Irrtümer zum Heizen

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Irrtümer zum Heizen: Dieser Mythen halten sich hartnäckig

Stetig steigende Energiepreise zwingen Hausbesitzer und Mieter dazu, ihre Heizkosten zu optimieren. Jedoch erweisen sich viele gut gemeinte Tipps nach genauerem Hinschauen als falsch. Wir verraten, worauf Sie beim Heizen achten müssen und was dagegen keine Rolle spielt.

Heizkosten senken: Ein paar einfache Tricks
Heizkosten senken: Ein paar einfache Tricks

Irrtum 1: Wer früh am Morgen die Heizung ausmacht, spart Geld

Wenn man bis abends im Büro sitzt, sollte man nicht die ganze Zeit umsonst die Räume heizen, oder? In der Tat ist es unnötig, das Thermostat auf Stufe 4 zu stellen, wenn niemand da ist. Es auf die Schneeflocke (6 Grad) zu drehen, erweist sich jedoch ebenfalls als Energieverschwendung.

Kühlen die Wände erstmal stark ab, benötigt man viel Wärme, damit sie später wieder warm werden. Die Kosten fallen höher an, als wenn Sie von vornherein eine Temperatur von 16 Grad (Stufe 2) einstellen. Auch bei einer längeren Abwesenheit sollten Sie Stufe 1 wählen, um Schimmel an den Wänden zu verhindern.

Energiesparen mit dem Thermostat © Olivier Le Moal, stock.adobe.com
Digitale, smarte Thermostate helfen, die Raumtemperatur noch besser zu regeln © Olivier Le Moal, stock.adobe.com
Heizkörper Thermostate: Elektrische und mechanische Lösungen
Heizkörper Thermostate: Elektrische und mechanische Lösungen

Irrtum 2: Wenn man das Thermostat auf 5 aufdreht, erwärmt sich der Raum schneller

Die Stufen am Thermostat entsprechen der Temperatur, die sich im Raum einstellen sollte. Wählen Sie Stufe 3, so setzen die Heizkörper Wärme frei, bis 20 Grad erreicht werden. Bei Stufe 5 lautet das Ziel 28 Grad. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Flächen mehr Wärme abgeben, stattdessen heizen sie lediglich länger. Die Zeit, um einen 15 Grad kalten Raum auf 20 Grad zu erwärmen, ändert sich dadurch nicht.
Stellen Sie das Thermostat auf Stufe 5, wird der Raum eher unnötig warm. Nicht nur steigen Ihre Heizkosten, auch Ihr Wohlbefinden und das Ihrer Mitmenschen leidet. Nicht zuletzt schonen Sie die Umwelt, wenn Sie in Ihren Wohnräumen (mit Ausnahme von Bad und Kinderzimmern) bis auf maximal 20 Grad heizen.

Heizungsthermostate: Die Bedeutung der Zahlen und Symbole
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Heizungs-Thermostat richtig bedienen
Heizungs-Thermostat richtig bedienen

Irrtum 3: An sehr kalten Tagen lüftet man lieber nicht

Sitzen Sie an einem kalten Winterabend gemütlich auf der Couch, fühlt sich die kalte Luft, die über geöffnete Fenster hineinströmt, unangenehm an. Ein paar Minuten lang kühlt sich der Raum dadurch merklich ab. Ist es also besser, bei Minusgraden auf das Stoßlüften zu verzichten und stattdessen alle Fenster zu kippen?

Sicherlich nicht. Bei gekippten Fenstern findet der Luftaustausch zu langsam statt. Das führt dazu, dass die Luft sich zunächst weniger, dafür aber länger auskühlt. Die Heizung muss die Differenz zur Solltemperatur immer wieder kompensieren. Klüger ist es, wenn Sie vier bis fünf Minuten stoßlüften und dabei das Thermostat ausstellen.

Richtig Lüften: Stoßlüften, nicht Dauerkipp
Richtig Lüften: Stoßlüften, nicht Dauerkipp

Irrtum 4: Ob Stufe 3 oder Stufe 4, macht es bei den Heizkosten kaum einen Unterschied

Das Thermostat verführt zum Aufdrehen. Schließlich mag man es gerne, wenn auch im Winter die ganze Wohnung kuschelig warm bleibt. Und ob 22 oder 24 Grad, spielt bei der Betriebskostenabrechnung keine Rolle.

Diese Vorstellung ist genauso verbreitet wie falsch. In der Tat sparen Sie um die sechs Prozent Energie allein dadurch, dass Sie Ihre Raumtemperatur um einen Grad senken. Bei 2 Grad sind es schon 12 Prozent weniger. In einem Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 22.000 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet das bei einem Gaspreis von 13 Cent pro Kilowattstunde ein Ersparnis von rund 340 Euro.

Nicht jeder Raum benötigt die gleichen Temperaturen
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Irrtum 5: Nasse Wäsche auf den Heizkörpern sorgt für eine ideale Luftfeuchtigkeit

Die meisten Heizkörper erwärmen die Raumluft mittels Konvektion, indem sie kalte Bodenluft aufheizen, die nach oben steigt, während die abgekühlte Luft nach unten sinkt. So entsteht eine Luftzirkulation, die Staub aufwirbelt. Zudem nimmt warme Luft mehr Wasserdampf auf. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab. Bei Werten unter 30 Prozent brennen die Augen, die Schleimhäute fühlen sich trocken an. Aus diesem Grund sollten Sie zwischen 30 und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit anstreben.
Wenn Sie aber denken, dass nasse Handtücher auf den Heizkörpern gegen trockene Heizungsluft helfen, irren Sie sich. Trocknen Sie regelmäßig Wäsche in den Innenräumen, erreicht die Luftfeuchtigkeit zu hohe Werte von über 60 Prozent. Damit drohen nicht nur Schimmelpilze, sondern auch Ungeziefer wie Staubläuse und Silberfische.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 - 60% liegen
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 – 60% liegen

Gegen zu trockene Luft im Winter helfen Wasserschalen oder Zimmerpflanzen. Auch lohnt es sich, an verregneten Tagen mehrere Minuten das Fenster zu öffnen, damit feuchte, kalte Luft hineinströmt. Generell ist stoßlüften (noch besser: querlüften) wichtig, damit die verbrauchte Luft durch an Sauerstoff reiche Umgebungsluft ausgetauscht wird.

Kleidung hängt zum Trocknen über dem Heizkörper © Oleksandr Moroz, stock.adobe.com
So nicht: Kleidung hängt zum Trocknen über dem Heizkörper © Oleksandr Moroz, stock.adobe.com

Irrtum 6: Wer nur einen Raum heizt und die Tür offenlässt, spart Kosten

Je mehr Heizkörper angeschaltet sind, desto höher fallen die Kosten an. Warum also das selten benutzte Gästezimmer heizen? Damit es nicht ganz so kalt wird, reicht es doch, wenn man die Tür zu den beheizten Zimmern offenlässt.

Diesen Fehler sollten Sie vermeiden. Je mehr Leute im Haus, desto mehr Wasserdampf geben sie durch ihre Atmung, ihren Schweiß und Tätigkeiten wie Kochen und Duschen ab. Warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit als kalte aufnehmen. Bei 20 Grad tritt die Sättigung beispielsweise bei 17,3 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter auf, bei 15 Grad reichen 12,8 Gramm.

Gelangt feuchte Luft aus dem warmen Räumen in die kalten, kondensiert der Wasserdampf womöglich an den kühlen Wänden. Dadurch erhöht sich die Schimmelgefahr. Aus diesem Grund sollten sie alle Räume in Ihrem Haus heizen, selbst wenn niemand sich dort aufhält. Für das Gästezimmer reichen dabei 16 Grad (Stufe 2).

Geschlossene Türen reduzieren Heizkosten und vermeiden Schimmel
Geschlossene Türen reduzieren Heizkosten und vermeiden Schimmel

Irrtum 7: Ein bisschen Luft in den Heizungsrohren ist kein Problem

Gluckert und blubbert Ihre Heizung schon lange, liegt es oft daran, dass sich in den Rohren Luft befindet. Wer denkt, dass es nur um das nervige Geräusch geht, irrt sich. Die Heizungsrohre sind dafür ausgelegt, Wasser zu transportieren. Minimale Mengen an Luft lassen sich zwar nie verhindern. Wird es aber zu viel, spiegelt sich das in kalten Heizkörpern und steigenden Heizkosten wider.

Indem Sie die Heizungsanlage entlüften, lassen Sie die überschüssige Luft entweichen. Dafür benötigen Sie nur einen Entlüftungsschlüssel und ein Gefäß.

Anleitung: So entlüften Sie Ihre Heizung
Anleitung: So entlüften Sie Ihre Heizung
  1. Schalten Sie die Umwälzpumpe und die Thermostate aus.
  2. Öffnen Sie mit dem Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil eines Heizkörpers, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats befindet.
  3. Lassen Sie die Luft langsam entweichen, bis Wasser austritt, und schließen Sie das Ventil rasch wieder. Halten Sie dabei die Schüssel unter dem Ventil, damit kein Wasser auf den Boden tropft.
Heizungsrohre mit Isolierung © Otto, stock.adobe.com
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