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Gasheizung mit Kaminofen kombinieren

Gasheizung mit Kaminofen kombinieren: Das müssen Sie wissen

Gasheizungen mit Brennwerttherme sind in Deutschland aus gutem Grund weit verbreitet. Eine moderne Gas-Brennwertheizung nutzt Erdgas effizienter als ältere Kessel; sie bleibt aber eine fossile Heizung und ist bei Effizienz und CO₂-Bilanz nicht automatisch die beste Option.

Will man den Erdgasverbrauch senken und mehr für die Umwelt tun, so ist die Kombination einer Gasheizung mit einem Kaminofen ein möglicher Schritt. Seit dem 29. Juli 2026 ist die frühere 65-Prozent-Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen – die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Feste Biomasse bleibt zulässig, allerdings nicht voraussetzungslos: Nach § 45 GModG muss sie beim Einbau in ein bestehendes Gebäude in einem Biomassekessel oder einem wassergeführten Biomasseofen genutzt werden, und nur mit den dort zugelassenen Brennstoffen. Wird eine Heizungsanlage durch feste Biomasse ersetzt, verlangt § 45 GModG einen Biomasseofen mit Wasser als Wärmeträger oder einen Biomassekessel. Nebenbei schafft man mit einem Kaminofen ein gemütliches Ambiente und die Strahlungswärme eines Kaminofens wird als besonders angenehm empfunden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kaminofen ergänzt die Gasheizung, ersetzt sie aber nicht als zentralen Wärmeerzeuger.
  • Ein wasserführender Kaminofen speist je nach Modell etwa die Hälfte bis rund zwei Drittel seiner Wärme über einen Pufferspeicher in den Heizkreislauf ein.
  • Vor der Inbetriebnahme nimmt der Schornsteinfeger den Ofen ab und prüft die Einhaltung der Grenzwerte der 1. BImSchV.
Kaminofen © delphotostock, stock.adobe.com
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Herkömmlicher Kaminofen mit Gasheizung

Ohne großen Aufwand kann ein herkömmlicher Kaminofen installiert werden. Notwendig ist natürlich ein Anschluss an einen Schornstein, das kann auch ein nachträglich außen angebrachter Edelstahl-Schornstein sein. Herkömmliche Kaminöfen oder sogenannte Schwedenöfen sind vergleichsweise günstig. Und natürlich können in dem jeweiligen Raum, in dem der Kaminofen steht, die Heizungsventile runtergedreht werden und es wird auch ein wenig Erdgas eingespart. Kaminöfen geben allerdings ihre Wärme vor allem in der direkten Umgebung ab. Will man einen herkömmlichen Kaminofen nutzen, um damit einen größeren Raum wirklich angenehm zu erwärmen, kann es in der Nähe des Kaminofens schon sehr warm bis unangenehm heiß werden. Ein Teil der Wärme entweicht zudem auch bei modernen Geräten ungenutzt durch den Schornstein.

Der Kaminofen lodert, die Gasheizung macht Pause
Der Kaminofen lodert, die Gasheizung macht Pause

Wasserführender Kaminofen mit Gasheizung

Ganz anders sieht es aus bei einem wasserführenden Kaminofen. Hier wird je nach Modell ein großer Teil der Wärmeleistung – häufig etwa 55 bis 70 Prozent – nicht für die Erwärmung des Raums genutzt, in dem der Kaminofen steht, sondern dem Heizungskreislauf zugeführt. Das hat enorme Vorteile: Die entstehende Wärme wird entweder direkt in den Heizkreislauf eingespeist oder dem Pufferspeicher zugeführt, die erzeugte Wärme wird so deutlich besser genutzt und im Haus verteilt als bei herkömmlichen Kaminöfen. Da nur der kleinere Teil der Wärmeleistung direkt in den Raum geht, kann man jederzeit ein großes loderndes Feuer genießen, ohne dass das Zimmer überheizt wird.

Der wasserführende Kaminofen ist eine effiziente Heizung
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Technik des wasserführenden Kaminofens

Rein äußerlich unterscheidet sich ein wasserführender Kaminofen kaum von einem Kaminofen herkömmlicher Bauart.

Unter der Rückwand jedoch befindet sich beim Kaminofen mit Wassertasche, wie er auch genannt wird, jede Menge Technik. Über einen Wärmetauscher wird das Wasser erwärmt, das dann entweder dem Pufferspeicher zugeführt oder direkt in den Heizungskreislauf eingespeist wird. Dafür sorgen je nach Hydraulikschema Ofenregelung, Ladepumpe und Rücklaufanhebung; überschüssige Wärme wird in der Regel im Pufferspeicher zwischengespeichert. Gerade an kühlen Abenden in der Übergangszeit, wenn die Heizung schon ausgeschaltet ist, hilft der Kaminofen so, auch andere Räume zu erwärmen. Eine Anzeige, die in der Nähe der Heizungsanlage installiert ist, zeigt genau, wie viel Energie durch den Kaminofen dem Heizungssystem zugeführt wird oder wurde.

So wird ein wasserführender Kaminofen eingebunden

1

Wärme im Ofen erzeugen

Im Brennraum entsteht Wärme. Ein Wärmetauscher (die Wassertasche) überträgt je nach Modell etwa die Hälfte bis rund zwei Drittel davon an das Heizungswasser, der Rest bleibt als Strahlungswärme im Aufstellraum.

2

Rücklauf anheben Korrosionsschutz

Eine Rücklaufanhebung mischt vorgewärmtes Wasser bei, damit der Wärmetauscher rasch auf etwa 55 °C kommt. Das vermeidet Kondensat und schützt den Ofen vor Korrosion.

3

Wärme im Pufferspeicher zwischenspeichern

Ein Holzfeuer lässt sich nicht wie ein Gasbrenner regeln. Der Pufferspeicher nimmt überschüssige Wärme auf und gibt sie später an Heizung und Warmwasser ab.

4

Wärme verteilen

Eine Regelung führt die Wärme dem Heizkreislauf zu, wenn Bedarf besteht, sonst dem Speicher. So heizt der Ofen an milden Übergangstagen auch Räume, in denen er nicht steht.

5

Überhitzung absichern Sicherheit

Eine thermische Ablaufsicherung leitet bei rund 97 °C Vorlauftemperatur Kühlwasser durch den Wärmetauscher und verhindert ein gefährliches Überhitzen des Ofens.

Herstellerangaben wasserführende Kaminöfen
Das Prinzip des wasserführenden Kaminofens
Das Prinzip des wasserführenden Kaminofens

Ein Kaminofen mit Wassertasche ist allerdings in der Anschaffung teurer als ein herkömmlicher Kaminofen. Auch die Installation ist aufwendiger: Neben der Verrohrung zum Anschluss an die Heizung ist auch ein Stromanschluss für den Kaminofen nötig.

Genehmigung, Schornsteinfeger und Vorgaben für den Betrieb

Bevor ein Kaminofen in Betrieb geht, muss der zuständige Bezirksschornsteinfeger ihn abnehmen. Geprüft werden der Anschluss an einen geeigneten Schornstein, die ausreichende Verbrennungsluftzufuhr und die Einhaltung der Feuerungsverordnung des jeweiligen Bundeslandes. In gut gedämmten Häusern mit einer Lüftungsanlage ist häufig ein raumluftunabhängiger Kaminofen mit Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) erforderlich, der seine Verbrennungsluft über einen separaten Anschluss von außen bezieht. Welche Geräte zusammen mit einer Lüftung betrieben werden dürfen, klärt man am besten vorab mit dem Schornsteinfeger.

Außerdem gelten für Kamin- und Kaminöfen die Emissionsgrenzwerte der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV). Für übliche Kaminöfen und Kamineinsätze gelten in der zweiten Stufe maximal 0,04 g/m³ Feinstaub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid im Abgas; für Herde, Heizungsherde und Pelletöfen gelten abweichende Werte. Für ältere Bestandsöfen liefen gestaffelte Übergangsfristen; die letzte Frist endete für Geräte mit Typschild-Datum 1. Januar 1995 bis 21. März 2010 am 31. Dezember 2024. Lässt sich für diese Öfen kein Nachweis der Grenzwerte erbringen, sind Nachrüstung mit einem Staubfilter, Austausch oder Stilllegung nötig – für einzelne Gerätearten gibt es Ausnahmen. Ein generelles Kaminofen-Verbot gibt es jedoch nicht.

Hier die wichtigsten Vorteile der Kombination von Kaminofen mit Gasheizung auf einen Blick:

  • Einsparung von fossilem Erdgas in der Übergangszeit
  • Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz (Scheitholz oder Pellets)
  • weniger Erdgasverbrauch; der Klimavorteil hängt stark von Holzherkunft, Ofentechnik und sauberer Verbrennung ab
  • angenehme Strahlungswärme und gemütliche Atmosphäre
  • bei wasserführenden Modellen Einbindung in den Heizkreislauf und Pufferspeicher
  • möglicher erster Schritt zu einer Hybridheizung

Wer plant, sich einen Kaminofen anzuschaffen, um die gemütliche Atmosphäre und die herrliche Strahlungswärme zu genießen, sollte unbedingt einen Kaminofen mit Wassertasche in Betracht ziehen. Diese Kombination von Gasheizung mit Kaminofen kann den Erdgasverbrauch spürbar senken und ist ein möglicher erster Schritt auf dem Weg zu einer Hybridheizung. Allerdings stoßen Holzfeuerungen Feinstaub aus: Laut Umweltbundesamt sind Holzfeuerungen in Haushalten eine wesentliche Quelle von Feinstaub, vor allem bei älteren oder falsch betriebenen Einzelraumfeuerungen. Wer einen Kaminofen betreibt, sollte daher auf trockenes, naturbelassenes Holz und eine saubere Verbrennung achten.

Wasserführender Kaminofen als Ergänzung zur Gasheizung

Vorteile

  • Senkt den Erdgasverbrauch, vor allem in der Übergangszeit
  • Speist je nach Modell einen großen Teil der Wärme in Heizkreislauf und Pufferspeicher ein
  • Angenehme Strahlungswärme und gemütliche Atmosphäre im Aufstellraum
  • Gut mit Solarthermie kombinierbar – möglicher erster Schritt zur Hybridheizung

Nachteile

  • Höhere Anschaffungs- und Installationskosten als ein einfacher Kaminofen
  • Pufferspeicher, Verrohrung und Stromanschluss nötig – Platzbedarf im Heizraum
  • Manuelles Nachlegen von Holz und regelmäßige Reinigung erforderlich
  • Feinstaubausstoß – auf trockenes Holz und saubere Verbrennung achten
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Solarthermieanlage auf einem Hausdach © Hermann, stock.adobe.com
Solarthermieanlage auf einem Hausdach: Ebenfalls mit einem wasserführenden Kaminofen kombinierbar © Hermann, stock.adobe.com

Hier wird dann noch eine Solarthermie-Anlage angeschlossen. Diese Kombination von verschiedenen Heizsystemen hat einen großen Vorteil. Die Solarthermie-Anlage kann systembedingt vor allem im Sommer Wärme produzieren und dem Speicher zuführen. Der Kaminofen mit Wassertasche übernimmt diese Funktion vor allem im Winter und der Übergangszeit.

Kaminofen mit Bodenplatte aus Glas © Lilli, stock.adobe.com
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