Kleines Energiesparer-ABC
Wer seinen Altbau nach energetischen Gesichtspunkten sanieren möchte, wird mit vielerlei Fachbegriffen konfrontiert. Einige der häufig verwendeten Begriffe sind nachfolgend erläutert.
Das Wichtigste in Kürze
- Wer energetisch saniert, begegnet immer wieder denselben Fachbegriffen — dieses ABC erklärt die wichtigsten kurz und verständlich.
- Zentrale Kennwerte: Der Energieverbrauchskennwert bewertet das ganze Gebäude, Lambda-Wert und U-Wert die Dämmqualität.
- Rechtlicher Rahmen für fast alle Maßnahmen ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), seit dem 29. Juli 2026 Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes.

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Brennwertkessel
Brennwertkessel nutzen nicht nur den Heizwert des Brennstoffs, sondern auch die Kondensationswärme der heißen Abgase. Dadurch spart ein Gas-Brennwertkessel gegenüber einem konventionellen Niedertemperaturkessel in der Praxis je nach Anlage und Betriebsweise eher etwa 5 bis 10 Prozent Energie; bis zu 15 Prozent werden vor allem beim Austausch alter Konstanttemperaturkessel genannt.

Energieverbrauchskennwert
Der Energieverbrauchskennwert ist auch als Energiekennzahl bekannt und sagt aus, wie viel Heizenergie ein Gebäude im Jahr benötigt — angegeben in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Im Energieausweis bezieht sich der Wert auf die Gebäudenutzfläche, die von der Wohnfläche abweichen kann. Je höher der Wert, desto größer ist der Hinweis auf Energieverluste; beim Verbrauchswert beeinflussen aber auch Heizverhalten, Witterung und Anlagentechnik das Ergebnis. Zum Vergleich: In unsanierten Altbauten kann der Wert über 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen, in Niedrigenergiehäusern zwischen 20 und 50, bei Passivhäusern unter 15 (bezogen auf den Heizwärmebedarf).
Der Energieverbrauchskennwert gibt einen schnellen, ersten Überblick für eine Bewertung, zur genauen Feststellung von Optimierungsmöglichkeiten ist er nicht geeignet.
Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bündelt seit November 2020 die energetischen Anforderungen an Gebäude — von Dämmstandards über Heizungsanforderungen bis zum Energieausweis. Es hat die früher maßgebliche Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst; ältere Ratgeber und Dokumente, die noch auf die EnEV verweisen, meinen heute in der Regel das GEG. Für Sanierer wichtig: Nachfolger ist seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die früheren Heizungs-Austauschpflichten sind entfallen, Anforderungen an Neueinbauten bestehen fort.
Hydraulischer Abgleich
Der hydraulische Abgleich sorgt bei einer wasserführenden Heizung dafür, dass jeder Heizkörper genau die nötige Menge an Heißwasser erhält, unabhängig davon, wo im Heizkreislauf er sich befindet und unabhängig von den übrigen Heizkörpern. Ist die Heizungsanlage nicht entsprechend eingestellt, führt dies zu einem erhöhten Energieverbrauch. Ein Fachmann kann, und sollte, vor Inbetriebnahme des Heizsystems einen hydraulischen Abgleich vornehmen. Beim Einbau einer neuen wassergeführten Heizung in Gebäuden mit mindestens sechs Wohneinheiten ist er nach § 60c GModG (bisher GEG) vorgeschrieben. Hier finden Sie weitere Informationen zum hydraulischen Abgleich.

Lambda-Wert
Der Lambda-Wert oder die Wärmeleitzahl bezeichnet die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs. Je niedriger der Lambda-Wert, desto besser sind die Dämmeigenschaften. Konkret beschreibt der Wert den Wärmefluss von der wärmeren zur kälteren Seite eines Dämmstoffs, in einem definierten Zeitraum und bei einem bestimmten Temperaturgefälle.

Luftdichtheit und Blower-Door-Test
Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert, dass warme Luft unkontrolliert durch Fugen und Ritzen entweicht — neben der Dämmung ein zentraler Hebel gegen Energieverluste. Ob die Hülle dicht ist, prüft der Blower-Door-Test: Ein Ventilator erzeugt einen definierten Druckunterschied, aus dem sich die Luftwechselrate des Gebäudes berechnen lässt. Im Neubau gehört die luftdichte Ausführung zu den Grundanforderungen des GModG (bisher GEG); im Altbau hilft die Messung, Leckagen vor und nach einer Sanierung aufzuspüren.
Lüftungskonzept
Häuser werden heute immer besser abgedichtet, Neubauten ohnehin und Altbauten nach Sanierung, um die Wärme- und damit Energieverluste durch Zugluft zu verringern. Daher ist beim Austausch der Fenster nach DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept zu erstellen, sobald mehr als ein Drittel der Fensterfläche erneuert wird — als anerkannte Regel der Technik und Voraussetzung vieler Förderprogramme. Dadurch soll ermittelt werden, ob im Haus immer für ausreichend Belüftung gesorgt ist, ob Fensterlüftung und Wanddurchlässigkeit ausreichen oder ob eine Lüftungsanlage zur Frischluftversorgung notwendig wird. Eine solche Lüftungsanlage kann dann auch mit einer Wärmerückgewinnung versehen werden.

U-Wert
Der U-Wert, der früher noch k-Wert hieß, ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Er gibt Auskunft über die Wärmedämmeigenschaft eines Bauteils, zum Beispiel eines Fensters. Je niedriger der U-Wert ist, umso besser ist der Wärmeschutz des betroffenen Bauteils.
Lambda-Wert und U-Wert: der Unterschied
| Lambda-Wert (λ) | U-Wert | |
|---|---|---|
| Was wird beschrieben? | Wärmeleitfähigkeit eines Materials | Wärmeverlust eines fertigen Bauteils |
| Bezug | Stoffeigenschaft, unabhängig von der Dicke | Bauteil mit allen Schichten und Dicken |
| Einheit | Watt pro Meter und Kelvin | Watt pro Quadratmeter und Kelvin |
| Gut ist … | möglichst niedrig | möglichst niedrig |
| Typische Anwendung | Dämmstoffe vergleichen | Fenster, Wände und Dächer bewerten |

Thermografie

Bei der Thermografie wird mit einer Infrarotkamera ein Wärmebild des Hauses erstellt, auf dem unterschiedlich warme Bauteile durch Farbabstufungen angezeigt werden. Dadurch können energetische Schwachstellen an Gebäuden identifiziert werden. Eine Thermografie ist ein sinnvoller erster Schritt, um den energetischen Sanierungsbedarf eines Gebäudes festzulegen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Thermografie.

Wärmebrücken
Wärmebrücken nennt man Schwachstellen eines Hauses, durch die besonders viel Wärme verloren geht. Diese kalten Stellen oder Bauteile sind auch besonders anfällig für Schäden durch Feuchtigkeit und damit für ungesunde Schimmelbildung. Wärmebrücken können zum Beispiel mit einer Thermografie aufgedeckt werden. Typische Wärmebrücken bilden zum Beispiel Balkone, Fensterrahmen, Heizkörpernischen oder Rollladenkästen.
Thermografie in der Energieberatung Mit Hilfe der Thermografie können im Rahmen einer Energieberatung Hinweise auf Undichtigkeiten in der Gebäudehülle sowie… weiterlesen
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Ein solches System ist eine mehrschichtige Konstruktion zur Dämmung von Außenwänden. Diese Konstruktion ist besonders gut zur nachträglichen Dämmung geeignet, wenn bei Altbauten eine Fassadenerneuerung ansteht. Als Dämmstoffe kommen meist Mineralwolle oder Polystyrol zum Einsatz, die sich durch einen geringen Lambda-Wert auszeichnen, also eine geringe Wärmeleitfähigkeit.

Weitere Begriffe kurz erklärt
Endenergie
Die Energiemenge, die am Haus ankommt und abgerechnet wird — etwa Gas, Heizöl, Pellets oder Strom.
Primärenergie
Endenergie plus vorgelagerter Aufwand für Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers — bewertet über Primärenergiefaktoren.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Kennzahl für Wärmepumpen: das Verhältnis der übers Jahr abgegebenen Wärme zum dafür eingesetzten Strom.
Heizlast
Die Heizleistung in Kilowatt, die ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht — Grundlage für die richtige Dimensionierung der Heizung.
Ratgeber und Informationen zur Wärmedämmung Wir haben verschiedene Ratgeber und Informationen zur Dämmung von Wohngebäuden veröffentlicht. Ein optimal gedämmtes Haus… weiterlesen



