Checkliste Gasheizung
Bei der Entscheidung für die eine oder andere Heizung sind viele Kriterien und Faktoren zu berücksichtigen. Mit einer Checkliste ist es einfacher, die passende Heizung zu finden und das Projekt erfolgreich umzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Erste Frage 2026: Die Heizungsart ist seit Juli 2026 wieder frei wählbar – eine reine Gasheizung passt wirtschaftlich aber oft nur noch als Übergang.
- Reine Gas-Brennwertgeräte werden seit 2024 nicht mehr gefördert; Zuschüsse gibt es nur für überwiegend erneuerbare Lösungen wie Wärmepumpen.
- Klassische Prüfpunkte bleiben wichtig: Gas- oder Flüssiggas-Anschluss, Aufstellort, passende Leistung und Heizkörper sowie der hydraulische Abgleich.
- Holen Sie mehrere Angebote von Fachbetrieben ein und lassen Sie prüfen, ob eine erneuerbare Alternative für Ihr Haus die langfristig wirtschaftlichere Wahl ist.
Erste Frage 2026: Ist eine Gasheizung überhaupt noch die richtige Wahl?
Bevor es um Anschluss, Leistung und Hersteller geht, steht heute eine Grundsatzfrage am Anfang jeder Checkliste. Für neue Heizungen gibt es seit Juli 2026 keine Erneuerbaren-Quote mehr — die Heizungsart ist frei wählbar. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Für ab dem 29. Juli 2026 in Bestandsgebäude eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt allerdings ab 2029 ein steigender Mindestanteil zugelassener klimafreundlicherer Brennstoffe (10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040). Eine gesonderte Beratungspflicht vor dem Einbau gibt es seit der Reform nicht mehr, und auch die frühere Wärmeplanungs-Kopplung ist entfallen. Eine reine Gasheizung bleibt damit meist eine Brückenlösung.
Wirtschaftlich kommt hinzu, dass fossiles Heizen schrittweise teurer wird: Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 bei rund 55 bis 65 Euro je Tonne und schlägt mit gut einem Cent je Kilowattstunde auf den Gaspreis durch; ab 2028 löst der EU-Emissionshandel (ETS 2) die nationale Bepreisung ab. Wer heute plant, sollte daher eine überwiegend erneuerbare Alternative zur Gasheizung – etwa eine Wärmepumpe oder eine Hybridheizung – ernsthaft gegenrechnen.
Lohnt sich eine neue Gasheizung für mich noch?
1. Können Sie Ihr Haus mit vertretbarem Aufwand auf erneuerbare Wärme umstellen (z. B. Wärmepumpe, Hybrid oder Anschluss an ein Wärmenetz)?
2. Liegt für Ihre Kommune bereits eine verbindliche Wärmeplanung vor oder steht sie kurz bevor?
3. Haben Sie Anschaffung, laufende Gas- und CO2-Kosten sowie die zu erwartende Nutzungsdauer mit einer erneuerbaren Alternative verglichen?

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Heizung konfigurieren und Top-Angebote erhalten!
Welches Heizungssystem ist das Richtige?
Folgende Fragen sollten dabei unbedingt beantwortet werden:
- Welcher Anschluss liegt im Haus? – Für eine Gasheizung spricht ein bereits vorhandener Anschluss an das Gasnetz. Liegt dieser nicht, so muss Platz für einen Flüssiggastank eingeplant werden.
- Ist von der Gemeinde ein späterer Anschluss geplant? – Hier geben der Energieversorger oder auch die Gemeindeverwaltung (Bauamt) Auskunft.
- Ist Platz für einen Flüssiggastank vorhanden, gibt es Einschränkungen? – Maßgeblich sind vor allem die Technischen Regeln Flüssiggas (TRF) sowie ergänzende Landes- und Kommunalvorgaben. Auf notwendige Sicherheitsabstände muss ebenso geachtet werden wie auf die Erreichbarkeit durch den Tankwagen.
- Was kostet der Anschluss an das Gasnetz? – Das Energieversorgungsunternehmen gibt Auskunft. Es gibt keine einheitlichen Preismodelle.
- Ist eine Kopplung mit einer Solaranlage früher oder später geplant? – Die Heizung muss darauf abgestimmt werden. Insbesondere der Speicher muss dann entsprechend geplant werden.
- Ist ein Kamin vorhanden, muss er modernisiert werden? – Bei einem Neubau stellt der Kamin meist kein Problem dar, er wird genau für die gewählte Heizung ausgelegt. Vorhandene Schornsteine in Altbauten sollten vor dem Einbau geprüft werden; bei Brennwerttechnik ist häufig eine feuchteunempfindliche Abgasleitung nötig. Aber auch ein neuer Außenkamin aus Edelstahl ist eine mögliche, preiswerte Alternative. Diese kommt vor allem dann infrage, wenn der Aufstellort der Heizung dies verlangt oder der alte Kamin für andere Zwecke wie etwa einen Kaminofen belegt ist.
- Welche Heizkörper sind vorhanden oder werden eingebaut? Für Brennwertheizungen sind vor allem Flächenheizkörper geeignet. Dies können Wand- oder Fußbodenheizungen sein. Aber auch bei alten, überdimensionierten gusseisernen Heizkörpern kann auf eine Modernisierung der Heizkörper verzichtet werden. Auch sie sind für niedrige Vorlauftemperaturen geeignet.

Ist die Entscheidung für eine Gasheizung gefallen, geht es darum, die Heizung richtig auszulegen, sich für einen Anbieter zu entscheiden und Ähnliches. Folgende Fragen sollten beantwortet werden:
- Wo soll die Gasheizung aufgestellt werden? – Je nach Platz kann man sich für ein Stand- oder Wandgerät entscheiden. Gasheizungen sind beim Aufstellort vergleichsweise flexibel; ein eigener Heizraum ist meist nicht nötig. Der konkrete Standort muss aber die Vorgaben der Feuerungsverordnung des Bundeslandes, die Herstelleranleitung sowie ausreichende Wartungs- und Sicherheitsabstände einhalten – das klärt der Fachbetrieb. Wird dagegen die Gasheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert, dann muss ein Warmwasserspeicher eingeplant werden, der mehr Platz benötigt.
- Welche Leistung soll die Gasheizung haben? – Die notwendige Leistung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zunächst geht es um die Fläche, die beheizt werden soll, aber auch die Dämmung des Hauses und der Fenster spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Heizungsgröße.

- Zentrale Gasheizung für ein Mehrfamilienhaus oder Etagenheizungen? – Bei dieser Entscheidung spielt neben den Platzverhältnissen auch der Bedarf an Warmwasser eine Rolle. Sind die Zapfstellen zu weit entfernt, sollte eher auf dezentrale Etagenheizungen zurückgegriffen werden. Diese haben auch Vorteile bei der Abrechnung, Unstimmigkeiten werden damit schon im Vorfeld vermieden.
- Gibt es einen Abwasseranschluss am vorgesehenen Platz? – Dieser ist bei Brennwertheizungen sinnvoll, so kann das anfallende Kondensat gleich in die Abwasserleitung geführt werden.
- Welcher Hersteller? – Da kann man keinen eindeutigen Rat geben. Überlegenswert ist sicher, dass Geräte aus deutscher Produktion hier Arbeitsplätze sichern und die Unternehmen in Deutschland Steuern zahlen und man sich in der Regel an die Unternehmen wenden kann. Sinnvoll ist zudem ein Blick in entsprechende Testergebnisse, wobei man unbedingt auf Aktualität achten sollte.
- Eignung für Brennstoff? – Wird mit Flüssiggas geheizt (auch nur vorübergehend), dann muss die Heizung dafür ausgelegt sein. Viele Heizkessel lassen sich problemlos sowohl mit Erdgas wie mit Flüssiggas betreiben.
- Wie hoch sind die Anschaffungspreise? – Sinnvoll ist immer, sich von mehreren Installateuren ein Angebot machen zu lassen. Bei Festpreisangeboten geht man kein Risiko wegen unvorhergesehener „Extras“ bei der Installation ein.
- Benötigt die Heizung einen hydraulischen Abgleich? – Gesetzlich vorgeschrieben ist der hydraulische Abgleich nach § 60c GModG (bisher GEG) bei neuen wassergeführten Heizungen in Gebäuden mit mindestens sechs Nutzungseinheiten. Für die Heizungsförderung der KfW gehört die Heizungsoptimierung samt hydraulischem Abgleich ebenfalls zu den Voraussetzungen.
- Gibt es Fördermittel? – Eine reine Gasheizung wird seit 2024 nicht mehr staatlich gefördert. Zuschüsse gibt es nur für überwiegend erneuerbare Heizungen wie Wärmepumpen; bei Hybridlösungen ist nur der erneuerbare Anteil förderfähig. Die Anträge laufen heute über die KfW. Welche Programme aktuell gelten, lesen Sie im Ratgeber zu Fördermitteln.
Checkliste: Das sollten Sie vor dem Kauf einer Gasheizung klären
Vorteile und Nachteile Gasheizung - Pro und Kontra Gasheizung Gasheizungen sind in Deutschland nach wie vor die am weitesten verbreitete… weiterlesen



