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Gasheizung Niedertemperaturkessel

Gasheizung mit Niedertemperaturkessel

Die Heizungstechnik hat in den letzten dreißig Jahren enorme Fortschritte gemacht. Früher wurde ein Heizkessel durchgehend auf eine Vorlauftemperatur von rund 70 bis 90 Grad erhitzt. Damit sollte in den Standardheizkesseln eine Korrosion durch kondensierende Heizgase vermieden werden. Dem Heizungswasser wurde je nach Temperaturhöhe dann kühles Rücklaufwasser beigemischt. Diese alten sogenannten Konstanttemperaturkessel sind allerdings zunehmend aus den Häusern verschwunden. Niedertemperaturkessel werden mit deutlich niedrigeren Temperaturen betrieben. Niedertemperaturkessel werden heute praktisch nicht mehr neu eingebaut: Aufgrund der EU-Ökodesign-Anforderungen dürfen seit dem 26. September 2015 im Wesentlichen nur noch Brennwertgeräte in den Handel gebracht werden. Bereits eingebaute Geräte genießen Bestandsschutz und dürfen weiter betrieben und gewartet werden. Stand der Technik bei neuen Gasheizungen sind Brennwertheizungen, die deutlich effizienter und energiesparend betrieben werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Niedertemperaturkessel sind eine ältere Gasheizungs-Generation: Sie arbeiten mit gleitend abgesenkter Vorlauftemperatur (rund 35 bis 70 °C), ohne den Brennwert gezielt zu nutzen.
  • Neu eingebaut werden sie praktisch nicht mehr – seit 2015 dürfen wegen der EU-Ökodesign-Vorgaben fast nur noch Brennwertgeräte verkauft werden.
  • Vorhandene Geräte genießen Bestandsschutz; eine generelle Austauschpflicht besteht nicht.
  • Stand der Technik bei neuen Gasheizungen ist die Brennwerttechnik – bei neuen fossilen Heizungen im Bestand gelten ab 2029 steigende Brennstoffanteile.
Ein Heizkessel ohne Brennwerttechnik ist antiquiert
Ein Heizkessel ohne Brennwerttechnik ist antiquiert
Brennwerttechnik Technik im Vergleich
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Definition laut Gebäudemodernisierungsgesetz
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) definiert den Niedertemperatur-Heizkessel in § 3 Absatz 1 Nummer 24 als „einen Heizkessel, der kontinuierlich mit einer Eintrittstemperatur von 35 Grad Celsius bis 40 Grad Celsius betrieben werden kann und in dem es unter bestimmten Umständen zur Kondensation des in den Abgasen enthaltenen Wasserdampfes kommen kann“.

Funktionsweise von Niedertemperaturkesseln

Bei Niedertemperaturkesseln wird die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur angepasst. Diese Betriebsweise nennt man gleitend. Die Vorlauftemperatur kann dabei zwischen 30 und 70 Grad betragen, je nachdem, wie niedrig die Außentemperatur ist. Dazu ist ein Außentemperaturfühler notwendig. Niedertemperaturkessel können auch durchgehend mit einer niedrigen Vorlauftemperatur von circa 40 Grad arbeiten.

Konstant-, Niedertemperatur- und Brennwertkessel: die Generationen

70–90 °CKonstanttemperaturkessel (alt)
ca. 35–70 °CNiedertemperaturkessel (gleitend)
nutzt KondensationBrennwertkessel (heute Standard)

1Worum es geht

Frühere Konstanttemperaturkessel hielten dauerhaft 70 bis 90 °C, um Korrosion durch kondensierende Abgase zu vermeiden – das kostete viel Energie.

2Was den Niedertemperaturkessel ausmacht

Er senkt die Vorlauftemperatur gleitend je nach Außentemperatur ab und spart so gegenüber dem Konstantkessel spürbar Energie; anders als ein Brennwertkessel ist er aber nicht auf gezielte Kondensation ausgelegt.

3Der Schritt zum Brennwert

Der Brennwertkessel geht weiter: Er lässt den Wasserdampf im Abgas gezielt kondensieren und nutzt diese Wärme zusätzlich – deshalb ist er heute Stand der Technik.

Merksatz

Je tiefer die Abgastemperatur sinkt, desto mehr Energie lässt sich nutzen – beim Brennwertkessel wird die Kondensation zum Vorteil, beim Niedertemperaturkessel muss sie noch vermieden werden.

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Das Problem mit dem Kondensat

Geheizt wird ja über die Heiz- oder Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen und die das Heizungswasser erwärmen. Ist die Temperatur in einem Heizkessel niedrig, genauer gesagt, liegt sie unter dem Taupunkt der Abgase, die bei der Verbrennung von Gas entstehen, dann kondensiert das Wasser, das in den Abgasen enthalten ist. Dieser Taupunkt liegt bei Erdgas bei 56 Grad. Das entstehende Kondensat ist ausgesprochen aggressiv. Deshalb wird dieser Kondensatbildung in Niedertemperaturkesseln durch einige konstruktive Maßnahmen entgegengewirkt.

  • Dazu zählt etwa die sogenannte „trockene Brennkammer“, in der eine Temperatur herrscht, die über dem Abgastaupunkt liegt und die vom Heizwasser getrennt ist.
  • Die Oberfläche auf der Heizgasseite kann durch eine Rippenkonstruktion so vergrößert werden, dass durch die größere Oberfläche auch schneller eine höhere Temperatur erzielt wird.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, sogenannte Verbundheizflächen zu nutzen. Sie werden aus zwei Schichten zusammengesetzt, die sich unterschiedlich stark erwärmen. Damit werden die Temperaturen von Rauchgas- und Wasserseite quasi voneinander entkoppelt.
  • Schließlich kann das Heizungswasser so fließen, dass nicht das kalte rückfließende Wasser direkt die Oberfläche abkühlt, sondern vorher mit wärmerem Wasser vermischt wird (bekannt unter dem Schlagwort Thermostream).
  • Zudem werden Werkstoffe eingesetzt, die korrosionsbeständig sind. Das können zum Beispiel Edelstahl, mit Email beschichtete Stähle oder spezielles Gussmaterial sein.
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Die Brennwerttechnik: Jung aber bereits erprobt

Wohin mit den Abgasen?

Bei Niedertemperaturkesseln erreichen die Abgase eine niedrigere Temperatur verglichen mit den Standardkesseln. Deshalb muss die vorhandene Abgasanlage vor einer Modernisierung fachlich geprüft und bei niedrigen Abgastemperaturen gegebenenfalls angepasst werden. Die notwendige Verringerung des Querschnitts erfolgt meist durch den Einbau eines Abgasrohrs in den vorhandenen Schacht. Damit wird einer Versottung des Kamins vorgebeugt. Auskunft hierzu geben Heizungsfachleute und Schornsteinfeger.

Heizkörper für Niedertemperaturkessel

Bei niedrigeren Vorlauftemperaturen geben die Heizungen bezogen auf ihre Fläche weniger Wärme an den Raum ab. In vielen Altbauten ist dies allerdings kein Problem, da die Heizkörper oft überdimensioniert sind. Besonders geeignet für Niedertemperatur-Gasheizungen sind Fußbodenheizungen oder andere Flächenheizungen.

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Warmwasserbereitung mit Gas-Niedertemperaturkessel

Gas-Niedertemperaturkessel werden auch zur kombinierten Warmwasserbereitung genutzt. Dabei wird ein „Tauchsiedereffekt“ angewendet: Das heiße Heizungswasser wird durch ein spiralförmiges Rohr durch den Warmwasserspeicher geführt und erhitzt dort das Trinkwasser. Die Heizungssteuerung sorgt dafür, dass bei Warmwasserbedarf die Niedertemperaturheizung mit höherer Leistung läuft und das Trinkwasser entsprechend schnell erhitzt wird.

Umwelteigenschaften von Gas-Niedertemperaturkessel

Niedertemperaturkessel sparen Energie und damit Emissionen gegenüber Konstantkesseln ein und haben den Vorteil, preiswert und robust zu sein. Allerdings ist ihre Technik schlicht überholt und Gas-Brennwertgeräte weisen deutlich bessere Nutzungsgrade auf und sind energieeffizienter. Sie sind auch Stand der Technik bei Gasheizungen.

Lohnt sich ein Niedertemperaturkessel heute noch?

Für eine neue Heizung ist ein Niedertemperaturkessel keine Option mehr – schon weil seit 2015 praktisch nur noch Brennwertgeräte verkauft werden. Mit dem seit 29. Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist die 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe des bisherigen GEG entfallen — die Wahl der Heizungsart ist wieder frei. Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die seither neu in Bestandsgebäude eingebaut werden, schreibt das Gesetz ab 2029 steigende Mindestanteile klimafreundlicherer Brennstoffe vor (von 10 % ab 2029 bis 60 % ab 2040). Wer noch einen bestehenden Niedertemperaturkessel betreibt, ist dadurch nicht zum Austausch verpflichtet — es gilt Bestandsschutz. Steht ohnehin ein Wechsel an, lohnt der Vergleich zwischen einer Gas-Brennwertheizung und einer erneuerbaren Alternative wie der Wärmepumpe. Welche Wege es gibt und wie sie gefördert werden, zeigen unser Ratgeber zu den Alternativen zur Gasheizung und der zentrale Fördermittel-Ratgeber.

Niedertemperaturkessel heute: Vorteile und Grenzen

Vorteile

  • Robuste, ausgereifte Technik mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten.
  • Deutlich sparsamer als die alten Konstanttemperaturkessel, weil die Vorlauftemperatur gleitend abgesenkt wird.
  • Gut geeignet für Flächenheizungen und überdimensionierte Altbau-Heizkörper, die mit niedrigen Temperaturen auskommen.

Nachteile

  • Technisch überholt: Gas-Brennwertgeräte nutzen den Brennstoff spürbar besser aus.
  • Werden neu praktisch nicht mehr verkauft – Ersatzteile und Auswahl werden langfristig knapper.
  • Verbrennen weiterhin fossiles Gas; mit dem steigenden CO₂-Preis wächst der Kostennachteil gegenüber erneuerbaren Heizungen.
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Brennwerttechnik bei Gasheizungen Auch wenn in Deutschland zunehmend Wärmepumpen eingebaut werden, sind Gas-Brennwertkessel bei reinen Gasheizungen weiterhin Stand der Technik.… weiterlesen

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