Wer Energie sparen möchte, wechselt bei milderem Wetter vom Winter- in den Sommermodus. Doch ist das bei allen Heizungen notwendig? Wir erklären, wie das funktioniert und welche Heizungen den Wechsel automatisch regeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Sommerbetrieb stellt die Heizung nur Warmwasser bereit, die Heizkörper bleiben kalt — das spart Energie und Geld.
- Moderne Anlagen mit Außenfühler schalten oft automatisch um, bei älteren Geräten erfolgt der Wechsel manuell am Bedienfeld.
- Für die Umstellung gibt es keinen festen Termin: Sinnvoll ist sie, wenn die Außentemperatur tagelang über der Heizgrenze (meist 15–18 °C) liegt.

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Was bedeutet Winter- und Sommermodus?
Im Sommer muss die Heizungsanlage in der Regel keine Räume mehr beheizen, sondern – sofern kein separates Warmwassersystem vorhanden ist – nur noch Warmwasser bereitstellen. Im Sommerbetrieb bleiben die Heizkörper daher kalt, was Energie spart.
Zwar nutzen moderne Heizungssysteme ohnehin Temperatursensoren, sogenannte Außenfühler, die die Heizkörper abhängig von der Außen- und von der erwünschten Raumtemperatur erwärmen. An einem heißen Sommertag wird die Heizung daher auch im Wintermodus kalt bleiben. Sinkt die Außentemperatur jedoch nachts auf 12 Grad, springt sie an. Das ist aber meist nicht notwendig, da die Sonneneinstrahlung tagsüber anders als im Winter die Räume ausreichend erwärmt hat.
Möchten Sie vermeiden, dass die Heizkörper in einer kühlen Juninacht warm werden, stellen Sie die Heizung auf Sommermodus um. Damit bleibt die Warmwasserbereitung aktiv. Das ist vor allem bei zentralen Warmwasserspeichern hygienisch wichtig: Nach UBA/DVGW muss der Trinkwassererwärmer bei Großanlagen mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt bis zur Entnahmestelle dauerhaft 60 °C erreichen; im Warmwasser-Leitungssystem sollen mindestens 55 °C anliegen. Nach längerer Abwesenheit sollten Sie außerdem die Leitungen spülen – dauerhaft stagnierendes Warmwasser ist keine sichere Energiesparmaßnahme.

Einzig, wenn ein Durchlauferhitzer für das Warmwasser zuständig ist, können Sie im Sommer die Heizung komplett abschalten. In diesem Fall handelt es sich um zwei getrennte Systeme, die sich nicht gegenseitig beeinflussen. Möglich ist es auch, im Sommer die Warmwasserbereitung über eine Solarthermieanlage laufen zu lassen. Mit dieser Lösung lässt sich der Kessel über die Sommermonate ebenfalls komplett abschalten.
Wie versetze ich die Heizung in den Sommerbetrieb?
Wie der Wechsel auf den Sommerbetrieb funktioniert, hängt konkret vom System ab. Bei älteren Anlagen erfolgt die Umstellung manuell über einen Hebel oder über einen Drehschalter. Meist stehen mehrere Symbole zur Auswahl, wobei oft ein Wasserhahn nur für Warmwasser und damit für den Sommerbetrieb steht. Eine Sonne oder ein Heizkörper bedeuten beispielsweise Winterbetrieb, jedoch können die Symbole abweichen. Schauen Sie daher am besten in der Bedienungsanleitung Ihrer Heizung nach.
Bei moderneren Anlagen lässt sich die Betriebsart digital entweder über einen Touchscreen, eine Fernbedienung oder eine App einstellen. Andere Anlagen benötigen dagegen keine Umstellung, da sie eine raumtemperaturgeführte Regelung verwenden. Damit heizen sie beispielsweise nur, wenn die Raumtemperatur unter 16 Grad fällt. Da es im Sommer meist nie dazukommt, bleiben die Heizkörper immer kalt. Auch bei einer außentemperaturgeführten Regelung schalten viele neue Heizungen automatisch in den Sommermodus um, wenn die Durchschnittstemperatur draußen mehrere Tage lang einen bestimmten Wert übersteigt.
Bei welcher Außentemperatur soll ich in den Sommerbetrieb umstellen?
Die Außentemperatur, bei der die Heizung anspringen soll, nennt man Heizgrenztemperatur. Sie ist nicht in jeder Wohnung und in jedem Haus gleich, sondern hängt von der Isolierung des Gebäudes ab. Bei Niedrigenergiehäusern reicht es oft, ab einer Temperatur unter 14 oder gar unter 12 Grad zu heizen. Damit ist eine Umstellung auf Sommerbetrieb oft bereits vor dem offiziellen Frühlingsbeginn möglich.
Drei Bedingungen prüfen — sind alle drei erfüllt, ist der Sommerbetrieb sinnvoll:
Wann jetzt auf Sommerbetrieb umstellen?
1. Sind die Außentemperaturen stabil über der Heizgrenze?
Als Faustregel: Tagesmittel mehrere Tage stabil über 15 °C (bei sehr gut gedämmten Häusern auch eher 12–14 °C; bei unsaniertem Altbau eher 15–17 °C). Maßgeblich ist nicht ein einzelner warmer Tag, sondern das Tagesmittel über 3–5 Tage.
2. Hat die Anlage automatische Heizgrenzen-Logik?
Moderne Regelungen (ab ca. 2010) erkennen die Außentemperatur und schalten Heizkreis automatisch ab.
3. Welche Klimaregion?
Abgrenzung: Dieser Block beantwortet wann umgestellt wird. Ob die Heizung im Sommer komplett aus kann oder nur in Sommerbetrieb sollte, behandelt der Beitrag Heizung im Sommer abstellen. Im Sommerbetrieb bleibt das System druckbeladen — Frostschutz und Warmwasserbereitung laufen weiter.
Wohnen Sie in einem schlecht sanierten Altbau, sieht es anders aus. Hier sollten Sie erst in den Sommerbetrieb wechseln, wenn das Tagesmittel der Außentemperatur über mehrere Tage über etwa 15 bis 17 °C liegt und die Räume ohne Heizung warm bleiben. Im Herbst stellen Sie entsprechend zurück, sobald diese Grenze wieder regelmäßig unterschritten wird. Die unterstehende Tabelle zeigt grobe Richtwerte für die Heizgrenztemperatur abhängig vom Baujahr und von der Dämmung Ihres Gebäudes.
| Gebäudetyp | Heizgrenztemperatur als grober Richtwert | Einordnung |
|---|---|---|
| Unsanierter Altbau | 15-17 °C Tagesmittel | heizt meist früher wieder |
| Sanierter Altbau | 14-16 °C Tagesmittel | mittlere Orientierung |
| Niedrigenergie-/EnEV-Haus | 12-15 °C Tagesmittel | gut gedämmte Gebäude kommen länger ohne Heizung aus |
| Effizienzhaus 55 | 11-14 °C Tagesmittel | niedrige Heizgrenze möglich |
| Passivhaus | etwa 10 °C Tagesmittel | sehr geringe Heizlast |

Wann muss der Vermieter auf Winterbetrieb umstellen?
Wohnen Sie zur Miete, kümmern sich der Vermieter beziehungsweise der Hausmeister um die rechtzeitige Umstellung der Heizungsanlage. Dabei dürfen sie allerdings weder zu früh in den Sommermodus wechseln, um Energie zu sparen, noch im Herbst den Wintermodus zu spät einschalten.

Der Gesetzgeber schreibt diesbezüglich zwar keine genaue Mindesttemperatur vor. Nach der Rechtsprechung und nach Angaben des Deutschen Mieterbunds müssen vermietete Wohnungen in der Heizperiode aber typischerweise tagsüber etwa 20 bis 22 °C erreichen können. Nachts ist eine Absenkung zulässig; in vielen Fällen werden etwa 18 °C als Untergrenze genannt.
Wechselt der Vermieter zu früh in den Sommerbetrieb und bleibt die Wohnung kalt, berechtigt das unter Umständen zu einer Mietminderung.
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