Gasgeruch im Haus: So reagieren Sie richtig
Gasheizungen sind in Deutschland sehr weit verbreitet. Sie haben viele Vorteile: verfügen über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind zuverlässig und einfach zu bedienen.
Ein nicht zu vernachlässigendes Risiko besteht allerdings, wenn Gas ungewollt austritt, etwa, weil Leitungen oder Anschlüsse oder auch die Heiztherme undicht bzw. defekt sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Erdgas ist von Natur aus geruchlos – ein zugesetzter Warngeruch (meist faule Eier) macht ein Leck überhaupt erst bemerkbar.
- Bei Gasgeruch keine Funken erzeugen: kein Lichtschalter, kein Telefon im Haus, kein offenes Feuer – Fenster öffnen und das Haus verlassen.
- Erst draußen den Notruf 112 wählen und zusätzlich den Störungsdienst des Gasnetzbetreibers informieren.

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Gasgeruch erkennen
Heute genutztes Erdgas ist von Natur aus nahezu geruchlos. Aus Sicherheitsgründen müssen Gase für Haushaltskunden nach den technischen Regeln der Gasversorgung ausreichend odoriert sein (§ 49 EnWG, DVGW-Arbeitsblatt G 280). Das bedeutet, dass dem Erdgas ein Geruch zugesetzt wird, der eindeutig und unverwechselbar ist und sofort als Warngeruch wahrgenommen wird. Der zugesetzte Warngeruch wird meist als stechend und unangenehm nach faulen Eiern beschrieben. Verantwortlich sind schwefelhaltige Odoriermittel wie Tetrahydrothiophen (THT), das in den meisten deutschen Gasnetzen eingesetzt wird, oder Mercaptane. In einigen Netzen kommen inzwischen schwefelfreie Odoriermittel zum Einsatz, die etwas anders, aber ebenso auffällig riechen.
Der örtliche Gasnetzbetreiber kann Auskunft geben, wie das Odoriermittel im eigenen Netz riecht; viele Netzbetreiber halten dafür auch Odorkarten bereit.
Wer zusätzliche Sicherheit möchte, kann einen für Methan/Erdgas geeigneten Gaswarner anschaffen. Einfache Geräte sind oft unter 100 Euro erhältlich, geprüfte Modelle mit Relais oder Zusatzfunktionen können aber deutlich mehr kosten; achten Sie auf die Eignung für Erdgas/Methan und die Norm DIN EN 50194-1. Der Heizungsinstallateur berät hinsichtlich des richtigen Gerätes und auch, wo der Detektor am besten montiert wird.

Bei austretendem Erdgas besteht Explosionsgefahr. Umso wichtiger ist es, schon vorher die richtige Verhaltensweise zu kennen.
Was tun, wenn es nach Erdgas riecht?
Wie immer gilt zunächst: Ruhig bleiben! Nur dann können Sie richtig reagieren.

Der wichtigste Hinweis bei Gasgeruch lautet: Vermeiden Sie jegliche Funken und Flammen – schon ein kleiner Funke kann das Gas-Luft-Gemisch zünden und zur Explosion führen. Was das konkret bedeutet, fasst die folgende Übersicht zusammen.
Bei Gasgeruch lebensgefährlich – diese Fehler vermeiden
- Kein offenes Feuer.Zigaretten, Streichhölzer, Feuerzeuge oder Kerzen können das Gas-Luft-Gemisch sofort entzünden.Besser: jede Flamme strikt vermeiden, bis Entwarnung gegeben ist.
- Keine elektrischen Schalter betätigen.Lichtschalter, Klingel, Stecker, elektrische Jalousien oder Geräte erzeugen beim Schalten Funken.Besser: nichts ein- oder ausschalten, Geräte unberührt lassen.
- Nicht im Haus telefonieren.Auch Festnetz und Handy können einen zündenden Funken auslösen.Besser: erst draußen, aus sicherer Entfernung, anrufen.
- Hauptgashahn nur, wenn gefahrlos erreichbar.Wenn ohne Risiko möglich, den Hauptgashahn zudrehen – ein verbleibender Gasaustritt ist damit aber nicht ausgeschlossen.Besser: im Zweifel sofort raus statt suchen.
Lüften hilft, um die Gaskonzentration zu senken. Deshalb alle Fenster und Türen öffnen, um Durchzug zu erzeugen.

Bitte denken Sie auch daran, alle Mitbewohner, die sich im Haus aufhalten, zu warnen. Aber es sollte nicht geklingelt und nicht angerufen werden. Einfach nur klopfen und laut rufen.
Wenn er gefahrlos zu erreichen ist, sollte der Hauptgashahn zugedreht werden. Das ist allerdings keine Garantie dafür, dass kein Gas mehr ausströmt.
Deshalb sollten alle Bewohner unbedingt sofort das Haus verlassen. Draußen und aus sicherer Entfernung muss dann umgehend die Feuerwehr unter dem Notruf 112 benachrichtigt werden.
Die wichtigsten Punkte stehen auch häufig auf Informationskarten, die im Heizungsraum hängen:
Sofort richtig reagieren: Die 6 wichtigsten Schritte
Ruhe bewahren
Nicht in Panik geraten – nur ruhig lassen sich die nächsten Schritte zuverlässig umsetzen.
Keine Funken oder Flammen erzeugen
Kein Licht, keine Geräte, kein Feuerzeug und kein Telefon im Haus – jeder Funke kann zünden.
Lüften
Alle Fenster und Türen öffnen, um Durchzug zu schaffen und die Gaskonzentration zu senken.
Mitbewohner warnen
Alle im Haus warnen – nicht klingeln und nicht anrufen, sondern klopfen und laut rufen.
Haus verlassen
Alle Bewohner verlassen sofort das Gebäude. Wenn gefahrlos erreichbar, vorher den Hauptgashahn zudrehen.
Von außen Notruf 112 wählen
Erst außerhalb des Hauses, aus sicherer Entfernung, die Feuerwehr unter 112 rufen.
Gas-Notruf: Wen Sie anrufen sollten
Telefonieren Sie niemals im Gebäude – auch ein Handy kann einen Funken auslösen. Verlassen Sie zuerst das Haus und wählen Sie aus sicherer Entfernung den Notruf 112. Informieren Sie zusätzlich den Störungsdienst Ihres Gasnetzbetreibers; die örtliche Entstörungsnummer steht auf Ihrer Gasrechnung und auf der Internetseite des Netzbetreibers. Haben Sie die Nummer nicht zur Hand, leitet die Feuerwehr die Meldung weiter.
In Deutschland passieren sehr selten Unfälle wegen austretenden Gases. Durch regelmäßige Überprüfung der Leitungen und Wartung der Gastherme kann das Risiko noch weiter gesenkt werden. Zusätzliche Sicherheit bieten darüber hinaus die oben erwähnten Gasdetektoren.
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