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Gastherme – bodenstehend oder wandhängend

Gastherme – bodenstehend oder wandhängendes Gerät wählen?

Bei der Entscheidung für eine neue Gasbrennwerttherme sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Ein wesentlicher Punkt betrifft auch die Entscheidung, ob die neue Brennwerttherme ein wandhängendes Gerät oder eine bodenstehende Gastherme sein soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wandhängende Brennwertthermen brauchen wenig Platz (ab ca. 0,5 m²), sind günstiger und für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ideal.
  • Bodenstehende Geräte bieten einen größeren Leistungsbereich und gut zugängliche Technik – sinnvoll bei hohem Bedarf oder im Mehrfamilienhaus.
  • Wichtiger als die Bauart ist die Frage, ob eine neue Gasheizung angesichts der gesetzlichen Vorgaben überhaupt die beste Lösung ist.
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Bodenstehende Gastherme

Alte Konstant- oder auch Niedertemperaturkessel waren üblicherweise auf dem Boden stehende Gaskessel. Wird ein solcher Kessel gegen eine neue Brennwerttherme ausgetauscht, kann es nahe liegen, wieder auf ein bodenstehendes Modell zurückzugreifen. Die Gasbrennwertthermen, die auf dem Boden stehen, haben allerdings einen größeren Platzbedarf als die kompakteren, an der Wand hängenden Modelle. Die reine Stellfläche aktueller Bodengeräte liegt oft unter 1 m²; rechnet man Wartungsabstände und einen Warmwasserspeicher hinzu, sind es realistisch rund 2 m² oder mehr.

Gas Brennwertkessel © Buderus
Gas Brennwertkessel © Buderus

Wird ein alter Kessel ersetzt, dann gibt es den Platz ja schon und der geringere Installationsaufwand (Gasleitungen etc.) spricht durchaus für eine bodenstehende Gastherme. Ein weiteres Argument betrifft den Leistungsbereich der Gastherme. Bei bodenstehenden Gasbrennwertthermen ist der Leistungsbereich deutlich größer, sie sind deshalb die richtige Wahl für Mehrfamilienhäuser und große Leistungsbedarfe. Ein Vorteil, der oft bei bodenstehenden Thermen genannt wird, ist die bessere Zugänglichkeit der einzelnen Komponenten und eine damit verbundene leichtere Wartung.

Gastherme: Wandhängende Geräte benötigen weniger Platz
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Wandhängende Gastherme

Eine wandhängende Gastherme benötigt im Vergleich dazu deutlich weniger Platz. Sie kommt mit einem halben Quadratmeter Grundfläche aus (Bodenfläche unter dem Gerät). Allerdings kommt auch hier für einen Wasserspeicher der notwendige Platz hinzu, wenn zum Beispiel die Kombination mit einer Solarthermieanlage geplant ist. Wandhängende, raumluftunabhängige Brennwertthermen sind sehr variabel.

Gas Brennwertgerät wandhängend © Buderus
Gas Brennwertgerät wandhängend © Buderus

Sie lassen sich inzwischen sogar in Küchenzeilen oder kleinen Schranknischen, aber auch auf Dachböden oder eben in (Heiz-)Kellerräumen installieren. Ein unübersehbarer Vorteil ist der meist geringere Anschaffungspreis gegenüber bodenstehenden Gasthermen. Gerade für Ein- und Zweifamilienhäuser oder für Eigentumswohnungen sind die wandhängenden Gasbrennwertthermen zu empfehlen. Der Installationsaufwand ist gering, die Geräte sind leicht transportierbar und vergleichsweise preiswert.

Bodenstehend oder wandhängend: der direkte Vergleich

Beide Bauarten haben ihre Stärken. Die Übersicht stellt die wichtigsten Unterschiede gegenüber.

KriteriumBodenstehende GasthermeWandhängende Gastherme
PlatzbedarfGerät kompakt (< 1 m² Stellfläche); mit Speicher und Wartungsabstand rund 2 m²ab ca. 0,5 m² Grundfläche
Leistungsbereichgroß – auch für Mehrfamilienhäusereher für Ein- und Zweifamilienhäuser
Anschaffungspreismeist höherin der Regel günstiger
Installationsaufwandhöher; geringer beim Ersatz eines alten Bodenkesselsgering, flexibel platzierbar
Wartung / ZugänglichkeitKomponenten gut zugänglichkompakt; moderne Geräte sehr zuverlässig
Typische EignungMehrfamilienhaus, hoher LeistungsbedarfEin-/Zweifamilienhaus, Eigentumswohnung
Einordnung der Redaktion · Herstellerangaben (z. B. Buderus, Vaillant)
Eine kleine Gastherme hat überall Platz
Eine kleine Gastherme hat überall Platz

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Ob bodenstehend oder wandhängend die bessere Wahl ist, entscheidet vor allem der Leistungsbedarf: Für Ein- und Zweifamilienhäuser reicht meist ein kompaktes Wandgerät, während Mehrfamilienhäuser und hohe Heizlasten eher für ein bodenstehendes Modell mit größerem Leistungsbereich sprechen. Daneben zählen das verfügbare Platzangebot, das Budget und die Frage, ob ein Warmwasserspeicher oder eine Solarthermie-Anlage eingebunden werden soll. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum 29. Juli 2026 abgelöst. Die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist damit entfallen; bei der Wahl der Heizungsart lässt das Gesetz nun mehr Spielraum. Ganz ohne Auflagen geht es aber nicht: Neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen in Bestandsgebäuden müssen ab 2029 wachsende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen — von 10 % ab 2029 bis 60 % ab 2040. Prüfen Sie deshalb, ob eine Wärmepumpe oder eine Hybridlösung langfristig die bessere Investition ist.

Welche Bauart passt zu Ihrem Haus?

1. Heizen Sie ein Ein- oder Zweifamilienhaus mit normalem Wärmebedarf?

JaEin kompaktes wandhängendes Brennwertgerät ist meist die günstigere und platzsparende Wahl.
NeinBei hohem Bedarf oder einem Mehrfamilienhaus lohnt der Blick auf das Bodengerät.

2. Brauchen Sie eine hohe Heizleistung, etwa im Mehrfamilienhaus?

JaEin bodenstehendes Gerät bietet den größeren Leistungsbereich und gut zugängliche Komponenten.
NeinDann genügt in der Regel ein platzsparendes Wandgerät.

3. Ersetzen Sie einen alten, bodenstehenden Kessel?

JaStellplatz und Anschlüsse sind vorhanden – ein bodenstehendes Modell spart dann Installationsaufwand.
NeinBei freier Wahl überwiegen für kleinere Häuser meist die Vorteile des Wandgeräts.

Fazit

Betrachtet man die Vor- und Nachteile der beiden Bauarten, spricht für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser vieles für die wandhängende Brennwerttherme. Vorausgesetzt der Leistungsbereich stimmt, sprechen sowohl der niedrigere Anschaffungspreis als auch der geringere Installationsaufwand und weniger Platzbedarf dafür, sich für eine wandhängende Gasheizung zu entscheiden. Die Geräte sind außerdem so zuverlässig, dass der oft genannte angeblich höhere Wartungsaufwand kaum ins Gewicht fällt.

Moderne Gastherme © Oleksandr Delyk, stock.adobe.com
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