Kombinationsmöglichkeit von Gasheizungen mit erneuerbaren Energien
Eine reine Gasheizung lässt sich heute nicht mehr überall ohne Weiteres neu einbauen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden. Ab diesem Datum gilt für neu in Bestandsgebäude eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen allerdings ein steigender Mindestanteil zugelassener klimafreundlicherer Brennstoffe (10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040). Auch ohne feste Erneuerbaren-Quote bleibt die Kombination sinnvoll: Als Wärmepumpen-Hybridheizung, bei der die Wärmepumpe vorrangig läuft, sinken Gasverbrauch und CO₂-Kosten deutlich — und die ab 2029 geforderten Brennstoffanteile lassen sich so leichter erfüllen. Solarthermie senkt den Gasverbrauch ebenfalls spürbar, deckt allein aber meist nur einen Teil des Wärmebedarfs. Solarthermie, Holz und ein Biogas-Anteil sind typische Wege, um die Landesvorgabe in Baden-Württemberg (15 Prozent, siehe unten) zu erfüllen. In Baden-Württemberg gilt zusätzlich das landeseigene Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG): Wird in einem vor dem 1. Januar 2009 errichteten Gebäude mit mehr als 50 Quadratmetern Wohn- beziehungsweise Nettogrundfläche die Zentralheizung getauscht, müssen mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs erneuerbar gedeckt oder Ersatzmaßnahmen nachgewiesen werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, haben Verbraucher mehrere Wahlmöglichkeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gasheizung darf weiterlaufen; die frühere 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist seit dem 29. Juli 2026 entfallen — erneuerbare Kombis bleiben förderfähig.
- Zum Kombinieren eignen sich Solarthermie, ein Biogas-Tarif, eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe – jede Option mit eigenen Voraussetzungen.
- Die Wärmepumpe spart am meisten fossiles Gas, kostet aber am meisten; Solarthermie und Biogas lassen sich am einfachsten ergänzen.
- Welche Zuschüsse konkret greifen, hängt vom Bundesland ab; neue Gasheizungen brauchen ab 2029 wachsende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe.
Heizung-Konfigurator:
Jetzt Heizung konfigurieren und Top-Angebote erhalten!
Biogas

Bei der Verbrennung von nachhaltigem Biomethan stammt das freigesetzte Kohlendioxid aus dem kurzfristigen biogenen Kohlenstoffkreislauf. Klimaneutral ist Biogas trotzdem nicht automatisch, weil Anbau, Aufbereitung, Transport und mögliche Methanverluste die Bilanz beeinflussen. Den Anteil an Biogas kann jeder relativ leicht erhöhen, indem er einen Gasanbieter wählt, der auch Biogas anbietet. Der Wechsel zu entsprechenden Tarifen ist einfach. Und die Gasheizung verbrennt Biogas ebenso gerne wie Erdgas. Es gibt eine große Anzahl von regional aktiven Biogas-Anbietern. Bundesweit sind allerdings nur sehr wenige Anbieter verfügbar. Einige Biogas-Anbieter haben zudem auch Erdgas im Angebot, dem in gewissem Umfang Biogas beigemengt wurde. Achten Sie dabei auf den Unterschied zwischen echtem Biomethan und sogenanntem Klima- oder Ökogas: Bei Letzterem handelt es sich meist um fossiles Erdgas, dessen CO₂-Ausstoß lediglich rechnerisch über Klimaschutzprojekte ausgeglichen wird. Um in Baden-Württemberg die 15-Prozent-Vorgabe des EWärmeG anteilig über Bio-Erdgas zu erfüllen, wird ein Biomethananteil von mindestens 10 Prozent als Zwei-Drittel-Erfüllung anerkannt – allerdings nur bei Heizanlagen bis 50 Kilowatt Leistung und mit entsprechendem Biomethan-Nachweis. Für die vollständige Erfüllung braucht es zusätzlich eine weitere Maßnahme, zum Beispiel einen Sanierungsfahrplan für die übrigen 5 Prozent.
Biogas-Tarif: Worauf Sie achten sollten
- Biomethan statt Ökogas.Nur echtes Biomethan ist erneuerbar. Bei „Klima-“ oder „Ökogas“ wird oft fossiles Erdgas verbrannt und der CO₂-Ausstoß nur rechnerisch über Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
- Mehrkosten einplanen.Tarife mit hohem Biogasanteil sind spürbar teurer als reines Erdgas. Prüfen Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Vertragslaufzeit.
- Anteil zum Nachweis passend wählen.Für gesetzliche Vorgaben zählt der vertraglich zugesicherte Biogasanteil. Lassen Sie sich diesen für den Erfüllungsnachweis schriftlich bestätigen.

Solarthermie

Eine Alternative stellt die Einbindung von Solarthermie in die Gasheizung dar. Um in Baden-Württemberg die 15-Prozent-Vorgabe über Solarthermie zu erfüllen, ist im Ein- und Zweifamilienhaus eine Kollektorfläche von mindestens 0,07 Quadratmeter je Quadratmeter Wohnfläche nötig (im Mehrfamilienhaus 0,06 Quadratmeter). Für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmeter Wohnfläche entspricht das rund 7 Quadratmeter Kollektorfläche.

Kosten der Nutzung von Solarthermie
Alle bekannten deutschen Hersteller von Gas-Brennwertheizungen bieten in ihrem Portfolio inzwischen auch Komplettsysteme, also Gas-Brennwertheizung, Solaranlage und die entsprechende Solarregelung sowie einen passenden Speicher.
Damit sind schon die Komponenten genannt, die zusätzlich installiert werden müssen: Einerseits die Solarkollektoren, andererseits ist eine andere Steuerung notwendig und schließlich muss ein bivalenter Speicher eingebaut werden, der sowohl über die Gasheizung wie auch über die Solarthermieanlage beheizt werden kann.

Wichtig bei der Entscheidung: Solarthermieanlagen werden staatlich gefördert. Welche Programme, Voraussetzungen und Sätze aktuell gelten, lesen Sie im Ratgeber zu den Fördermitteln. Die zusätzlichen Kosten für die Kombination der Gasheizung mit Solarthermie sind nicht zu knapp. Neben den Kollektoren müssen ein entsprechend großer Pufferspeicher und vor allem die bessere (und teurere) Solarregelung kalkuliert werden. Für eine heizungsunterstützende Solarthermieanlage sollten Sie als groben Richtwert mit rund 10.000 bis 17.000 Euro rechnen.
Davon lässt sich die staatliche Förderung wieder abziehen. Zudem wird tatsächlich eine ganze Menge Gas eingespart, denn gerade in der Übergangszeit oder auch im Sommer muss die Gasheizung selbst kaum noch anspringen. Diese Einsparungen sollten bei der Preisbetrachtung mit berücksichtigt werden.

Kombination mit Holzheizung
Auch diese Kombination ist möglich. Um die EWärmeG-Vorgabe in Baden-Württemberg zu erfüllen, muss die Pellet- oder Hackschnitzelheizung dann mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs liefern. Wichtig: Holzfeuerungen brauchen einen Pufferspeicher und ausreichend Platz für die Brennstofflagerung.
Kombination mit Wärmepumpen

Möglich ist auch die Kombination von Gas-Brennwertheizungen mit Wärmepumpen. Bei einer solchen Hybridheizung übernimmt die Wärmepumpe den Großteil der Wärme und springt die Gasheizung nur an besonders kalten Tagen oder zur Spitzenlast ein. Infrage kommen sowohl Erd- als auch Wasser- oder Luft-Wärmepumpen. Die Investitionskosten sind recht hoch: Eine Wärmepumpe schlägt vor Förderung je nach Bauart und Gebäude mit rund 20.000 bis 40.000 Euro zu Buche, Luft-Wärmepumpen liegen am unteren Ende dieser Spanne. Auch bei Wärmepumpen müssen die Heizungsregelung und der Wärmespeicher entsprechend angepasst werden.
Luft-Wärmepumpen sind jedoch deutlich preiswerter und am leichtesten nachzurüsten. Auch für Wärmepumpen gibt es eine staatliche Förderung. Gleichzeitig wird erheblich Gas eingespart, was die Amortisationszeit zusätzlich verkürzt. Wärmepumpen sind vor allem dann eine sinnvolle Alternative, wenn das Dach für eine Solarthermieanlage nicht geeignet ist oder ohnehin ein größerer Schritt in Richtung erneuerbares Heizen geplant ist.
Welche Kombination passt zu meiner Situation?
Welcher Weg sich lohnt, hängt vor allem von Gebäude, Dach und Budget ab. Solarthermie und ein Biogas-Tarif lassen sich vergleichsweise einfach ergänzen, während eine Wärmepumpe die größte CO₂-Einsparung bringt, aber auch die höchste Investition und eine passende Gebäudehülle verlangt. Die folgende Übersicht fasst die vier Kombinationen mit ihren Voraussetzungen zusammen und hilft bei der ersten Einordnung.
Vier Wege, eine Gasheizung erneuerbar zu ergänzen
Die vier Kombinationen unterscheiden sich vor allem im Aufwand und in den Voraussetzungen. Sie lassen sich teils auch miteinander verbinden.
Biogas-Tarif
Statt fossilem Erdgas bezieht die vorhandene Gasheizung anteilig oder vollständig Biomethan – ganz ohne Umbau am Gerät.
Geeignet fürHaushalte, die schnell und ohne Investition den CO₂-Anteil senken wollen.
Solarthermie
Kollektoren auf dem Dach unterstützen Warmwasser und Heizung; in der Übergangszeit und im Sommer bleibt die Gasheizung oft aus.
Geeignet fürHäuser mit gut ausgerichtetem Dach, die das Gasgerät behalten wollen.
Holzheizung
Eine Pellet- oder Hackschnitzelheizung deckt einen Teil des Wärmebedarfs mit nachwachsendem Brennstoff.
Geeignet fürHäuser mit Platz für Lager und Pufferspeicher.
Wärmepumpe (Hybrid)
Die Wärmepumpe übernimmt den Großteil der Wärme, die Gasheizung springt nur an sehr kalten Tagen ein.
Geeignet fürGut gedämmte Gebäude, bei denen ein größerer Schritt geplant ist.
Gasheizung mit Kaminofen kombinieren: Das müssen Sie wissen Gasheizungen mit Brennwerttherme sind in Deutschland aus gutem Grund weit verbreitet. Eine… weiterlesen




