Erdgas als Brennstoff für Gasheizungen
Erdgas ist der am häufigsten genutzte Brennstoff für Gasheizungen in Deutschland. Erdgas besteht zum überwiegenden Teil aus Methan. In Deutschland werden die Verbraucher je nach Region mit verschiedenen Erdgas-Qualitäten: Erdgas L (Low) und Erdgas H (High) versorgt. Je nach Qualität und Netzgebiet ist der Brennwert unterschiedlich hoch: L-Gas liegt etwa bei 8,4 bis 11,2 kWh/m³, H-Gas etwa bei 10 bis 13,1 kWh/m³. Das in manchen Regionen noch genutzte L-Gas wird im Rahmen der Marktraumumstellung schrittweise auf das energiereichere H-Gas umgestellt; nach Angaben der Bundesnetzagentur läuft die Umstellung bis etwa 2030, weil niederländische und heimische L-Gas-Mengen zurückgehen. Sein Erdgas importiert Deutschland fast vollständig – seit Ende 2022 ohne russisches Pipeline-Gas, heute vor allem aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien sowie als LNG.
Das Wichtigste in Kürze
- Erdgas ist Deutschlands häufigster Heizbrennstoff und besteht überwiegend aus Methan – bleibt aber ein fossiler Energieträger.
- Wichtigste Lieferquellen nach jüngsten Jahresdaten sind Norwegen, Niederlande, Belgien und LNG; russisches Pipeline-Gas kommt seit 2022 nicht mehr.
- Der steigende CO₂-Preis und höhere Netzentgelte verteuern das Heizen mit Gas spürbar.
- Für neue Heizungen gilt seit Ende Juli 2026 das GModG: Die Heizungsart ist frei wählbar; eine neue Gasheizung im Bestand muss ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe einplanen.

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Vor- und Nachteile von Erdgas als Heizbrennstoff
Erdgas bringt als Heizbrennstoff klare Vorteile mit, hat aber auch Schwächen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Erdgas als Heizbrennstoff: Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Kein Brennstofflager nötig – anders als bei Heizöl oder Holzpellets; das spart Platz im Haus.
- Verbrennt sauber, ruß- und staubfrei; Erdgas ist ungiftig.
- Hohe Verfügbarkeit über das Gasnetz in weiten Teilen Deutschlands.
- Hoher Brennwert – besonders gut für effiziente Brennwerttechnik geeignet.
- Stößt bei der Verbrennung weniger CO₂ aus als Heizöl.
- Moderne Installations- und Sicherheitstechnik sorgt für ein hohes Sicherheitsniveau.
Nachteile
- Fossiler Brennstoff – nicht klimaneutral; bei neuen Gasheizungen sind ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe Pflicht.
- Gaspreise schwanken stark und hängen von der weltpolitischen Lage ab.
- Steigender CO₂-Preis und höhere Netzentgelte verteuern den Betrieb.
- Nutzung nur möglich, wenn ein Gasnetzanschluss zum Grundstück führt.
- Erdgas ist brennbar und explosiv – Installation nur durch zugelassene Fachbetriebe.
- Kaum Bevorratung möglich; Deutschland ist überwiegend auf Importe angewiesen.

Gaspreise und Gaspreisentwicklung
Der Erdgaspreis hat sich in den vergangenen Jahren stark bewegt: Nach dem Preissprung in der Energiekrise 2022 und dem Wegfall russischer Lieferungen haben sich die Großhandelspreise wieder beruhigt, liegen aber weiterhin über dem Vorkrisenniveau. Für Haushalte in Einfamilienhäusern weist die BDEW-Gaspreisanalyse 2026 bisher im Durchschnitt rund 11 Cent je Kilowattstunde aus; günstige Neukundentarife liegen teils darunter, die Grundversorgung häufig darüber.
Die früher übliche Ölpreisbindung der Gaspreise spielt heute kaum noch eine Rolle – die Preise bilden sich überwiegend an den Gasmärkten. Wie sich die Gaspreise entwickeln, hängt inzwischen vor allem von zwei Faktoren ab: dem nationalen CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe, der noch bis 2027 im nationalen Brennstoffemissionshandel gilt und voraussichtlich ab 2028 in den EU-weiten Emissionshandel (ETS 2) übergeht, sowie den steigenden Netzentgelten. Beide verteuern das Heizen mit Gas tendenziell weiter.

Entwicklung verschiedener Brennstoffe im Vergleich, Bildquelle: C.A.R.M.E.N. e.V.
Lohnt sich eine neue Erdgasheizung noch?
Rechtlicher Rahmen ist seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das GEG ablöst: Die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen ist gestrichen, Hausbesitzer wählen die Technik wieder frei. Wird eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein Bestandsgebäude eingebaut, steigen die Pflicht-Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe ab 2029 schrittweise von 10 % auf 60 % (2040). Eine reine Erdgasheizung erfüllt das allein meist nicht und ist vor allem als Hybridlösung oder im Gebäudebestand sinnvoll. Wer langfristig plant, vergleicht Erdgas deshalb mit Alternativen wie der Wärmepumpe. Für reine Gasheizungen gibt es keine staatliche Förderung mehr; einen Überblick über aktuelle Programme bietet der Fördermittel-Ratgeber.
Lohnt der Gasanbieterwechsel?
Jeder Verbraucher sollte sich darüber informieren, ob für ihn ein Wechsel des Gasanbieters Vorteile bringen kann. Das geht einfach mit unserem Gastarifrechner. Einfach auf der letzten Jahresrechnung den Bedarf an Erdgas ablesen und eingeben. Zusammen mit der Postleitzahl kann man dann schnell abschätzen, welche Anbieter infrage kommen und welche Tarife eventuell Einsparungen versprechen.
Gasanbieter wechseln: Worauf Sie achten sollten
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