CO2-Preis für fossile Heiz- und Kraftstoffe: So teuer werden Erdgas und Heizöl
Die CO2-Abgabe wurde im Klimapaket 2019 beschlossen. Damit sollte ein Anreiz geschaffen werden, weniger fossile Schadstoffe zu verbrennen, um dem Klimawandel Einhalt zu bieten. Seit dem 1.1.2021 ist der CO2-Preis in Kraft und wurde zunächst auf 25 Euro pro Tonne CO2 festgelegt. Die Kosten für den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 werden anteilmäßig so auf die fossilen Brennstoffe umgelegt, wie es ihrem jeweiligen CO2 Ausstoß entspricht.
Das Wichtigste in Kürze
- 2026 wird der CO₂-Preis ab Juli versteigert: 55 bis 65 Euro pro Tonne im Auktionskorridor — Heizen mit Öl und Gas wird schrittweise teurer.
- Eine Gasheizung mit 20.000 kWh kostet 2026 rund 264 bis 312 Euro CO₂-Abgabe, eine Ölheizung mit 2.000 Litern 348 bis 411 Euro.
- Mieter zahlen nur einen Teil: Ein Stufenmodell verteilt die CO₂-Kosten je nach Gebäudezustand zwischen Mieter und Vermieter.

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Notwendige Reduktion der Emissionswerte
Die Energiewirtschaft war 2025 mit rund 189 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten weiterhin der größte Treibhausgas-Emittent; das entspricht etwa 29 Prozent der deutschen Gesamtemissionen. Nach der Energiewirtschaft folgten Verkehr und Industrie mit rund 146 beziehungsweise 144 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Der Gebäudesektor — also vor allem Heizung und Warmwasser — lag mit gut 103 Millionen Tonnen bei rund 16 Prozent.
Um einen Teil zur Energiewende beizutragen, kann man einerseits auf erneuerbare Energien umsteigen. Aber auch eine bessere Dämmung und umweltfreundliches Vorgehen beim Heizen kann den Energieaufwand und damit die erzeugten Emissionen reduzieren.


CO2-Preis für den Schutz unserer Umwelt
Die CO2-Abgaben müssen zunächst die Rohstofflieferanten abführen. Für die von ihnen gekauften Mengen an Gas, Öl, Benzin und Diesel erwerben sie nach dem neuen Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) Zertifikate für die Menge an CO2, die durch das Verbrennen dieser Rohstoffe entstehen. Im Jahr 2021 lag die Abgabe für eine Tonne Kohlenstoffdioxid zunächst bei 25 Euro. 2022 stieg die Abgabe wie geplant auf 30 Euro pro Tonne, wurde 2023 jedoch angesichts der hohen Energiepreise eingefroren. 2024 stieg die Abgabe deutlich auf 45 Euro pro Tonne. 2025 kostete die Tonne 55 Euro. Im Jahr 2026 werden die Emissionszertifikate nach EEX-/DEHSt-Kalender ab Juli versteigert: An der Energiebörse EEX bildet sich der Preis innerhalb eines gesetzlich festgelegten Korridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne; reicht die versteigerte Menge nicht aus, gibt es Zertifikate im anschließenden Festpreisverkauf für 68 Euro. Der EU-weite Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) startet nach aktuellem Stand 2028 — bis dahin läuft der nationale Emissionshandel weiter. Für 2027 sind Rechtslage und politische Einigung zu trennen: Nach aktueller Rechtslage würde sich der Preis ab 2027 marktbasiert in der Versteigerung bilden; politisch angekündigt ist eine Fortführung des Korridors von 55 bis 65 Euro — verbindlich wird sie erst nach der entsprechenden Rechtsänderung.
CO₂-Preis 2021–2026: von 25 auf bis zu 65 Euro
So hat sich der CO₂-Preis im nationalen Emissionshandel entwickelt — ab Juli 2026 erstmals als Versteigerung im Korridor.
| Jahr | CO₂-Preis | Einordnung |
|---|---|---|
| 2021 | 25 €/t | Startphase |
| 2022 | 30 €/t | Festpreis |
| 2023 | 30 €/t | eingefroren |
| 2024 | 45 €/t | spürbar |
| 2025 | 55 €/t | hoch |
| 2026 | 55–65 €/t | Korridor statt Festpreis |
Der CO2-Preis wird natürlich von den Lieferanten an die Endverbraucher weitergegeben. Deshalb ist ein Anstieg der Heizkosten sowie der Kosten für Benzin und Diesel unumgänglich. Bei 20.000 kWh, die durchschnittlich in einer Altbauwohnung mit Gasheizung pro Jahr anfallen, liegt die Abgabe 2026 je nach Versteigerungsergebnis bei rund 264 bis 312 Euro im Jahr. Das ist eine vereinfachte Verbraucherrechnung mit rund 201 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Erdgas; je nach Brennwert- oder Heizwertbezug können die Anbieterwerte davon leicht abweichen.
Bei einer Ölheizung sind die Mehrkosten wegen des höheren CO2-Äquivalents von Heizöl noch höher und belaufen sich im Jahr 2026 auf rund 348 bis 411 Euro, da beim Rohstoff ein deutlich höherer Emissionsfaktor festgelegt ist. Pro Liter Heizöl fallen 2026 je nach CO₂-Preis etwa 17,4 bis 20,6 Cent CO₂-Abgabe an.
Die Mehrkosten durch den CO2-Preis (umgangssprachlich CO2-Steuer) entwickelten sich in einer Wohnung bzw. einem Haus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche bei einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh bzw. einem durchschnittlichen Ölverbrauch von 2000 Litern von 2021 bis 2026 folgendermaßen. Die Beträge sind standardisierte Vergleichswerte inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer; bei Gas galt von Oktober 2022 bis März 2024 vorübergehend der ermäßigte Satz von 7 Prozent — tatsächliche Abrechnungen können daher abweichen:
Mit diesen Mehrkosten müssen Betreiber von Ölheizungen rechnen
| Jahr | CO2-Preis pro Tonne | CO2-Abgabe auf Heizöl | Mehrkosten Öl (2000 Liter) |
|---|---|---|---|
| 2021 | 25 Euro pro Tonne | 7,9 Cents pro Liter | 158 Euro |
| 2022 | 30 Euro pro Tonne | 9,5 Cents pro Liter | 190 Euro |
| 2023 | 30 Euro pro Tonne | 9,5 Cents pro Liter | 190 Euro |
| 2024 | 45 Euro pro Tonne | 14,2 Cents pro Liter | 284 Euro |
| 2025 | 55 Euro pro Tonne | 17,4 Cents pro Liter | 348 Euro |
| 2026 | 55–65 Euro (Korridor) | 17,4–20,6 Cents pro Liter | 348–411 Euro |
Mit diesen Mehrkosten müssen Betreiber von Gasheizungen rechnen
| Jahr | CO2-Preis pro Tonne | CO2-Abgabe auf Erdgas | Mehrkosten Gas (20.000 kWh) |
|---|---|---|---|
| 2021 | 25 Euro pro Tonne | 0,6 Cents pro kWh | 120 Euro |
| 2022 | 30 Euro pro Tonne | 0,7 Cents pro kWh | 144 Euro |
| 2023 | 30 Euro pro Tonne | 0,7 Cents pro kWh | 144 Euro |
| 2024 | 45 Euro pro Tonne | 1,1 Cents pro kWh | 216 Euro |
| 2025 | 55 Euro pro Tonne | 1,3 Cents pro kWh | 264 Euro |
| 2026 | 55–65 Euro (Korridor) | 1,32–1,56 Cents pro kWh | 264–312 Euro |
Seit dem 1. Januar 2023 müssen sich Vermieter an der CO2-Abgabe beteiligen: Nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) gilt bei Wohngebäuden ein Stufenmodell — je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes (Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr), desto höher der Vermieteranteil, von 0 bis zu 95 Prozent der CO2-Kosten. Damit soll wiederum ein Anreiz geschaffen werden, auch in vermieteten Wohnungen sparsamere und/oder regenerative Heizungen einzubauen. Wer ohne fossile Brennstoffe heizt, zahlt keinen direkten CO2-Aufschlag auf Heizöl oder Erdgas. Bei Wärmepumpen können CO2-Kosten allenfalls indirekt im Strompreis stecken; die nationale CO2-Abgabe auf Heizbrennstoffe fällt dafür nicht an.
Warum wurde die CO2-Abgabe für fossile Heiz- und Kraftstoffe eingeführt?
Mit Erheben der CO2-Steuer verfolgt die Bundesregierung ein klares Ziel. Sie will durch die Abgabe einen Anreiz schaffen, weniger klimaschädliche Energie zu verbrauchen und damit die CO2-Emissionen jedes einzelnen reduzieren. Dies kann zum einen dadurch geschehen, dass wir kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß bestreiten, statt das Auto zu nehmen. Für Eigenheimbesitzer kann es sinnvoll sein, die alte Heizanlage zu ersetzen und künftig auf erneuerbare Energien zu setzen. Auch soll der Anreiz gegeben werden, Energiesparmaßnahmen einzuleiten. So können mit einem hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage oder einer neuen Dämmung viele kWh Heizenergie und damit viele Kilogramm CO2 eingespart werden.

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Was passiert mit den Einnahmen aus der CO2-Abgabe?
Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) der Bundesregierung. Ursprünglich war geplant, die Bürger darüber zu entlasten. Dies sollte über ein sogenanntes Klimageld erfolgen, das die Einnahmen aus der CO2-Abgabe gleichmäßig an alle Bürger verteilt. Damit würden also diejenigen, die weniger klimaschädliche Emissionen verursachen, profitieren. Allerdings wurden diese Pläne nicht weiterverfolgt: Im Koalitionsvertrag der seit 2025 regierenden schwarz-roten Bundesregierung taucht das Klimageld nicht mehr auf, und im März 2026 lehnte der Bundestag einen entsprechenden Antrag ab. Stattdessen setzt die Regierung auf gezielte Entlastungen, etwa bei den Strom- und Gaspreisen. Die Gelder aus dem KTF werden genutzt, um die Dekarbonisierung Deutschlands weiter voranzutreiben.
Es wurden auch einige direkte Entlastungen für die Bürger umgesetzt: die Pendlerpauschale wurde erhöht, die EEG-Umlage abgeschafft. Außerdem werden umfangreiche Förderprogramme für den Umstieg auf umweltfreundliche Heizungen und für die energetische Sanierung finanziert. Vor allem die hohen Austauschprämien für emissionsstarke Ölheizungen sollen Hausbesitzern einen Anreiz geben, auf regenerative Energien umzusteigen.

Häufige Fragen zur CO₂-Abgabe
Steigt der CO₂-Preis 2027 weiter?
Wer zahlt die CO₂-Abgabe in Mietwohnungen?
Wer zahlt keine CO₂-Abgabe?
Fazit
Die CO2-Abgabe soll die klimaschädlichen Emissionen in allen Bereichen senken. Durch die CO2-Abgabe wird das Heizen in einem durchschnittlichen mit Gas beheizten Einfamilienhaus im Jahr 2026 um rund 264 bis 312 Euro teurer, bei Heizöl sind es 348 bis 411 Euro. Mit dem Start des EU-weiten Emissionshandels ETS2 ab 2028 rechnen viele Modellrechnungen mit weiter steigenden CO2-Preisen; wie hoch sie ausfallen, ist offen. Damit wird der Umstieg auf emissionsfreie Heizungen und die Elektromobilität noch attraktiver.
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