Home » Heizung » Heizungssysteme » Gasheizung » Gasetagen oder Gaszentralheizung

Gasetagen oder Gaszentralheizung

Für eine neue Heizung in einem Mehrfamilienhaus bieten sich zwei Möglichkeiten an: Gasetagenheizungen für jede Wohnung oder eine Zentralheizung mit Gas. Beide Systeme können sinnvoll sein, das hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Eine Abwägung der Unterschiede und die Gewichtung der jeweiligen Vorteile können bei der richtigen Entscheidung helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gasetagenheizungen versorgen jede Wohnung einzeln – platzsparend und individuell regelbar, aber teurer in Anschaffung und Wartung.
  • Eine Gaszentralheizung ist günstiger pro Wohnung und lässt sich über den Pufferspeicher leichter mit erneuerbaren Energien kombinieren.
  • Die frühere 65-Prozent-Regel ist seit dem 29. Juli 2026 entfallen (GModG); Zentralheizungen lassen sich weiterhin meist leichter mit erneuerbaren Energien kombinieren.
  • Welches System passt, hängt vor allem von Hausgröße, Warmwasserbedarf und Eigentümerstruktur ab.
Gas Brennwert Wandheizkessel © Buderus
Gas Brennwert Wandheizkessel © Buderus
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Heizung konfigurieren und Top-Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

Unterschiede von Gasetagen- und Zentralheizungen

In einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich die beiden Ansätze: Wird ein Mehrfamilienhaus mit einer Zentralheizung ausgestattet, so gibt es eine einzige Heizungsanlage im Haus. Diese kann kombiniert mit Speichern für Warm- und Brauchwasser auch große Mehrfamilienhäuser effizient heizen und mit Warmwasser versorgen. Möglich ist bei einer Zentralheizung auch sehr gut die Kombination mit Solarthermie oder etwa mit einer Wärmepumpe.

Gasetagenheizung und Gaszentralheizung im Vergleich
Gasetagenheizung und Gaszentralheizung im Vergleich

Bis zu 30 % sparen

Gasheizung finden

  • Bundesweites Netzwerk
  • Qualifizierte Anbieter
  • Unverbindlich
  • Kostenlos

Gasetagenheizungen dagegen werden immer nur für eine Wohnung installiert. Das heißt für ein Mehrfamilienhaus, dass auch mehrere Heizungen installiert werden müssen. Damit verbunden sind natürlich auch höhere Kosten. Gasetagenheizungen in einem Mehrfamilienhaus können dann auch nur sehr umständlich mit Solarthermie oder Wärmepumpen ergänzt werden.

Vorteile von Gasetagenheizungen

Der Name ist bei der Gasetagenheizung Programm: Sie eignet sich besonders für die Wärme- und Warmwasserversorgung einer einzelnen Wohnung oder eines Einfamilienhauses. Gasetagenheizungen sind wandhängende Thermen, die tatsächlich auch in kleinen Nischen oder Abstellkammern Platz finden. Kompakte Gas-Kombithermen funktionieren meist ohne separaten Warmwasserspeicher und erwärmen Trinkwarmwasser dann im Durchlaufprinzip. Die Warmwassermenge ist dadurch begrenzt: Im Dauerbetrieb zählt die Literleistung pro Minute, die je nach Gerät und Temperaturhub nur für eine begrenzte Zahl gleichzeitig genutzter Zapfstellen reicht. Für hohen, zeitgleichen Warmwasserbedarf ist eine reine Durchlauf-Therme daher ungeeignet; dann kann ein Gerät mit integriertem Kleinspeicher oder ein separater Warmwasserspeicher nötig sein.

Gerade bei der Installation in einem Mehrfamilienhaus spielt sie aber ihre Vorteile aus. Jede Wohnung kann vollkommen individuell beheizt werden. Damit hat auch jeder Eigentümer oder Mieter individuell die Möglichkeit, die Heizung zum Beispiel im Bad auch noch im Mai oder Juni einzuschalten, oder aber entsprechend lange ohne Heizung auszukommen. Eine Gasetagenheizung lässt sich also hervorragend auf die eigenen Wärmebedürfnisse einstellen. Bei einer Gasetagenheizung hat in der Regel jede Wohnung einen eigenen Gaszähler; häufig schließen Eigentümer oder Mieter den Gasvertrag deshalb selbst ab und können den Anbieter individuell wechseln. Auch hier ergeben sich individuelle Möglichkeiten etwa für einen Anbieterwechsel. Bei einer Zentralheizung liegt dies in der Verantwortung des Haus-Eigentümers oder der Eigentümergemeinschaft. Allerdings wird auch bei einer Zentralheizung verbrauchsgerecht abgerechnet: Die Heizkostenverordnung schreibt vor, dass 50 bis 70 Prozent der Heiz- und Warmwasserkosten nach dem individuell erfassten Verbrauch verteilt werden müssen – jede Wohnung zahlt also weiterhin nach eigenem Verbrauch, nur eben über eine gemeinsame Abrechnung.

Auf den Punkt gebracht sind die wesentlichen Vorteile für eine Gasetagenheizung also:

  • Platzsparende Unterbringung
  • Individuelle Regelbarkeit
  • Individueller Einsparmöglichkeit
  • Übersichtliche individuelle Abrechnung

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Vorteile von Zentralheizungen

Auch bei der Zentralheizung ist der Einsatzzweck im Namen enthalten: Sie wird als zentrale (und einzige) Heizungsanlage in einem Haus betrieben. Die zentrale Anlage steht in einem Heizraum – meist im Keller – eines Mehrfamilienhauses und versorgt alle Wohnungen mit warmem Wasser und Wärme. Bei hohem Bedarf durch mehrere Parteien ist eine passende zentrale Warmwasserlösung nötig – etwa ein Warmwasserspeicher, ein Pufferspeicher mit Frischwasserstation oder Wohnungsstationen.

Hieraus ergibt sich ein großer Vorteil von Zentralheizungen: Dank des Wasserspeichers besteht auch die Möglichkeit, die Zentralheizung mit Solarthermie oder etwa mit Wärmepumpen zu kombinieren und den Gasverbrauch dementsprechend auf ein Minimum zu senken.

Die Gaszentralheizung lässt sich gut mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren
Die Gaszentralheizung lässt sich gut mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren

Für den Eigentümer eines großen Mehrfamilienhauses ist es zudem deutlich preiswerter, nur eine Heizungsanlage installieren zu lassen. Auch die Wartung beschränkt sich auf die eine Anlage und ist damit preiswerter als die Wartung einer Gastherme pro Wohnung.

Damit ergeben sich ganz klar folgende Vorteile von Zentralheizungen:

  • Platz wird in den Wohnungen gespart
  • Geringere Anschaffungskosten
  • Weniger Wartungskosten
  • Keine Geräuschbelästigung durch Gasthermen in den Wohnungen

Gasetage oder Zentralheizung: Was sagt das Heizungsgesetz?

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Bestehende Gasheizungen dürfen weiterlaufen und auch repariert werden – eine Erneuerbaren-Quote gibt es seit Juli 2026 ohnehin nicht mehr. Die früheren Sonderfristen für Gebäude mit Etagenheizungen (§ 71l GEG) sind mit der Reform entfallen. Die Entscheidung zwischen dezentraler Lösung und Zentralisierung ist damit keine Fristenfrage mehr, sondern eine reine Planungsfrage.

An diesem Punkt zeigt sich ein klarer struktureller Vorteil der Zentralheizung: Sie lässt sich über eine zentrale Speicher- und Verteilstruktur – je nach System etwa Warmwasser-, Puffer- oder Kombispeicher – vergleichsweise einfach mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie zu einem zukunftsfähigen Hybridsystem ausbauen. Dezentrale Gasetagenthermen lassen sich dagegen nur sehr aufwendig mit erneuerbaren Energien kombinieren. Eine reine Gasheizung – ob etagenweise oder zentral – ist langfristig daher die unsicherere Wahl. Welche staatlichen Zuschüsse für einen erneuerbaren Heizungstausch infrage kommen, fasst der Ratgeber zu Fördermitteln zusammen.

Welches System passt? Gasetage oder Zentralheizung

1. Wie groß ist das Gebäude und der gleichzeitige Warmwasserbedarf?

Wenige Wohnungen, normaler BedarfGasetagenheizungen kommen gut zurecht – jede Einheit bleibt unabhängig.
Viele Wohnungen, hoher zeitgleicher BedarfEine Zentralheizung mit Speicher versorgt mehrere Zapfstellen zuverlässiger.

2. Wie ist die Eigentümerstruktur und wer verantwortet die Heizung?

Einzeleigentümer/Mieter wünschen volle EigenständigkeitEigener Versorgervertrag und individuelle Steuerung sprechen für die Etagenheizung.
Eine Gemeinschaft entscheidet und verwaltet zentralEine Anlage senkt Anschaffungs- und Wartungskosten – ein Plus für die Zentralheizung.

3. Sollen erneuerbare Energien eingebunden werden?

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das GModG: Eine feste Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen gibt es nicht mehr.

Hybrid mit Wärmepumpe oder Solarthermie geplantDie Zentralheizung lässt sich über den Pufferspeicher deutlich einfacher um erneuerbare Wärme erweitern.
Vorerst nur reiner GasbetriebMöglich im Bestand, langfristig aber die unsicherere Wahl – die Einbindung erneuerbarer Energien fällt zentral leichter.
EmpfehlungJe größer das Haus, je zentraler die Verwaltung und je wichtiger erneuerbare Energien, desto eher lohnt sich die Gaszentralheizung. Für kleine, individuell genutzte Einheiten bleibt die Etagenheizung eine sinnvolle Option.

Die genannten Vorteile, aber auch die jeweiligen Nachteile der beiden Lösungen, ausgehend von einem Mehrfamilienhaus, hier noch auf einen Blick

Gasetagenheizung und Gaszentralheizung im Vergleich

Beide Systeme haben im Mehrfamilienhaus ihre Stärken. Diese Übersicht stellt die wichtigsten Kriterien einander gegenüber.

KriteriumGasetagenheizungGaszentralheizung
Platzbedarf in der Wohnungmittel
Therme je Wohnung
gut
kein Gerät in der Wohnung
Anschaffungskostenmittel
mehrere Geräte nötig
gut
nur eine Anlage
Wartungskostenmittel
je Therme einzeln
gut
nur eine Anlage
Individuelle Steuerbarkeitgut
je Wohnung frei regelbar
mittel
zentral gesteuert
Heizkostenabrechnunggut
eigener Versorgervertrag
gut
verbrauchsabhängig nach Heizkostenverordnung
Geräuschbelästigungmittel
Therme in der Wohnung
gut
Heizung steht im Keller
Kombination mit erneuerbarer Energiegering
nur sehr aufwendig
gut
gut über Pufferspeicher
Verbraucherzentrale; Heizkostenverordnung
Fördermittel nutzen © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com
Gasheizung Förderung

Gasheizung Förderung Gasheizungen galten lange als vergleichsweise CO₂-arme Technik und wurden deshalb jahrelang vom Staat gefördert. Für Gasheizungen konnten entweder… weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe – Kauf, Einbau, Reparatur

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos