Herstellung von Pellets
Holzpellets – Vom Abfallprodukt zum zusätzlichen Geschäftszweig
Die zunehmende Beliebtheit von Pellets auf dem deutschen Heizmarkt stellt für große Säge- und Hobelwerke eine positive Entwicklung dar, denn dort entstehen täglich riesige Mengen an Abfallprodukten wie Sägemehl oder Hobelspäne. Da diese Resthölzer das Rohmaterial zur Herstellung von Pellets sind, konnten sich solche Betriebe einen zusätzlichen Geschäftszweig aufbauen, indem sie sich auf die Produktion von Holzpellets spezialisierten.
Das Wichtigste in Kürze
- Holzpellets entstehen aus naturbelassenen Säge- und Hobelspänen – ohne chemische Bindemittel; das holzeigene Lignin hält sie zusammen.
- Für eine Tonne Pellets braucht es rund 6 bis 8 Kubikmeter Späne; der Energieaufwand liegt bei nur etwa 3 Prozent des Energiegehalts.
- Maßgeblich für die Qualität ist die Norm DIN EN ISO 17225-2 samt ENplus-Zertifizierung der gesamten Lieferkette.

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Nicht nur diese Betriebe, sondern auch die Umwelt profitiert davon, denn durch die Verarbeitung dieser Abfallprodukte vor Ort werden Transportwege eingespart. Da diese Holzreste vor der Verarbeitung zu Pellets getrocknet werden müssen, kann zudem die Abluft von vorhandenen Heizkraftwerken dieser Betriebe genutzt werden. Diese Synergieeffekte sorgen dafür, dass der Energieaufwand zur Herstellung von Holzpellets sehr niedrig bleibt.
Vom Sägespan zum Pellet – so läuft die Produktion
Rohstoff
Naturbelassene Säge- und Hobelspäne aus Säge- und Hobelwerken – ein Abfallprodukt, das oft direkt vor Ort weiterverarbeitet wird.
Trocknen
Die frischen Späne werden auf höchstens 10 % Wassergehalt getrocknet, häufig mit Abwärme vorhandener Heizkraftwerke.
Aufbereiten
Reinigen, auf einheitliche Größe zerkleinern und in Reifebehältern leicht anfeuchten, damit sich das Material besser pressen lässt.
Pressen
Koller pressen die Späne unter hohem Druck durch eine Stahlmatrize. Hitze und Druck machen das Lignin klebefähig – kein chemisches Bindemittel nötig.
Kühlen und sieben
Die warmen Pellets werden gekürzt, mit Umgebungsluft gekühlt und gesiebt. Der Feinanteil darf am Ende höchstens 1 Prozent betragen.
Prüfen
Stichproben sichern die Qualität nach ENplus – kontrolliert werden unter anderem Wassergehalt, Festigkeit, Länge und Feinanteil.

Holzpellets: Vorbereitung des Rohmaterials
Um eine Tonne Pellets herzustellen, werden etwa sechs bis acht Kubikmeter Späne benötigt. Bevor diese in die zylindrische Form gepresst werden, durchlaufen die Resthölzer zunächst einen Trocknungsprozess. Für ENplus-Pellets liegt der zulässige Wassergehalt anschließend bei höchstens 10 %.
Anschließend werden die Holzreste gereinigt und maschinell ungefähr auf die gleiche Größe geschnitten. In Reifebehältern werden sie nochmals mit einem dünnen Wasserfilm besprüht, damit die Holzstücke geschmeidiger werden und leichter gepresst werden können.

Holzpellet Herstellung, Zur Vergrößerung auf das Bild klicken, © Bild: Agentur für erneuerbare Energien
Pelletherstellung ohne chemische Bindemittel
In der Pelletieranlage pressen so genannte Koller das auf speziellen Rollbändern ankommende Holzmaterial unter hohem Druck durch die Bohrungen einer Stahlmatrize. Nach dem Pressvorgang werden die noch warmen Pellets nochmals auf eine einheitliche Länge gekürzt und mit Umgebungsluft getrocknet. Mehrere darauffolgende Siebvorgänge gewährleisten die Produktion qualitativ hochwertiger Pellets. Am Ende darf der Feinanteil der Pellets nur noch maximal 1 % betragen.
Einer der Hauptbestandteile von Holz ist Lignin. Der hohe Druck während des Pressvorgangs zusammen mit der dabei entstehenden Wärme sorgen in Kombination mit der restlichen Holzfeuchte dafür, dass das Lignin klebefähig wird und die Zellulosefasern des Holzes auf natürliche Weise ummantelt und für die Formstabilität der Pellets und deren glänzende Oberfläche sorgt. Dies macht den Zusatz von chemischen Bindemitteln überflüssig.
Um eine höhere Abriebfestigkeit zu gewährleisten, sind maximal 2 % an Pressmittelzusätzen (z. B. Stärke oder Mehl) zulässig. Nach Angaben des DEPI kann in der Regel auf pflanzliche Stärke als Bindemittel verzichtet werden.

Rohmaterialqualität der Holzpellets
Ein hochwertiges Endprodukt kann nur dann erzielt werden, wenn das verwendete Rohmaterial über eine entsprechend hohe Qualität verfügt. Die Tatsache, dass Holzabfälle meist von unterschiedlichen Holzarten stammen, die verschiedene Größen, Härten und Feuchtigkeitsgrade haben, stellt die Herstellungsbetriebe vor eine große Herausforderung.
So ist das Pressen von Hölzern mit unterschiedlichen Härten und Restfeuchtegraden in derselben Pelletpresse nicht möglich. Harthölzer, wie zum Beispiel Buche, müssten mit einer höheren Presskraft durch die Matrize gepresst werden als Weich- oder Nadelhölzer. Nur eine entsprechend fachgerechte Vorverarbeitung garantiert homogenes Rohmaterial, das in derselben Presse verarbeitet werden kann.

Energieaufwand für die Herstellung von Pellets
Verglichen mit den fossilen Brennstoffen Heizöl oder Erdgas ist der Energieaufwand für Produktion und Bereitstellung von Holzpellets sehr niedrig – der folgende Vergleich zeigt es deutlich. Wird feuchtes Waldholz verarbeitet, steigt der Aufwand durch die nötige Trocknung; die Nutzung von Abwärme aus vorhandenen Heizkraftwerken senkt ihn dann wieder.
Energieaufwand für die Herstellung im Vergleich
| Brennstoff | Energieaufwand (% der Endenergie) | Einordnung |
|---|---|---|
| Holzpellets | 2,7 % | — |
| Erdgas | 10 % | — |
| Heizöl | 12 % | — |
Anteil der Endenergie, der für Produktion und Bereitstellung aufgewendet wird.
Pelletqualität
Da Pellets natürliche Produkte sind, die bei unsachgemäßem Transport oder falscher Lagerung an Qualität verlieren oder sogar unbrauchbar werden, gelten strenge Qualitätsanforderungen. Maßgeblich ist heute die aktuelle DIN EN ISO 17225-2:2021, die die frühere EN 14961-2 abgelöst hat; Zertifizierungen wie ENplus oder DINplus bauen darauf auf.
In Deutschland wurde vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) das Zertifizierungssystem ENplus entwickelt. Es beruht auf der internationalen Produktnorm DIN EN ISO 17225-2 und ergänzt diese um Anforderungen an Qualitätssicherung und -management. Um das ENplus-Zertifikat zu erhalten, müssen Herstellungsbetriebe nicht nur eine hohe Produktqualität vorweisen, sondern den gesamten Herstellungs-, Lager- und Lieferprozess der Qualitätsprüfung unterziehen.

Pelletproduktion und Kapazitäten
Die Pelletproduktion wächst mit der Nachfrage weiter; die Kapazitäten sind aber noch lange nicht ausgeschöpft. 2025 wurden in Deutschland rund 4 Millionen Tonnen Pellets hergestellt – damit ist das Land größter Produzent Europas und versorgt sich nahezu vollständig aus heimischer Produktion. Der weitaus größte Teil wird direkt im Inland verbraucht.

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