Beim Umstieg auf den Brennstoff Holz lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Nicht jede Holzheizung lässt sich problemlos in ein Bestandsgebäude integrieren. Manchmal sind mehr oder weniger große Umbauarbeiten nötig, um in den Genuss dieser erneuerbaren Heizmethode zu kommen. In erster Linie sind es die Technik sowie die nötige Brennstoffbevorratung, die vor der Anschaffung genauer unter die Lupe genommen werden sollten. Je nachdem wie die örtlichen Gegebenheiten beschaffen sind, kann dann die Wahl auf eine Holzheizung oder eine Pelletheizung fallen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pellets punkten mit automatischem, komfortablem Betrieb; Scheitholz erfordert Handarbeit, wird aber bei eigener Holzaufbereitung deutlich günstiger.
- Bezogen auf den Energiegehalt kosten Pellets inzwischen etwas weniger als ofenfertig gekauftes Scheitholz; am günstigsten sind Hackschnitzel.
- Pelletheizungen brauchen dank Fördertechnik weniger und flexibleren Platz – das Lager kann auch außerhalb des Heizraums liegen.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Vergleich Kosten: Pelletheizung und Holzheizung
- Bei den Anschaffungskosten liegen Pelletzentralheizungen über denen für eine Holzzentralheizung, die mit Hackschnitzeln, Briketts oder Scheitholz betrieben wird: Komplett installiert kosten Pelletzentralheizungen meist rund 20.000 bis 35.000 Euro, Scheitholzvergaser-Anlagen etwa 12.000 bis 20.000 Euro – also grob das Anderthalb- bis Zweifache. Dafür kann beim Aufwand für die Aufstellbedingungen gespart werden (siehe Platzmanagement).
- Bei den Brennstoffkosten hat sich das Bild zuletzt gedreht: Bezogen auf den Energiegehalt kosten Pellets inzwischen etwas weniger als ofenfertig gekauftes Scheitholz. Für den Heizbedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses werden 3 bis 4 Tonnen Holzpellets nötig, die mit rund 1.150 bis 1.500 Euro zu Buche schlagen (Pelletpreis laut Deutschem Pelletinstitut im Juni 2026: rund 377 Euro je Tonne). Eine Scheitholzheizung kommt bei zugekauftem trockenem Buchenholz auf etwa 1.300 bis 1.500 Euro für 10 Raummeter (laut TFZ Bayern rund 139 Euro je Raummeter, regional unterschiedlich); deutlich günstiger wird Scheitholz vor allem bei eigener Aufbereitung. Hackschnitzelheizungen bleiben mit etwa 550 bis 700 Euro für den Jahresbrennstoffbedarf am günstigsten.
- In Sachen Wartungskosten liegt die Holzheizung nur in geringem Maße über der Pelletheizung und bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung wie fossile Heizsysteme. Staatlich gefördert wird der Heizungstausch auf wassergeführte Pellet- wie Scheitholzheizungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, wenn die Anlage die technischen Anforderungen erfüllt – die aktuellen Konditionen bündelt unser Fördermittel-Ratgeber.
Jährliche Brennstoffkosten: Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel
| Brennstoff | Brennstoffkosten (€/Jahr) | Einordnung |
|---|---|---|
| Hackschnitzel (w20) | 550 €/Jahr | — |
| Holzpellets (lose) | 1.150 €/Jahr | — |
| Scheitholz (Buche, zugekauft) | 1.400 €/Jahr | — |
Platzmanagement für Pellet- und Holzheizung
Im Gegensatz zu Holzheizungen warten Pelletzentralheizungen mit einem enormen Vorteil auf: Sie benötigen ähnlich viel – oder eben wenig – Platz, wie eine herkömmliche Ölheizung. Vor allem bei Pelletzentralheizungen mit integriertem Vorratstank kommen sie in Bezug auf den Platzanspruch äußerst genügsam daher.
Auch Pelletzentralheizungen, die nicht über einen großen integrierten Vorratstank verfügen, punkten gegenüber Holzzentralheizungen – zumindest aus Sicht des Platzmanagements. Durch die entsprechende Fördertechnik muss sich der Vorratsraum für die Holzpellets nämlich nicht in direkter Nähe (Heizungsraum oder Nebenraum) zur Pelletheizung befinden.
Es ist durchaus möglich, das Pelletlager auszusourcen, entweder in ein Nebengebäude oder in einen vorgefertigten Tank außerhalb des Gebäudes. Somit kann eine Pelletzentralheizung auch bei geringem Platzangebot und fehlenden Räumlichkeiten einen Umstieg auf alternative Heizsysteme möglich machen, was bei Holzheizungen nicht immer der Fall ist. Hier ist ein entsprechender Platzbedarf für die Scheitholz- oder Brikettlagerung in die Planung mit einzubeziehen.

Vergleich Komfort: Pelletheizung und Holzheizung
Am komfortabelsten unter den Zentralheizungen, die mit Holz betrieben werden, ist wohl die Pelletheizung. Der Arbeitsaufwand für den Betreiber hält sich bei der Pelletzentralheizung deutlich in Grenzen und kann durchaus dem Vergleich mit einer Gas- oder Ölheizung standhalten. Für den Brennstoffnachschub von Pellet- oder Hackschnitzelheizungen wird zumeist vollautomatisch gesorgt und auch die Reinigung erfolgt, bei entsprechender Ausstattung, automatisch. Lediglich bei Scheitholzöfen kommt der Betreiber um ein manuelles Beschicken der Anlage nicht herum.
Eines haben sämtliche Holzheizungen jedoch gemeinsam: Der Betreiber muss sich frühzeitig um die Brennstoffbeschaffung kümmern. Idealerweise wird der Brennstoffvorrat dann aufgestockt, wenn die Preise entsprechend günstig sind, normalerweise im Sommer.
Einzelraumbefeuerung

Auch bei der Einzelraumbefeuerung bescheren die unterschiedlichen Ofenarten einige Unterschiede. Am komfortabelsten unter ihnen ist wohl der Pellet-Kaminofen. Im Gegensatz zu Kachel- oder Kaminöfen, die mit Scheitholz beschickt werden, hält sich die Arbeitsleistung des Betreibers recht stark in Grenzen.

Ein permanentes Nachbeschicken, um die Heizleistung konstant zu halten entfällt durch den integrierten Vorratsbehälter. Auch Pelleteinzelöfen, die ihren Brennstoff direkt aus der Sackware ansaugen, sind erhältlich. Lediglich das Nachfüllen des Vorratsbehälters, bzw. der Austausch der Sackware obliegt dem Betreiber.
Auch die anfallende Aschemenge und das damit verbundene Leeren des Aschebehälters hält sich bei den Pellet-Kaminöfen deutlich in Grenzen. Im Gegensatz dazu muss bei Kamin- oder Kachelöfen eine regelmäßige Nachbeschickung des Brennstoffs per Hand erfolgen und auch der Aschebehälter verlangt eine regelmäßige Reinigung.

Pellet oder Scheitholz: So fällt die Entscheidung
Unterm Strich ist die Wahl vor allem eine Frage von Komfort, Platz und Brennstoffzugang: Wer möglichst wenig Arbeit mit dem Heizen haben will, landet meist bei der Pelletzentralheizung; wer günstiges Scheitholz aus eigener Quelle hat und die Handarbeit nicht scheut, heizt mit dem Scheitholzvergaser am preiswertesten. Seit dem 29. Juli 2026 ist die frühere 65-Prozent-Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen – die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Feste Biomasse bleibt eine erneuerbare Wärmequelle – vorausgesetzt, die Anlage ist wassergeführt und läuft mit den dafür zugelassenen Brennstoffen. Einen Überblick über die Bauformen der Pelletheizung gibt der Artikel Pelletheizung: Arten und Varianten.
Pellet oder Scheitholz – was passt zu Ihrer Situation?
1. Welches Holzheizsystem passt zu Ihrer Situation?
Pelletheizung kombiniert mit Holz: Kombikessel im Überblick: Vorteile, Betrieb & Förderung Wer mit Holz heizen möchte, der entscheidet sich meistens… weiterlesen



