Probleme mit der Pelletqualität als Anlass schärferer Normen
Beim Kauf von Holzpellets waren Heizungsbetreiber früher vor jedem Einkauf aufs Neue verunsichert, denn es gab lange keine zufriedenstellende Norm oder ein Zertifikat, das eine einwandfreie Qualität belegte.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Qualität von Holzpellets regelt die Norm DIN EN ISO 17225-2 mit den Klassen A1, A2 und B.
- Für Privathaushalte ist A1 die richtige Wahl: Aschegehalt höchstens 0,7 Prozent, Wassergehalt höchstens 10 Prozent.
- Sichtbar sind nur glatte, rissfreie Pellets – verlässlich ist die Kennzeichnung ENplus A1 oder DINplus.

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Pellets schlechter Qualität können die Heizanlage jedoch schwer beeinträchtigen. Beispielsweise können Schlacke oder Versinterungsrückstände den Brennraum blockieren und die Heizung vollkommen lahmlegen. In diesen Fällen hilft nur eine aufwändige Komplettreinigung. Weniger schlimm, aber dennoch ärgerlich ist es, wenn die Pellets einen schlechten Brennwert aufweisen. Dies erkennt man – leider ebenfalls erst im Nachhinein – an einer erhöhten Asche- oder Schadstoffbildung und an höheren Ausgaben. Diese Probleme führten dazu, dass europäische und internationale Normungsgremien die Qualitätsanforderungen für Holzpellets weiterentwickelten.
Die Qualitätsnorm DIN EN ISO 17225-2 für Holzpellets
Die DIN EN 14961-2:2011-09 löste in Deutschland frühere nationale Regeln für die Herstellung von Holzpellets wie DIN 51731 ab. Seit 2014 ist sie durch DIN EN ISO 17225-2 ersetzt; aktuell ist die Ausgabe 2021-09. Ziel ist unverändert, Verbraucher zuverlässig mit klassifizierten Pellets für Pelletöfen und -heizungen zu versorgen.
Die Norm DIN EN ISO 17225-2 unterscheidet drei Qualitätsklassen: A1, A2 und B.
Die drei Qualitätsklassen nach DIN EN ISO 17225-2
Klasse A1 Premium · Privathaus
Aschegehalt höchstens 0,7 Prozent, Wassergehalt höchstens 10 Prozent. Erste Wahl für Heizungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern – nahezu alle deutschen Pellets erfüllen diese Klasse.
Klasse A2 Mehr Asche
Erweiterte Rohstoffbasis, Aschegehalt bis 1,2 Prozent. Für robustere Anlagen; in vielen deutschen Heizungen nur mit höherem Wartungsaufwand und oft ohne Herstellergarantie.
Klasse B Industrie
Für große gewerbliche und industrielle Feuerungen, etwa Hallen oder größere Gebäude. Für Pelletheizungen im Privathaushalt nicht vorgesehen.

ENplus: Zertifizierungssystem mit Kontrolle der Lieferkette
Nach der Einführung der EU-Norm wurde in Deutschland ein noch strengeres Kontrollsystem entwickelt, das nicht nur die Qualität des Produktes kontrolliert und zertifiziert, sondern die gesamte Lieferkette.
Hintergrund dieser noch strengeren Norm ist die Tatsache, dass Pellets auch durch falsche Lagerung oder unsachgemäßen Transport vom Herstellungsbetrieb zum Kunden beschädigt werden können. Daher berücksichtigt ENplus nicht nur den Herstellungsvorgang, sondern verfolgt den ganzen Weg des Produktes von der Produktionsstätte bis zur Anlieferung beim Kunden. Schließlich ist für den Endkunden nicht nur entscheidend, welche Qualität das Produkt am Herstellungsort aufweist, sondern vielmehr, wie die Ware in seinem Lagerraum ankommt.
Hier gibt es ebenfalls drei Qualitätsklassen, die sich an denen der EU-Norm orientieren. Da die gesamte Prozesskette mithilfe einer Identifikationsnummer überwacht wird, wird eine lückenlose Qualitätssicherung und Transparenz gewährleistet, die eine Rückverfolgung schlechter Ware bis zum Produzenten ermöglicht.
Betriebe, die das Enplus Zertifikat erhalten wollen, müssen strenge Qualitätssicherungsmaßnahmen durchführen und regelmäßig Wassergehalt und Festigkeit sowie die Länge und den Feinanteil kontrollieren.

Pelletzertifikat ENplus, © Bild: Deutsches Pelletinstitut GmbH
DINplus-2010
Das DINplus-Zertifikat wird für Holzpellets der Klasse A1 vergeben. Es basiert heute auf den Anforderungen der DIN EN ISO 17225-2; die frühere nationale Normenwelt wurde zuvor über DIN EN 14961-2 und später DIN EN ISO 17225-2 abgelöst.
Gute Pelletqualität erkennen
Ein Blick auf das äußere Erscheinungsbild der Pellets gibt nur wenig Aufschluss über die tatsächlichen Eigenschaften der Holzpellets, kann jedoch zumindest einen ersten Hinweis auf eine gute Produktqualität geben. Folgende Merkmale deuten auf optimale Bedingungen während des Pelletiervorgangs hin:
- eine glatte, glänzende Oberfläche
- keine sichtbaren Längsrisse
- wenig Abrieb und Staub im Sack

Weitere Qualitätskriterien, die nur im Labor überprüft werden können sind z.B.
- die Abriebfestigkeit,
- die Rohdichte
- der Aschegehalt,
- der Wassergehalt
- der Heizwert etc.
Für den Kauf zählt vor allem die Zertifizierung: Achten Sie auf die Kennzeichnung ENplus A1 oder DINplus auf Lieferschein und Sackware. Seriöse Händler nennen die Zertifikatsnummer ENplus A1 oder DINplus.
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