Vorsicht beim Heizkosten sparen – Achtung Schimmelgefahr
Nicht nur die seit 2022 deutlich höheren Energiepreise, sondern auch der Klimaschutz machen Energie- und Heizkosten sparen immer wichtiger. Das eigene Heizverhalten zu überprüfen, ist ein guter Anfang. Überall werden nun Tipps zum Energiesparen gegeben, kühle Räume gehören beinahe zum guten Ton. Jedoch sollte man darauf achten, es mit dem Sparen nicht zu übertreiben. Zu stark ausgekühlte Räume bergen nämlich das Risiko der Schimmelbildung. Wer aber ein paar Dinge beim Heizen und Lüften beherzigt, kann dem Schimmel vorbeugen und trotzdem sparen.

Wie entsteht Schimmel?
Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit und Nährstoffe zum Wachsen und Gedeihen. Die Nährstoffe finden Schimmelpilze in Häusern und Wohnungen in Form von Tapeten, Putz, Stoffen oder auch Holz. Schimmel wird begünstigt, sobald die relative Luftfeuchte dauerhaft über etwa 60 Prozent liegt; oberhalb 70 Prozent steigt das Risiko deutlich. Feuchtigkeit in Wohnungen entsteht vor allem in Badezimmern und Küchen, aber auch in Schlafzimmern: Erwachsene geben pro Nacht in der Regel zwischen 0,5 und 1 Liter Feuchtigkeit über Atmung und Schweiß ab.

Wenn nun warme Luft an kalten Wänden abkühlt, kondensiert diese Feuchtigkeit.
Folge: Die Feuchtigkeit sammelt sich in den Wänden an. Es kann Schimmel entstehen. Orte, an denen sich bevorzugt Schimmel bildet, sind zum Beispiel Rollladenkästen, Zimmerecken oder Außenwände – all die Stellen, an denen die Wände eher kühler sind.

Richtiges Lüften
Jeden Tag verdunsten in einem Haushalt mit vier Personen rund zwölf Liter Wasser. Gerade bei sehr dichten Fenstern und Türen muss deshalb regelmäßig gelüftet werden, sodass die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent bleibt — das ist der Bereich, den die Verbraucherzentrale als gleichermaßen behaglich und schimmel-vorbeugend nennt. In der Heizperiode kann es allerdings bei schlechter Dämmung oder ausgeprägten Wärmebrücken schon kritisch werden, wenn die Luftfeuchte längere Zeit über etwa 50 Prozent liegt — dann lieber häufiger lüften. Im Winter genügen nach Empfehlung der Verbraucherzentrale rund drei bis fünf Minuten Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern, im Frühjahr und Herbst entsprechend zehn bis zwanzig Minuten. Aus hygienischen Gründen empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens drei- bis viermal täglich einen vollständigen Luftaustausch; wer den ganzen Tag abwesend ist, sollte zumindest morgens und abends stoßlüften.
Idealerweise öffnet man im Haus auch ein gegenüberliegendes Fenster und sorgt so kurzfristig für Durchzug. Nur durch dieses sogenannte Querlüften ist eine hohe Luftwechselrate zu erreichen. Die verbrauchte Luft kann so am besten gegen frische ausgetauscht werden. Die Luftwechselrate gibt übrigens an, wieviel Luft des Volumens in einem Raum innerhalb einer Stunde ausgetauscht wird. Bei einer Luftwechselrate von 2/h würde also das gesamte Luftvolumen des Raums zwei Mal durch frische Luft ersetzt.

Über die Thermostate sollten während des Lüftens die Heizung abgedreht werden, da das Einströmen kalter Luft sonst dazu führt, dass die Heizkörper extra erwärmt werden. Der Energieverlust beim kurzen Stoßlüften ist übrigens nicht so hoch, wie manche fürchten. Mauerwerk und Möbel haben eine deutlich höhere Wärmekapazität als Luft, sie halten also die Wärme.

Achtung bei dauergekippten Fenstern
Das Fenster permanent gekippt zu haben, ersetzt das Stoßlüften nicht. Der Luftaustausch ist deutlich langsamer und die laufende Auskühlung der Fensterleibung und der angrenzenden Wand erhöht das Schimmelrisiko an genau diesen Stellen. Zu guter Letzt ist Dauerlüften kontraproduktiv, wenn man Heizkosten sparen möchte: einen zu sehr ausgekühlten Raum wieder zu erwärmen, benötigt viel Energie.
Zur Übersicht hier die Luftwechselraten verschiedener Lüftungs-„Strategien“:
| Fensteröffnung | Durchschnittliche Luftwechselrate |
|---|---|
| Gekipptes Fenster | 0,3 / h – 1,4 / h |
| Geöffnetes Fenster | 1 / h – 4 / h |
| Querlüftung Fenster | bis 40 / h |

Die optimale Heiztemperatur finden
Auch die richtige Heiztemperatur spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die nachhaltige Vermeidung von Schimmel geht. Für jedes Zimmer gibt es eine empfohlene, ideale Temperatur. So sollte in Wohnräumen die Zimmertemperatur bei rund 20 Grad liegen. Im Badezimmer ist eine Temperatur von etwa 22-23 Grad angenehm, im Kinderzimmer ebenfalls rund 22 Grad. Welche Thermostat-Stufe diese Temperaturen ergibt, hängt vom Modell ab — die Skalen-Zahlen auf den Drehthermostaten sind nicht genormt, sondern produkt- und herstellerabhängig. Bei den meisten klassischen Drehthermostaten entspricht die Mittelstellung (etwa Stufe 3) ungefähr 20 Grad, eine Stufe mehr rund 4 Grad wärmer.

In Schlafzimmern genügen in der Regel 17 bis 18 Grad. Bei wenig genutzten Räumen wie Diele, Flur oder ungenutzten Gästezimmern kann etwas weniger reichen. Wichtig: die Temperatur sollte in keinem bewohnten Raum dauerhaft unter 16 Grad sinken — als praktische Untergrenze nennen Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale 16 Grad, damit an kalten Wänden keine Feuchtigkeit kondensiert.
Übrigens: Der Endenergieverbrauch der privaten Haushalte wird laut Umweltbundesamt zu etwa 66 Prozent durch Raumwärme bestimmt. Wer die Raumtemperatur dauerhaft um ein Grad senkt, spart nach Faustregel etwa sechs Prozent Heizenergie. Die Wirkung addiert sich allerdings nicht linear: Bei einer Absenkung von 24 auf 20 Grad ergibt die Faustformel etwa 22 Prozent Einsparung (1 − 0,944) — nicht 24 Prozent.
Welche Temperatur und welches Lüftungsverhalten pro Raum?
| Raum | Empfohlene Temperatur | Lüften (Winter) |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | rund 20 °C | bei Anwesenheit 3-4× täglich Stoßlüften, 3-5 Minuten; bei ganztägiger Abwesenheit morgens und abends |
| Schlafzimmer | 17-18 °C | morgens und abends Stoßlüften, jeweils 3-5 Minuten; tagsüber Tür geschlossen halten |
| Badezimmer | 22-23 °C | unmittelbar nach Duschen/Baden Stoßlüften, bis Wasserdampf weg ist (ca. 5-10 Minuten) |
| Küche | 18-20 °C | nach dem Kochen Stoßlüften; Dunstabzug nutzen |
| Kinderzimmer | 20-22 °C, je nach Alter und Nutzung | bei Anwesenheit 3-4× täglich Stoßlüften, 3-5 Minuten; bei ganztägiger Abwesenheit morgens und abends |
| Diele / Flur / wenig genutzte Gästezimmer | mindestens 16 °C | Türen zu wärmeren Räumen geschlossen halten, regelmäßig kurz stoßlüften |
TIPP
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Nicht zu viel heizen
Wer die Heizung zu sehr aufdreht, reduziert zwar das Schimmelrisiko. Jedoch treibt er die Kosten damit unnötig in die Höhe und schadet auch noch seiner Gesundheit. Durch zu starkes Heizen sinkt die Luftfeuchtigkeit in Zimmern nämlich stark ab. Das wiederum kann die Atemwege sowie Binde- und Schleimhäute reizen und schadet auch der Haut, die dadurch austrocknet. Eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten und Infekte sind die Folge.

Eine möglichst gleichmäßige, bedarfsgerechte Temperatur in den Wohnräumen ist meist ratsamer als ein dauerndes Auf und Ab. Als durchschnittliche Temperatur tagsüber sind 20 Grad ein guter Mittelwert; im Schlafzimmer reichen nachts 17-18 Grad. Unter 16 Grad sollte kein bewohnter Raum dauerhaft fallen.
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Zu kühle Räume
Die Temperatur in bewohnten Zimmern sollte 16 Grad nicht unterschreiten. Einerseits dauert es zu lange, so kühle Räume wieder auf eine höhere Temperatur zu bringen. Bei Räumen, die dauerhaft zu kalt sind oder die nie richtig beheizt werden, droht zudem Schimmel, da die Feuchtigkeit an den kalten Wänden kondensiert. Je nach Schimmelart und Bedingungen kann ein Befall bereits nach wenigen Tagen sichtbar werden. Zudem sollten bei weniger beheizten Zimmern, wie beispielsweise Schlafzimmern, die Türen zu wärmeren Räumen geschlossen bleiben.
Zwei häufige Schimmel-Fallen vermeiden
Dauergekippte Fenster im Winter: Die Fensterleibung und die angrenzende Wand kühlen über Stunden so stark aus, dass an dieser Stelle die Luftfeuchte direkt auskondensiert — und sich Schimmel bevorzugt dort bildet. Stattdessen mehrfach täglich kurz stoßlüften und Fenster sonst geschlossen halten.
Türen zu kühlen Räumen offen lassen: Strömt warme, feuchte Luft aus Wohnzimmer oder Bad in ein kühles Schlaf- oder Gästezimmer, kondensiert die Feuchtigkeit an den kalten Wänden des kühleren Raums. Türen zu wenig beheizten Räumen sollten daher geschlossen bleiben, und der kühlere Raum braucht trotzdem mindestens 16 °C.
Bleiben die Türen geöffnet, fließt die Wärme aus den stärker beheizten Räumen in die kühleren Zimmer. Mit der Wärme dringt auch Feuchtigkeit in das kühle Zimmer ein. Letztere kann an den ausgekühlten Wänden kondensieren, wodurch wiederum der Befall mit Schimmel begünstigt wird.

Fazit
Die richtige Lüftungsstrategie und auch das richtige Heizverhalten sind entscheidend für eine gute Luftqualität und für eine effiziente Energienutzung. Sogenanntes Querlüften sorgt für den notwendigen Luftaustausch und den Abzug von Luftfeuchte und Schadstoffen. Je nach Zimmer unterscheidet sich die richtige Wohlfühltemperatur, grundsätzlich sollte aber in keinem bewohnten Raum dauerhaft unter 16 Grad Raumtemperatur herrschen. Zu hohe Temperaturen sind allerdings auch ungesund wegen zu trockener Luft.
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