutzt werden, historische Öfen mit Inbetriebnahme vor 1950 sowie eine Einzelfeuerstätte, die die einzige Heizung der Wohnung ist. Ob ein Gerät die Werte einhält, prüft der Schornsteinfeger.
Wie kann man die Feinstaubbelastung beim Heizen mit Holz vermindern?
Die Feinstaubbelastung entsteht keineswegs nur durch das Heizen mit Holz. Nach Angaben des Umweltbundesamts entfällt aber ein erheblicher Teil des gesundheitsschädlichen Feinstaubs auf kleine Feuerungsanlagen: 2020 stammten rund 18 Prozent der deutschen PM2,5-Emissionen aus solchen Anlagen – das ist eine Größenordnung wie beim Straßenverkehr. Aus Gesundheits- und Klimagründen rät das Umweltbundesamt von zusätzlicher Holzfeuerung eher ab.
Die Bildung von Feinstaub beim Heizen mit Holz hängt stark auch vom Heizverhalten ab. Der Löwenanteil an Feinstaub entsteht beim Anbrennen. So kann mit der Berücksichtigung ein paar einfacher Tipps die Entstehung von Feinstaub minimal gehalten werden:
- Viel Luft beim Anbrennen
Gerade beim Anbrennen entstehen große Mengen an Feinstaub. Um diese möglichst zu minimieren, ist ausreichend Luft beim Anbrennen notwendig, denn nur mit genügend Luft können schnell hohe Verbrennungstemperaturen erreicht werden. - Schnell hohe Temperaturen erreichen
Bei hohen Temperaturen wird sauberer verbrannt. Um gleich zu Anfang hohe Temperaturen zu erreichen, ist es sinnvoll, mit Anzündern zu arbeiten und kleine Späne zum Anzünden zu nutzen. Dagegen ist ein Anzünden mit Papier nicht ratsam. - Nur trockenes Holz verbrennen
Trockenes Holz verbrennt gründlich. Es sollte höchsten eine Restfeuchte von 20 % enthalten. Dazu muss es lange genug trocknen. Es darf kein frisch geschlagenes Holz verbrannt werden. - Nicht von unten anheizen
Beim Anheizen ist es sinnvoll, nicht die kleinen Späne und den Anzünder nach unten zu legen und die größeren Scheite oben drauf. Dann brennen die größeren Scheite nicht gut genug an und es wird viel Feinstaub freigesetzt, bis die Scheite richtig brennen. Besser ist es, die großen Scheite nach unten zulegen und die kleineren Anzünde-Scheite und den Anzünder oben drauf. Das Feuer brennt dann von oben nach unten ab und setzt weniger Feinstaub frei. - Optimale Regelung von Primär- und Sekundärluft
Nur wenn ausreichend Primärluft vorhanden ist, kann der Verbrennungsvorgang gut starten, danach sollte aber die Luftzufuhr leicht gedrosselt werden. Auch die richtige Regelung der Sekundärluft in Kaminöfen sorgt für geringere Feinstaub-Emissionen. - Kamin oder Heizung regelmäßig reinigen und warten lassen
Nur ein einwandfrei funktionierender Ofen oder Heizung erzielt optimale Emissionswerte. Deshalb sollte mindestens einmal jährlich eine Wartung stattfinden. Die Reinigung des Innenraums, des Aschekastens und aller zugänglichen Teile sorgt für eine sauberere Verbrennung. - Feinstaubfilter einbauen
Schließlich kann man einen Feinstaubfilter einbauen. Diese sind für Holzheizungen erhältlich und können eine Stilllegung der Holzheizung durch den Schornsteinfeger verhindern.


Wie stark staubt die Feuerung?
Die Einstufung ist eine qualitative Orientierung nach Gerätetyp, kein Messwert. Offene Kamine und alte Öfen vor 2010 stoßen den meisten Feinstaub aus; ein moderner Stufe-2-Ofen mit trockenem Holz und – wenn nötig – einem Filter staubt am wenigsten.
Kann man Feinstaubfilter nachrüsten?
Feinstaubfilter lassen sich nachträglich bei Holzheizungen im Abgasweg einbauen. Unterschieden werden sogenannte passive und aktive Filter.
Feinstaub mindern: die Optionen
Wer den Feinstaub eines Holzofens senken will, hat im Wesentlichen drei Wege. Sie lassen sich teils auch kombinieren.
Passiver Filter (Katalysator)Günstig
Ein passiver Katalysator (Keramik oder Metall) sitzt im Ofenrohr und wandelt vor allem gasförmige Abgasbestandteile um. Er kommt ohne Strom aus, mindert den Staub aber nur begrenzt.
Geeignet fürEher ergänzend; für die 1.-BImSchV-Nachrüstung meist nicht ausreichend, das prüft der Schornsteinfeger.
Aktiver elektrostatischer AbscheiderHöchste Minderung
Der Abscheider lädt die Partikel im Rauchrohr elektrisch auf, sodass sie sich an der Rohrwand anlagern. Er braucht einen Stromanschluss.
Geeignet fürStärker genutzte oder größere Holzheizungen, bei denen es auf hohe Minderung ankommt.
Geräteaustausch gegen einen Stufe-2-OfenGrößter Schritt
Statt nachzurüsten ersetzt ein moderner Ofen das alte Gerät. Er hält die strengeren Stufe-2-Werte schon von sich aus ein.
Geeignet fürAlte Öfen vor 2010, die die Grenzwerte deutlich verfehlen.
Passive Filter sind deutlich preiswerter als aktive Abscheider. Es handelt sich meist um Katalysatoren aus Keramik oder Metall, die im Ofenrohr sitzen und vor allem gasförmige Abgasbestandteile wie Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe umwandeln. Die reine Staubminderung ist dabei begrenzt; das Filterelement muss je nach Nutzung regelmäßig gereinigt oder getauscht werden. Für die Einhaltung der Staubgrenzwerte nach der 1. BImSchV reicht ein passiver Filter oft nicht aus.
Aktive Filter benötigen dagegen einen Stromanschluss, es handelt sich um elektrostatische Abscheider, die ins Rauchgasrohr eingebaut werden und auch für große Holzheizungen erhältlich sind. Der Staubausstoß lässt sich damit deutlich senken; je nach Messgröße werden Minderungen von rund zwei Dritteln bis über 90 Prozent erreicht.

Lohnt es sich, Feinstaubfilter nachzurüsten?
Feinstaubfilter verursachen natürlich Kosten, abhängig von der Art des Filters und je nach Feuerungsstätte und Abgasleitung. Bei passiven Filtern sollte man von Kosten ab etwa 300 bis 500 Euro zuzüglich Montage ausgehen. Aktive, elektrostatische Abscheider beginnen derzeit etwa bei 1.000 Euro und können je nach System deutlich teurer sein; Montage und Stromanschluss kommen hinzu. Je nach Art der Holz-Heizung kann es sich lohnen, einen neueren Kamin zu kaufen. Bei größeren Holzheizungen ist die Nachrüstung von Feinstaubfiltern ratsam.
Fazit
Heizen mit Holz kann eine Alternative zu Gas- oder Ölheizungen sein, weil Holz nachwächst und keinen nationalen CO2-Preis trägt. „Klimaneutral“ oder „emissionsfrei“ ist es aber nicht: Beim Verbrennen entsteht Feinstaub, und das CO2 wird nur dann bilanziell entlastet, wenn der Wald insgesamt mehr bindet. Wer mit Holz heizt, hat den größten Hebel selbst in der Hand – ein moderner Stufe-2-Ofen, trockenes Holz und richtiges Anzünden senken den Feinstaub am stärksten. Ein nachgerüsteter Feinstaubfilter kann die Emissionen zusätzlich deutlich verringern und einen sonst guten Bestandsofen vor der Stilllegung bewahren.
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