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Gasheizung Grundlagen

Grundlegende Informationen zur Gasheizung

Gasheizungen sind in Deutschland mit Abstand die am weitesten verbreitete Heizungsart. Das ist auch kein Wunder haben Gasheizungen doch enorme Vorteile, bieten moderne Technik und, sind sehr effizient sowie preiswert. Zudem lassen sie sich hervorragend mit erneuerbaren Energien kombinieren und können auch in Altbauten sehr gut bei Modernisierung und Sanierung eingebaut werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Moderne Gasheizungen sind Brennwertgeräte: Sie nutzen zusätzlich die Wärme im Abgas und erreichen dadurch sehr hohe Nutzungsgrade.
  • Rechtlich ist die Heizungsart seit Juli 2026 wieder frei wählbar; im Neubau bleibt reines Gas aber selten die beste Wahl.
  • Gas ist in der Anschaffung vergleichsweise günstig, durch den steigenden CO₂-Preis steigen die laufenden Kosten aber absehbar.
Gasheizung richtig einstellen © Flashpics, stock.adobe.com
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Gasheizung – modernste Technik auf wenig Platz

Stand der Technik bei modernen Gasheizungen sind Brennwert-Gasheizungen. Sie lösen die kaum noch vorhandenen Konstanttemperaturkessel ab, für die das Gebäudeenergiegesetz früher eine 30-Jahre-Austauschpflicht vorsah (§ 72 GEG) – diese Pflicht ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz seit dem 29. Juli 2026 ersatzlos entfallen. Aber auch gegenüber Niedertemperatur-Gasheizungen spart man mit Brennwertheizungen sehr viel Energie ein. Brennwert-Gasheizungen nutzen nicht nur den Heizwert von Erdgas, Flüssiggas oder Biogas. Über einen zusätzlichen Wärmetauscher wird, vereinfacht gesagt, auch die Wärme im Abgas genutzt. Die Effizienz von Brennwert-Gasheizungen ist deshalb besonders hoch und es werden Normnutzungsgrade von weit über 100 % erzielt. Das ist möglich, weil sich die Normnutzungsgrade nicht auf den Brennwert, sondern auf den (niedrigeren) Heizwert beziehen.

Das große Plus
:Brennwert-Gasheizungen nehmen nicht mehr Platz weg als eine andere Gasheizung. Gasheizungen sind sowohl als Standgeräte als auch als Wandgeräte, die an der Wand hängen, verfügbar. Besonders kompakte Geräte kommen ohne separaten Warmwasserspeicher aus und passen auch in kleine Nischen und sind so als Gasetagenheizung beliebt.

So funktioniert eine Gas-Brennwertheizung

über 100 %Normnutzungsgrad (bezogen auf den Heizwert)
Erdgas, Flüssiggas, Biogasmögliche Brennstoffe
Stand- oder WandgerätBauformen

1Das Prinzip

Eine Brennwertheizung verbrennt Gas und entzieht über einen zusätzlichen Wärmetauscher auch dem Abgas noch Wärme, die bei älteren Geräten ungenutzt entweicht. So sinkt der Energieverbrauch gegenüber Konstanttemperatur- und Niedertemperaturkesseln deutlich.

2Warum über 100 % möglich sind

Der Nutzungsgrad bezieht sich rechnerisch auf den Heizwert, nicht auf den höheren Brennwert.
Wird zusätzlich die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas genutzt, ergeben sich Werte über 100 Prozent.
Merksatz

Die Brennwerttechnik macht die Gasheizung effizient – am Brennstoff ändert sie nichts: Erdgas und Flüssiggas bleiben fossil; Biomethan ist nur begrenzt verfügbar.

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Vielfältige Aufstellmöglichkeiten für Gasheizungen

Raumluftunabhängige Gasheizungen benötigen nicht einmal ein offenes Fenster oder einen entsprechenden Heizraum. Sie können auch in Schränken verstaut werden. Sogar auf ungenutzten Dachböden finden sie ihren Platz. Für Neubauten ist es zudem attraktiv, dass für Brennwert-Gasheizungen eine Abgasleitung aus Kunststoff oder Edelstahl ausreicht, die entweder draußen am Haus oder in einem Leichtbauschacht verlegt werden kann. So kann auf einen aufwendigen, teuren Schornstein verzichtet werden oder dieser kann nach einer Modernisierung für einen offenen Kamin genutzt werden.

Modernisierung oder Neubau

Gasheizungen spielen heute vor allem im Gebäudebestand und bei Modernisierungen eine Rolle. Im Neubau ist eine reine Gasheizung zwar wieder zulässig, sinnvoll ist sie dort aber meist nur als Teil einer Hybridlösung mit erneuerbaren Energien. Notwendig ist außerdem ein Anschluss an das Gasnetz, eine Alternative bietet die Verbrennung von Flüssiggas. Gasheizungen sind sowohl für große Mehrfamilienhäuser wie auch für Einfamilienhäuser oder als sogenannte Etagenheizungen für eine Wohnung erhältlich. Nach dem Einsatzzweck richten sich auch die Modulationsbreite und die maximale Leistung des Kessels.

Was 2026 gesetzlich für eine neue Gasheizung gilt

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Ganz ohne Auflagen geht es aber nicht: Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die seither neu in ein Bestandsgebäude eingebaut werden, steigt der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe – von 10 Prozent ab 2029 auf 60 Prozent ab 2040. Mit reinem Erdgas allein lässt sich das nicht erfüllen; anrechnen lassen sich ein entsprechender Bioanteil im Brennstoff oder eine Hybridlösung mit erneuerbarer Wärme. Hinzu kommt: Der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe steigt schrittweise und verteuert das Heizen mit Gas absehbar. Bestehende Gasheizungen dürfen unabhängig vom Alter weiter betrieben und repariert werden; auch das frühere Betriebsverbot für fossile Brennstoffe ab Ende 2044 ist mit dem GModG entfallen. Das Klimaneutralitätsziel 2045 bleibt davon unberührt: § 42a GModG verpflichtet die Bundesregierung, bis zum 1. Dezember 2026 ein Gesetz für vollständig klimaneutrale Brennstoffe ab 2045 vorzulegen. Welche Förderung jeweils gilt, bündelt unser Fördermittel-Ratgeber.

Lohnt sich 2026 noch eine neue Gasheizung?

1. Ist Ihre vorhandene Gasheizung defekt oder über 30 Jahre alt?

JaZuerst Reparatur prüfen — eine Austauschpflicht gibt es seit dem 29. Juli 2026 nicht mehr. Vor einem Neueinbau die Alternativen vergleichen.
NeinDie Anlage darf weiterlaufen, ein sofortiger Tausch ist nicht nötig.

2. Planen Sie einen Neubau oder eine größere Sanierung?

NeubauSinnvoll sind Wärmepumpe, Fernwärme oder eine Hybridlösung: Sie werden gefördert. Eine reine Gasheizung ist zwar wieder zulässig, wird aber nicht gefördert und unterliegt ab 2029 der Bio-Treppe.
BestandssanierungEine Gas-Brennwertheizung ist oft noch möglich – am besten mit erneuerbarer Einbindung und Blick auf die kommunale Wärmeplanung.

3. Ist Ihnen die langfristige Kostenentwicklung wichtig?

AchtungDer steigende CO₂-Preis verteuert fossiles Gas absehbar – das gehört in jede Wirtschaftlichkeitsrechnung.
EmpfehlungIm Bestand bleibt die Gas-Brennwertheizung eine zulässige, günstig anzuschaffende Option – künftig mit einem wachsenden Pflichtanteil klimafreundlicherer Brennstoffe. Im Neubau und bei langfristiger Planung sprechen die steigenden CO₂-Kosten meist für erneuerbare Alternativen. Eine individuelle Beratung lohnt sich.
Die Vorteile vom modernen Brennwert-Heizungen
Die Vorteile vom modernen Brennwert-Heizungen

Geringe Kosten sprechen für Gasheizungen

Die Anschaffungskosten von Gasheizungen sind verglichen mit den Alternativen nicht hoch. Das Brennwertgerät allein kostet je nach Leistung und Ausstattung rund 3.000 bis 7.800 Euro; komplett inklusive Einbau, Warmwasserspeicher und Inbetriebnahme liegen die Kosten aktuell meist bei etwa 9.000 bis 15.000 Euro. Auch die laufenden Betriebskoten einer Gasheizung bleiben im Rahmen: Gasheizungen sind wartungsarm und der Schornsteinfeger kommt bei Brennwertgeräten nur noch alle zwei oder drei Jahre ins Haus. Gas ist allerdings ein fossiler Brennstoff: Die Gaspreise schwankten zuletzt deutlich. Zusätzlich verteuert der CO₂-Preis fossile Brennstoffe weiter: 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne; der Übergang in den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr ist nach aktuellem UBA-Stand für 2028 vorgesehen.

Moderne Gasheizungen sind wartungsarm
Moderne Gasheizungen sind wartungsarm

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Umwelteigenschaften

Erdgas verbrennt sauberer als Öl oder Kohle und nahezu rußfrei, ist als fossiler Brennstoff aber nicht klimaneutral: Pro Kilowattstunde entstehen rund 0,2 Kilogramm CO₂. Eine Möglichkeit, den fossilen Anteil zu senken, ist Biogas beziehungsweise Biomethan – bilanziell deutlich klimafreundlicher, allerdings nur begrenzt verfügbar und teurer. Moderne Gasheizungen vertragen die im Erdgasnetz übliche Biomethan-Beimischung. Besonders sinnvoll ist es, Gasheizungen mit Solaranlagen oder mit Wärmepumpen zu kombinieren. Gas-Brennwertgeräte können außerdem mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kombiniert werden, durch die der Energiebedarf noch weiter gesenkt wird. Auch Gas-Brennwertgeräte sind als Teil einer Hybridheizung geeignet.

Vorteile und Nachteile
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