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Wasser in die Gastherme nachfüllen

Nur eine optimal eingestellte Gastherme kann ihren Dienst korrekt erfüllen und dabei so wenig wie möglich Energie verbrauchen. Zu einer optimalen Einstellung gehört auch der richtige Wasserdruck. Um den optimalen Wasserdruck dauerhaft zu halten, muss gelegentlich Wasser bei der Gastherme nachgefüllt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wasserdruck sinkt mit der Zeit – im Einfamilienhaus liegt der Solldruck meist bei rund 1,0 bis 2,0 bar (kalt), oft etwa 1,5 bar.
  • Wasser nur bei abgekühlter, ausgeschalteter Heizung nachfüllen und das Manometer im Blick behalten – nicht überfüllen.
  • Müssen Sie ständig nachfüllen, steckt meist ein Leck oder ein defektes Ausdehnungsgefäß dahinter – dann den Fachbetrieb rufen.
An der Wand montierter Gasboiler im Badezimmer © JinOdin
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Warum ist es notwendig, Wasser nachzufüllen?

Der Wasserdruck im Heizungssystem ist ein individueller Wert, der sich von Heizungsanlage zu Heizungsanlage unterscheidet. Er hängt von der Größe der Anlage, der durch die Heizungsrohre zu überwindenden Höhe und der Anzahl der Abnehmer, also Heizkörper, ab. Der Druck der Heizungsanlage wird in bar gemessen und angezeigt wird der Druck im Heizungsmanometer. Dieses befindet sich in der Nähe der Gastherme und zeigt auf einem Zifferblatt den optimalen Druckbereich durch eine grüne Markierung an. Im Einfamilienhaus liegt der Solldruck meist bei rund 1,0 bis 2,0 bar im kalten Zustand, häufig bei etwa 1,5 bar. Als Faustformel gilt: Höhenunterschied in Metern zwischen Heizgerät und höchstem Heizkörper mal 0,1 bar, plus etwa 0,3 bis 0,5 bar Sicherheitszuschlag. Den genauen Wert nennt die Bedienungsanleitung Ihrer Therme. Fällt der Druck unter diese Markierung, ist es spätestens Zeit, Wasser nachzufüllen. Aus folgenden Gründen kann der Druck in der Heizung abfallen:

Heizungsanlage: Ein Druckverlust kann verschiedene Ursachen haben
Heizungsanlage: Ein Druckverlust kann verschiedene Ursachen haben
  1. Luft im Heizkreislauf: Es ist normal, dass der Druck im Heizungssystem mit der Zeit nachlässt. Es kann Luft in den Heizkreislauf gelangen. Dies geschieht auf zwei Wegen: Einerseits gibt es einen Lufteintrag durch das Wasser, das im Heizkreislauf zirkuliert. Dieses Wasser enthält einen Restanteil Luft. Außerdem kann Luft über die Heizungsventile eindringen, die nicht zu 100 % dicht sind. Wird nun diese Luft aus dem Heizungssystem abgelassen, so tritt immer auch ein wenig Wasser beim Entlüften der Heizung aus. Dieser Wasserverlust muss ausgeglichen werden.
  2. Defektes Ausdehnungsgefäß: Allerdings kann der Druck auch nachlassen, weil das Membranausdehnungsgefäß defekt ist. Hier kommt als Ursache sowohl eine defekte Membran als auch ein falscher Vordruck im Ausdehnungsgefäß infrage. Beides sollte bei der jährlichen Wartung durch den Heizungsfachmann auffallen. Der Vordruck im Ausdehnungsgefäß kann durch den Fachmann richtig eingestellt werden. Ist ein Ausdehnungsgefäß defekt, so sollte es so schnell wie möglich ausgetauscht werden.
  3. Undichtigkeit an der Gastherme: Durch Korrosion können sich mit der Zeit Undichtigkeiten ergeben, wenn die Gastherme tropft, sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden.
  4. Undichtigkeit am Rohrsystem: Immer wieder kommt es auch zu Rohrbrüchen im Heizungssystem. Tritt gleich viel Wasser aus, so wird der Schaden normalerweise schnell bemerkt. Schlimmer kann es sein, wenn an einem defekten Heizungsrohr nur wenig Wasser austritt und im schlimmsten Fall ins Mauerwerk dringt.
Heizungsanlage samt Rohren © Stockfotograf
Heizungsanlage samt Rohren © Stockfotograf, stock.adobe.com

Wie bemerkt man zu niedrigen Druck im Heizungssystem?

Eine gut eingestellte Heizungsanlage heizt (fast) geräuschlos und sie heizt alle Heizkörper gleichmäßig, auch die von der Gastherme am weitesten entfernten Heizkörper. Werden nun gerade die weiter entfernten Heizkörper nicht mehr warm, sollte man den Druck des Heizungssystems am Manometer überprüfen.

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Dasselbe gilt, wenn die Heizung Geräusche von sich gibt. Typisch bei zu niedrigem Druck ist ein deutlich hörbares Rauschen oder Gluckern in der Heizungsanlage. Auch dann lohnt sich ein Blick auf den Heizungsdruck. Werden die Heizkörper entlüftet und Wasser in die Therme nachgefüllt, sollten die Geräusche nachlassen.

Fällt der Druck der Heizung nach dem Nachfüllen von Wasser immer wieder deutlich, dann liegt vermutlich ein Defekt im Heizungssystem vor. Dann ist es Zeit, den Heizungsbauer zu kontaktieren.

Heizungswasser nachfüllen: Wenn Sie unsicher sind lassen Sie den Fachmann ran
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Wasserdruck Anzeige © flashpics, stock.adobe.com
Wasserdruck Heizungsanlage

Der Wasserdruck in der Heizungsanlage: Was tun, wenn der Druck abfällt? In jeder Heizungsanlage herrscht ein bestimmter, optimierter Druck, um… weiterlesen

Kann man selbst Wasser in die Gastherme nachfüllen?

Wasser in die Heizung nachzufüllen, ist kein Hexenwerk. Aber es sollte dennoch gut geplant sein. Empfohlen wird, sich das Nachfüllen einmal von einem Fachmann zeigen, (zum Beispiel im Rahmen der Wartung) und sich Tricks und Tipps geben zu lassen, sodass man weiß, worauf man beim Nachfüllen des Wassers in die Gastherme achten muss. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, den Wasseranschluss bei der Gastherme zu erkennen. Wenn der Füllhahn bei einer Gasetagenheizung nicht frei zugänglich ist oder dafür eine Geräteverkleidung abgenommen werden müsste, halten Sie sich an die Bedienungsanleitung oder lassen Sie den Fachbetrieb nachfüllen. Bevor man mit dem Nachfüllen des Wassers beginnt, sollte man sich alles Notwendige zurechtlegen. Dazu gehören ein Wasserschlauch mit den richtigen Anschlüssen, am besten auch ein Eimer und ein Tuch, zum Entlüften der Heizkörper außerdem ein Entlüftungsschlüssel. Halten Sie dabei den Wasserdruck der Heizungsanlage im Blick. Grundsätzlich erfolgt das Nachfüllen des Wassers dann wie folgt.

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Wasser nachfüllen in 5 Schritten:

So befüllen Sie Ihre Heizungsanlage
So befüllen Sie Ihre Heizungsanlage

Wasser nachfüllen in 5 Schritten

1

Heizung abkühlen lassen und Umwälzpumpe ausschalten kalt nachfüllen

Füllen Sie nur im kalten Zustand nach: Heizung ausschalten und abkühlen lassen, dann die Umwälzpumpe abstellen. Bei laufender Pumpe oder heißer Anlage kein Wasser nachfüllen. Anschließend alle Thermostate aufdrehen und ein paar Minuten warten.

2

Heizkörper entlüften

Hat sich die Luft in den Heizkörpern gesammelt, entlüften Sie diese mit dem Entlüftungsschlüssel über die Entlüftungsventile, damit der Druck nach dem Befüllen auch wirklich stimmt.

3

Füllschlauch ans Frischwasser anschließen und mit Wasser füllen

Schließen Sie einen geeigneten Füllschlauch mit Füllarmatur beziehungsweise Systemtrenner zuerst an den Wasserhahn an und füllen Sie ihn vollständig mit Wasser. So gelangt keine Luft in den Heizkreislauf; ein einfacher Gartenschlauch ohne Sicherungseinrichtung schützt das Trinkwasser nicht ausreichend.

4

Gefüllten Schlauch an den KFE-Hahn der Therme anschließen Trinkwasser schützen

Verbinden Sie erst den bereits mit Wasser gefüllten Schlauch mit dem KFE-Hahn (Kessel-Füll- und Entleerungshahn). Den Schutz vor Rückfließen ins Trinkwasser übernimmt dabei die Füllarmatur beziehungsweise der Systemtrenner, nicht allein die Reihenfolge beim Anschließen.

5

Wasser nachfüllen und Solldruck am Manometer prüfen

Öffnen Sie das Ventil und füllen Sie langsam nach, bis der Solldruck erreicht ist – im Einfamilienhaus meist rund 1,0 bis 2,0 bar (kalt), oft etwa 1,5 bar. Behalten Sie das Manometer im Blick und überfüllen Sie nicht. Schließen Sie danach Wasserhahn und Füllhahn, lösen Sie den Füllschlauch wieder, entlüften Sie noch einmal und kontrollieren Sie den Druck.

Quelle: Herstellerangaben (Viessmann, Vaillant); anerkannte Regeln der Technik zur Heizungsbefüllung
Anlage zum Steuern des Heizsystems © Matthias Buehner
Anlage zum Steuern des Heizsystems © Matthias Buehner

So garantieren Sie stets optimalen Druck in der Gastherme

Nur mit dem optimalen Druck kann die Gastherme effizient arbeiten und sparsam heizen. Wer einen Wartungsvertrag abgeschlossen hat oder die Heizung regelmäßig warten lässt, der kann sicher sein, dass der richtige Druck in der Anlage herrscht.

Ein Blick auf das Manometer gibt hier außerdem Auskunft. Wasser kann ein geschickter Handwerker auch selbst in die Gastherme nachfüllen, wobei darauf geachtet werden muss, dass nicht Heizungswasser das Trinkwasser verschmutzt. Das Frischwasser sollte außerdem zum Nachfüllen geeignet sein und der VDI-Richtlinie 2035 entsprechen, die die Heizwasserqualität regelt.

Sicherheitshinweise beim Nachfüllen

  • Nicht überfüllen.Steigt der Druck zu hoch, bläst das Sicherheitsventil ab und Wasser tritt aus. Behalten Sie das Manometer im Blick und stoppen Sie beim Erreichen des Solldrucks.Besser: lieber etwas knapper befüllen und nachjustieren, als zu viel auf einmal.
  • Kein Dauer-Nachfüllen ohne Ursachensuche.Müssen Sie immer wieder nachfüllen, ist das ein Warnsignal: Meist steckt ein Leck, ein defektes Membran-Ausdehnungsgefäß oder ein undichtes Sicherheitsventil dahinter.Besser: die Ursache vom Fachbetrieb prüfen lassen, statt das Symptom zu kaschieren.
  • Nur im kalten Zustand und mit geeignetem Wasser.Füllen Sie nur bei abgekühlter Anlage nach, sonst drohen Spannungsrisse und falsche Druckwerte. Das Füllwasser sollte zur Anlage passen und sich an den Vorgaben des Herstellers sowie der VDI 2035 orientieren, um Steinbildung und Korrosion zu vermeiden.

Wann sollten Sie einen Fachbetrieb rufen?

Einmaliges Nachfüllen ist normal und in der Regel selbst zu schaffen. Spätestens dann sollten Sie aber einen Fachbetrieb rufen, wenn der Druck trotz korrekter Befüllung immer wieder absinkt, die Therme tropft oder sich Wasser am Boden sammelt – dahinter steckt dann meist ein technischer Defekt und kein harmloser Luftverlust mehr. Der Fachmann prüft, ob sich eine Reparatur noch lohnt oder ein Austausch der Gastherme sinnvoller ist. Wer einen Wartungsvertrag hat, lässt Vordruck und Ausdehnungsgefäß ohnehin bei der jährlichen Wartung kontrollieren.

Moderne Gastherme © Oleksandr Delyk, stock.adobe.com
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