Die große Auswahl an verschiedenen Gasheizungen ist für Laien so unübersichtlich, dass Eigentümer sich sinnvollerweise vorher mit Hilfe von Testberichten informieren, damit sie sicher sind, in eine gute Gasbrennwerttherme zu investieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Aktuelle unabhängige Gas-Brennwerttherme-Tests fehlen: Die letzten Tests von Stiftung Warentest und Konsument stammen aus 2010.
- Achten Sie weniger auf Werbe-Awards, sondern auf nachvollziehbare Kriterien wie Effizienz, Emissionen und Verarbeitung.
- Eine Beratungspflicht vor dem Einbau gibt es seit Juli 2026 nicht mehr – fachkundiger Rat vor dem Kauf lohnt trotzdem.
Unter dem Stichwort „Testberichte zu Gasheizungen“ finden sich jedoch unzählige Treffer im Netz und ebenso viele Gasthermen auf einem vermeintlich ersten Platz. Leider sind nicht alle Testberichte seriös: Sogenannte Design-Awards bewerten bei Gas-Brennwertthermen unter Umständen die falschen Eigenschaften, und einige Preisverleihungen sind nicht wirklich aussagekräftig. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte deshalb genau prüfen, wer testet und nach welchen Kriterien.
Vorsicht bei Awards und Bestenlisten
- Design-Awards sagen wenig über die Technik.Sie bewerten oft Optik und Bedienoberfläche, nicht Effizienz, Emissionen oder Langlebigkeit der Therme.
- Bestenlisten und Siegel hinterfragen.Viele Online-Bestenlisten und Siegel sind werblich oder beruhen nicht auf einem unabhängigen Prüfverfahren – achten Sie darauf, wer prüft und nach welchen Kriterien.
- Veraltete Tests klar erkennen.Ergebnisse von vor über zehn Jahren beziehen sich auf Modelle, die es so nicht mehr gibt – sie taugen nur als grobe Kriterien-Orientierung.

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Beschränkt man sich auf wirklich unabhängige Testberichte für Gas-Brennwertthermen, dann bleiben im Wesentlichen die Tests der deutschen Stiftung Warentest oder ihres österreichischen Gegenstücks Konsument.
Verfügbare Tests
Die Tests sowohl der Stiftung Warentest als auch des Gegenstücks Konsument stammen allerdings aus dem Jahr 2010 – und sind damit längst veraltet. Einen neueren unabhängigen Gas-Brennwerttherme-Test gibt es bislang nicht und ist auch nicht zu erwarten: Die Stiftung Warentest und andere Prüfinstitute konzentrieren sich inzwischen auf zukunftsfähige Heizsysteme wie Wärmepumpen, weil die Gas-Brennwerttechnik als weitgehend ausgereift gilt. Die alten Ergebnisse geben daher allenfalls eine grobe Orientierung, welche Kriterien zählen – nicht mehr, welches aktuelle Gerät zu empfehlen ist. Im damaligen Test der Stiftung Warentest wurden neun Brennwertthermen geprüft, jeweils das gesamte System aus Gastherme, Warmwasserspeicher und Regelung. Konsument prüfte sieben solcher Gas-Brennwertthermen, ebenfalls zusammen mit Wasserspeicher und Heizungsregelung.
Testkriterien für Gas-Brennwerttherme
Die Testkriterien, die jeweils in die Bewertung eingehen und unterschiedlich gewichtet wurden, ähneln sich bei beiden. Hier geht es um Energieeffizienz (wie gut ist der Heizbetrieb, wo liegt der Nutzungsgrad, wie gut ist die Warmwasserbereitung und wie viel Strom verbraucht die Heizung), aber auch um Umwelteigenschaften wie der Gehalt von Kohlenmonoxid und Stickoxiden im Abgas und die Geräuschemission. Außerdem werden die Handhabung, z.B. die Bedienbarkeit, die Montage und die Wartung mit den jeweiligen Anleitungen berücksichtigt. Weitere Bewertungskriterien sind die elektrische Sicherheit und die Verarbeitungsqualität.
Worauf es bei einer guten Gas-Brennwerttherme ankommt

Welche Gas-Brennwerttherme sind zu empfehlen
Am besten bewertet wurde sowohl von der Stiftung Warentest wie auch vom österreichischen Konsument der Vitodens 300 W von Viessmann, kombiniert mit dem Wasserspeicher Vitocell 100-W und der Steuerung Vitotronic 200. Auf Platz 2 landen bei der Stiftung Warentest gleich drei verschiedene Systeme: die Ecotherm Plus WGB-S 17/20E von Brötje. Die Gastherme in Kombination mit dem Warmwasserspeicher Hydrocomfort SSB-S 300 und einer integrierten Bedieneinheit erhielt etwas schlechtere Werte bei der Energieeffizienz, die mit 55 % in das Gesamtergebnis einging. Dafür ist die Gasbrennwerttherme von Brötje sowohl in der Kategorie Umwelteigenschaft wie auch in der Handhabung und der Verarbeitung besser als der Testsieger. Ebenso die Note 1,8 erhielt die Optimat GMR 3015 Condens von Oertli, die baugleich zur Remeha Calenta 15 DS ist.

Die österreichischen Tester zeichnen die Remeha Multiwin 15 mit Platz zwei aus. Sie ist kombiniert mit dem Warmwasserspeicher De Dietrich Uno 300/2 und hat ebenfalls eine integrierte Regelung. Gegenüber dem Testsieger schneidet sie schlechter ab bei den Kriterien Kohlenmonoxid im Abgas und Bedienung und Bedienungsanleitung sowie bei der Verarbeitungsqualität. Auf Platz 3 landete beim Konsument die Cerapur-Eco ZSB 14-3 A 23 von Junkers, die in den Kriterien Stromverbrauch, Wartung und Wartungsanleitung sowie elektrische Sicherheit nur durchschnittlich bewertet wurde. Die Marke Junkers gehört seit Langem zu Bosch und wird seit 2019 unter dem Namen Bosch geführt; die Cerapur-Baureihe ging in der Bosch-Condens-Reihe auf. Die damaligen Modellnamen sind heute also nur noch von historischem Wert.
Preise für die getesteten Gas-Brennwerttherme
Die in den damaligen Tests angegebenen Preise für die Gas-Brennwertthermen inklusive solarfähigem Wasserspeicher und Regelung lagen für die Geräte auf den vorderen Plätzen zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Aktuelle Kostenangaben liegen je nach Ausführung breiter: Für eine Gastherme mit externem Warmwasserspeicher nennt co2online 2026 etwa 4.000 bis 8.000 Euro ohne Installation; hinzu kommen Kosten für Einbau, Abgasführung und Inbetriebnahme. Verlässliche Zahlen für Ihr Vorhaben liefert nur ein Angebot eines Fachbetriebs.
Was beim Kauf einer neuen Gasheizung heute zählt
Ein Testbericht beantwortet nur die Frage, welches Gerät technisch gut ist — nicht, ob eine neue Gasheizung überhaupt die richtige Wahl ist. Eine gesetzliche Beratungspflicht vor dem Einbau besteht seit der Reform vom Juli 2026 nicht mehr — eine fachkundige Beratung zu Wärmeplanung und Kostenrisiken durch CO₂- und Brennstoffpreise bleibt aber dringend zu empfehlen. Seit dem 29. Juli 2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das frühere Gebäudeenergiegesetz. Eine feste Erneuerbaren-Quote für neue Heizungen gibt es nicht mehr. Stattdessen gilt für seither neu in Bestandsgebäude eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen die sogenannte Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 % klimafreundlichere Brennstoffe, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Eine reine Erdgas-Brennwerttherme bringt die künftigen Mindestanteile nicht von selbst mit — abdecken lassen sie sich auf zwei Wegen: über zugelassene klimafreundlichere Brennstoffe wie Biomethan oder über eine Hybridlösung mit Wärmepumpe oder Solarthermie; Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit sollten vorab geprüft werden. Reine Gasheizungen werden zudem nicht mehr staatlich gefördert. Welche Programme und Bedingungen aktuell gelten, lesen Sie im Überblick zu den Fördermitteln. Wer ein Gerät auswählt, sollte diese Rahmenbedingungen also von Anfang an mitdenken.
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